Saarloos Wolfhond

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Größe:
60 – 75 cm
Gewicht:
35 – 42 kg
Herkunft:
Niederlande
Lebensdauer:
10 – 12 Jahre
Farbe:
Schwarz, Weiß, Loh, Blau, Silber, Rot
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der Saarloos Wolfhond

Du spielst mit dem Gedanken, Dir einen Saarloos Wolfhond zu kaufen? Verständlich, immerhin sieht dieser Hund dem Urvater aller Hunde, dem Wolf, zum Verwechseln ähnlich. Darüber hinaus ist es ein würdevoller und sehr intelligenter Hund! Im folgenden Text erfährst du alles, was Du über diese beeindruckende Hunderasse wissen musst.

Es soll nicht nur darum gehen, wie viel Auslauf ein Saarloos Wolfhond benötigt, ob er stark oder wenig haart und was ihn charakterlich ausmacht. Sondern auch darum, wie Du ihn auslasten kannst, wann er für Dich überhaupt nicht passt, und warum er ursprünglich gezüchtet wurde.

Am Ende erwartet Dich eine Entscheidungshilfe, die Dir noch einmal vor Augen führt, welche Rahmenbedingungen für einen Saarloos Wolfhond unbedingt vorhanden sein müssen, damit er sich rundum wohl fühlt.
Wenn Du nachlesen möchtest, was für und gegen die Hundehaltung im Haus im Allgemeinen spricht, kannst Du dies hier nachlesen: Hund im Haus

Rassebeschreibung

Der Saarloos Wolfhond ist eine vom FCI offiziell aufgeführte Hunderasse. Er ist in der 1. Gruppe: Hütehunde und Treibhunde, Sektion 1 Schäferhunde zugeordnet, ohne Arbeitsprüfung. Mit einer Schulterhöhe von ca. 70 cm zählt er zu den großen Hunderassen.

Früher wurde der Saarloos Wolfhond als Herdengebrauchshund eingesetzt. Heutzutage hat der Saarloos Wolfhond keinen bestimmten Nutzungshintergrund, vielmehr wird er als Familien- und Gesellschaftshund gehalten. In der Form gibt es ihn seit knapp 140 Jahren. Somit handelt es sich bei dem Wolfshund um eine neuere Hunderasse.

Herkunft und Rassegeschichte

Wie der Name verrät, geht die heutige Züchtung auf den Niederländer Leendert Saarloos zurück. Er empfand, dass der Deutsche Schäferhund zu vermenschlicht war und hatte die Intention, natürliche Eigenschaften erneut einfließen zu lassen. Ziel war es, einen besseren Gebrauchshund zu züchten. Deshalb verpaarte Saarloos einen Schäferhund mit einem Wolf. Zwar waren die dabei entstehenden Hunde als Gebrauchs- oder gar Blindenhunde nicht geeignet, doch war der Vorläufer des europäischen Wolfshundes damit geboren.

Aussehen des Saarloos Wolfhond

Das wohl auffallendste und beeindruckenste Merkmal dieser Hunderasse ist sein Erscheinungsbild. Der Saarloos Wolfhond sieht einem Wolf zum Verwechseln ähnlich. Nicht nur sein äußeres Erscheinungsbild sieht aus wie ein Wolf, auch sein gesamter Körperbau, sein Gang und sein Fell erinnern an den Urvater aller Hunde. Sein Haarkleid bildet im Winter üppig Unterwolle und formt um den Hals einen deutlichen Kragen.

Im Sommer dominiert am gesamten Körper das stockhaarige Deckhaar. Im lockeren Trab kann er große Entfernungen überwinden. Seine Art sich zu bewegen, unterscheidet ihn stark von anderen Hundrassen. Es gibt den Saarloos Wolfhond in unterschiedlichen Farbschlägen, die von wolfsgrau, bis hell- bzw. dunkelbraun und wildfarben reicht.

