Japan Spitz

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Größe:
25 – 38 cm
Gewicht:
5 bis 10 kg
Herkunft:
Japan
Lebensdauer:
12 bis 14 Jahre
Farbe:
weiß
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Kleinhunde waren noch nie so beliebt, wie zur heutigen Zeit. Vor allem der Japan Spitz hat einiges zu bieten. Das Rassenportrait gibt Dir einen detaillierten Eindruck darüber, was Dich mit dem Kauf von einem japanischen Spitz erwartet und Du keine voreiligen Entscheidungen triffst. 

Rassebeschreibung

Eingeteilt ist der Japan Spitz in die FCI-Gruppe 5, welche Spitze sowie Hunde vom Urtyp umfasst. Im Detail zählt er zur Sektion 5 der asiatischen Spitze und verwandte Hunderassen, wie beispielsweise Chow Chow, Eurasier oder Akita.

Mit einer maximalen Größe von 35 Zentimeter gehört der Japan Spitz der Kleinhunde-Kategorie an. 

Herkunft und Rassegeschichte

Der Japan Spitz blickt auf eine lange Herkunftsgeschichte zurück. Als faktischer Existenznachweis gilt die Anerkennung seiner Rasse in Japan im Jahre 1913. Dort ist er vorrangig unter dem Namen „Nihon Supittsu“ bekannt.

Wie er nach Asien kam ist, ist nicht belegbar, aber es wird vermutet, dass er ursprünglich aus Europa abstammt und seine Basis im Weißen Spitz findet, der bereits ausgestorben ist. Auch dessen Herkunft ist nicht 100 prozentig geklärt.

Durch den Vergleich gefundener früherer Urahnen und dem Spitz, wie er heute bekannt ist, wird eine Verbindung und dementsprechend ein Ursprung in der Steinzeit angenommen. Archäologische Funde lassen darauf schließen. 

Spekulationen zufolge hat der Spitz den Weg nach Asien über aus Europa stammende Japan-Reisende Ende des 19/Anfang des 20 Jahrhunderts gefunden. Dass er eine starke Ähnlichkeit mit dem Deutschen Mittelspitz besitzt, untermauert diese These.

Dort blieben die Züchtungen bis heute in ihrer ursprünglichen und kleinen Form erhalten. In Europa wurde bei der Züchtung hingegen auf größere Spitze gesetzt.

Während der kleine Spitz aus Japan dort kaum noch Interesse findet, nimmt er in Europa und Nordamerika eine zunehmend beliebtere Position ein. 

Ursprünglicher Züchtungsgrund

Durch das Natural der ersten Spitzarten, wurden diese gern als Wachhunde eingesetzt. Vorteilhaft war hier ihre Sensibilität gegenüber Störungen in der Umgebung, wie beispielsweise durch das Erscheinen von Fremden, bei unbekannten Geräuschen oder Gerüchen.

Damit eignete sich die „alte“ Spitzrasse ideal für Bauern und/oder große unübersichtliche Gebäude/Gelände. Die Neigung zum lauten, schrillen Kläffen kam dem Hund zugute, weil es auch in weiterer Distanz zu hören war. Andere Ansprüche stellten damals die Stadtmenschen an Hunde.

Vor allem sollte er nicht bei jeder Kleinigkeit bellen und die Nachbarschaft sowie die eigene Ruhe stören. Das Resultat: der heutige Japan Spitz, der deutlich ruhiger ist und nicht als Kläffer gilt

Aussehen der „Hunderasse“

Der Japan Spitz zeigt sich mit kurzen Beinen und ausgewogenen Körper-Proportionen. Im Vergleich zum deutschen Spitz ist er mit einer Größe zwischen 25 und 35 Zentimeter deutlich kleiner. Die Hündinnen weisen in der Regel eine geringe Körpergröße, als ihre männlichen Artgenossen auf.

Ein typisches Erkennungsmerkmal für den Japan Spitz sind die kleinen, dreieckig geformten Stehohren. Seine Augen erscheinen wie dunkle Puppenknöpfe in Mandelform. Das Gesicht von diesem asiatischen Spitz läuft spitz zusammen. 

Sein Fell ist reinweiß. Es ist üppig gewachsen, lang und besitzt eine dichte Unterwolle, welche die oberen Haare leicht aufrecht stehen lässt und den Hund insgesamt voluminöser wirken lässt, als er tatsächlich ist. Das Deckhaar zieht sich um den Hals, an den Schulter sowie der Vorbrust herum wie eine Halskrause.

