Die Auswahl an Zierfischen ist groß! Bevor man sich allerdings Fische kauft, sollten einige Faktoren beachtet werden. Nicht jeder Fisch ist verträglich, nicht jeder Händler vertrauensvoll. Worauf ihr beim Zierfisch kaufen achten solltet, erfahrt ihr hier!

Aufgepasst beim Zierfischkauf

Bei der Zusammensetzung von Tieren aus verschiedenen Beständen besteht häufig die Gefahr auf Krankheitsausbrüche. Daher empfiehlt es sich, die Zierfische beim Kauf einige Zeit zu beobachten. So könnt ihr den individuellen Gesundheitszustand einschätzen.

Nicht jeder Fisch kann in jedem Aquarium leben. Wählt also den Fisch nach der Größe eures Aquariums aus – oder umgekehrt. Wie man eine artgerechte Haltung berechnet, erfährst du im Artikel Aquarium für Anfänger – Befüllung.

Tipp: Notiere dir die Pflegemittel, die du zur Aufbereitung des Aquariums benutzt hast. So kannst du sichergehen, dass du später die gleichen verwendest, sich alle ergänzen und für deine gewünschte Fischart kompatibel sind.

Wahl des Verkäufers

Hole dir zunächst Erfahrungsberichte über regionale Anbieter ein. Frage Freunde und Bekannte, die dein Hobby teilen. Schaue dir ruhig mehrere Läden an, bevor du dich entscheidest. Dir werden nach und nach Unterschiede auffallen, es muss sich nur erst ein Blick für die wichtigsten Faktoren entwickeln.

Dazu gehört zum Beispiel die Sauberkeit des Geschäftes. Auch sollte es gut sortiert sein und eine angemessene Anzahl an Mitarbeitern beschäftigen, die dich fachlich beraten können.

Größere Zoofachketten legen oft ihren Schwerpunkt auf eine umfangreiche Auswahl. Andere Franchiseunternehmen spezialisieren sich auf wenige, aber hochwertige Produkte. Für was du dich im Endeffekt entscheidest, ist dann Geschmackssache.

Der Vergleich von Preisen beim Tierkauf sollte kein Entscheidungsmerkmal sein. Hier sind besonders der Gesundheitszustand und eine artgerechte Unterbringung der Fische ausschlaggebend. Ein günstiger Fisch, der nach wenigen Tagen tot in deinem Becken schwimmt, bringt dir schließlich auch nichts.

Gesunde Fische erkennen

Auf den ersten Blick sollten die Fische gesund und gut ernährt wirken. Betrachtet sie dann aus nächster Nähe. Flossenfehler, abgemagerte Bäuche, unnormale Schwimmbewegungen oder merkwürdige Hautzustände fallen auch dem Laienauge auf.

Sind die Fische ungewöhnlich träge und „stehen“ im Wasser, ist dies ein Zeichen für Schwäche oder Krankheit. Aber hier gilt zu beachten, dass manche Fischarten von Natur aus weniger aktiv sind. Neonfische beispielsweise können fast starr in der Strömung bleiben. Guppys hingegen scheinen dauerhaft hyperaktiv zu sein.

Die Aquarien im Handel sollten ausreichend Versteckmöglichkeiten bieten. Viele Fische können den Stress nicht vertragen, wenn mehrmals täglich der Kescher durch das Becken gezogen wird. Dies beeinflusst die Gesundheit des Fisches.

Tipp: Schaue dir vorher Bilder deines präferierten Fisches im Internet oder in Büchern an. So weißt du, wie gesunde Fische dieser Art aussehen und sich verhalten.

Kosten für Zierfische

Auffällig günstige Preise sollten stets hinterfragt werden! Oftmals werden die Zierfische recht teuer angeboten. Dabei muss man sich vor Augen führen, aus welchen Bestandteilen der Preis besteht. Zunächst bieten seriöse Händler eine Quarantäne an. Diese kostet viel Geld, da Aquarien ggf. in separaten Räumen mit aufwendiger Technik aufgestellt werden. So fallen höhere Stromkosten an.

Futter, Wasser, Wasserpflegemittel und evtl. Medikamente gehören zur Grundausstattung der Händler. Anschaffungskosten für neue Becken oder Reparaturen kommen hinzu. Diese Ausgaben müssen durch den Verkauf der Fische wieder erwirtschaftet werden.

Der größte Kostenfaktor sind Mitarbeiter. Die Reinigung der Becken kann schon mal einen ganzen Tag dauern. Dazu kommen tägliches Füttern, Wasserwechsel und Kontrollen der Werte.

Wenn man nun auffällig günstige Angebote entdeckt, wurden wohl eine oder mehrere der eben genannten Tätigkeiten nicht eingehalten und die Tiere sind damit in keinem guten Zustand.

 

Sicherer Transport

Der Transport der Zierfische wird oftmals unterschätzt. Dabei ist der Weg vom Händler bis ins eigene Aquarium nicht ungefährlich. Besonders an heißen oder sehr kalten Tagen sollte man direkt nach Hause fahren. Lasst die Tiere nicht im Auto während man arbeitet oder einkaufen geht.

Um Temperaturschwankungen zu vermeiden können Styroporboxen oder handelsübliche Taschen sinnvoll sein. Diese halten die Temperatur konstant, die in der Tasche besteht. So können weder Kälte noch Wärme nach innen eindringen. Außerdem kann der Beutel mit den Fischen nicht umherrollen. Dunkelheit hilft den Tieren, sich zu beruhigen und den Sauerstoffverbrauch zu senken.

