Bayerischer Gebirgsschweisshund

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Größe:
44 – 52 cm
Gewicht:
25 – 35 kg
Herkunft:
Deutschland (Bayern)
Lebensdauer:
12 – 13 Jahre
Farbe:
fahlgelb, schwarzgestromt, in vielen Farbvarianten rotgestromt
FCI Gruppen:
Preis
900 – 1200€
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Hunderasse Bayerischer Gebirgsschweisshund

Der Bayerische Gebirgsschweisshund ist zweifellos ein toller Hund, und es lohnt sich, diesen Artikel zu lesen, um mehr über diese Hunderasse zu erfahren. Denn ein Bayerischer Gebirgsschweisshund wird als Jagdgebrauchshund gezogen und auch aktuell in großem Ausmaß in der Jagd eingesetzt. Es handelt sich also um sehr gesunde Hunde; aus Zuchttieren, bei denen auch das „Köpfchen“ ständig trainiert wird.

Rassebeschreibung

Die Rassebeschreibung erfolgt fast immer durch den größten Dachverband der Hundezucht, der Fédération Cynologique Internationale (FCI) mit Sitz in Belgien. Dieser FCI ordnet den Bayerischen Gebirgsschweisshund in der Gruppe 6 „Laufhunde, Schweisshunde und verwandte Rassen“ ein, dort zählt er zur Sektion 2: Schweißhunde.
In dieser Sektion gibt es neben dem Bayerischen Gebirgsschweisshund nur noch zwei andere Rassen: Aus Deutschland den Hannoverschen Schweißhund und aus Österreich die Alpenländische Dachsbracke.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Bayerische Gebirgsschweisshund ist der Jagdhund, der direkt aus Bayerischen Alpen kommt … Na ja, nicht ganz, vorher hat er einen Umweg über Niedersachsen gemacht:

Der Bayerische Gebirgsschweisshund ist Ende des 19. Jahrhunderts aus einer Kreuzung des Hannoverschen Schweißhunds mit der deutschen Bracke entstanden. Die ursprünglichen, für die Jagd genutzen Schweißhunde waren zu dieser Zeit bereits für die Jagd in den Alpen erprobt worden, die schweren und massiven Hund kamen in den Bergen aber häufig nur mit Mühe voran. Um einen Hund zu züchten, der sich auch in bergigem Gelände flink und ohne Mühe bewegen kann, wurden deutschen Bracken mit Hannoverschen Schweißhunden gekreuzt.

Die deutsche Bracke ist der urtümlichste Jagdhund überhaupt, der schon bei den alten Germanen für die Jagd in den Alpen eingesetzt wurde; der agile Hannoverschen Schweißhund ein erprobter Spezialist auf der Schweißfährte – was aus dieser Kreuzung hervorging, konnte sich sehen lassen: Ein ausgeglichener, gelehriger Hund mit feinem Geruchssinn, der sich bei der Arbeit zuverlässig und ausdauernd zeigte. Man begann also mit der gezielten Zucht des Bayerischen Gebirgsschweisshundes; bereits 1912 wurde der Klub für Bayerische Gebirgsschweisshunde in München gegründet. In der Folge stellte sich schnell heraus, dass ein Bayerischer Gebirgsschweisshund nicht nur ein sehr guter Jagdhund ist, sondern auch ein begabter Such- und Rettungshund.

Inzwischen hat sich der Bayerische Gebirgsschweisshund längst auch als prima Begleit- und Familienhund bewährt, der in Deutschland immer populärer wird und auch in Österreich, Tschechien , Ungarn und der Slowakei viele Fans hat.

Aussehen Bayerischer Gebirgsschweisshund

Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund ist mittelgroß und sehr kräftig, aber auch sehr elegant. Die Beine sind muskulös und kräftig, die mittellange Rute ist hoch angesetzt.

