Bichon Friese

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Größe:
24 – 30 cm
Gewicht:
0,3 – 0,6 kg
Herkunft:
Kanarische Inseln, Mittelmeerraum
Lebensdauer:
12 – 15 Jahre
Farbe:
Reinweiß bis zwart champagnerfarben
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Preis
1500 – 1800 €
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Wer ihn sieht, möchte ihn sofort knuddeln! Der Bichon Frise sieht schmusig aus und genau das entspricht der Wesensart dieser charmanten Kleinhunde. Hier erfährst Du alles Wissenswerte zu dieser Rasse und ob sie zu gut Dir passt.

Rassebeschreibung

Er wird Dein Herz sicher schnell im Sturm erobern. Der quirlige Bichon Frise ist intelligent und leicht erziehbar. Seine Geduld, Freundlichkeit, Lernwilligkeit, Mut und Wachsamkeit machen ihn zum idealen Familienbegleiter. Seit Jahrhunderten wurde die Züchtung dahingehend ausgerichtet, einen angenehmen Gesellschaftshund für den Menschen zu erhalten, der sich durch eine besonders freundliche Wesensart auszeichnet. Noch heute gilt dies mit als wichtigstes Zuchtkriterium.

Herkunft und Rassegeschichte

Der genaue Ursprung des Bichon Frise lässt sich nicht exakt zurückverfolgen, jedoch weisen die Spuren bis in die Antike zurück. Es gibt Hinweise, dass die kleinen Hunde bereits zu Zeiten von Aristoteles beliebte Hausgenossen waren und verbreitet von höher gestellten Bürgern oder dem Adel gehalten wurden.

Vermutlich um 1500 von spanischen Seeleuten auf die Kanarischen Inseln mitgebracht, wurden Bichon Frise dort erstmalig gezielt gezüchtet und an Adelige in Europa verkauft. Zur damaligen Zeit kannte man die Rasse unter der Bezeichnung „Bichon Ténériffe“. Während der Renaissance kamen die kleinen Schoßhunde in den Königs- und Adelshäusern immer mehr in Mode. Es galt als chic, das flauschige, weiße Fell zu frisieren und mit Schleifen zu schmücken.

Auf alten Gemälden ließen sich die hohen Herrschaften gerne mit den weißen Kleinhunden auf dem Schoß darstellen.
Erst Anfang des letzten Jahrhunderts entstand der neue Name aus dem Französischen: bichon = Schoßhund, frisé = gelockt/lockiges Haar. Im Frühjahr des Jahres 1933 legte man erstmal ein Rahmenprogramm für die Züchtung diese Rasse fest. Als eigenständige Hunderasse wurde der Bichon Frise 1978 von der Fédération Cynologique Internationale (FCI), dem größten kynologischen Dachverband anerkannt. Er gehört zur FCI Gruppe 09 der Gesellschafts- und Begleithunde. Die Führung der Zuchtbücher für Bichon Frise obliegt vornehmlich Belgien und Frankreich.

Aussehen der Hunderasse

Im Bichon Frise (mögliche Schreibweise auch Bichon Frisé) sind Anlagen von Malteser, Barbet, Wasserspaniel und Pudel vereint. Er hat eine Körperhöhe bis maximal dreißig Zentimeter und ist kompakt gebaut. Man rechnet ihn zur Gruppe der Klein- und Minihunde. Das Gesicht mit der mittellanger Schnauze, kohlschwarzen Augen und der dunklen Nase zeigt einen aufmerksamen, freundlichen, offenen Ausdruck.

In seiner Erscheinung wirkt er elegant durch sein luftig anmutendes Haarkleid. Seine besondere Fellstruktur fällt dem Betrachter sofort ins Auge. Es ist reinweiß bis champagnerfarben. Mit seinen locker-korkenzieherartig gedrehten Löckchen sieht der Bichon Frise aus, als hätte er soeben eine frische Dauerwelle bekommen.

Charakter und Wesen

Ein ausgeglichener Charakter und seine liebevolle, treue Art zeichnen den Bichon Frise aus. Diese bereits über Jahrtausende angezüchteten Eigenschaften eines Gesellschaftshundes machen ihn zum perfekten Begleiter für den Menschen. Der Bichon Frise ist ideal für Familien und Anfänger in der Hundehaltung. Das anhängliche, charmante Kerlchen bezaubert durch seine Unkompliziertheit.

Er ist geduldig und sehr kinderlieb. Sollte es beim Toben mit Kindern mal stürmischer zugehen, verzeiht er auch das. Ausgiebig zu spielen, gestreichelt und beschmust zu werden liebt er über alles. Die Nähe zu seiner Familie und Bezugspersonen ist äußerst wichtig für ihn.
Im Kontakt mit Fremden oder Artgenossen bleibt der Bichon Frise meist eher ruhig und gelassen. Neues zu entdecken, bereitet ihm sichtlich Spaß. Selbst im hektischen Stadtleben kommt der putzige Kleinhund bestens zurecht. Ihm ist nur wichtig, „seinen“ Menschen in der Nähe zu wissen. Erziehst und trainierst Du ihn entsprechend, kannst Du Deinen Bichon Frise wunderbar überall problemlos mitnehmen.

