Ragdoll

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Steckbrief

Größe:
40 cm
Gewicht:
4,5 – 10 kg
Herkunft:
USA (Kalifornien)
Lebensdauer:
12-15 Jahre
Farbe:
schwarz, lilac, blau und chocolate mit verschiedenen Musterungen
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Aktivität
Haaren
Miauen
Gesundheit
Kinderfreundlich
Hundefreundlich
    wenig:

    viel:

Herkunft und Rassegeschichte

Weltweit ist die Ragdoll, die einzige Katze auf die ein Patent angemeldet wurde. Die junge Edelkatze stammt aus den USA, genauer gesagt aus Kalifornien. Zufälligerweise gebar die Langhaarkatze „Josephine“ einen Wurf mit auffällig großen Miezen mit blauen Augen und halblangen Fell. Sie gilt als Stammmutter der Ragdoll-Katzen.

Anschließend wurde nämlich die Katzenliebhaberin  Ann Baker auf die Tiere aufmerksam, übernahm einen Kater und begann in den 1960er-Jahren eine rechtlich geschützte Linienzucht.

Dank des plüschigen Fells und der süßen Augen erfreute sich die Ragdoll-Katze großer Beliebtheit. In den 1980er-Jahren kam die Ragdoll dann auch nach Deutschland. Heute gilt sie laut dem Guinness-Buch der Rekorde als die größte Hauskatze der Welt.

Rassebeschreibung

Auf den ersten Blick wirkt die süße Ragdoll-Katze wie ein besonders weiches Plüschtier. Schließlich hat die liebliche Samtpfote auch einen sprechenden Namen. Ragdoll ist ein Wortspiel und beschreibt eine Stoffpuppe. Liebevoll wird die Ragdoll-Katze deshalb auch „Lumpenpuppe“ genannt.

Vom Charakter her ähnelt die größte Rassenkatze der Welt jedoch eher einem Hund. Wie der Vierbeiner folgt die Ragdoll-Katze ihrem Besitzer auf Schritt und Tritt.

Einsamkeit geht für die Ragdoll-Katze überhaupt nicht. Sie verfügt über ein sehr soziales Wesen und ist deshalb am liebsten zu jeder Zeit in Gesellschaft. Egal ob Mensch oder Katze, Hauptsache die sanfte Ragdoll kann ihre Zeit mit jemand anderem teilen.

Aussehen der Ragdoll

Markant an den Tieren der Katzenrasse Ragdoll sind neben ihrem flauschigen, seidigen Fell ihre großen leuchtend blauen Augen. Die Fellfarbe hingegen kann immer variieren. Allerdings werden alle Ragdoll-Kitten ganz in Weiß geboren. Umso älter die Kätzchen werden, umso dunkler wird ihr Fell. Schwarz, Lilac, Blau und Chocolate sind mögliche Farben. Meist bleiben einige Stellen etwas heller oder sogar vollkommen weiß, sodass ein gemustertes Fell entsteht.

Das Fell der Ragdoll kommt durch ihren kräftigen Körperbau besonders gut zur Geltung. Die Tiere dieser Katzenrasse sind sehr muskulös und verfügen über eine breite Schulter. Außerdem hat die Ragdoll sehr hohe Beine, runde Pfoten und einen buschigen Schwanz. Insgesamt ist die Katze sehr groß und lang. Von Kopf bis Schwanz kann die Ragdoll bis zu 120 cm messen.

Keine Katze entspannt sich beim Hochheben so sehr wie die Ragdoll. Wenn die Mieze auf deinen Armen sitzt, ist ihr Körper so entspannt, dass sie regelrecht erschlafft. Dieses Verhalten ist übrigens auf ihr großes Vertrauen gegenüber Menschen zurückzuführen.

