Siamkatze

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Größe:
25 cm
Gewicht:
3 – 5 kg
Herkunft:
Siam (heutiges Thailand)
Farbe:
Eisfarben, Cremefarben, Elfenbeinfarben, Marmoriert
Lebensdauer:
15 Jahre
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Aktivität
Haaren
Miauen
Gesundheit
Kinderfreundlich
Hundefreundlich

Rassebeschreibung

Die Siamkatze zählt zu den ältesten, auf ein bestimmtes Aussehen gezüchteten, Hauskatzen. Markant für die Siamkatze sind ihre strahlend blauen Augen.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Siamkatze zählt zu den ältesten Katzenrassen überhaupt. Wie ihr Name schon vermuten lässt, stammt sie aus Siam, dem heutigen Thailand. Dort führt der erste Hinweis auf die Katzen bis ins 14. Jahrhundert zurück. Sie wurden auch damals schon als Haustiere gehalten. Südostasiatische Tempel und Adelshäuser waren ihr Zuhause. Der Siamkatze wurden zudem spirituelle Kräfte zugeschrieben. Im Buddhismus glaubt man, dass die Seele eines königlichen Verstorbenen auf die Siamkatze übergeht und somit weiter im Tempel leben kann.

Reisende Engländer brachten die Siamkatze nach Europa. Doch leider verstarb sie an den Klimaveränderungen, oder aufgrund von falscher Haltung. Lange war der Handel mit den Siamesen verboten. Die ersten Katzen kamen dann in den 1870er Jahren nach England und in die USA. Jedoch überlebten die Tiere dort nicht lange.

Nachdem 1884 die ersten Siamkatzen in England gezüchtet wurden, wurden sie in Europa immer beliebter und gelten seitdem als Edelkatzen.

Die Rasse wurde in den 1960er und 70er Jahren in die „moderne Siam“ und die „traditionelle Siam“ aufgesplittet. Die Optik spielt vor allem bei der „modernen Siam“ eine große Rolle. Hierbei wurden die Körper immer schlanker gezüchtet, die Beine wurden länger und der Kopf spitzer. Inzwischen ist man aber von der starken Extremzucht abgekommen, die nur die äußerlichen Rassenmerkmale in den Vordergrund stellt.

Aussehen der Siamkatze

Die meisten Leute verbinden mit der Siamkatze ihre strahlend blauen Augen. Auffällig für die Kurzhaarkatze ihr ist schlanker, muskulöser Körper und ihre charakteristische Fellzeichnung. Das typische Erscheinungsbild liegt tatsächlich einer genetischen Mutation zugrunde, den sogenannten Teilalbinismus. Hierbei handelt es sich um ein helles Körperfell mit deutlich dunkleren Bereichen im Gesicht, an den Beinen, den Ohren und am Schwanz. Die dunkleren Stellen sind auch als „Points“ bekannt. Heute kommen Siamkatzen in mehr als 100 Farbvarianten vor. Die häufigsten sind jedoch Seal-Point, Blue-Point, Chocolate-Point und Lilac-Point.

Das Markanteste sind ihre blauen Augen und die Färbung ihres Fells, bei denen die sogenannten Points besonders auffallen. Ein dunkles Gesicht und dunkle Pfoten bei einem hellen Körper geben ihr zudem ein sehr edles Aussehen.

Ihre unverkennbaren blauen Augen hat die Siamkatze übrigens einem Mangel an Melanin zu verdanken, welcher für die Pigmentierung verantwortlich ist.

Charakter und Wesen

Die Siamkatze ist vor allem wegen ihrem menschenbezogenem, freundlichen und verspielten Verhalten so beliebt. Beschäftigst Du Dich gerne und auch intensiv mit Deinem Haustier? Dann ist die Siamkatze das Richtige für Dich! Denn sie sucht gerne Nähe zu Menschen, zu denen sie eine Bindung aufbauen kann. Ideal für eine Familienkatze. Jedoch ist eine Siamkatze nicht nur kuschelbedürftig. In ihr verbirgt sich ein richtiges Energiebündel, welches Du mit den richtigen Katzenspielzeugen immer beschäftigen kannst.

