Schipperke

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Größe:
29 – 36 cm
Gewicht:
3 – 7 kg
Herkunft:
Belgien
Lebensdauer:
12 – 15 Jahre
Farbe:
einfarbig schwarz
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der Schipperke – ein lebenslustiger und vielseitiger Hund, der fast in Vergessenheit geraten ist. Informiere Dich über den kleinen schwarzen Schäferhund aus Belgien.

Erfahre mehr über Aussehen, Herkunft und charakteristische Eigenschaften des unermüdlichen Energiebündels Schipperke.

Rassebeschreibung

Der aus Belgien stammende Schipperke gehört zu den kleinen Hunderassen. Liebhaber des dynamischen Vierbeiners nennen ihn Schip. 1954 erkannte die FCI (Fédération Cynologique Internationale) den Schipperke als Hunderasse an und vergab die Standardnummer 83 an ihn. Der wachsame Schipperke gehört zu den Hütehunden und Treibhunden in Gruppe 1. Er wird den Schäferhunden in Sektion 1 zugeordnet.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Name Schipperke leitet sich vom flämischen Begriff schepershond ab. Scheperke war die Bezeichnung für den kleinen schwarzen Schäferhund. Im Dialekt wurde aus dem e ein i und somit der Name Schipperke. In einigen Gegenden nannte man den Schipperke Spits, was vom flämischen Ausdruck „oren spitsen“ kommt und Ohren spitzen heißt.

Ein Schäferhund der alten Rasse, der sogenannte Leuvenaar, soll der gemeinsame Vorfahre des Schipperke und des Belgischen Schäferhundes sein. Im 17. Jahrhundert entstanden, war der Schipperke um 1860 der beliebteste Hund des einfachen Volkes.

In fast jedem Haus in Brügge soll es damals kleine schwarze schwanzlose Hunde gegeben haben. Hin und wieder tauchen Schipperkes auf Bildern flämischer Maler im Hintergrund auf.

Besonders bei den Brüsseler Schustern waren Schipperke beliebt. Sie nutzten den schwarzen Hund, um mit Kupfer beschlagene Halsbänder auszustellen.

Der Schipperke kommt aus dem flämischen Teil Belgiens. Früher war der kleine schwarze Hund von größerer Statur. Das Fangen von Mäusen und Ratten war eine seiner Hauptaufgaben.

Manchmal wurde er zur Kaninchenjagd eingesetzt. In den Pferdeställen entlang der Kanäle schätzte man den Schipperke ebenfalls als Mäusefänger. Bei der ersten großen Hundeausstellung in Belgien im Jahre 1882 wurde der Schipperke noch unter den Terriern geführt. In der damaligen Rassebeschreibung wird er als Schwarzer Kurzhaar-Terrier mit aufrecht stehenden Ohren und ohne Schwanz beschrieben.

1888 entschied der Belgische Schipperke-Club nur noch schwarze Hunde anzuerkennen. Davor gab es nachweislich Schipperke mit verschiedenen Farben. In England wurden auch nach 1888 noch andersfarbige Schipperke gezüchtet. Außerdem züchteten die Engländer die Rasse kleiner. Mit der Zeit wurde der Schipperke in Belgien von anderen modernen Hunderassen verdrängt.

Durch die belgische Königin Maria Hendrika, die eine Liebhaberin des Schipperke war, gewann er wieder an Bedeutung.
Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es nur noch wenige Schipperke und Züchter. Bis heute ist der Schipperke selten.

Der VDH e. V. verzeichnet in seinem Zuchtbuch 20 bis 30 Schipperke Welpen jährlich. 2018 wurden 37 Welpen eingetragen. Früher kupierte man den Schipperkes den Schwanz. Seit 1998 gibt es das Kupierverbot in Deutschland. 

Aussehen der Schipperke

Der Schipperke ist ein kleiner, kräftig gebauter Schäferhund mit wolfsartigem Aussehen. Sein Erscheinungsbild ist durch einen quadratischen Körperbau geprägt. Schulterhöhe und Körperlänge sind gleich. Die Gliedmaßen wirken durch einen feinen Knochenbau zart.

Der keilförmige Kopf mit breiter Stirn passt harmonisch zum Körper. Kleine, mandelförmige Augen von dunkelbrauner Farbe sind schwarz umrandet. Lebhaft und durchdringend verleihen sie dem Schipperke einen schelmischen Blick.

Die kleinen Ohren des Schipperke sind von dreieckiger Form und sehr beweglich. Sie sind hoch angesetzt und aufstehend. Der kräftige, muskulöse Hals wirkt durch einen mittellangen behaarten Halskragen sehr voluminös.

