Barbet

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Größe:
53 – 65 cm
Gewicht:
16 – 25 kg
Herkunft:
Frankreich
Lebensdauer:
10 – 12 Jahre
Farbe:
schwarz, braun, weiß, auch gescheckt
FCI Gruppen:
Preis
1.000 bis 1.200 Euro
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Der Barbet ist klug, freundlich und aktiv. Sein Element ist das Wasser, weshalb er im Deutschen auch „Französischer Wasserhund“ heißt. Die seltene Rasse vereint viele positive Anlagen in sich.

Den Zeitaufwand für den Hund solltest Du jedoch nicht unterschätzen. Erfahre hier alles über die interessante Rasse.

Rassebeschreibung

Der Barbet ist unter FCI-Standard-Nummer 105 klassifiziert. Er gehört zur Gruppe 8 – „Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde“ und dabei in die Sektion 6 – „Wasserhunde“.

Der Barbet gehört zu den ältesten Wasserhunden Europas.

Herkunft und Rassegeschichte

Mitte des 17. Jahrhunderts wird der Barbet zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Zu dieser Zeit ist er ein Begleiter französischer Bauern der Küstenregionen Frankreichs.

Er ist nicht nur Haus- und Hofhund, sondern auch ein zuverlässiger Begleiter bei der Jagd im Wasser. Der Barbet ist zur damaligen Zeit ein Hund der einfachen Leute, der Adel bevorzugt andere Rassen.

Viele Hunde, die im Wasser jagen und gewelltes Haar besitzen, werden seinerzeit unter dem Namen „Barbet“ zusammengefasst.

Über seine Vorfahren gibt es unterschiedliche Berichte. Mauren könnten den Barbet nach Spanien gebracht oder portugiesische Seefahrer ihn aus nördlichen Ländern mitgeführt haben.

Schon zur Römerzeit existieren Berichte über einen zottigen Hund, der auf der Iberischen Halbinsel und in Frankreich im Wasser arbeitet.

Das Interesse am Barbet lies im letzten Jahrhundert stark nach. 1970 gründeten Liebhaber dieser Hunderasse einen Verein, der das Überleben des Barbets sicherte.

Der Barbet soll Ahne vieler moderner Hunderassen ist. Dazu zählen Pudel, Irischer Wasserspaniel, Griffon oder Deutsch Drahthaar. Der Barbet ist sehr selten. Weltweit gibt es nur 400 bis 500 Tiere dieser Rasse.

Aussehen des Barbets

Barbet

Der Name Barbet ist dem französischen Wort „barbe“ für „Bart“ entliehen. Die Hunde besitzen einen ausgeprägten Schnurbart um die Nase herum. Am Kinn hat der Barbet einen kleinen Fellbart. Das Kopfhaar fällt bis zum Nasenrücken.

Das wuschelige, gelockte Fell des Barbets sticht sofort ins Auge. Von Natur aus ist es lang, manchmal bilden sich Schnüre in der Haarpracht. Einige Halter bevorzugen ein gekürztes Fell.

Das Fell ist wasserdicht und schützt den Hund vor Kälte und Nässe. Selbst eisiges Wasser macht ihm nichts aus. Die Fellfarbe kann weiß, grau, schwarz, braun, sandfarben oder lohfarben (falb) sein.

Alle Abstufungen zwischen falb und sandfarben sind erlaubt. Größtenteils ist der Barbet einfarbig, es gibt auch gescheckte Tiere. Der kompakte Körperbau ist gut proportioniert und athletisch. Ein Barbet ist beweglich und kräftig.

Die Höhe des Widerrists liegt zwischen 53 und 65 Zentimetern. Der mittelgroße Hund hat eine starke Rute. Der Barbet trägt sie im Normalfall hoch. Nur wenn er rennt, senkt er sie.

Sein Nacken ist kurz und kräftig. Die Ohren sind tief angesetzt und hängen lang herab. Auch die Ohren sind von langen Haaren bedeckt.

Charakter und Wesen

Barbets sind freundliche und sehr wasserfreudige Hunde. Sie können stundenlang im Wasser arbeiten und spielen. Natürlich kann der Barbet ausgezeichnet schwimmen.

Ursprünglich ist er bei der Jagd auf Wasservögel eingesetzt wurden. Teilweise wird er dies heute noch. In Frankreich gibt es einige Prüfungen, die er ablegen kann.