Haltung und Ernährung

Natürlich besitzt die Siamkatze wie jede andere Katze auch einen Drang dazu, die Natur zu erkunden. Jedoch ist dieser nicht so extrem ausgeprägt wie bei anderen Artgenossen. Demnach bleibt die Kurzhaarkatze gerne in ihrer gewohnten Umgebung. Aufgrund ihrer außergewöhnlich starken Bindung zu Menschen, werden sie auch als „Hunde unter den Rassekatzen bezeichnet“. Man kann ihnen problemlos Tricks beibringen, oder sie sogar daran gewöhnen, an der Leine zu laufen.

Was die Ernährung angeht, sind Siamkatzen nicht sehr anspruchsvoll. Grundsätzlich kannst Du ihr immer etwas Gutes mit frischem, rohem Fleisch wie Rind oder Geflügel tun.

Du solltest allerdings darauf achten, dass Du Deiner Katze eine ausgewogene Ernährung bietest, denn davon hängt auch die Lebenserwartung von Deinem Liebling ab.

Im Prinzip unterscheidet sich die Ernährung der Siamkatze nicht von der Ernährung anderer Katzen. Du hast also die Wahl zwischen Nassfutter oder Trockenfutter, selbst zubereitet oder bereits fertig gekauft. Das Trockenfutter hat unter anderem den Vorteil, dass es nicht so schnell verdirbt, wenn es mal nicht komplett aufgefressen wird. Da Katzen aber dafür bekannt sind, nicht die größten Wassertrinker zu sein, musst Du darauf achten, dass sie trotzdem genug Wasser zu sich nimmt.

Ein Problem in bereits fertiger Tiernahrung besteht in den Inhaltsstoffen. Nicht immer, aber häufig bestehen gerade günstige Produkte aus Füllstoffen und nur wenig Fleisch. Das Fleisch kann teilweise auch in Form von Schlachtabfällen vorkommen. Zudem findet man oft Geschmacksverstärker oder Konservierungsstoffe vor.

Wenn Du Deiner Katze also etwas Gutes tun möchtest, dann achte unbedingt auf die Inhaltsstoffe des Futters. Ein hoher Fleischanteil sollte vorhanden sein. Zucker und andere Zusatzstoffe solltest Du vermeiden.

Falls Du Dich fragst, wie viel Futter deine Katze benötigt, kannst Du Dich daran orientieren: Eine etwa vier Kilogramm schwere Siamkatze benötigt etwa 60 Gramm Trockenfutter oder 200 Gramm Dosenfutter. Der große Mengenunterschied kommt daher, da im Dosenfutter mehr Wasser enthalten ist. Mit Leckerchen darf zudem nicht übertrieben werden, auch wenn es manchmal schwerfällt. Denn durch das Füttern zwischendurch kann deine Katze eher zu Übergewicht neigen.

Erziehung und Pflege

Die Erziehung der Siamkatze gestaltet sich relativ unproblematisch, denn sie ist intelligent, neugierig und lernfähig. Allerdings hat auch sie einen eignen Kopf. Wenn Du allerdings konsequent in der Erziehung bist, wird sie Dir auch nicht auf der Nase herumtanzen.

Falls Du Deine Katze bei einem Züchter gekauft hast, der Wert auf ein sozialisiertes Aufwachsen gelegt hat, sollte die Eingewöhnung in das neue Zuhause keine weiteren Umstände machen.

Auch die Fellpflege ist nicht sehr aufwendig. Das kurze Fell muss lediglich gebürstet werden, um lose Haare zu entfernen. Da die Siamkatzen fast keine Unterwolle besitzen, fühlen sie sich in nassen und kalten Umgebungen nicht wohl. Achte also darauf, dass Du sie nach einem Freigang immer gut abtrocknest.

Gesundheit und typische Krankheiten

Leider können aufgrund von starker Inzucht bei einigen Katzen dieser Rasse Immunschwächen, Kränklichkeit oder eine verkürzte Lebenserwartung auftreten. Weitere Erbkrankheiten sind Anämie, Herzkrankheiten oder Augenkrankheiten. Vor allem ist die Augenkrankheit PRA ziemlich verbreitet, die sogar zur Erblindung führen kann.

Zudem gibt es auch erblich bedingte Krankheiten, die Deinem Liebling zu schaffen machen können. Hierzu zählen die Krankheiten, die das Herz- und Gefäßsystem der Katze betreffen. So können sie vermehrt unter endokardialen Fibroelastose leiden, einer enormen Verdickung der Herzwand. Das kann sogar bis zum Herzversagen führen. Zudem gibt es noch die persistierende Ductus arteriosus. Darunter versteht man einen ausbleibenden Verschluss der fetalen Kurzschlussverbindung zwischen Aorta und Lungengefäßstamm. Schwächeanfälle oder Herzversagen können auch hier die Folge sein.

