Goldfisch Aquarium einrichten: Diese Tipps benötigst Du

Der Goldfisch im Goldfischglas ist wohl das ikonischste Beispiel für die Aquaristik, denn das goldene Juwel im Glas gilt als dekorativer Einrichtungsgegenstand.

Besonders modern ist diese Form der Goldfisch Haltung jedoch nicht, denn sie ist heute unter Tierschutzaspekten längst überholt.

Das Goldfisch Aquarium

Goldfisch Aquarium

Tatsächlich gehören Goldfische im Aquarium zu den etwas anspruchsvolleren Pfleglingen, über deren Bedürfnisse Du Dir im Vorfeld Gedanken machen solltest.

Obwohl die Haltung von Goldfischen im Gartenteich relativ unproblematisch ist, ist das Leben im Aquarium für Goldfische nur bedingt geeignet.

Ein Faktor dafür ist der große Platzbedarf der schwimmfreudigen Tiere. Erst bei großen Becken ab 100 Zentimeter Kantenlänge kannst Du über die artgerechte Haltung von Goldfischen nachdenken. Auch ein geeigneter Temperaturbereich ist nicht immer einfach zu gewährleisten.

Davon abgesehen gibt sich der Goldfisch im Aquarium aber recht pflegeleicht und sofern Du die speziellen Verhaltensweisen der Karpfenartigen rechtzeitig im Blick behältst, wird Dir ein Aquarium für Goldfische viel Freude bereiten.

Ein dicht bewachsenes Biotopbecken solltest du nicht erwarten, denn die meisten Pflanzen haben in einem Goldfisch Aquarium keine lange Lebensdauer.

Dafür kann die Vielfalt der Züchtungen selbst zum echten Blickfang werden.

Wenn Du Goldfische im Aquarium pflegen möchtest, solltest du dich beim Kauf für eine oder mehrere geeignete Zuchtformen und gesunde Tiere entscheiden, damit Du an Deinem Goldfisch Aquarium lange Freude haben kannst.

Geschichte der Goldfischhaltung

Ursprünge im alten China

Die Geschichte des Goldfischs geht auf eine lange und gut belegte Tradition zurück. So wird von den goldenen Fischen bereits in chinesischen Überlieferungen um das Jahr 750 vor Christus berichtet.

Während zu Beginn die Haltung von Goldfischen vor allem dem reichen Volk vorbehalten war, breitete sich dieser Brauch ab dem 13. Jahrhundert über ganz China aus und war im 16. Jahrhundert zu einem beinahe alltäglichen Anblick in allen Bevölkerungsschichten geworden.

Bedeutsam für die erfolgreiche Ausbreitung der Goldfischhaltung war, dass der Goldfisch nicht nur in großen Teichen, sondern auch in wassergefüllten Behältnissen gehalten werden kann.

Farben- und Formenvielfalt

In ihrer Heimat werden Goldfische auch heute noch meist nach alter Tradition in Porzellangefäßen gehalten, sofern ihnen kein Teich geboten werden kann.

In dieser kontrollierbaren Haltungsform entstanden mit der Zeit nicht nur neue Farbvarianten, sondern auch unterschiedliche geformte Goldfische mit Schleierschwänzen, Glupschaugen, geschwürartigen Körperanhängseln oder gestauchten Wirbelsäulen.

In China sind heute etwa 400 verschiedene Zuchtformen des Goldfischs bekannt, aber nur ein Bruchteil davon fand auch auf den deutschen Markt. Einige der exotischen Formen zählen in Deutschland übrigens als Qualzucht.

Die Eroberung der Welt

Im 16. Jahrhundert wurden schließlich die ersten Goldfische auch ins Ausland exportiert. Zunächst Griff die Begeisterung ins Nachbarland Japan über.

Aber auch nach Europa gelangten die ersten Goldfische bereits 1611. Über die englischen und französischen Adelshäuser gelangte der Goldfisch schließlich auch in den Rest Europas, einschließlich Deutschlands.

Etwa 1780 gelangten die ersten Goldfische nach Berlin. In den europäischen Teichen gediehen und vermehrten sich die Goldfische gut. Als dekoratives Element in Gefäßen im Haus gehalten, hatten sie jedoch meist nur ein kurzes Leben.

Das richtige Goldfisch Aquarium

Je größer, desto besser!

Viele Goldfischarten werden recht groß und erreichen üblicherweise eine Größe von 20 bis 40 Zentimetern. Dementsprechend sollte ein Aquarium für Goldfische bestimmte Mindestmaße nicht unterschreiten.

Auch kleinere Arten erweisen sich als bewegungsfreudig, und sollten nicht in einem zu kleinen Goldfisch Aquarium gehalten werden.