Charakter und Wesen

Der Saarloos Wolfhond ist eindeutig ein Hund. Dennoch kommt er dem Wolf nicht nur in Bezug auf sein Aussehen, sondern auch charakterlich sehr nahe. So ist er lebhaft und energisch, verspielt und stolz, aber auch zurückhaltend, und vor allem Fremden gegenüber scheu und reserviert.

Er eignet sich aus diesem Grund keinesfalls als Wachhund, warnt seine Besitzer aber vor Fremden mit angemessenen Bellen. Für die Zwingerhaltung ist er absolut ungeeignet. Seine Nähe zum Wolf unterscheidet ihn von anderen Hunderasse stark. So kann seine Scheu gegenüber Fremden einen starken Fluchttrieb auslösen, bei dem es sich nicht zwangläufig um Angst, sondern vielmehr um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelt.

Wann ihm dies notwendig erscheint, entscheidet der Wolfshund selbstständig. Er ist sehr intelligent, selbstbewusst und sensibel. Als Familienhund eignet er sich, benötigt viele Kuscheleinheiten und kann mit Kindern aufwachsen. Von Natur aus ist er eher ruhig und bellt selten.

Haltung und Ernährung

Der Saarloos Wolfhond möchte unbedingt Familienanschluss und bleibt ungern alleine. Dies kann jedoch mit einiger Übung gelingen, wenn es von Welpenalter an trainiert wird. Er passt sich den häuslichen Rahmenbedingungen an, jedoch ist ihm Bewegung äußerst wichtig.

Er liebt es, sich bei Wind und Wetter zu bewegen. Bekommt er täglich ausreichend Bewegung in Form von ausgedehnten Spaziergängen, ist er ein zufriedener und ausgeglichener Hund. Ideal ist es, ihn in einem Haus zu halten, das einen Garten hat. Für eine kleine Wohnung in der Stadt ist diese Hunderasse vollkommen ungeeignet.

Da viele Wolfshunde von Natur aus einen Jagdinstinkt haben, sollten Spaziergänge immer in der Absicht stattfinden, den Saarloos Wolfhond währenddessen auch kognitiv zu beschäftigen.

An die Ernährung stellt der Wolfhund keine großen Ansprüche. Auch das liegt an seiner genetischen Nähe zum Wolf. Dennoch muss das Futter unbedingt qualitativ hochwertig sein, und ihn in allen Wachstumsphasen mit ausreichend Nährstoffen versorgen. Darüber hinaus sollte es an seinen individuellen Energiebedarf angepasst sein.

Natürlich kann der Saarloos Wolfhond auch gebarft werden. Wichtige Hinweise zu dieser Ernährungsform, kannst Du hier nachlesen: Barfen

Erziehung und Pflege

Wie bei allen Hunden auch, ist es beim Saarloos Wolfhond wichtig, konsequent zu erziehen, jedoch frei von jeglicher Strenge oder gar Härte. Im Gegensatz zu vielen Retrieverrassen, hat der Saarloos Wolfhond kein „will to please“. Auch ein Kadavergehorsam darf bei dieser Hunderasse nicht erwartet werden.

Der Wolfhund ist ein Hund voller Energie, der sowohl Charaktereigenschaften des Hundes als auch des Wolfes miteinander vereint. Sein blitzschnelles Reaktionsvermögen sowie seine Scheu vor fremden Personen, sind noch Eigenschaften des Wolfes. Die Treue, Loyalität und Verschmustheit sind die Charakterzüge, die er vom Hund hat.

Er ist seinem Besitzer gegenüber aufgeschlossen, anhänglich und zuverlässig. Trotzdessen sind die Wolfhunde sehr selbstbewusst, haben einen ausgeprägten Instinkt sowie ein starkes Rudelbewusstsein. Aufgrund seiner Scheue ist es absolut ratsam, ihn schon von Welpenalter an mit anderen Hunden zu sozialisieren. In der Regel lässt sich aber der Sarloos Wolfhond gut mit anderen Hunden sozialisieren. Auch mit fremden Menschen sollte er von Beginn an immer wieder in Kontakt kommen.