Das kurze Fell des Bayerischen Gebirgsschweisshunds liegt eng an und ist so glatt, dass es von Natur aus glänzt. Für flüchtige Beobachter ist ein Bayerischer Gebirgsschweisshund oft einfach „braun“, in Wirklichkeit kann sein Fell viele verschiedene Farben haben: Rotgestromt in den Varianten Rotbraun, Rotgelb, Rotgrau, Tiefrot und Hirschrot; Schwarzgestromt und Fahlgelb. Dazu gibt es noch Variationen wie dunkelgefärbte Ohren, dunklere Rücken oder manchmal auch eine komplett braunschwarze Färbung.

Am breiten und flachen Kopf trägt ein Bayerischer Gebirgsschweisshund typischerweise eine dunkle Maske, auch die mittellangen, breiten Hängeohren sind üblicherweise dunkelgefärbt. Manchmal zeigt sich mitten auf der Brust ein kleiner, heller Brustfleck.

Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund ist ein von Kopf bis Fuß gut gebauter Hund, immer schön gefärbt, einfach eine elegante und imposante Erscheinung.

Charakter und Wesen

Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund ist intelligent und hat viel Charakter. Er ist ein echter Arbeitshund, der seine Aufgaben gewissenhaft erfüllt. Das bedeutet, er denkt selbst und er entscheidet selbst – gerne mit Herrchen und Frauchen im Team, wenn er sich davon überzeugt hat, dass beide vernünftig denken.

Klingt nach Eigensinn? In der oberflächlichen Wortbedeutung vielleicht, aber eigentlich handelt es sich nicht um Eigensinn. Sondern eher um „Gemeinsinn“ – eines höchst vernünftigen Hundes, der die ihm gestellten Aufgaben mit Leidenschaft so erfüllen möchte, dass auch der Menschenpartner zufrieden ist.

Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund ist wendig und eifrig; ein hervorragender Jagdhund, ein heldenhafter Rettungshund und ein unermüdlicher Suchhund (mit der entsprechenden Ausbildung natürlich). Als sehr menschenbezogener Hund ist ein Bayerischer Gebirgsschweisshund auch ein toller Familienhund. Das aber nur, wenn er immer am Familienleben teilhaben kann und vor allem dauerhaft richtig ausgelastet wird. Wenn ein Bayerischer Gebirgsschweisshund ständig der Langeweile überlassen wird, wird er dagegen ziemliche Unruhe in Familienleben bringen.

Haltung und Ernährung

Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund eignet sich wegen seinem ausgeglichenen Charakter, seiner Menschen- und Kinderfreundlichkeit eigentlich sehr gut als Familienhund. Eigentlich bedeutet: Nur, wenn er wirklich ausreichend Auslauf und vor allem sehr vielseitige Beschäftigung bekommt. Außerdem kann ein Bayerischer Gebirgsschweisshund zwar unter diesen Voraussetzungen in einer entsprechend geräumigen Stadtwohnung mit Garten gehalten werden – diese Stadtwohnung sollte aber möglichst nicht mitten im Kern der Stadt liegen. Denn das Umfeld dieser Wohnungen ist voller Menschen und voll von unnatürlichen Gerüchemn, damit wird schon der Gang zum Auto oder zum Park um die Ecke für den geruchsempfindlichen, ein natürliches Umfeld gewohnten Bayerischen Gebirgsschweisshund zum reinen Stress.

Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund ist ein Arbeitshund, der unbedingt eine Aufgabe braucht. Diese Aufgabe muss nicht unbedingt eine Jagd sein, ein Bayerischer Gebirgsschweisshund spielt auch gerne jeden Tag ausgedehnt mit einer ganzen Horde Kinder. Wenn ein Bayerischer Gebirgsschweisshund als Familienhund gehalten wird, braucht er auch nicht einfach nur ein tägliches „Gassi gehen“. Sondern ausgedehnte Spaziergänge, gerne am Fahrrad, gerne auch mehrmals täglich. Auch als Joggingpartner oder als Begleiter beim Marathon-Training ist ein Bayerischer Gebirgsschweisshund ideal, und er macht natürlich mit Freude jede Art von Hundesport mit.