Pro Goldfisch solltest Du etwa 50 Liter Wasser einrechnen, wobei die kleineste Beckengröße für eine artgerechte Haltung 200 Liter nicht unterschreiten sollte. Dabei gilt, größer ist immer besser, nicht nur, um dem Goldfisch genug Bewegungsraum zu verschaffen.

Entgegen der ersten Intuition ist ein Goldfisch Aquarium pflegeleichter, je größer es ist. Je kleiner der Wasserkörper ist, desto instabiler läuft das System und ist anfälliger für Einwirkungen von außen.

Was Du bei Algen im Aquarium tun solltest, kannst Du hier nachlesen.

In einem großen Goldfisch Aquarium kann sich schneller ein stabiles biologisches Gleichgewicht bezüglich der Wasserchemie aber auch der Temperaturen einstellen.

Das solltest Du bei der Wahl bedenken, wenn Du ein Goldfisch Aquarium kaufen willst, denn insbesondere Anfänger sind mit einem großen Becken grundsätzlich besser beraten.

Das Goldfischglas ist überholt!

Jahrelang war es auch bei uns Mode, sodass der Goldfisch im kugelrunden Glas als dekoratives Interior die Wohnung zierte, ohne den Bedürfnissen des Fisches selbst gerecht werden zu können.

Heute weiß man, dass ein solches Becken für den Goldfisch Tierquälerei bedeutet.

Oft kümmern sie in der runden Unterkunft und versterben schon nach wenigen Monaten oder Jahren. Im Vergleich dazu kann ein Goldfisch im Aquarium bei guter Haltung ein hohes Alter von bis zu 25 Jahren erreichen.

Wenn Du vor hast, ein artgerechtes Goldfisch Aquarium zu kaufen, solltest Du daher einen großen Bogen um das Goldfischglas machen.

Die geeignete Einrichtung für Goldfische im Aquarium

Minimalistisch und funktional

Goldfische zeichnen sich durch einen sehr hohen Stoffwechsel aus, weswegen insbesondere eine kraftstarke Filtertechnik in Deinem Goldfisch Aquarium nicht fehlen darf.

Am besten setzt Du auf ein dreistufiges System, welches das Wasser sowohl mechanisch von Schmutzpartikeln befreit als auch durch eine chemische und biologische Filterweise Gerüche und den ausgeschiedenen Ammoniak beseitigt.

Davon abgesehen tust Du gut daran, Dein Goldfisch Aquarium eher minimalistisch zu dekorieren, denn Goldfische gehen nicht zimperlich mit der Einrichtung um, und schätzen sowieso eher den unverstellten Schwimmraum.

An den meisten Wasserpflanzen wirst Du nicht lange Freude haben, denn der Goldfisch hat sie zum Fressen gern oder buddelt sie aus.

Den Boden kannst du mit normalem oder farbigem Kies auskleiden. Du solltest dabei darauf achten, dass er keine scharfen Kanten aufweist, denn Goldfische gründeln gerne und könnten sich sonst verletzen.

Ansprüche des Goldfisches an die Wasserwerte

Goldfisch Aquarium

Die Temperatur als Herausforderung

Im Prinzip sind Goldfische im Aquarium sehr anspruchslos gegenüber den Wasserwerten. Anders als für viele tropische Aquarienfische, benötigst Du für Dein Goldfisch im Aquarium keine Heizung, denn der Kaltwasserfisch fühlt sich in Temperaturen bis 12 Grad pudelwohl.

Er kann auch kältere Temperaturen zeitweise gut wegstecken, wie die Goldfischhaltung im winterlichen Teich beweist. Tatsächlich ist für den Goldfisch im Aquarium eher die Maximaltemperatur ein kritischer Faktor. Diese sollte 23 Grad Celsius nämlich nicht überschreiten.

Insbesondere im Sommer kann das zu einem nicht zu unterschätzenden Problem werden, denn Wassertemperaturen lassen sich in einem Aquarium schwieriger nach unten regulieren als nach oben.

Im Ernstfall lässt sich über Kühlanlagen, häufigere Wasserwechsel oder Tricks wie gefrorene Wasserflaschen Abhilfe schaffen, kann in langen Sommern aber ins Geld gehen und viel Zeit kosten.

In jedem Fall sollten zu harsche Temperatursprünge vermieden werden, da dies zu Erkältung oder Atemnot beim Goldfisch führen kann.

Ansonsten anspruchslos

Wenn die Wassertemperaturen stimmen, ist der Goldfisch anpassungsfähig und kommt in fast jedem Wasser klar. Wie bei allen Aquarienfischen müssen die Ammonium- und Nitritwerte im Blick behalten werden, denn sie können sich zu lebensbedrohlichem Ammoniak zersetzen.

