Cane Corso Italiano

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Größe:
60 – 68 cm
Gewicht:
40 – 50 kg
Herkunft:
Italien
Lebensdauer:
10 – 12 Jahre
Farbe:
schwarz, schiefergrau, hellgrau, bleigrau, falbfarben, hirschrot, gestromt
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Unsere Gesellschaft vereinsamt immer mehr. Wo der Mensch früher eingebettet war im Schoß der Großfamilie, findet heute Kommunikation vorwiegend über das Mobiltelefon statt. Da verwundert es nicht, wenn die Sehnsucht nach einem Gefährten erwacht – ein Hund muss her. Bei dem großen Angebot und den zahlreichen Hunderassen stellt sich dann schnell die Frage, welcher es denn sein soll. Der Cane Corso Italiano ist ein Exemplar, das Eigenschaften wie Eleganz, Sportlichkeit und Schutz in sich vereint.

Rassebeschreibung:

Als wahres Muskelpaket erledigt ein geschulter Cane Corso Italiano die ihm gestellten Aufgaben, ob im Bereich der Bewachung, im Schutz seiner Familie oder auf der Jagd. Trotz seiner imposanten und teils furchteinlösenden Erscheinung entpuppt sich der Vierbeiner als liebevoller und anhänglicher Begleiter, besonders der Umgang mit Kindern liegt ihm sehr. Nichtsdestotrotz braucht der Cane Corso Italiano eine strenge und konsequente Führung, um zu vermeiden, dass er die Rolle des Rudelführers übernimmt. Deshalb sollten Hundeanfänger von der Anschaffung eines Cane Corso Italiano absehen und sich nach einem Hund umsehen, der leichter zu führen ist.

Herkunft und Rassegeschichte:

Cane bedeutet übersetzt Hund und Corso kommt von dem lateinischen Wort „cohors“, was soviel wie Wächter oder Hüter bedeutet. Damit wäre eine der Aufgaben dieser Rasse genannt. Bei uns ist der Cane Corso Italiano auch unter der Bezeichnung „Italienische Dogge“ oder „Italienischer Moloss“ bekannt. So ganz ist die Herkunft des Cane Corso Italiano nicht geklärt. Es wird aber vermutet, dass er ein Nachfahre des Römischen Molosser ist.

Bereits im 4. Jahrhundert nach Christus gab es auf Sizilien und in Süditalien einen Hirtenhund, der dem Cane Corso Italiano sehr ähnlich war. Behauptungen, dass der Cane Corso Italiano vom Mastino Napoletano abstammt, sind umstritten. Früher war diese Hunderasse in ganz Italien zu finden, während man sie heute hauptsächlich in Apulien und deren angrenzenden Regionen findet.

Die Anerkennung des Cane Corso Italiano durch den FCI fand erst 1996 statt. Heute wird der Cane Corso Italiano zum Bewachen von Haus und Hof sowie großer Rinderherden und zum Schutz der Familie eingesetzt. Früher wurde er auch zur Großwildjagd herangezogen. Nicht selten wird dieser Hund für die Arbeit auch im Rudel gehalten.

In manchen deutschen Regionen wird der Cane Corso Italiano als Listenhund geführt. Auch in bestimmten Schweizer Kantonen, in Liechtenstein und in einigen österreichischen Bundesländern wird der Cane Corso Italiano als gefährlicher Hund eingestuft. Im Kanton Genf in der Schweiz ist die Haltung dieser Rasse sogar gänzlich verboten.

Aussehen:

Mit einer Widerristhöhe von 64 bis 68 Zentimetern beim Rüden sowie 60 bis 64 Zentimetern bei der Hündin zählt der Cane Corso Italiano zu den mittelgroßen bis großen Hunden. Dabei legen Hunde dieser Rasse 40 bis 50 Kilogramm auf die Waage.

Sein Fell ist kurz, sehr dicht und glänzend mit etwas Unterwolle. Es existiert in den Farben schwarz, schiefergrau, hellgrau, bleigrau, helles und dunkles Falb, hirschrot sowie in allen Tönen gestromt mit schwarzer und grauer Maske, die jedoch nicht über die Augen gehen sollte. Eine weiße Pigmentierung auf Brust und Pfoten ist eher rar. Der kräftig gebaute, muskelbepackte Hund ist etwas länger als hoch.