Seine Rute steht hoch und wird über dem Rücken geführt. Sie ist ebenso dicht behaart, wie der Rest des Körpers – mit Ausnahme von Gesicht, Ohren, vordere Läufe sowie den Sprunggelenken. Dort ist das Fell kurz, aber ebenfalls dicht gewachsen. 

Charakter und Wesen

Der Japan Spitz gilt als ein familienfreundlicher Begleithund, der sich durch sein angenehmes, ruhiges Wesen auszeichnet. Auf Fremde reagiert er mit gelassener Zurückhaltung, ohne misstrauisch zu sein.

Anders als der Deutsche Spitz, meldet er sich nicht bei jeder Störung, sondern in der Regel nur, wenn es sich um „Notfälle“ handelt, wenngleich er sich als ebenso wachsam wie der Deutsche Spitz präsentiert. Das macht ihn zu einem idealen Familien- und Wohnungshund.

Das weiße „Wollknäuel“ liebt das Spielen und Herumtoben. Im Freien zeigt er sich sehr energiegeladen und flitzt gern durch die Gegend. Aufgrund seiner Energie eignet er sich prima für Hundesportarten, bei denen sich der Japan Spitz auspowern kann, wie zum Beispiel beim Agility. 

Es ist ein intelligenter Hund, der auch geistig gefördert werden möchte, was sich vor allem auf seine Erziehung positiv auswirkt. 

Seine enorme Anhänglichkeit wird für manch einen Halter zu einer Herausforderung, denn der Japan Spitz bleibt kontinuierlich mit seinem Herrchen zusammen, wenn er nicht zur Trennung gezwungen wird.

Da ist der Japan Spitz schnell mal beleidigt und/oder traurig, wenn er nicht mit zur Arbeit oder in den Supermarkt darf. Ansonsten ist er ein idealer Partner für Menschen, die nicht gern allein sind und einen treuen Begleiter an ihrer Seite wünschen. 

Zudem ist der Japan Spitz sehr unkompliziert. Er stellt keine großen Ansprüche und ist auch nicht wählerisch, solange er sich austoben kann und an Herrchens Seite sein darf.

Mit Artgenossen und Katzen verträgt er sich gut, aber er akzeptiert sie nicht als Ersatz für den Mensch]was ihn zu einem sehr menschenbezogenen Vierbeiner macht. 

Kinderlieb ist der japanische Spitz ebenfalls. Vor allem das Spielen mit Kindern gefällt ihm. Doch solltest Du nicht vergessen, dass auch der kleinste und kinderliebste Hund „nur“ ein Tier ist und unter bestimmten Umständen anders reagiert, als normalerweise.

Kleine Kinder und vor allem Babys solltest Du deshalb niemals mit dem Japan Spitz und allgemein Hunden, allein lassen und Deinen Kindern den richtigen Umgang mit Hunden beibringen. 

Haltung und Ernährung

Der Japan Spitz fühlt sich überall wohl. In einer Stadtwohnung kommt er ebenso gut zurecht, wie auf einem Bauernhof. Als Wohnungshund benötigt er allerdings viel Auslauf und Beschäftigung, was er sich beim Freilaufen auf dem Land selbst ermöglicht.

Wird er in der Wohnung gehalten, sind lange Spaziergänge und/oder Toben auf Wiesen Pflicht. Zudem benötigt er Bezug zum Menschen, sodass er sich für eine Käfig-/Zwingerhaltung absolut nicht eignet.

Ebenso wenig ist er nicht gern allein. Das Zurückbleiben in der Wohnung ist ihm ein Graus, wenn der anhängliche Japan Spitz niemand Zweibeiniges in der direkten Umgebung sieht. Dementsprechend sollte er nicht gehalten werden, wenn er viele Stunden am Tag allein bleiben muss. 

In puncto Ernährung ist er nicht wählerisch. Aber als Kleinhund mit zartem Körperbau, ist Übergewicht in jedem Fall zu vermeiden und deshalb auf eine kalorienbewusste Ernährung zu achten. Weitere gesundheitliche Faktoren beruhen auf der Ernährung. 

In Bezug auf den Geschmack lässt der Japan Spitz sich nicht schnell vom Fressen abhalten. Ob Nass- oder Trockenfutter, beides nimmt er in der Regel gut an.

