Katalanischer Schäferhund

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Größe:
46 – 55 cm
Gewicht:
16 – 22 kg
Herkunft:
Spanien
Lebensdauer:
12 – 14 Jahre
Farbe:
sandgelb, Flohfarben, weiß, grau oder schwarz
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
Wohnungseignung
    wenig:

    viel:

Katalanischer Schäferhund: Sind die intelligenten Tiere Familienhunde?

Sie sind schwarz, rehfarben, braun, rot oder grau und können kaum aus ihren großen, schwarzen Augen schauen. Denn die sind unter dem wuscheligen Fell verborgen. Ein Katalanischer Schäferhund ist mit seiner Höhe von 50 cm und dem langen Fell eine imposante Erscheinung. Die bewegungshungrigen Hunde fühlen sich in der Familie wohl und werden bis heute als Arbeitstiere gehalten.

Katalanischer Schäferhund: Sind die intelligenten Tiere Familienhunde?

Er ist gerne im Freien, will sich viel bewegen und will immer beschäftigt sein: Ein Katalanischer Schäferhund sorgt für einen turbulenten Alltag. Die Hunde sind intelligent und aktiv. Bei sportlichen und naturverbundenen Menschen sind sie bestens aufgehoben.

Als Hütehund werden sie heute noch eingesetzt – die starken, mittelgroßen Hunde mit dem langen Fell sind treu und loyal, handeln selbständig und bleiben Fremden gegenüber misstrauisch. Als Familienbegleithunde sind sie sehr angenehm. Aber kannst Du es bei einem modernen Leben überhaupt schaffen, so einen Hund ausreichend zu beschäftigen und zu bewegen?

Rassebeschreibung: Darum ist ein Katalanischer Schäferhund ein ganz besonderer Hund!

Der Gos d’Atura Catalá ist ein Hirtenhund. Denn Gos ist das katalanische Wort für Hund, d’acura heißt, dass der Hund für eine Herde eingesetzt wird. Aber auch als Perro de Pastor Catalan sind die Hunde mit dem wuscheligen Haar bekannt. Sie sind ihrem Herrn oder Frauchen immer treu ergeben, sind kernige Naturburschen, leben aber auch gerne in einer Familie.

Nur in einer kleinen Wohnung halten sie sich nicht gerne auf. Ein Katalanischer Schäferhund braucht die Freiheit, in der Natur herumstreifen zu können und ist gerne bei jeder Witterung draußen. Damit stellen die Hunde Ansprüche an das Familienleben, denen zumindest moderne Stadtmenschen nur selten gerecht werden können.

Schäferhund aus Katalonien: Herkunft und Rassegeschichte

Ursprünglich kommt der Katalanische Schäferhund aus den katalanischen Pyrenäen. Als Hütehund verbreitete er sich von dort aus über die gesamten katalanischen Hirtengebiete. Die Rasse wurde 1929 von der FCI anerkannt, damals allerdings noch als Gos de Tura benannt. Erst 1936 erschien der Schäferhund als Gos d’acura Catalá in der Rassebeschreibung. Es handelt sich dabei um die erste überhaupt von der FCI anerkannte spanische Hunderasse. Die Zucht der Hunde blieb Abe rtortzdem lange eine Enttäuschung, denn die eingetragenen Welpen reichten lange nicht aus, um eine sinnvolle Basis zu bilden.

Ende des 20. Jahrhundert schließlich wurde die Rasse etwas bekannter und fand auch außerhalb Katalanen Freunde und Förderer. Die Größe, Robustheit und das entgegenkommende und freundliche Wesen der Hunde macht sie zu heute beliebten Familienhunden, die allerdings trotzdem noch selten sind. Seit 1988 wird die Rasse auch in Deutschland gezüchtet, in der Schweiz begann man 1989 mit der Zucht. Ein Katalanischer Schäferhund ist heute allein schon aufgrund seiner Haarlänge beliebt: Denn die langhaarigen, mittelgroßen und ruhigen Hunde liegen im Trend.