Der Cane Corso Italiano verfügt über einen breiten, imposanten Kopf mit auffallendem Stirnabsatz sowie markanter Stirnfurche. Die dreiecksförmigen Ohren sind hoch angesetzt und hängend. Ohren und Rute werden in Italien oft noch kupiert, was in vielen anderen europäischen Ländern per Gesetz verboten ist. Die großen dunklen Augen verleihen dem Cane Corso Italiano den Ausdruck von Aufmerksamkeit und Wachheit.

Der Molosser besitzt einen muskulösen Hals, der den mächtigen Kopf mit dem molossoiden Körper verbindet. Nichtsdestotrotz stellt dieses Tier eine elegante Erscheinung dar, dessen Körper mit einer hohen, aber geraden Rute endet.

Charakter und Wesen:

Mit dem Stempel des Multitalents könnte man den Cane Corso Italiano versehen. Wurde er rückblickend vorwiegend zur Verteidigung , für die Jagd und zum Schutz herangezogen, stellt er heute mehr einen treuer Begleiter und Familienhund dar. Als grundsätzlicher Wachhund reagiert er auf äußere Bedrohungen nicht sehr friedfertig, wird aber dennoch nicht übermäßig aggressiv.

Dieser Hund hat ein überaus sensibles, ruhiges sowie häusliches und geduldiges Gemüt. Der Cane Corso Italiano hat einen ausgeprägten Willen, seinem Herrn zu dienen und zu gefallen und weicht diesem praktisch nicht von der Seite.

Auch wenn seine imposante Statur viele einschüchtert, ist der Cane Corso Italiano eines der wohl ausgeglichensten und ruhigsten Exemplare unter den Molossern. Im Zusammenleben mit Kindern erweist sich dieser Hund als perfekter Begleiter und Spielkamerad – er ist sehr geduldig und äußerst vorsichtig im Umgang mit den Kleinen.

Haltung und Ernährung:

Der Cane Corso Italiano benötigt einen ruhigen Platz im Haus, wo er sich ausruhen und zurückziehen kann. Dafür genügt auch eine kleine Decke oder ein Körbchen. Anfangs, wenn er sich dorthin zurückzieht, solltest Du ihn ausgiebig loben und streicheln und ihm eventuell eine Belohnung geben. So versteht der Hund bald, dass das sein Plätzchen ist, wo er bleiben soll, wenn er es gesagt bekommt oder er von sich aus in Ruhe gelassen werden will.

In den ersten Tagen, nachdem der Vierbeiner bei Dir eingezogen ist, muss er unbedingt lernen, für gewisse Zeitspannen allein zu bleiben, da dieser Hundetyp tatsächlich sehr anhänglich ist. Dabei genügen einige Minuten – bei der Rückkehr sollten Freudenausbrüche seinerseits am besten ignoriert werden und erst, wenn sich die Fellnase beruhigt hat, bekommt sie wieder Zuwendung.

Der Cane Corso Italiano ist ein sehr intelligenter und beweglicher Hund, weshalb er sich ausgezeichnet für die Teilnahme beim Agility eignet. Aufgrund seines beeindruckenden Ausmaßes stellt sich die Frage, ob der Cane Corso Italiano denn auch in einer Wohnung gehalten werden kann: Die Antwort auf diese Frage fällt ohne Zweifel positiv aus.

Tatsächlich zeichnet sich diese Hunderasse durch ihr ruhiges, so gut wie nie aufbrausendes Gemüt aus. Allerdings braucht der Cane Corso Italiano im Lauf des täglichen Lebens etwas Bewegung und du solltest zwei- bis dreimal mit ihm an die frische Luft gehen.

Die Ernährung stellt einen entscheidenden Beitrag zur Gesundheit eines Hundes dar. Deshalb sollte auf qualitativ hochwertiges Futter geachtet werden – egal, ob es sich dabei um Rohfutter, Trockenfutter, Nassfutter oder selbst zubereitetes Futter handelt. Bedenke, dass billiges und folglich meist minderwertiges Futter Deinen Hund krank macht. Folglich leidet nicht nur Dein Liebling, sondern auch Deine Brieftasche.