Wenn Du es schaffst, den Bayerischen Gebirgsschweisshund richtig auszulasten, zeigt er sich im Heim ruhig, gut gelaunt und ausgeglichen. Zu einem kleinen Spielchen zwischendurch wird er aber auch zuhause nie „Nein“ sagen; am besten mit einem neuen, spannendem Hundespielzeug . An sein Hundebett stellt ein Bayerischer Gebirgsschweisshund ebenfalls keine größeren Ansprüche, am wichtigsten dürfte ihm sein, dass es im Zweifel auch für die Kinder, Herrchen oder Frauchen ein wenig „Kuschelplatz“ bietet.

Ernährung

Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund sieht Futter als eine Art „sachliche Notwendigkeit“, wenn er ansonsten ausreichend beschäftigt wird. Er ist deshalb recht leicht zu ernähren, frisst gewöhnlich jedes für Hunde geeignete Futter ohne viel Murren.

Wenn Du die Zeit hast, Dich mit dieser besonderen Ernährungsform ausreichend zu beschäftigen, ist das BARfen für den bodenständigen Bayerischen Gebirgsschweisshund sicher zu empfehlen.

Aber eine Mischung aus Nass- und Trockenfutter ist auch gut geeignet, denn beide Futterarten haben ihre Vorteile: Trockenfutter lässt sich gut lagern und abmessen und enthält alle Nährstoffe, die ein Bayerischer Gebirgsschweisshund braucht; damit hast Du eine gute Grundversorgung abgesichert. Das Nassfutter lässt sich etwas besser verwerten und schmeckt auch gerade Jagdhunden häufig besser, weil es mehr an ihr natürliches Futter erinnert.

Erziehung und Pflege

Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund ist ein hoch intelligenter Jagdhund, der bei seiner angestammten Arbeit in vielen Situationen eigene Entscheidungen treffen muss. Die Erziehung eines derart intelligenten Hundes ist gewöhnlich auch für Herrchen und Frauchen eine echte Herausforderung.

Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund lernt sehr schnell und will auch immer wieder etwas Neues lernen. Er muss also nicht nur körperlich, sondern auch ständig geistig gefordert werden. Je mehr er jedoch körperlich gut ausgelastet ist, desto leichter ist der eigentlich immer gut gelaunte Bayerische Gebirgsschweisshund auch im allgemeinen erziehbar.

Manchmal kann der Bayerische Gebirgsschweisshund einen ziemlichen Dickkopf zeigen. Dieser ist jedoch mit ein wenig Einfühlungsvermögen, Konsequenz und Geduld leicht in die Bahnen zu lenken, in denen Du Deinen neuen „besten Kumpel“ haben willst.

Pflege

Das kurze Fell des Bayerischen Gebirgsschweisshundes ist eigentlich wirklich pflegeleicht – aber Du solltest ihn schon deshalb täglich bürsten, weil auch das für ihn eine Beschäftigung ist, bei der Du mit einem Bayerischen Gebirgsschweisshund viel kommunizieren wirst. Außerdem verführt das Fell durch seinen tollen Glanz ganz von selbst dazu, und Du gönnst Deinem Hund damit auch eine tolle Massage. Weiter entfernst Du lose Haare, abgestorbene Hautschuppen und Schmutz, und findest auch noch die letzte versteckte Zecke.

Baden lässt sich ein Bayerischer Gebirgsschweisshund recht gerne. Allerdings deutlich lieber im See oder unter einem feinen Sprühstrahl aus dem Gartenschlauch. Dabei kannst Du es eigentlich auch sein ganzes Leben lang belassen, zu viel Baden mit chemisch angereicherten Reinigungsmitteln ist überhaupt nicht gut für den Säureschutzmantel der Haut. Wenn ein Bayerischer Gebirgsschweisshund einmal irgendwelche Verschmutzungen eingefangen hat, kannst Du die mit ein paar Tropfen eines naturbelassenen Hundeschampoos auch sehr gut im Garten oder sogar am Seeufer abwaschen (dann musst Du aber wirklich gut auf die Inhaltsstoffe achten, sonst kommt zum potentiellen Schaden an der Haut des Hundes noch der Ärger mit der Wasserpolizei).