Es ist ratsam, ihn schon früh an alltägliche Situationen zu gewöhnen, wie das Einkaufen, die Begegnung mit dem Postboten oder der Besuch von der Familie.
Ein Saarloos Wolfhond ist sehr intelligent. Übt man mit ihm ein paar Mal ein Kommando, so hat er es schnell verinnerlicht. Doch der Intelligenz und vor allem der Eigenständigkeit des Wolfhundes ist es auch zuzuschreiben, dass er sich nicht unterdrücken lässt,

Entscheidungen gerne auch mal selbstständig trifft. So kann es zu Situationen kommen, in denen er lieber auf sich selbst hört als auf seinen Menschen. Man könnte den Eindruck bekommen, er denkt mit und kommt zu einem anderen Schluss als sein Frauchen oder Herrchen.

Mit drei Jahren gehört der Saarloos Wolfhond zu den Spätentwicklern. In der Erziehung gilt dies zu berücksichtigen. Hier ist eine Menge Gelduld, Toleranz und Humor erforderlich.

Der Saarloos Wolfhond ist in Bezug auf die Fellpflege nicht sonderlich anspruchsvoll. Sein Fell sollte regelmäßig – vor allem im Fellwechsel – durchgekämmt werden. Wie Du Auto, Haus und Sofa von Hundehaaren befreien kannst, erfährst Du hier. Nach Spaziergängen ist es ratsam, den Hund nach Zecken abzusuchen, da diese vor allem bei Hunden mit längerem Fell besonders gute Möglichkeiten haben, sich festzuhalten.

Wie Du es gar nicht soweit kommen lässt, dass Dein Hund von Zecken befallen wird, kannst Du hier nachlesen: Zecken bei Hunden vermeiden

Gesundheit und typische Krankheiten

Bei dem Saarloos Wolfhond handelt es sich um eine robuste Hunderasse, bei der jedoch einige Krankheitenr bzw. Defekte häufiger auftreten als bei anderen Hunderassen. Hier ist einerseits die Hüftgelenksdysplasie zu erwähnen. Hierbei handelt es sich um eine Erkrankung des Hüftgelenks. Die Gelenkkugeln sitzen bei Hunden mit HD nicht optimal in der Gelenkpfanne oder umgekehrt. Eine mangelhafte Ernährung kann die Entstehung bzw. den Krankheitsverlauf begünstigen.

Einige Wolfshunde können an Degenerative Myelopathie, kurz DM erkranken. Dies ist eine neurodegenerative Erkrankung, meist beginnend ab dem 8. Lebensjahr. Ist ein Hund daran erkrankt, werden seine Bewegungen zunehmend unkoordiniert bis er die Kontrolle der Hinterhand ganz verliert. Bei weiter fortschreitender Erkrankung sind auch die vorderen Gliedmaßen betroffen.

Der Hypophyser Zwergenwuchs, kurz HZ, kann bei einem Saarloos Wolfhond ebenfalls auftreten. Hierbei handelt es sich um eine Kleinwüchsigkeit. Betroffene Hunde haben ein fuchsähnliches Aussehen, häufig einen leichten Überbiss und behalten ihren Welpenflaum. Andere verlieren ihr Fell größtenteils. Das Deckfell bildet sich meist nur am Kopf und an den Pfoten. In manchen Fällen sind die Geschlechtsorgane missgebildet oder fehlen gänzlich.

Lebenserwartung vom Saarloos Wolfhond/h1]

Der Saarloos Wolfhond hat eine Lebenserwartung von ca. 12 Jahren.