Der Cane Corso Italiano mag als Grundnahrungsmittel vor allem Fleisch. Dieses sollte in einem ausgewogenen Verhältnis mit Gemüse, Obst, Nudeln oder Reis dargereicht werden, damit das Tier neben den wichtigen Proteinen auch essentielle Vitamine und Mineralstoffe erhält. Bei der Gabe von Getreide solltest Du aber vorsichtig sein, da dieses Auslöser für Allergien und Nahrungsmittelunverträglichkeiten sein kann. https://www.haustierratgeber.de/hunde/ernaehrung/

Erziehung und Pflege:

In Sachen Erziehung sollte sich der Hundehalter unbedingt in die Hände einer erfahrenen Hundeschule begeben. Dort werden Junghunde und Welpen auch angemessen sozialisiert, was gerade im Fall des Cane Corso Italiano ein wichtiges Fundament für jede weitere Erziehung darstellt. Auch wenn sein Charakter von Ruhe und Besonnenheit geprägt ist, dürfen ungewünschte Konsequenzen aufgrund einer falschen oder gar fehlenden Erziehung nicht unterschätzt werden.

Verantwortungsbewusstheit und Konsequenz sind in der Erziehung des Cane Corso Italiano ausschlaggebend, will man einen pflegeleichten und folgsamen Hund. Ansonsten kann es schnell passieren, spätestens wenn der Vierbeiner ausgewachsen ist, dass er das Kommando am anderen Ende der Leine übernimmt. Ein Cane Corso Italiano braucht eine gewisse Strenge, aber ohne Härte und gehört auf keinen Fall in Anfängerhände.

Pflege braucht diese Hunderasse nicht übermäßig. Das Fell sollte alle zwei bis drei Tage grob gebürstet werden, um loses Haar zu entfernen. Auch waschen musst Du den Cane Corso Italiano nicht, es sei denn, er hat sich im Mist gewälzt. In diesem Fall kannst Du, unter Verwendung eines milden Hunde-Shampoos, Deinem Liebling ein Bad verabreichen.

Auch die Ohren sollten ab und zu auf Rückstände kontrolliert werden und die Krallen bei Bedarf gekürzt. Die Zahngesundheit des Cane Corso Italiano erhältst Du am besten durch die Gabe von speziellen Kauartikeln.

Gesundheit und typische Krankheiten:

Hüft- oder Ellenbogendysplasie: Wie viele große Hunde kann auch der Cane Corso Italiano von dieser Krankheit befallen sein oder sie im Lauf der Jahre bekommen. Wichtig ist, im Vorfeld abzuklären, ob der Züchter entsprechende Maßnahmen getroffen hat. Er kann die Abwesenheit einer Dysplasie zertifizieren. Das ist aber noch lange keine Garantie, dass der Cane Corso Italiano sein Leben lang davon frei ist.

Wichtig ist, das Tier im ersten Lebensjahr keinen langen Wanderungen oder schnellen Läufen in Form von Jogging- oder Radtouren auszusetzen. Außerdem solltest Du allgemein vermeiden, dass der Vierbeiner zu viel Treppen steigt.

Herzerkrankung: Auch hier kann der Züchter in Form von Selektion schon viel Leid verhindern. Sollte es aber dennoch dazu kommen, dass der Cane Corso Italiano an einer solchen Krankheit leidet, erkennt man diese an auffallender Müdigkeit, Kurzatmigkeit oder Husten. In diesem Fall solltest Du unbedingt den Rat eines Tiermediziners einholen.

Empfindliche Augen: Diese Hunderasse leidet nicht selten an den Folgen von Zugluft, Wind, Ventilatoren und Klimaanlagen. Achte also darauf, dass dein Hund nicht diesen Gegebenheiten ausgesetzt ist.

Achtung bei der Anschaffung eines weißen Cane Corso Italiano: Abgesehen davon, dass ein weißer Cane Corso Italiano nicht dem Rasse-Standard entspricht, sind diese Hunde, aufgrund eines Gendefekts, besonders häufig von Taubheit betroffen.

