Ca de Bestiar

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Größe:
62 – 73 cm
Gewicht:
35 – 40 kg
Herkunft:
Spanien
Lebensdauer:
10 – 12 Jahre
Farbe:
schwarz
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Preis
350 bis 450 Euro
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Ein Ca de Bestiar ist nicht unbedingt für eine Familie geeignet, sondern mit einer Person glücklicher. Die Bindung zu diesem besonderen Hund ist umso intensiver. Wenn Du das Vertrauen eines Ca de Bestiar gewonnen hast, folgt er Dir absolut loyal und selbstlos.

Der Ca de Bestiar ist kein Hund für Anfänger. Zwar ist er charakterstark, aber dennoch sensibel, besonders in jungen Jahren. Du solltest bereits Erfahrung mit Gebrauchshunden gesammelt haben, um einen Ca de Bestiar richtig zu erziehen.

Rassebeschreibung

Der große und ursprüngliche Ca de Bestiar heißt auch Mallorca-Schäferhund oder Perro de Pastor Mallorquin. Seit 1982 ist er durch die FCI als eigenständige Rasse unter der Standardnummer 321 anerkannt. Der Ca de Bestiar gehört der Gruppe 1 – Hüte- und Treibhunde und der Sektion 1 – Schäferhunde an.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Herkunft des Ca de Bestiar ist weitgehend ungeklärt. Die Rasse stammt von den Balearen, am häufigsten vertreten ist er auf Mallorca. Am wahrscheinlichsten ist die Kreuzung zwischen heimischen Schäferhunden und importierten Hunden.

Dies wahren vermutlich kastilische Bauernhunde und Herdengebrauchshunde von der Iberischen Halbinsel. Die Rasse Ca de Bestiar ist sehr alt. Das genaue Alter kann nicht bestimmt werden.

Übersetzt bedeutet der Name Ca de Bestiar „Viehhund“. Herden zu hüten war lange Zeit seine hauptsächliche Tätigkeit. Der Ca de Bestiar agierte dabei unabhängig und völlig autonom. Auf den Inseln gab es früher kaum Zäune.

Die Bauern zeigten den Hunden die Grenzen, wo die Tiere hin durften und wo nicht, und ließen sie dann allein. Sie schauten nur alle paar Tage nach dem Rechten, verließen sich sonst völlig auf den Hund. Diese Unabhängigkeit, das Selbstbewusstsein und die Fähigkeit, Initiative zu ergreifen, sind noch heute ausgeprägte Wesensmerkmale der Rasse.

Der Ca de Bestiar ist kein hoch spezialisierter Hund, eher ein Generalist. Seine Aufgabe war das Hüten der Herden. Er hielt sie zusammen und trieb sie in vorgegebene Gebiete.

Der Hund beschützte das Vieh vor streunenden Hunden und Dieben. Der Ca de Bestiar war und ist auf den Balearen ebenso als Wachhund für Haus und Hof beliebt.

Aufgrund der unterschiedlichen Aufgaben entwickelten sich zwei verschiedene Typen des Ca de Bestiar. Für das Hüten von Rindern waren große, kräftige Hunde geeignet. Um Ziegen oder Schafe zu hüten, bevorzugten die Schäfer kleinere, wendigere Hunde.

Bis in die 1930er Jahre war der Hund auf den Balearen sehr beliebt. Durch die Franco-Diktatur und den Zweiten Weltkrieg ging die Zahl der Tiere stark zurück und das Interesse an ihnen verloren. Mit dem beginnenden Tourismus in den 1950er Jahren wurden vermehrt kontinentaleuropäische Rassen in den Ca de Bestiar eingekreuzt.

Die rassetypischen Merkmale gingen schleichend verloren. Erst 1967 wurde dieses langsame Aussterben der Rasse bemerkt. Alonso Guasp gründete zur Rettung der Rasse 1970 den „Club del Perro de Pastor Mallorquín“. Zwölf Jahre später erfolgte die Anerkennung der Rasse Ca de Bestiar durch die Fédération Cynologique Internationale (FCI).

Aussehen des Ca de Bestiar

Ca de Bestiar

Die Zucht des Ca de Bestiar zielte nie auf Schönheit. So ist sein Aussehen eher rustikal und muskulös, aber dennoch mit harmonischen Proportionen. Seine Erscheinung ist beeindruckend.

Der Widerrist liegt bei Hündinnen zwischen 62 und 68 cm, bei Rüden zwischen 66 und 73 cm. Beide haben ein Gewicht zwischen 35 und 40 kg.

Die Rasse hat zwei Varietäten:

  • Kurzhaar
  • Langhaar

Beim Ca de Bestiar mit kurzen Haaren beträgt die Felllänge zwischen 1,5 cm und 3 cm. Das Fell liegt am Körper an. Die Unterwolle ist fein und dünn. Sie liegt auf der Haut an.