Wichtig ist, dass stets auf die richtige Dosiermenge geachtet wird, damit er kein Übergewicht erleidet. Snacks zwischendurch sollten nicht gereicht werden, vor allem nicht, wenn Sie aus zuckerhaltigen Stoffen bestehen.

Bei dem Futter ist auf verschieden Details zu achten, die förderlich gegen typische Erkrankungen und Übergewicht wirken können, zu dem der Japan Spitz besonders neigt. Auf einen hohen Getreidegehalt sollte verzichtet werden, weil dies das Körpergewicht schneller steigen lässt sowie der japanische Spitz mit Verdauungsstörungen darauf reagieren kann.

Optimal sind Futtermittel, die reich an Vitaminen, Proteinen und Mineralstoffe sind. Du solltest ausschließlich hochwertiges Hundefutter verwenden.

Es muss nicht das teuerste sein, aber Billigfutter wird meist den Ansprüchen für eine gesunde Tiernahrung nicht gerecht und es fehlt oftmals an wichtigen Stoffen in ausreichender Menge, wie sie der Japan Spitz benötigt. 

Eine mögliche Alternative stellt auch das BARFen dar. Hierbei solltest Du Dich genau informieren, damit Du weißt, wie diese Art der Fütterung funktioniert. 

Erziehung und Pflege

Durch seine hohe Intelligenz und seine ständige, hohe Bereitschaft Dazuzulernen sowie eine schnelle Auffassungsgabe, lässt sich der Japan Spitz sehr gut erziehen und trainieren.

Kommandos wie Sitz, Platz, Bleib, Aus oder Komm zählen zum Standard einer jeden Hundeerziehung. Das Apportieren und Gehorsamsübungen selbst beim Toben im Freien, bereiten ihm viel Freude, wenngleich aufgrund seines hohen Energielevels ein Geduld gefragt ist, bis die Erziehung tatsächlich und langfristig Früchte trägt. 

Weil der Japan Spitz so gut erziehbar und lernwillig ist, stellt er eine gute Wahl für diejenigen dar, die nur wenig bis keine Erfahrungen mit Hunden beziehungsweise mit Hundeerziehung haben.

Eine Anmeldung in einer Hundeschule wird insbesondere in dem Fall, aber auch grundsätzlich empfohlen, denn Erziehungsfehler lassen sich nur schwer wieder gut machen und zudem hat ein Japan Spitz viel Spaß am Training, an Spielgefährten und Förderung. 

Gesundheit und typische Krankheiten

Rassehunde sind grundsätzlich anfälliger für Krankheiten, als Mischlingshunde. Vor allem Erbkrankheiten können sich über Jahrzehnte und sogar Jahrhunderte übertragen, die als rassentypisch bezeichnet werden. Das ist auch beim Japan Spitz der Fall. Er besitzt eine höhere Neigung zu bestimmten Erkrankungen.

Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, sollte den Elternhunde Beachtung in Bezug auf etwaige rassentypische Erkrankungen geschenkt werden. Zusätzlich reagiert der japanische Spitz öfter als Normal auf Futterumstellungen. Bauchschmerzen und Durchfall kommen vor allem bei hoch getreidelastiger Nahrung vor. 

Zu den rassetypischen Erkrankungen zählen:

  • Patellaluxation (Herausspringen der Kniescheibe
  • Distichiasis (Anomalie des Augenlids mit vermehrten Tränenfluss als Folge)
  • Verengung der Tränenkanäle
  • Zahnprobleme
  • Arthrose

Lebenserwartung der „Hunderasse“

Bei guter Pflege, der richtigen Ernährung und regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Tierarzt, hat der Japan Spitz eine Lebenserwartung durchschnittlich zwischen 12 und 14 Jahren, wobei einige auch ein Alter von 16 Jahren durchaus erreichen können. 

„Hunderasse“ kaufen

Beim Kaufen von einem Japan Spitz, sollte wie bei jedem anderen Hund wohlbedacht sein. Es ist ein Lebewesen, das Schmerz ebenso empfindet wie Freude. Wenn Du Dir nicht absolut sicher bist, dass Du einen japanischen Spitz als Weggefährten haben möchtest, solltest Du (noch) keinen Kauf in Betracht ziehen.

Zudem solltest Du Dir bewusst sein, was auf Dich zukommt und Dir folgende Fragen beantworten, um zu beurteilen, ob Du den Ansprüchen des lebendigen, lebensfreudigen und anhänglichem Japan Spitz gerecht werden kannst und möchtest.