Lebenserwartung des Cane Corso Italiano:

Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Cane Corso Italiano liegt zwischen 10-12 Jahren. Du kannst seine Lebensspanne insofern beeinflussen, als dass Du ihn zum einen bei einem seriösen Züchter erwirbst. Ein gesundes Tier, dass sich am Leben erfreuen kann und seinem Halter Freude bringt, liegt auch in seinem Interesse. Durch Selektion ist der professionelle Züchter fähig, viele Krankheiten der Tiere schon im Vorfeld zu eliminieren.

Das können und wollen unseriöse Züchter nicht, weshalb Du von diesen Abstand nehmen solltest. Zum anderen kannst Du dafür sorgen, dass Dein Hund qualitativ hochwertiges und ausgewogenes Futter erhält, was der Gesundheit auch sehr förderlich ist. Nicht zuletzt ist Bewegung ein wesentlicher, ja sogar entscheidender Faktor für lebenserhaltende Gesundheit.

Cane Corso Italiano kaufen:

Gerade in Italien gibt es unzählige Züchter des Cane Corso Italiano, stammt das Tier ja aus diesem Land. In anderen europäischen Ländern stellt sich das Finden eines geeigneten Züchters oft als schwierig dar, da es von ihnen nicht sehr viele gibt. Deshalb muss man, wenn man sich für das Zusammenleben mit einem Cane Corso Italiano entschieden hat, eventuell auch längere Fahrtstrecken in Kauf nehmen.

Achte auf jeden Fall, dass es sich um einen Züchter mit Zertifikat handelt und lass dir dieses Dokument auch zeigen. Nicht selten stecken unseriöse Züchter hinter dem Verkauf von sogenannten Schnäppchen. Deren kriminelle Machenschaften verursachen nicht nur Leid auf der Hundeseite, in Form von Hündinnen, die als reine Zuchtmaschinen Verwendung finden, kleinen Welpen, die niemals die Wärme ihrer Mutter spüren durften und deshalb oft an Folgekrankheiten leiden müssen. Auch der Mensch wird in Mitleidenschaft gezogen, der eigentlich einen treuen Begleiter wollte, aber ein Nervenbündel erhält, dessen langwierige Krankheiten von einem Tierarzt teuer bezahlt werden wollen.

Der Preis variiert je nach Alter. Bekommt man einen Welpen mit Papieren bereits ab 600 Euro, muss man für einen ausgewachsenen und bereits erzogenen und geschulten Hund wesentlich tiefer in die Tasche greifen.

Entscheidungshilfe:

Egal ob groß oder klein, beim Kauf eines Rassehundes sollte man stets einen professionellen Züchter suchen, der sein Handwerk kennt und nicht nur profitorientiert arbeitet. Gerade wenn es um die Gesundheit des Tieres geht, ist die Investition in einen Profi gut angelegtes Geld.

Der Cane Corso Italiano ist, was Raumverhältnisse betrifft, ein sehr genügsamer Hund, der auch mit wenig Platz gut zurecht kommt. Nichtsdestotrotz solltest Du die Zeit haben, um mindestens zwei- oder dreimal mit dem Vierbeiner einen Spaziergang zu machen.

Diese Hunderasse zeichnet sich durch Geduld, Ruhe und Zuneigung seinem Herrn gegenüber aus. Andererseits braucht er Konsequenz und Strenge in der Erziehung, da er ansonsten die Führung übernimmt, was aufgrund seiner Kraft keine Schwierigkeit darstellt. Deshalb gehört der Cane Corso Italiano unbedingt in erfahrene Hände und ist nichts für Hundeanfänger.

Ein weiterer Aspekt bei der Anschaffung eines Cane Corso Italiano sind die Kosten. Zu den Anschaffungskosten summieren sich Kosten für Futter und Spielzeug, Erstausstattung, Hundesteuer sowie Tierarzt und Versicherung. Dies solltest Du bedenken, bevor Du Dich für den Kauf eines Cane Corso Italiano entscheidest.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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