Bei der Langhaar-Varietät wächst das Fell etwa 7 cm lang. Je nach Jahreszeit ist die Länge unterschiedlich. Im Winter ist sie am längsten. Auf dem Rücken kann das Fell leicht gewellt sein.

Die Unterwolle ist nicht dick und gut verteilt. An der Spitze der Rute, den Ohrspitzen und der Rückseite der Gliedmaßen ist das Fell länger. Die Langhaar-Varietät ist äußerst selten.

Bei beiden Varietäten ist das Haar fein, weich und widerstandsfähig. Die Fellfarbe ist schwarz. Weiße Flecken sind auf der Brust, dem Hals und den Pfoten zulässig. Der Ca de Bestiar ist einer der wenigen Hunde, die trotz schwarzen Fells in großer Hitze zurecht kommen.

Temperaturen um die 40 Grad Celsius beeinträchtigen seine Leistungsfähigkeit nicht. Ein gutes Hundehalsband sieht auf dem schwarzen Fell schick aus. In kalten Gegenden wächst die Unterwolle etwas dichter, so dass der Ca de Bestiar auch Kälte verträgt.

Der Kopf des Ca de Bestiar ist dreieckig, massig und im Vergleich zum Körper gut proportioniert. Die dreieckigen Ohren sind geknickt und stehen leicht seitlich ab. Sie sind hoch angesetzt, dick und relativ klein.

Die kleinen, leicht schrägen Augen haben eine helle oder dunkle Honigfarbe. Ihr Blick ist lebhaft, intelligent und etwas traurig. Du kannst in den Augen ablesen, was der Hund denkt.

So kannst Du leicht die Hundesprache verstehen. Die Lefzen sind gerade, damit der Hund nicht sabbert und bei großer Hitze Wasser verliert.

Charakter und Wesen

Der Ca de Bestiar ist ein mutiger Hund, der seinem Besitzer absolut treu ergeben ist. Er lässt sich leicht führen, wenn Du ihn erst einmal verstanden hast.

Die Eigenschaften als Hütehund sind deutlich ausgeprägt:

  • Starkes Territorialverhalten mit großem Schutztrieb
  • Selbstbewusstsein
  • Unabhängigkeit

Das macht einen Ca de Bestiar zu einem stolzen Hund, der eigenständig agiert und andere Hunde und Personen gern auf Abstand hält. Er ist nicht grundsätzlich aggressiv. Dennoch ist er stets verteidigungsbereit und hat eine niedrige Reizschwelle.

Gegenüber fremden Menschen und Tieren ist er misstrauisch. Am liebsten hat er seine Bezugsperson für sich allein. Deshalb ist er ein Einmann-Hund. Es gibt Individuen, die durch eine frühe Sozialisation an Kinder und andere Tiere im Revier gewöhnt sind.

Dann kann sich ein Ca de Bestiar auch in eine Familie integrieren. Es war jedoch nie das Ziel, einen Ca de Bestiar als freundlichen Familienhund zu züchten. Er ist ein ausdauernder, unabhängiger und effizienter Arbeitshund, intelligent und stets aufmerksam.

Haltung und Ernährung

Haltung

Der kräftige Ca de Bestiar passt nicht in eine Stadtwohnung. Er ist ein Wach- und Hütehund. Er möchte seinen Besitz und sein Revier beschützen. Deshalb ist ein Haus mit Garten oder ein Hof die richtige Umgebung für ihn. Er braucht viel körperliche Anstrengung und geistige Beschäftigung.

Ideal ist eine Herde, auf die er aufpassen kann. Als Bewacher eines Hofes oder Grundstücks kannst Du einen Ca de Bestiar mit genügend Zuwendung und Streicheleinheiten auch glücklich machen.

Wenn Du ihn als Hofhund einsetzen möchtest, kannst Du ihm mit einer Hundehütte einen Ort geben, wo er sich bei Bedarf zurückziehen kann und Schutz vor Nässe findet.

Ein Ca de Bestiar ist definitiv kein Hund für Anfänger. Seine Reaktion auf fremde Menschen oder andere Hunde ist nicht immer unkompliziert. Der Ca de Bestiar gehört in verantwortungsbewusste, erfahrene Hände.

Durch gute Sozialisierung und konsequente Erziehung kannst Du diesen Hund zu einem tollen Begleiter machen, der seine Aufgaben zuverlässig erfüllt.

Ernährung

Du solltest den großen, starken Ca de Bestiar gemäß seines Körpergewichts und seiner Aktivität ernähren. Ob Du Nass- oder Trockenfutter verwendest, hängt von den Vorlieben Deines Hundes ab.

Wichtig ist, dass der Hund immer Zugang zu Wasser hat. Ein Hundenapf mit Wasser sollte immer für den Hund erreichbar sein. Am besten legst Du bei der Ernährung Deines Ca de Bestiar Wert auf Nährstoffe, die den Gelenkapparat unterstützen. Dazu zählen ungesättigte Fettsäuren, Antioxidantien wie Vitamin E, Mineral- und Spurenelemente.