Charakter und Wesen

Liebevoll, ausgeglichen und sanftmütig, das sind alles Eigenschaften, die sich der Ragdoll-Katze zuordnen lassen. Dominiert wird das Wesen der Mieze jedoch von ihrer sozialen Ader. Einsamkeit und Alleinsein erträgt die Katze nicht. Die Ragdoll möchte einfach immer in Gesellschaft sein und folgt dir deshalb meist auf Schritt und Tritt. Auf Grund dessen wird die Ragdoll-Katze häufig als „Hund unter den Katzen“ bezeichnet.

Auch mit Kindern versteht sich das Gesellschaftstier prima. Die Ragdoll ist äußerst verspielt und lustig, neigt aber trotzdem nicht zu waghalsigem Toben. Trotz ihres breiten Körpers ist die Katze nämlich sehr geschickt und das Gegenteil von tollpatschig.

Laut ist die Ragdoll-Katze nicht, außer sie möchte sich dringend mitteilen. Wenn sie Aufmerksamkeit braucht, fängt sie häufig an, zu miauen und das in einer beachtlichen Lautstärke.

Die Ragdoll ist äußerst verspielt und lustig.

Haltung

Aufmerksamkeit und Zuneigung stehen bei der Ragdoll-Katze in der Prioritätenliste über Auslauf und Freigang. Die Mieze kann deshalb hervorragend als Wohnungskatze gehalten werden. Auf Grund ihres massiven Körpers solltest du der Ragdoll jedoch ausreichend Platz zur Verfügung stellen.

Außerdem benötigt die Ragdoll wirklich dauerhaft Gesellschaft. Wenn du das nicht leisten kannst, solltest du dir auf jeden Fall eine zweite Katze zulegen. Nach einer kurzen Gewöhnungsphase kann auch ein Hund für die Ragdoll-Katze ein toller Gefährte sein. Da beide Vierbeiner über ähnliche Wesenszüge verfügen, besteht die Möglichkeit einer innigen Freundschaft. Natürlich kann es passieren, dass beide um deine Aufmerksamkeit buhlen und Eifersucht entsteht.

Ernährung

Die Ernährung gestaltet sich bei der Ragdoll-Katze etwas anders als bei anderen Artgenossen. Da es sich bei der Ragdoll um eine großgewachsene Katzenrasse handelt, erleben die Kätzchen viele Wachstumsschübe. Während des Heranwachsens sollte eine Ragdoll-Katze deshalb so viel essen dürfen, wie sie möchte. Erst mit vier Jahren ist eine Ragdoll vollständig ausgewachsen. Dann kannst du sie an eine bestimmte Futtermenge gewöhnen, um Übergewicht zu vermeiden. Da das Fett bei Ragdoll-Katzen am Unterbauch ansetzt, solltest du bei den erwachsenen Tieren regelmäßig das Gewicht kontrollieren.

Selbstverständlich solltest du ausschließlich hochwertiges Katzenfutter kaufen. Entscheide dich außerdem für ein Futter, welches eine große Menge an Proteinen enthält. Wenn deine Ragdoll eine Veranlagung zu Nieren- oder Blasensteinen hat, solltest du dich für Nassfutter entscheiden.

Pflege

Auf den ersten Blick sieht das Fell der Ragdoll pflegebedürftiger aus, als es tatsächlich ist. Zwar solltest du es gelegentlich bürsten, allerdings kommt es nur selten zu Verfilzungen oder Knötchen. Täglich bürsten musst du den seidigen Pelz nur während des Fellwechsels. So entfernst du die losen Haare, bevor sie sich in der Wohnung verstreuen.

Die Tiere an das Bürsten zu gewöhnen, gestaltet sich meist nicht als schwierig. Die Reinigung des seidigen Pelzes deines Vierbeiners kann zum bindenden Ritual zwischen dir und deiner Ragdoll-Katze werden.