Aussehen: Ein Katalanischer Schäferhund hat ein besonderes Fell

Mit seiner Höhe von 45 cm bis maximal 55 cm ist ein Katalanischer Schäferhund nicht allzu groß. Von weitem wirken die Hunde stets einfarbig, tatsächlich sind sie innerhalb ihres Fells aber mehrfarbig. Die Grundfarben sind Sandgelb, Lohfarben, Grau oder Schwarz. Weiße Tiere sind eigentlich nicht erlaubt, aber bisweilen fallen die Tiere mit lohfarbenem Fell extrem hell aus. Abgesehen davon halten sich die Katalanischen Hirten bis heute nicht an den Rassestandard, so dass immer wieder mal ein Katalanischer Schäferhund auftaucht, der den Forderungen der FCI eigentlich nicht entspricht.

Während des Fellwechsels zeigt Dein Katalanischer Schäferhund eine Besonderheit: Er wechselt sein Fell nicht überall gleichzeitig, sondern in zwei Phasen. Zuerst wirft er an der vorderen Körperhälfte das Fell ab, dann erst das Fell der hinteren Körperhälfte. Der Hund sieht also zwischendurch immer wieder für ein paar Tage aus, als wäre er aus zwei unterschiedlichen Körpern zusammengesetzt.

Das Haar des Katalanischen Schäferhunds ist lang und meist glatt, kann aber auch sehr leicht gewellt sein. Es hat eine reiche Unterwolle. Ein Katalanischer Schäferhund hat einen Kinn- und einen Schnurrbart, trägt eine Tolle und auffällige Augenbrauen. Diese verdecken die Augen jedoch nicht. Die hoch angesetzten Ohren sind dreieckig und dünn, sie laufen spitz zu und liegen am Kopf an. So ein Katalanischer ist eine imposante Erscheinung, die auf jeden Fall Eindruck hinterlässt!

Charakter und Wesen: Dein Katalanischer Schäferhund ist der ideale Begleiter

Die FCI beschreibt den Hund aus Spanien als sehr zurückhaltend, aber auch lebhaft. Die Tiere sollen sehr intelligent sein, einen edlen Blick haben und ihrer Familie treu ergeben sein. Fremden vertraut ein Katalanischer Schäferhund nicht, er nähert sich ihnen nicht. Allerdings ist er immer wachsam. Hitze und Kälte macht diesen Tieren nichts aus, sie sind gerne immer gerne im Freien und genießen jedes Wetters.

Als Begleithund ist ein Katalanischer Schäferhund überaus gut geeignet, er kann sowohl in Restaurants als auch in den Urlaub, zum Einkauf und zum Frisör mitgenommen werden. Die Tiere wissen sich zu benehmen und treten ausgeglichen auf. Das feurige Temperament und die Verspieltheit der Tiere treten außerhalb der Familie nur selten zutage.

Haltung und Ernährung: Ein Katalanischer Schäferhund ist nicht pflegeleicht

Wie alle Hütehunde und Herdenhunde braucht auch ein Katalanischer Schäferhund immer viel Bewegung. Du kannst das Tier zwar in der Wohnung halten – aber dann solltest Du eine große Wohnung haben und Deinem Hund jederzeit ermöglichen, durch den angeschlossenen, gut gesicherten und sehr großen Garten zu streifen. Ein Katalanischer Schäferhund legt sich zwar hin und wieder zu Deinen Füßen ab und ruht, das kommt aber nicht allzu oft vor.

Die intelligenten und agilen Tiere brauchen die tägliche Herausforderung. Lange Spaziergänge genießen sie genauso wie Radfahren und Joggen, Reiten und Inline-Skaten. Die Hundesportschule bietet diesem Hund mit Agility und Mantraling, aber auch mit Turniersport und anderen Sportarten kurzweilige Abwechslung. Ein Katalanischer Schäferhund sollte immer das Gefühl haben, zu „arbeiten“. Die Tiere langweilen sich sonst schnell.