Vermehrt auftretende Krankheiten sind unter anderem noch Stoffwechselerkrankungen (Isovalerianazidurie), sowie hereditäre Spreicherkrankheiten. Rasse typische Krebserkrankungen wie Mammatumore oder Adenokarziome können ebenfalls auftreten.

Siamkatzen leiden häufiger als andere Katzen unter dem Pica-Syndrom, einer Verhaltensstörung. Hierbei neigt die Katze besonders oft dazu, unverdauliche Stoffe zu fressen oder zumindest anzunagen. Was zunächst nicht besonders schlimm klingt, kann drastische Folgen haben. Verstopfung oder Beschwerden des Verdauungstraktes sind die Auswirkungen.

Natürlich treten diese Krankheiten nicht bei jeder Katze auf.

Fällt Dir irgendetwas an Deiner Katze auf, ist ein Besuch beim Tierarzt immer ratsam.

Lebenserwartung der Siamkatze

Die Lebenserwartung der Siamkatze hängt wie bei allen anderen Tieren von einigen Faktoren ab. Wichtig ist hier, ob es bereits im Stammbaum Vorerkrankungen gegeben hat. Zudem spielt auch die Ernährung eine enorme Rolle, sowie die generellen Lebensumstände.

Leider können auch unerwartete Umstände dazu führen, dass Deine Katze möglicherweise erkrankt. Das lässt sich aber nur bedingt beeinflussen. Das einzige was Du tun kannst, ist für die Gesundheit Deines Tieres zu sorgen. Achte darauf, die Ernährung ausgewogen und gesund zu gestalten, besuche regelmäßig Deinen Tierarzt und achte einfach auf Dein Bauchgefühl.

Falls Dir an Deiner Katze etwas auffällt, sei es die Essgewohnheit oder Verhaltensänderungen, kannst bzw. solltest Du immer Rat bei Deinem Tierarzt aufsuchen. Denn er kann mögliche Erkrankungen früh genug erkennen, und dem durch entsprechende Behandlung entgegenwirken.

Hierbei gilt: Lieber gehst Du einmal zu oft zum Tierarzt, als einmal zu wenig. Denn wir wollen ja schließlich alle, dass es unserem kleinen Liebling gut geht.

Eine Siamkatze, die gesund ist, kann zu 15 Jahre alt werden.

Katzenrasse Siamkatze kaufen

Wenn Du Dich dazu entschieden hast, Dir ein kleines Energiebündel zuzulegen, hast Du die Wahl zwischen einem Züchter oder dem Tierheim. Beim Züchter solltest Du darauf achten, dass die Tiere in einem guten Umfeld mit enger Anbindung an die menschliche Familie aufwachsen. Hier kannst Du auch einen Blick auf den Stammbaum werfen, um mögliche Erbkrankheiten auszuschließen. Die Kosten können wie immer stark variieren, aber Du solltest mit etwa 600 Euro rechnen.

Du kannst Dich aber auch im Tierheim umschauen, um deinem zukünftigen Haustier ein besseres Zuhause bieten zu können.

Entscheidungshilfe

Siamkatzen sind äußert soziale, menschenbezogene Tiere. Wenn Du nach einer Katze suchst, mit der Du Dich intensiv beschäftigen kannst, ist die Siamkatze die Richtige. Sie wird aufgrund ihrer engen Bindung zu Menschen nicht umsonst als „Hund unter den Rassekatzen“ bezeichnet.

Außerdem verfügt sie über eine hohe Intelligenz und Lernbereitschaft. Sie interagiert gerne mit Menschen und mit ein bisschen Geduld lernt die Siamkatze auch den einen oder anderen Trick.

Quellen:

http://www.die-siamkatze.com/infos/farben/

http://www.die-siamkatze.com/haltung-von-siamkatzen/ernaehrung-der-siamkatze/

https://www.allekatzenrassen.de/siamkatze.html

https://www.markt.de/ratgeber/katzen/siam/

http://www.die-siamkatze.com/gesundheit-und-erbkrankheiten/krankheiten-und-erbfehler/

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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