Du solltest darauf achten, dass Dein Ca de Bestiar nicht zu schnell wächst, wenn er noch Welpe oder Junghund ist. Das kann später zu Schäden am Bewegungsapparat führen.

Wenn Du Deinem Hund zusätzliche Nahrungsergänzungsmittel geben willst, musst Du darauf achten, dass Du ihm nicht zu viele Kalorien fütterst. Das legt sich sehr schnell aufs Gewicht. Durch Übergewicht verschleißt der Bewegungsapparat schneller.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Die Erziehung des Ca de Bestiar ist nicht leicht. Er hat nicht den ausgeprägten Wunsch, Dir zu gefallen. Du brauchst Erfahrung mit anderen Gebrauchshunden, so dass Du ihr Wesen verstehst. Am besten besuchst Du die Hundeschule mit ihm.

Wenn Du einen Ca de Bestiar dazu bringen willst, Dir zu folgen, musst Du ihn verstehen. Dazu ist es am besten, wenn Du ihn mit variationsreichen Aufgaben und viel Bewegung aus der Reserve lockst. Spaziergänge und Stöckchen holen langweilen ihn.

Ein Ca de Bestiar kann den Grundgehorsam problemlos erlernen, denn er ist sehr intelligent. Er führt ihn auch aus, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Er langweilt sich schnell und schaltet dann auf stur.

Wenn Du einen Ca de Bestiar in deiner Familie halten willst, braucht er konsequente Erziehung. Es ist durchaus möglich, dass er die Familie als sein „Rudel“ akzeptiert. Doch ein Ca de Bestiar sucht sich eine Bezugsperson und dieser ist er ausgesprochen treu.

Die Verbindung mit einem Ca de Bestiar ist sehr intensiv. Wer sich einmal auf einen Hund dieser starken, unabhängigen Rasse eingelassen hat, wird nie einen anderen Hund wollen.

Pflege

Das kurze Fell des Ca de Bestiar braucht wenig Pflege. Wenn Du ihn gelegentlich bürstet, reicht das aus. Bei einem langhaarigen Ca de Bestiar solltest Du das Fell täglich bürsten oder kämmen. Sonst verfilzen die Haare. Besitzt Du schon eine geeignete Hundebürste?

Gesundheit und typische Krankheiten

Die Rasse Ca de Bestiar ist gesund und robust. Aufgrund seiner Größe und seines Gewichts ist er anfällig für Hüftgelenksdysplasie und Patellaluxation (Kniescheibenverrenkung). Regelmäßige Besuche beim Tierarzt helfen, die Krankheiten frühzeitig zu entdecken.

Lebenserwartung des Ca de Bestiar

Ca de Bestiar

Ein Ca de Bestiar lebt etwa 10 bis 12 Jahre. Einige Hunde der Rasse erreichen ein Alter von 15 Jahren.

Hunderasse Ca de Bestiar kaufen

Züchter der Rasse Ca de Bestiar gibt es nur auf Mallorca, anderen Balearen-Inseln und auf dem spanischen Festland. In Deutschland ist er selten.

Du kannst über den Tierschutz versuchen, einen Ca de Bestiar zu Dir nach Hause zu holen. Gelegentlich befindet sich ein Ca de Bestiar in Not und er wird ins Tierheim gegeben.

Häufiger findest Du Mischlinge von Ca de Bestiar und Labrador oder anderen Hunden. Ein Hund, der aus der Tiervermittlung stammt, hat immer seine eigene Geschichte. Diese Tiere können schwerer zu erziehen sein, als die Hunde für gewöhnlich sind.

Obwohl es einen Rassestandard für den Ca de Bestiar gibt, leben auf Mallorca weitaus mehr Schäferhunde dieser Art außerhalb des Standards. Der Ca de Bestiar ist ein Arbeitshund, kein Modehund.

Deshalb gibt es mehr „wilde“ Züchter als standardisierte Züchter. Der Ca de Bestiar ist als Arbeitshund auf Mallorca somit größer oder kleiner als im Standard festgelegt.

Entscheidungshilfe

Wenn Du mit einem Ca de Bestiar liebäugelst, brauchst Du ein großes Grundstück und Erfahrung mit Gebrauchshunden. Der Ca de Bestiar ist ein Liebhaberhund, dem Du Dich mit sorgfältiger Erziehung und Sozialisation widmen solltest.

Er ist ein ausgezeichneter Wachhund mit starkem Territorialverhalten und Schutzinstinkt. Nur durch eine konsequente und einfühlsame Erziehung lässt sich der Trieb, seine Bezugsperson mitunter aggressiv zu verteidigen, in den Griff bekommen.

Quellen

https://www.mallorcamagazin.com/nachrichten/gesellschaft/2016/04/17/46224/ein-wunderbarer-hund.html

https://www.hundund.de/hunderassen/cadebestiar/

https://www.vdh.de/welpen/mein-welpe/ca-de-bestiar

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