Bei Kindern avanciert der kleine Geselle schnell zum Liebling, denn er ist ein ausdauernder Spielpartner. Der Bichon Frise hat eine blitzschnelle Auffassungsgabe und beim Erlernen neuer Kunststücke ist er eifrig bei der Sache. Wenn Deine Kinder sich ein Haustier wünschen, will das jedoch gut durchdacht und geplant sein.

Haltung und Ernährung

Wenn Du Dir einen gut erziehbaren und lernfreudigen Hund wünschst, ist der Bichon Frise genau richtig. Der Bewegungsdrang dieses munteren Hundes ist eher gering bis mittel. Deshalb eignet er sich gut zur Haltung in einer Stadtwohnung. Der Bichon Frise liebt tägliche Spazierrunden und regelmäßiges Spielen mit Dir oder draußen mit Artgenossen. Begeistert macht er ebenso leichten Hundesport wie Mini-Agility, Dogdancing oder auch mal eine etwas ausgedehntere Wanderung mit.

Mit hochwertiger Nass- und Trockennahrung, welche viel Fleischanteil, wenig Getreide sowie bis maximal 30 Prozent Proteine beinhaltet, kannst Du Deinen Bichon Frise ausgewogen ernähren. Du solltest unbedingt darauf achten, dass die Nahrung Deines Hundes keinen Zucker enthält, um Übergewicht zu vermeiden! Zuckerzusatz hat in hochwertigem Hundefutter nichts zu suchen! Häufig stecken Zuckerersatzstoffe von pflanzlichen Nebenerzeugnissen drin wie etwa Rübenmelasse. Nimm Dir daher lieber die Zeit für eine genaue Durchsicht der Inhaltsstoffe auf der Packung vor dem Kauf.

Eine Alternative kann die „Barf“-Fütterung bieten. Das ist eine Fütterungsmethode mit artgerechten, rohen, biologischen Nahrungsbestandteilen. Was ist „barf“? Die Übersetzung „biologisch artgerechte Rohfütterung“ (englisch: biologically appropriate raw food) des australischen Tierarztes Ian Billinghurst aus dem Jahr 1993 ist in Deutschland am geläufigsten. In jedem Fall eine interessante Variante der Fütterung, die grundsätzlich für jeden gesunden Hund geeignet ist.

Erziehung und Pflege

Der Bichon Frise ist selbstbewusst und ein wachsamer Aufpasser in seinem Zuhause – dennoch neigt er keinesfalls zum Kläffer. Mit entsprechender Übung bleibt er für drei bis vier Stunden problemlos allein in der Wohnung. Wenn Du das Nachhausekommen mit einer Extraportion Zuwendung gestaltest, dann genießt Dein Bichon Frise das sehr.

Generell kommt der aufgeweckte Zwerg bestens mit anderen Artgenossen zurecht. Ob katzenfreundlich oder nicht hängt im Wesentlichen von seiner Erziehung ab. Mit Konsequenz und souveräner Führung gelingt es Dir, Deinem Hund klarzumachen, dass Katzen keine geeigneten Spielobjekte sind.

Seine liebenswerte Art verführt dazu, ihn zu verhätscheln und ihm vieles durchgehen zu lassen, was sich nicht unbedingt positiv auf seine Erziehung auswirkt. Denn eine gewisse Sturheit kann der kleine Kerl durchaus an den Tag legen, wenn ihm etwas nicht passt. Du solltest stets konsequent, aber freundlich in Deinen Erziehungs- und Trainingseinheiten mit ihm umgehen. Nichts ist für ihn schlimmer, als von seiner Bezugsperson getadelt zu werden, darauf reagiert er ungemein sensibel. Der Besuch einer Hundeschule ist in jedem Fall zu empfehlen, da der Hund so regelmäßig Kontakt zu Artgenossen pflegen kann. Und: In der Gruppe lernt sich alles viel leichter!

Die Pflege des Fells erfordert schon etwas mehr Zeit und Aufwand. Das Fell wirkt durch die Löckchen und die doch eher dünnere Unterwolle sehr voluminös. Einen Haarwechsel zwischen Sommer- und Winterfell durchläuft es nicht. Du solltest unbedingt täglich zur Fellpflege etwa fünfzehn Minuten einplanen. Regelmäßige Bürsteinheiten und gelegentliches Scheren sind unerlässlich, damit sich keine Knoten oder Verfilzungen bilden. Ein Hundebad etwa alle vier bis sechs Wochen begünstigt ein schönes Fellkleid. Diese Hunderasse haart so gut wie nicht, wodurch sie sogar für Allergiker geeignet ist.

Gesundheit und typische Krankheiten

Bichon Frise sind äußerst gesunde und putzmuntere Hunde, sofern sie aus seriösen Züchtungen stammen. Nennenswerte Krankheiten sind bei dieser Kleinhund-Rasse kaum bekannt.
Dennoch kann aufgrund seines leichten, zarten Knochenbaus durchaus schnell zu Verletzungen oder Knochenbrüchen kommen. Dies solltest Du beim Umgang mit Deinem Hund stets beachten und auch Kindern von Anfang an vermitteln. Besonders wichtig ist die vorsichtige Handhabung im Welpenalter!