Einen Saarloos Wolfhond kaufen

Du bist Dir sicher, dass ein Saarloos Wolfhond bei Dir einziehen soll? Bevor Du diese Entscheidung triffst, solltest du Dir folgende Fragen stellen:

  • Habe ich genügend Zeit, einem Saarloos Wolfhond gerecht zu werden?
  • Habe ich ausreichend finanzielle Mittel, um für Futter-, Tierarzt-, und Versicherungskosten aufzukommen?
  • Habe ich jemanden, der auf den Hund Acht gibt, wenn ich mal nicht kann?
  • Habe ich mich umfassend über die Rasse informiert?
  • Kenne ich eine kompetente Person, die mir helfen kann, wenn ich ein Problem in der Erziehung habe?
  • Bin ich dazu bereit, die nächsten 12 Jahre für ein Tier verantwortlich zu sein?
  • Sind die räumlichen Bedingungen auf einen Saarloos Wolfhond abgestimmt? (genug Platz, Garten)

Wenn Du alle Fragen mit einem klaren „ja“ beantworten kannst, steht dem Einzug eines Wolfhundes nichts mehr im Wege. Wichtig ist, sich einen seriösen Züchter auszusuchen. Unter keinen Umständen solltest Du einen Welpen kaufen, dessen Elterntier ein Wolf ist! Solche Kreuzungen tauchen zwischenzeitlich auf, diese Wolfhunde sind jedoch keinesfalls gesellschaftskompatibel.

Nimm Dir viel Zeit, und mache Dich in Ruhe mit dem Züchter Deiner Wahl vertraut. Lasse Dich nicht dazu verleiten, diesen Hund nur aus dem Grund zu kaufen, weil der Wolf immer schon zu Deinem Lieblingstier gezählt hat!

Entscheidungshilfe

Sei Dir bewusst, dass ein Saarloos Wolfhond kein Arbeitshund ist und keine bestimmte Aufgabe mehr hat. Er ist ein Familienhund, ein Freund und ein Begleiter. Dennoch benötigt er ausreichend Bewegung, die er bei Wind und Wetter einfordert. Die größte Herausforderung bei dieser Rasse ist seine Nähe zum Wolf, die sich in Reserviertheit und zum Teil auch Scheue zeigt.

Ein Wolfhund läuft nicht freudestrahlend dem Besuch entgegen, er reagiert reserviert und entscheidet selbst, wann er begrüßt. Darüber hinaus ist er ein absolutes Rudeltier. In Gesellschaft mit seiner Familie fühlt er sich am wohlsten, weshalb das Alleinsein mit ihm Schritt für Schritt mit viel Geduld und vor allem positiver Verstärkung geübt werden muss.

Wenn Du 40 Stunden in der Woche arbeiten musst, ist diese Rasse nicht das Richtige. Du solltest die Möglichkeit haben, viel Zeit mit ihm zu verbringen und ihm natürlich mit viel Liebe, Verständnis und Geduld begegnen.

Da der Saarloos Wolfhond dem Wolf sehr nahe steht, hat er eine sehr ausgeprägte Mimik und Körpersprache. Sein ursprüngliches Verhalten ist weitestgehend gewahrt. Deshalb ist es zwingend erforderlich, dass Du ihm Deine Qualität als Rudelführer unter Beweis stellst. Nur dann kann er Dir vertrauensvoll folgen und stellt Dich gleichzeitig nicht vor Probleme.

Mangelnde Führungsqualitäten haben immer ein Ungehorsam des Hundes zur Folge. Erwarte nicht von ihm, dass er Fremden gegenüber aufgeschlossen ist. Lasse zu, dass er sie meidet und übt gemeinsam Schritt für Schritt, dass er von ihnen nichts böses zu erwarten hat. Wenn Du diese Aspekte berücksichtigst, ihn mit Konsequenz liebevoll erziehst, wirst Du einen treuen Gefährten an Deiner Seite haben, der alles für Dich tun würde.

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