Die hoch angesetzte Rute wird in Ruhestellung meist herabhängend getragen. Manche Schipperke werden schwanzlos oder mit einer Stummelrute geboren. Die Vorderpfoten des Schipperke sind klein, rund und geschlossen. Sie erinnern an Katzenpfoten. Reichlich Deckhaar und dichte weiche Unterwolle bilden einen guten Schutz vor Kälte. Das Deckhaar ist gerade und von fester Textur.

Es fühlt sich trocken und derb an. An Kopf, Ohren und Beinen ist das Haar kurz. Mittellanges Haar liegt eng am Körper an. Am Hals bildet längere Behaarung einen breiten Halskragen. Bei den Rüden ist die Mähne ausgeprägter.

Am hinteren Teil der Oberschenkel wird durch längeres Haar die für den Schipperke typische Hose gebildet. Das Fell des Schip ist einfarbig schwarz. Die Unterwolle kann dunkelgrau sein, muss aber völlig vom schwarzen Deckhaar bedeckt sein.

Charakter und Wesen

Der kleine Schipperke ist ein ausgezeichneter Wachhund. Fremde meldet er lautstark mit seiner hellen Stimme. Unermüdlich hat der neugierige Vierbeiner Interesse an allem, was um ihn herum geschieht. Er beobachtet alles, was sich bewegt. Fremden gegenüber ist er misstrauisch und zurückhaltend.

Ihm zum Bewachen anvertraute Gegenstände verteidigt er heftig. Mit Kindern geht der Schipperke sanft um. Er liebt es zu schnüffeln und macht Jagd auf Mäuse, Ratten oder Maulwürfe.

Wird er nicht richtig erzogen, kommt es vor, dass er während eines Spaziergangs im Park auf Mäusejagd geht. Lässt man ihm etwas durchgehen, versucht der Schip immer wieder seinen Willen durchzusetzen.

Haltung und Ernährung

Was Du bei der Haltung eines Schipperke beachten musst

Für die Haltung des Schipperke sollte eine ländliche Gegend bevorzugt werden. Aufgrund seiner Herkunft ist er für ein Leben auf dem Lande geschaffen. Hier kommt er in Kontakt mit Tieren, kann Haus und Hof bewachen. Aber auch in der Stadt kommt der vielseitige Vierbeiner klar.

Voraussetzung ist, dass er genug Auslauf und eine Aufgabe bekommt. Allein wird dem aufgeweckten Kerlchen schnell langweilig. Dann kann es vorkommen, dass er sich selber eine Aufgabe sucht oder mit Gebell auf sich aufmerksam macht.

Vor allem Stadthunde finden beim Hundesport einen Ausgleich zum beengten Leben in der Wohnung. Agility und Dog-Dancing sind für den Schipperke passende Sportarten. Kinderfreundlich und sozial ist der Schip als Familienhund geeignet.

Auch Anfänger können mit dem Schipperke viel Freude haben, wenn sie ihm von Anfang an die Regeln beibringen. Der agile kleine Hund braucht einen bewegungsfreudigen Menschen. Er nimmt gern an allen Ausflügen teil. Er begleitet sein Herrchen beim Joggen oder Spazieren gehen.

Das ist bei der Ernährung des Schipperke wichtig

Ein Schipperke ist nicht wählerisch. Er hat keine besonderen Vorlieben, sondern ist ziemlich verfressen. Er darf nicht überfüttert werden, auch wenn er Dich nach dem Fressen mit hungrigem Blick anschaut. Schipperke neigen zu Übergewicht, das ihrer Gesundheit schaden kann.

Als Futter bietet sich Fertignahrung in Form von Trockenfutter oder Nassfutter an. Manche Hundehalter schwören auf BARF. Beim barfen wird der Hund mit rohem Fleisch, Knochen, Innereien und Fisch gefüttert. Auch rohes Obst und Gemüse kommen dazu.

Die Tagesration wird auf zwei Mahlzeiten am Tag verteilt. Welpen werden drei- bis viermal täglich gefüttert. Für sie und für Senioren bietet der Handel spezielle Futtermischungen an.

Egal für welches Futter Du Dich entscheidest, es muss ausgewogen sein. Es soll wichtige Mineralien und Nährstoffe in ausreichender Menge enthalten. Die Auswahl an Fertignahrung ist groß. Lies die Liste der Zutaten gründlich. Ein gutes Futter sollte frei von Farb- und Konservierungsstoffen sein. 
Frisches Trinkwasser sollte auch außerhalb der Mahlzeiten immer bereitstehen.

Erziehung und Pflege

Erziehung beginnt im Welpenalter

Der manchmal dickköpfige Schipperke ist ein lernfreudiger Hund, der sich gut erziehen lässt. Schon von klein an muss er sich an Regeln gewöhnen. Mit viel Geduld, Konsequenz und Liebe wird ein angenehmer Hund aus dem Schipperke Welpen. Seine Verfressenheit kann bei der Erziehung ausgenutzt werden.

Mit einem Belohnungshäppchen bringst Du den schlauen Hund auf den richtigen Weg.