Gesundheit und typische Krankheiten

Ein Bayerischer Gebirgsschweisshund gehört zu einer Jagdgebrauchshundrasse – und ist damit „pumperlgesund“, weil diese Hunde nicht auf Erreichen irgendwelcher (ev. für die Gesundheit nicht zuträglichen) Merkmale gezüchtet werden. Sondern darauf, dass sie gut hören, riechen, denken und laufen können, dass sie als möglichst gesunde Hunde ihre Aufgaben möglichst gut erfüllen können. In Puncto Gesundheit macht diesen Rassen nur noch ein Mischlingshund etwas vor, dessen Eltern und Großeltern auch schon Mischlingshunde waren, weil dessen genetische Vielfalt nun einmal von keiner Hunderasse erreicht werden kann.

Im Gegensatz zu manchen anderen Gebrauchshunderassen, die z. B. wegen einem überlangen Rücken schon einmal mit der Wirbelsäule Probleme bekommen können, hat ein Bayerischer Gebirgsschweisshund auch mit seinem Körperbau „Glück“: Quadratisch, praktisch, gut – alles am rechten Platz, keine krankheitsanfälligen Schwachstellen.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung eines Bayerischen Gebirgsschweisshundes wird mit durchschnittlich 12 Jahren angegeben.

Das ist aber eine Angabe aus Jägersicht, ausgehend von der Zeit, in der ein Bayerischer Gebirgsschweisshund seine volle Leistungsfähigkeit hat. Die Beobachtung des Lebens eines Bayerischen Gebirgsschweisshundes „auf dem Altenteil“ wird bei solchen Angaben meist etwas vernachlässigt.

Bei diesem gesunden Hund ist sicher davon auszugehen, dass er mit einer entsprechend gestalteten „Rente“ (lange Jagd-Spaziergänge statt wilder Jagd) noch ein sehr viel höheres Alter erreichen kann.

Hunderasse Bayerischer Gebirgsschweisshund kaufen

Wie gesagt, der Bayerische Gebirgsschweisshund wird als Jagdgebrauchshunderasse gezüchtet. Die Hunde solcher Rassen werden vom entsprechenden Zuchtverband eigentlich ausschließlich an Jäger abgegeben, die als Schweißhundeführer ausgebildet sind. Deshalb kannst Du Dir vom Verband zwar eine Züchterliste besorgen (es gibt einige Züchter dieser Hunderasse in Deutschland), wirst von dem aber kaum einen Welpen bekommen, wenn ein Bayerischer Gebirgsschweisshund als reiner Familienhund gehalten werden soll.

Wenn Du Dich aber absolut in den taffen, tollen Bayerischen Gebirgsschweisshund verliebt haben solltet und es auch nicht unbedingt ein Welpe sein muss, kannst Du trotzdem am Ball bleiben und in alle Richtungen Deine Fühler ausstrecken. Auch ein Bayerischer Gebirgsschweisshund kann in Not geraten, wegen Krankheit des Herrchens verwaisen etc. Vielleicht findest Du über Hilfe-Vereine, Rettungsstationen, Tierheime einen notleidenden Bayerischen Gebirgsschweisshund, dem Du einen schönen Lebensabend bereiten kannst. Ansonsten bleibt Dir nur der Weg über die Jagdausübung.

Entscheidungshilfe

Dieser Absatz erübrigt sich eigentlich, weil ein Bayerischer Gebirgsschweisshund für nicht jagende Laien vor allem als Welpe fast nicht verfügbar ist. Solltest Du allerdings irgendwo auf einen verwaisten Bayerischen Gebirgsschweisshund treffen, solltest Du zugreifen – wenn Du in einer größeren Familie in einem Haus mit Garten und viel Natur lebst und sich alle Mitglieder dieser Familie gerne mit Hunden beschäftigen.

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