Erziehung

Auch bei der Erziehung der Ragdoll-Katze brauchst du dich nicht auf Schwierigkeiten einzustellen. Zum einen sind die Miezen sehr intelligent und zum anderen orientieren sie sich sehr stark am Menschen. Sicher wird es oft vorkommen, dass deine Ragdoll dir artig wie ein Hund folgt und das ohne Leine. Die Eingewöhnung in der neuen Wohnung und in der neuen Familie wird deiner Ragdoll-Katze deshalb nicht schwerfallen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Bei den Ragdolls gibt es einige rassentypische Erbkrankheiten, die durch die Zucht verbreitet werden. Hierzu gehören Anämie, Herzkrankheiten wie Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) und eine Reihe an Augenkrankheiten. An HCM leiden häufig männliche Tiere im Alter von 1 bis 5 Jahren. Im schlimmsten Fall kann die Herzerkrankung zum Tode führen, da sie nur sehr schwierig zu behandeln ist. Allerdings kommen die Erbkrankheiten nicht bei allen Ragdoll-Katzen vor.

Außerdem können Ragdolls vereinzelt unter den Folgen der Inzucht leiden. Hierzu gehören Kränklichkeit, Immunschwäche oder eine verkürzte Lebenserwartung.

Lebenserwartung der Ragdoll

Eine gesunde Ragdoll-Katze lebt ungefähr 12 bis 15 Jahre. Drastisch verkürzt werden kann das Katzenleben durch die Herzkrankheit HCM oder durch die Folgen von Inzucht. Beim Kauf sollte der Stammbaum deshalb auf beides geprüft werden.

Ragdoll kaufen

Wenn du dir eine Ragdoll kaufen möchtest, solltest du ihr auf jeden Fall noch einen zweiten Vierbeiner zulegen. Außer in der Wohnung kann der Katze jemand dauerhaft Gesellschaft leisten.

Ragdoll-Katzen sind relativ teuer. Deshalb lohnt es sich erstmal im Tierheim vorbeizuschauen. Hier musst du für den Kauf einer Ragdoll keine vierstellige Summe hinblättern. Ein Zuchttier hingegen kann auch mal 1500 Euro kosten.

Wie wählst du den richtigen Ragdoll-Züchter aus? Da bei den Ragdoll-Katzen Erbkrankheiten nicht selten sind, solltest du auf jeden Fall darauf achten, dass die Eltern der Ragdoll nicht an einer der Krankheiten leiden. Seriöse Züchter geben hierüber meist aus eigenem Antrieb heraus Auskunft.

Schau dir außerdem den Stammbaum der Ragdoll-Katze ganz genau an. So kannst du sicher gehen, dass keine Inzucht vorliegt.

Entscheidungshilfe

Ein lebendes Plüschtier mit hundeähnlicher Anhänglichkeit. Die Ragdoll-Katze gibt ein hervorragendes neues Familienmitglied ab. Schließlich ist sie sehr kinderlieb und menschenfixiert. Vor dem Kauf einer Ragdoll solltest du dir trotzdem bewusst machen, dass die Katze sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Sie muss dauerhaft unter Menschen oder Tieren sein und wenn du mal gerade keine Zeit für Streicheleinheiten hast, reagiert sie mit laustarkem Miauen.

Solltest du vollzeitbeschäftigt sein, aber unbedingt eine Ragdoll-Katze haben wollen, gibt es auch die Möglichkeit, deiner Katze einen Spielkameraden zu beschaffen. Kaufst du dir direkt zwei Miezen, muss die Ragdoll niemals alleine sein.

Letztendlich musst du deine Entscheidung selbst treffen. Wir können dir nur mit auf den Weg geben, den Zeitaufwand für das süße, kuschelige Wollknäuel aufzuwenden, lohnt sich definitiv. Zwischen Mensch und Ragdoll kann, sowie bei Hund und Katze, eine innige, tiefe Verbindung entstehen.

Quellen

https://www.zooroyal.de/magazin/katzen/katzenrassen/ragdoll/

https://www.haustiermagazin.com/katzenrassen/ragdoll/

https://www.zooplus.de/magazin/katze/katzenrassen/ragdoll

https://www.fressnapf.de/ratgeber/katze/rasseportraits/ragdoll

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