In Sachen Futter ist Dein Katalanischer Schäferhund dann aber doch pflegeleicht. Der Hund frisst, was Du ihm vorsetzt, er stellt keine hohen Ansprüche. Du kannst einen Katalanischen Schäferhund mit herkömmlichem Hundefutter ernähren. Ob Du Nassfutter oder Trockenfutter wählst, ist letzten Endes dem Geschmack deines Hundes überlassen. Generell wird aber eher von Trockenfutter abgeraten, weil es Magenverdrehungen begünstigen kann. Willst Du Deinen Hund mit Fleisch und so natürlich wie möglich ernähren, spricht nichts dagegen.

Generell sollte das Futter Deines Hundes aus eine sehr hohen Anteil Fleisch bestehen, und das gilt auch für Nass- und Trockenfutter. Hunde können Getreide und Gemüse nicht gut verdauen, beides sollte daher nur in geringen prozentualen Anteilen im Futter vorkommen. Ein Katalanischer Schäferhund tendiert nicht zur Fettleibigkeit. Allerdings hängt auch das von der Art des Futters ab. Da Trockenfutter erst im Magen aufquillt, setzt das Sättigungsgefühl sehr spät ein. So kann es durchaus sein, dass Dein Katalanischer Schäferhund mehr frisst, als er benötigt.

Erziehung und Pflege Deines Schäferhunds

In der Erziehung Deines Hundes solltest Du es eher ruhig angehen lassen. Bringe Deinem Tier von Anfang an bei, dass es hin und wieder stillsitzen sollte. Ruhige Konzentrationsspiele und Spaziergänge sowie Suchspiele für die Nasenarbeit sind zumindest im ersten Lebensjahr völlig ausreichend. Ein Katalanischer Schäferhund braucht viel Bewegung, so dass Du im Laufe der Erziehung auch Hundesport mit Deinem Tier machen kannst. Trotzdem sollte der Hund lernen, dass ein Familientier sich ruhig verhalten darf und nicht den ganzen Tag nur läuft.

Sei konsequent in der Erziehung und zeige einen klaren Führungsstil. Dein Welpe muss von Anfang an sozialisiert werden. Rüden sind oft eigensinnig und müssen hin und wieder daran erinnert werden, wer der Chef ist. Erziehe Deinen Hund zwar mit Konsequenz und Beharrlichkeit, aber niemals mit körperlicher Züchtigung. Dein Tier soll Dir verraten können – Schläge oder andere physische Angriffe würden dieses Vertrauen zerstören. Dein Katalanischer Schäferhund lernt mehr, wenn Du ihn in seinem positiven Verhalten verstärkst.

Ein Katalanischer Schäferhund sollte wenigstens zweimal wöchentlich gründlich gebürstet werden. Öfters ist besser, vor allem im Welpenalter. Bei erwachsenen Tieren reicht es aus, wenn Du das Fell einmal wöchentlich oder alle zwei Wochen gründlich kämmst. Dabei achtest Du darauf, dass sich keine Verfilzungen bilden, und Du entfernst den Schmutz. Dein Hund muss weder häufig baden, noch benötigt er einen Frisör.

Die Tiere haaren nur wenig. Achte darauf, dass Dien Hund kurze Krallen hat. Lässt Du das Tier regelmäßig auf geteerten oder asphaltierten Straßen laufen, ist das ohnehin kein Problem. Bewegt sich dein Katalanischer Schäferhund dagegen überwiegend durch Wiesen und auf Waldwegen, solltest Du die Krallen selbst kürzen. Augen, Ohren und Pfoten solltest Du regelmäßig kontrollieren und reinigen.