In sehr seltenen Fällen kann es zu Problemen durch:

  • Patellaluxation: Die „herausspringenden“ Kniescheibe, wovon kleine Hundearten generell häufiger als große betroffen sind und nicht selten operativ behandelt werden müssen.
  • Hüftdysplasie: Meist erblich bedingt, was zu Belastungsschmerzen und dauerhaftem Hinken führt. Ein operativer Eingriff wird oftmals unumgänglich.
  • Legg-Calvé-Perthes-Krankheit: Eine Fehlstellung des Hüftgelenks schon im Welpenalter, erblich oder unfallbedingt. Lässt sich mit Physiotherapie zumindest lindern, nicht vollständig heilen.

Lebenserwartung des Bichon Frise

Die Lebenserwartung dieser wenig krankheitsanfälligen Hunderasse ist mit 12 bis 15 Jahren relativ lang.

Bichon Frise kaufen

Der Wunsch nach einem Hund ist da, nun stellt sich die Frage, woher man ihn bekommt. Welpen sollten nur von anerkannten, seriösen Züchtern gekauft werden, die Mitglied in einem entsprechenden Verein sind. Einen solchen Züchter zu finden, kann etwas Zeit erfordern. Das lohnt sich in jedem Fall, denn der Züchter kann Dir die Elterntiere zeigen, Fragen zur Rasse beantworten und Dir ausreichend Zeit geben, die Welpen kennenzulernen.

Achte darauf, dass Dein neuer Junghund gechipt ist und mit Abstammungs-Nachweis, Impfpass sowie Gesundheitszeugnis abgegeben wird.
Keinesfalls solltest Du in Betracht ziehen, einen Bichon Frise aus ungeklärter Herkunft im Internet oder Zeitung zu erwerben. Diese Tiere stammen nicht selten aus unseriöser Quelle, sind häufig krank, haben genetische Defekte und Verhaltensstörungen.

Ebenso kann sich der Gang zum örtlichen Tierheim lohnen, wenn es nicht unbedingt ein Welpe sein muss. Der Vorteil eines älteren Hundes kann sein, dass er bereits eine gute Erziehung genossen hat und aus den Flegeljahren heraus ist. Zudem gibt es in Deutschland Organisationen, die speziell die Rasse Bichon Frise aus dem Tierschutz weitervermittelt. Intensive Recherche lohnt in jedem Fall, deshalb lass Dir Zeit bei der Suche und Auswahl Deines Traumhundes.

Die Anschaffung eines Hundes ist aber keine leichtfertige Entscheidung und muss gut bedacht sein. Denn wie viel Verantwortung, Arbeit, auch negatives die Tierhaltung mit sich bringt, macht man sich häufig nicht richtig klar.
Du und Deine Familie sollten sich im Vorfeld fragen:

  • Wünschen wir uns wirklich alle gemeinsam einen Hund?
  • Ein Hund lebt im Idealfall über ein Jahrzehnt und mehr! Wollen wir alle über so lange Zeit diese Bindung mittragen?
  • Haben alle Familienmitglieder die nötige Geduld und genügend Zeit für die Pflege, Auslauf, Erziehung etc.?
  • Können wir uns einen Hund und die damit verbundenen Kosten leisten (z. B. Futter, Tierarzt, Steuern, Versicherung)?
  • Ist die Haltung in unserer Mietswohnung erlaubt?
  • Wer kümmert sich um den Hund in Notfällen, z. B. Krankheit?

Vor allem bei Kindern steht ein Hund häufig ganz oben auf dem Wunschzettel. Doch Eltern sollten diesem Wunsch nicht vorschnell nachgeben und sich diesen Schritt gut überlegen. Denn schließlich geht es um ein Lebewesen, das viele Jahre Teil der Familie wird.

Entscheidungshilfe

Der Bichon Frise ist eine Bereicherung in jeder Hinsicht! Er zeigt Dir sehr deutlich, wie gern er die Nähe seines Menschen hat und braucht diese ebenso selber unbedingt. Es gibt nichts Schlimmeres für diese anhänglichen Hunde, als längere Trennung von seinem „Rudel“. Seiner fröhlichen und zugewandten Art kann keiner Widerstehen.

Wenn Du einen menschenbezogenen, freundlichen Hund suchst, wird Dich der Bichon Frise sofort bezaubern. Ob Kuscheln zu Hause, Spielen im Park oder Flanieren in der Stadt, er wird Dich freudig bei allen Unternehmungen begleiten! Für Kinder ist er der ideale Kleinhund, der gut erziehbar ist und ausdauernd spielen möchte.

Mit ihm lernen Kinder schon früh, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen und sich im täglichen Pflegeritual um ihn zu kümmern. Haustierhaltung bringt viel Positives in die Familie, ist aber auch mit Pflichten verbunden, die man unbedingt vorher in der Familie besprechen sollte.

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