Beantwortest Du die Fragen mit Ja, steht der neuen Freundschaft nichts im Wege.

Hast Du die Lust, Möglichkeit und ausreichend Zeit für lange Sparziergänge?
Kannst Du dem kleinen Spitz ausreichend Fläche zum Austoben bieten?
Kannst du sicherstellen, dass der Hund nicht lange allein bleibt?
Kannst Du die Kosten stemmen, die auf Dich zukommen?

Kosten

Wenn Du Dir einen Japan Spitz Welpen anschaffen möchtest musst Du mit einem Kaufpreis zwischen 600 und 700 Euro rechnen. Ältere Tiere sind in der Regel günstiger, es sei denn, Du es handelt sich um einen Zuchthund. Aber bei den Anschaffungskosten bleibt es nicht.

Eine Hundehaltung bringt während des gesamten Tierlebens regelmäßige und vielfach unvorhersehbare Kosten mit sich. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Futter
  • Zubehör wie Geschirr, Leine, Hundebett, Fress- und Trinknapf
  • Pflegeprodukte wie beispielsweise Hundeshampoo und Fellbürste
  • Parasitenschutz wie Wurmkur und Flohspray
  • Tierarztbesuche, Impfungen und gegebenenfalls Medikamente oder Operationen
  • Tierhalter-Haftpflichtversicherung
  • Gegebenenfalls Unterbringung in Tierpension, wenn Du auf Reisen bist

Wo einen Japan Spitz kaufen?

Mit ein bisschen Glück findest Du in einem Tierheim einen Japan Spitz, der gern bei Dir einziehen würde, damit er nicht mehr so allein ist. Gegen eine geringe Schutzgebühr beziehungsweise Spende darfst Du ihm ein neues Zuhause geben, in dem er sich wohl und geborgen fühlt.

Und wenn er bereits älter ist, schenkst Du dem japanischen Spitz noch schöne Jahre. Er wird es Dir mit seiner Treue und Anhänglichkeit danken.

Eine andere Möglichkeit besteht mit dem Kauf bei einem Züchter. Hier erhältst Du in der Regel Welpen. Von einem Online- oder sogenannten „Kofferraum-Kauf“ solltest Du unbedingt Abstand nehmen.

Vor allem beim „Kofferraum-Verkauf“ handelt es sich in der Regel um unseriöse Anbieter, denen es in keinster Weise um das Tier geht, sondern rein um ihren Profit.

Die Chancen sind sehr hoch, dass die Japan Spitze krank sind. Nicht selten stirbt ein Tier kurze Zeit nach dem Verkauf. Zudem ist es aufgrund möglicher rassentypischer Erberkrankungen vorteilhaft, wenn Dir der seriöse Züchter die Gesundheit der Elterntiere nachweislich bestätigen und sie Dir zeigen. 

Entscheidungshilfe

Wenngleich der Japan Spitz sehr energiegeladen ist und viel Bewegung an der Luft braucht, zeigt er sich Zuhause als ein anhänglicher und ruhiger Hund, der nicht viel bellt. Er spielt und tobt gern, was ihn zu einem tollen Hund auch für Kinder macht, denen er sich gegenüber freundlich verhält. 

Seine hohe Intelligenz in Kombination mit enormer Lernbereitschaft, lassen ihn relativ leicht erziehen – in jedem Alter, wobei Erziehung natürlich von Anfang an erfolgen sollte.

Beim Futter stellt der Japan Spitz keine großen Ansprüche, jedoch neigt er schnell zu Übergewicht, welches gesundheitliche Folgen mit sich bringen kann.

Rassentypische Erkrankungen können auftreten, müssen aber nicht. Weil er haart, ist der Reinigungsaufwand vor allem während des Fellwechsels größer, als bei einem nicht-haarendem Hund.

Fazit

Wenn Du einen kleinen, agilen sowie treuen Familien- und/oder Begleithund sucht, den Du nicht allein lassen musst und Dich zu langen Spaziergängen begleitet, triffst Du mit dem Kauf von einem Japan Spitz eine gute Entscheidung.

Quellen

http://www.fci.be/de/nomenclature/5-Spitze-und-Hunde-vom-Urtyp.html

https://www.kleinspitz.de/spitz-ernaehrung/

https://www.focus.de/wissen/natur/hunde/japan-spitz-gelehriger-wanderer_aid_853262.html

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