Gesundheit und typische Krankheiten: Katalanischer Schäferhund ist robust

Du hast in Deinem Leben vermutlich noch nicht allzu viele Katalanische Schäferhunde gesehen. Das ist gut. Die Hunde sind keine Modetiere, sie sind von jeglicher Modezucht verschont geblieben, sind entsprechend selten und gesund. Denn mit der Modezucht kommen meist die gesundheitlichen Probleme, die Erbkrankheiten. Die hat ein Katalanischer Schäferhund nicht. Sogar von der unter größeren Tieren sehr weit verbreiteten Hüftdysplasie ist die Rasse verschont. Du solltest Deinen Hund trotzdem im Alter von etwa 15 Monaten dahingehend untersuchen lassen. Denn die sportlichen Tiere sind unter Umständen sehr stark in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt, wenn eine Hüftdysplasie vorliegt. Für die Gesunderhaltung Deines Hundes ist es wichtig, dass er ausreichend Bewegung erhält – und zwar täglich.

Lebenserwartung des Katalanischen Schäferhundes

Die Lebenserwartung des Katalanischen Schäferhunds liegt etwas höher als die durchschnittliche Lebenserwartung der meisten Rassen. Mit 12 Jahren bis maximal 14 Jahren wird Dein Katalanischer Schäferhund allerdings nur wenig älter als andere Hunde. Sorge dafür, dass Dein Tier immer ausreichend körperlich und geistig gefordert wird. Hundesport, Suchspiele, Mantrailing und Aufgaben im Alltag helfen, dass Dein Tier mental fit bleibt und sich nicht langweilt. Das richtige Futter trägt ebenfalls dazu bei, dass Dein Hund sich wohl fühlt und bis ins hohe Alter gesund bleibt.

Wo kann man einen Katalanischer Schäferhund kaufen?

Du findest sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz und in anderen europäischen Ländern zahlreiche Züchter, die sich mit dem Katalanischen Schäferhund befassen. Denn obwohl die Rasse eher selten ist, findest Du auch außerhalb Katalaniens Züchter. Und genau dort solltest Du nach Deinem Welpen Ausschau halten. Denn die Katalanischen Schäfer züchten den Hund zwar immer noch. Sie halten sich aber nach wie vor nicht an die Empfehlungen der FCI, so dass Du zwar einen Katalanischen Schäferhund erwerben kannst, aber vermutlich kein dem Rassestandard entsprechendes Tier findest.

Achte darauf, dass Dein Hund von einem seriösen Züchter kommt. Das Tier sollte wenigsten zehn Wochen lang bei seiner Mutter und den Wurfgeschwistern bleiben, und Du solltest es in dieser Zeit schon kennenlernen können. Der Züchter wird sich im Idealfall nach den Haltebedingungen und Deiner Familiensituation erkundigen. Die Welpenpreise fangen zwar bei etwa 800 Euro an, aber für ein gut versorgtes, rundum betreutes und artgerecht gezüchtetes Tier kannst du auch vierstellige Beträge zahlen.

Entscheidungshilfe: Passt ein Katalanischer Schäferhund in Dein Leben?

Wenn Du selbst gerne und viel draußen bist, Dich täglich ausgiebig bewegst und Deinen Hund gerne mitnehmen würdest, ist das für den Katalanischen Schäferhund schon einmal optimal. Wenn Du dann noch auf dem Land lebst, ein großes Grundstück hast und Deinen Hund auch mal frei im Garten herumstreunen lässt, ist das fast schon perfekt. Denn ein Katalanischer Schäferhund ist immer ein Naturbursche, der draußen sein will. Und das bei jedem Wetter.

In der Stadt solltest Du einen Katalanischen Schäferhund dagegen nicht halten. Auch Hundesport und ähnliche Aktivitäten können Deinem Hund das Leben in einer engen Stadtwohnung nicht schmackhaft machen. Viel Erfahrung mit Hundehaltung benötigst Du dagegen nicht. Denn ein Katalanischer Schäferhund kann auch von Anfängern gehalten werden.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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