Als wachsamer Hund bellt der Schipperke, wenn Besuch kommt. Lernt er, nur kurz anzuschlagen, gibt es auch keine Probleme mit den Nachbarn.

Einfache Pflege

Das dichte zweischichtige Haar schützt den Schipperke vor Sonne und Kälte. 
Es wird zwei- bis dreimal in der Woche gründlich gebürstet, um loses Fell zu entfernen. Zweimal jährlich beim Fellwechsel ist der Aufwand etwas größer.

Dann muss etwa vier Wochen lang täglich gebürstet werden.
Zur Zahnpflege eignen sich Hundezahnbürste und Hundezahncreme. Sind die Krallen zu lang geworden, müssen sie geschnitten werden. 

Gesundheit und typische Krankheiten

Auch bei der robusten Rasse der Schipperke treten bestimmte Krankheiten häufiger auf.
Maligne Hyperthermie ist eine Erbkrankheit, die auch beim Schipperke vorkommt. Nach der Gabe bestimmter Medikamente für eine Narkose kommt es zu Herzrasen, Muskelstarre, Erhöhung der Temperatur und Organversagen.

Reagiert der Hund mit diesen Symptomen, muss die Narkose sofort abgebrochen werden. Durch sofortige Gabe des Wirkstoffs Dantrolen überlebt der Hund mit großer Wahrscheinlichkeit.
Bei vom Grauen Star (Katarakt) betroffenen Tieren kommt es zu einer Trübung der Augenlinse, die zur Erblindung führen kann.

Schipperke sind eine Hunderasse, die für Diabetes Mellitus] anfällig ist. Oft kommt die Krankheit zwischen dem siebten und neunten Lebensjahr zum Vorschein. Hündinnen sind deutlich öfter davon betroffen als Rüden.

Bei der Rasse der Schipperke tritt häufig eine von Geburt an verkürzte Rute auf. Diese Erscheinung nennt sich Brachyurie und ist vererbbar. Die erblich bedingte Anuriel bringt schwanzlose Welpen hervor. Früher wurde bewusst auf schwanzlose Schipperke gezüchtet.

Lebenserwartung der Schipperke

Schipperke sind recht langlebige Hunde. Sie können 15 Jahre alt werden. Einzelne Exemplare erreichen das stolze Alter von 20 Jahren. Ausreichend Bewegung und ausgewogene Ernährung tragen dazu bei, dass der Hund dieses Alter gesund erreicht.

Einen Schipperke kaufen

Wenn Du an einem Schipperke interessiert bist, kannst Du Dich bei den Zuchtvereinen des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) nach Züchteradressen erkundigen. Für Züchter, die Mitglied in einem Rassehunde-Zuchtverein sind, gilt eine strenge Zuchtordnung.

Im Alter von mindestens acht Wochen werden die Welpen ins neue Zuhause abgegeben. Zu diesem Zeitpunkt sind sie bereits entwurmt, geimpft und gechippt.

Bei seriösen Züchtern können die Welpen schon Tage vor der Abgabe besucht werden. Ein seriöser Züchter wird Fragen über den Käufer und seine Lebenssituation stellen. Danach kann er einschätzen, welcher der Welpen am besten zum Käufer passt. 

Entscheidungshilfe

Du willst einen Schipperke kaufen, bist aber immer noch unsicher, ob er der richtige Hund für Dich ist? Dann denke in Ruhe über die folgenden Dinge nach.

Schipperke haben im Vergleich zu anderen Hunderassen ein langes Leben. Du musst Dich 15 bis 20 Jahre lang um Deinen Hund kümmern. Bist Du bereit dazu, täglich mit dem Vierbeiner rauszugehen? Ein kurzer Spaziergang reicht nicht aus. Schipperke sind ruhelos und brauchen viel Bewegung in der Natur.

Du musst viel Zeit mit Deinem vierbeinigen Gefährten verbringen. Schipperke wollen nicht lange allein gelassen werden. Du kannst ihn fast überallhin mitnehmen. Auch ein kleiner Schipperke kostet viel Geld.

Neben dem Anschaffungspreis kommen Kosten für Futter, Ausstattung und Tierarztbesuche auf Dich zu.

Auch Hundesteuer und Haftpflichtversicherung müssen bezahlt werden. Hundeschule und Hundesport sind weitere Posten.

Hast Du die nötigen finanziellen Mittel, um dem Hund alles zu geben, was er braucht? Bist Du bereit auf einen Urlaub zu verzichten, weil Hunde im Hotel nicht erwünscht sind?

Bist Du konsequent genug, um dem Schipperke mit Liebe und Strenge Regeln beizubringen?
Kannst Du alle aufgeführten Dinge positiv für Dich beantworten, wirst Du lange Freude an Deinem lebenslustigen vierbeinigen Freund haben.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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