Bevor Du den ersten Goldfisch für ein Aquarium kaufen kannst, muss das Becken nach der Einrichtung gut eingelaufen werden.

Erst wenn der Gehalt an Ammonium und Nitrit gegen null gesunken ist, dürfen die ersten Bewohner einziehen. Auch im laufenden Aquarium solltest du den Nitritwert regelmäßig testen, da er durch Ausscheidungen und Futterreste ansteigen kann. Biologische Filtertechnik wirkt hier entgegen.

Gegenüber der Wasserhärte ist der Goldfisch im Aquarium recht schmerzfrei und kommt mit den meisten der üblicherweise in Deutschland aus der Leitung kommenden Wässer zwischen 8 bis 25° Gesamthärte klar. Nur extrem weiches oder hartes Wasser sollte vermieden werden.

Die artegrechte Ernährung von Goldfischen

Zuviel macht krank

Nicht nur im Aquarium sind Goldfische keine Kostverächter. Sie können praktisch jederzeit fressen, solange Futter da ist, und kennen dabei kaum ein Übersättigungsgefühl.

Um einer ungesunden Organverfettung deiner Goldfische vorzubeugen und auch der Wasserqualität nicht unnötig zuzusetzen, solltest Du daher die Futtermenge begrenzen.

Nicht mehr als in etwa einer Minute verputzt werden kann, solltest Du Deinen Goldfischen pro Fütterung darbieten. Dabei kannst Du ruhig mehrmals am Tag kleine Mengen verfüttern, anstatt einmal eine große Portion.

Hochwertig und abwechslungsreich

Als Basisfutter dient qualitativ hochwertiges Flocken oder Pelletfutter. Gerne kannst Du dabei auch variieren. Deine Goldfische im Aquarium werden Dir die Abwechslung danken.

Ergänzen kannst Du die konventionelle Kost zum Beispiel mit etwas Salat. Auch schnellwüchsige Wasserpflanzen eignen sich gut als ergänzendes Frischfutter.

So kann zum Beispiel die Wasserpest oder schwimmende Wasserlinsen in einem separaten Becken gezüchtet und regelmäßig für die Goldfische ausgedünnt werden. Es lohnt sich auch, bei anderen Aquarienbesitzern nach überschüssigen Pflanzen anzufragen.

Gelegentlich darfst Du Deine Goldfische auch mit tierischer Kost wie Frostfutter oder lebenden Mückenlarven verwöhnen. Lass dies aber nicht zur täglichen Gewohnheit werden, da dieses Futter sehr energiereich ist.

Kann der Goldfisch in Gesellschaft gepflegt werden?

Nur was fürs Artbecken!

Goldfische sind friedliche Fische, die im Prinzip mit anderen robusten Arten mit ähnlichen Bedürfnissen vergesellschaftet werden können. Für ein Goldfisch Aquarium eignen sich schon aufgrund der Temperaturansprüche jedoch nur andere Kaltwasserfische.

Die meisten anderen Arten werden jedoch noch größer und scheiden für eine Aquarienhaltung aus. Es ist daher besser, wenn Du Dich für ein Artbecken entscheidest.

Ohnehin bieten Goldfische eine so große Arten- und Formenvielfalt, dass du auch im Artbecken genug optische Abwechslung schaffen kannst, wenn Du das möchtest.

Solltest Du Dir Goldfische ins Aquarium holen?

Goldfische sind im Aquarium mit ihren zahlreichen Farben und Formen ein schöner, beruhigender Anblick. Davon solltest Du Dich bei der Entscheidung, ob ein Goldfisch Aquarium das Richtige für Dich ist, aber nicht vorschnell verleiten lassen.

Denn Goldfische brauchen Platz, weswegen du ein entsprechend großes Goldfisch Aquarium kaufen und aufstellen musst, damit es den Tieren gut geht. Bedenke auch, dass zu hohe Wassertemperaturen im Sommer zu einem ernsthaften Problem werden können.

Im Idealfall hast Du für das Goldfisch Aquarium einen Raum zur Verfügung, der sich auch in Hitzeperioden nicht so stark aufheizt. Du solltest aber im Notfall auch bereit sein, die Temperaturen mit etwas Aufwand aktiv zu senken.

Wenn Du diese beiden Randbedingungen ausreichend Platz und geeignete Wassertemperaturen zur Zufriedenheit der Goldfische im Aquarium in mindestens den nächsten zwei Jahrzehnten erfüllen kannst, spricht nichts dagegen, ein Aquarium für Goldfische aufzustellen.

Denn dann präsentiert sich der Goldfisch als pflegeleichter Mitbewohner, welcher sogar eine Beziehung zu seinem Halter aufbauen kann.

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