An kalten Wintertagen kann eine gut temperierte Wärmflasche oder ein leicht erwärmtes Kirschkernkissen ein Auskühlen auf längerer Fahrt verhindern. Zur Überwachung kann ein kleines Thermometer dazugelegt werden. Verhindert auf jeden Fall eine Veränderung der Wassertemperatur von mehr als 4 Grad innerhalb von 2 Stunden. Sonst ist die Gefahr auf das Ausbrechen der Pünktchenkrankheit recht groß.

Aquarium

Aquarium befüllen

Bevor ihr die Zierfische kauft, sollte euer Aquarium bereits einige Tage (oder Wochen) vorher eingerichtet und bepflanzt werden. So kann es sich biologisch einspielen. Worauf ihr beim Aquariumskauf achten solltet, lest ihr im Artikel Aquarium kaufen – Alles was Sie wissen sollten.

Überlege dir also vor dem Fischkauf, ob du das Aquarium thematisch bestückst (z.B. Pflanzen-, Diskus- oder Gesellschaftsaquarium). Wähle dann die passenden Fischarten aus, die in diesem Umfeld leben können.

Oder überlege dir erst, welche Fische du gerne haben möchtest. So kannst du demnach das Aquarium artgerecht einrichten.

Neue Fische im alten Bestand

Neue Fische sollten vergesellschaftet werden, bevor sie zum alten Bestand hinzugefügt werden. Dazu gehört zum einen ausreichend Infos zu sammeln, welcher Fisch mit welcher Art zusammenleben kann. Es bietet sich an, nur Fische aus dem gleichen natürlichen Lebensraum zu nehmen, da die Ansprüche an Wasser und Beckeneinrichtung gleich oder sehr ähnlich sind. Guppys vertragen sich z.B. sehr gut mit Salmler, Panzerwelsen und Regenbogenfischen. Eine Zusammensetzung mit Killifischen und Skalaren ist eher nicht zu empfehlen. Obwohl diese Einschätzung oftmals auch mit der jeweiligen Haltung einhergehen. Haben Fische genug Platz können auch kontroverse Zusammensetzungen funktionieren.

Setzt die neuen Zierfische nicht direkt ins Aquarium. Lasst den Beutel mit den Fischen in das Wasser und befestigt ihn am oberen Rand des Beckens. So können sich die Bestände schonmal aneinander gewöhnen. Kippt nach und nach etwa 200ml Wasser aus dem Aquarium in den Beutel. Der Ph-Wert des Wassers gleicht sich an und die Schleimhaut der Fische kann die wichtige Regulierung des Mineralhaushaltes betreiben. Passiert dies zu schnell können Zellen der Haut aufplatze und das Tier gerät in einen lebensbedrohlichen Schock. Nach etwa 2 Stunden könnt ihr die neuen Fische in das Aquarium lassen.

Die Beleuchtung sollte für den restlichen Tag gedimmt oder ausgeschaltet werden. Die Fische können sich in der Dunkelheit schützen, ein Versteck suchen und zur Ruhe kommen.

Stellt außerdem eine ausreichende Vitaminisierung des Futters und des Wassers zur Krankheitsvorbeugung sicher. Am besten beobachtet ihr das Aquarium, ob sich alle Fische miteinander verstehen.

 

Zierfische online kaufen

Zierfische online zu kaufen steht oft in der Kritik und sollte auch differenziert betrachtet werden. Denkt immer daran, dass die Tiere mit der Post verschickt werden. Dabei werden Pakete oft herumgeworfen und durchgeschüttelt. Alternativ kann der Online-Händler Sonderfahrten oder sogar eine eigene Transportdienstleistung anbieten. Dies ist meist etwas teurer, das Tierwohl aber wesentlich ungefährdeter. Ein weiterer Nachteil am Online-Handel ist, dass man sich die Fische nicht vor Ort aussuchen kann. Damit ist die Gefahr recht groß, dass die Fische Krankheiten haben oder nicht in bester Gesundheit sind, wenn sie bei euch ankommen.

Entscheidet ihr euch trotzdem für einen Online-Kauf findet ihr hier einige Tipps:

Überprüft die Website. Diese kann euch erste Infos über die Professionalität des Händlers geben. Checkt das Impressum. Hier sollten vollständige Adresse, Steuernummer, Handelsregisternummer und Name des Verantwortlichen aufgelistet sein. Im besten Fall steht für Rückfragen eine Telefonnummer zur Verfügung. Fehlen diese Infos, solltet ihr hier nichts kaufen!

Eine weitere Möglichkeit den Händler zu überprüfen ist Anrufen. Wenn du dich beim Händler meldest, er dir eine gute Beratung geben und versichern kann, dass du gesunde Fische bekommst, ist die Wahrscheinlichkeit auf einen professionellen Handel groß. Sollte der Händler unfreundlich sein oder keine Ahnung über seine Zierfische haben, ist ein Kauf nicht empfehlenswert.

Weiterhin sollte das Lager in der Nähe sein. Zum Wohl der Fische sind lange Transportwege zu vermeiden. Meist haben Online-Fischhändler hohe Lieferkosten (bis 25€), da Tiere per Expresslieferung versandt werden müssen.

Ihr könnt euch vorab durch Internetbewertungen über den Verkäufer informieren. Foren bieten hierbei eine gute Möglichkeit, Erfahrungsberichte auszutauschen. Allerdings sollte man die Meinungen eher als grobe Richtung und nicht jeden Beitrag als die volle Wahrheit nehmen.

Bevor du die bestellten Zierfische in dein Aquarium lässt, checke sie gründlich durch. Achte auf äußere Merkmale wie Verletzungen, fehlende oder abstehende Schuppen und weiße Punkte auf dem Körper.

Wenn du dir sicher bist, dass die Fische gesund sind, kannst du sie, wie unter dem Absatz Neue Fische im alten Bestand in dein Aquarium beschrieben, setzen.

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