Dazu gehört es Enten aufzuspüren, zu apportieren und zu suchen, falls sie nach einem Schuss verloren gegangen sind. Der zähe Barbet führt diese Arbeiten ausdauernd und geschickt durch.

Er ist sehr führerbezogen, was besonders Jäger an ihm schätzen. Er verliert nie den Kontakt zum Führer, selbst in unzugänglichem Gelände wie Sumpf und Schilf nicht.

Auch als Haushund folgt der Barbet seiner Bezugsperson und zwar immer. Das ist sein natürliches Verhalten. Für manch einen mag sich das wie „verfolgt werden“ anfühlen, für andere gut.

Weil der Barbet sehr lernfähig ist, kannst Du ihm beibringen, in welche Räume er folgen darf und in welche nicht. Du kannst ihm antrainieren, dass er allein bleibt.

Das ausgeglichene, fröhlich-freundliche Wesen des Barbet macht ihn zu einem guten Familienhund. Der Umgang mit Kindern fällt ihm leicht und er mag es, wenn sie sein Fell streicheln.

Kleine Neckereien steckt er unbeeindruckt weg. Der Barbet ist genügsam, robust und anpassungsfähig. Er ist gesellig und fühlt sich im Kreis einer Familie wohl. Er ist loyal und achtet darauf, dass alle da sind.

Durch seine Intelligenz und seine ständige Lernbereitschaft lässt sich der Barbet recht leicht erziehen. Manchmal kann er etwas stur sein, denn Wiederholungen langweilen ihn. Positives Training greifen bei ihm besser als eine harte Hand. Dann stellt er sich quer.

Im Umgang mit Fremden ist der Barbet zurückhaltend. Gefällt ihm eine Person nicht, wird er nicht aggressiv. Er wendet sich gezielt der Bezugsperson zu, um zu erfahren, wie er sich am besten verhalten soll. Wenn ungewöhnliche Situationen entstehen, zeigt sie ein Barbet an. Zum Bellen neigt er allerdings nicht.

Haltung und Ernährung

Haltung

Der Barbet ist ein aktiver und intelligenter Hund. Du solltest ihn positiv auslasten, sonst sucht er sich selbst eine Beschäftigung. Die kann ganz anders sein, als was Du Dir wünschst.

Du solltest Dich viel mit ihm bewegen und beschäftigen, auch in der kalten Jahreszeit. Denn im Gegensatz zu vielen Artgenossen, machen ihm Schnee und Kälte nichts aus.

Selbst unter diesen Bedingungen kann er stundenlang draußen bleiben. Du solltest das also auch können und ebenso seine Begeisterung für Wasser teilen. Denn Wasser ist für diesen Hund von großer Bedeutung.

Am wohlsten fühlt sich der Barbet in einem Haus mit großem Garten. Idealerweise hat dieser auch Zugang zu einem Gewässer (Teich, Bach, etc.). Denn er durchstöbert für sein Leben gern das Schilf und springt ins Wasser. In einer Stadtwohnung fühlt sich ein Barbet nicht wohl.

Der Barbet kann aufgrund der guten Isolierung seines Fells problemlos in einer Hundehütte schlafen. Weil er aber die Nähe zu den Menschen liebt, solltest Du die Hundehütte nah am Haus aufstellen und tagsüber ausreichend Zeit mit Deinem Hund verbringen.

Isoliert wird er nicht glücklich. Er braucht die Nähe zu den Menschen. Wenn er genug Auslauf hat, beschäftigt sich der Barbet auch allein. Du kannst ihn also tagsüber allein lassen. Dann solltest Du sicherstellen, dass Dein Hund immer Zugang zu frischem Wasser hat.

Denn einem Barbet wird es schnell zu warm. Das gilt auch fürs Schlafen. Barbets schlafen gern in allen möglichen Positionen. Aber sie lieben die Kühle.

Fließen sind ihnen gerade recht, Teppich dagegen zu warm. Wenn die Fließen durch ihren Körper aufgewärmt sind, stehen sie kurz auf und legen sich einen halben Meter daneben, um erfrischt weiterzuschlafen.

Der Wasserhund apportierte ursprünglich Wasservögel, deshalb ist sein Geruchssinn exzellent. Er apportiert sehr gern. Du solltest aber aufpassen, dass dies im Rahmen bleibt. Denn es ist seine Lieblingsbeschäftigung. Wegen seines ausgeprägten Geruchssinns mag der Barbet alle Beschäftigungen, die seine Nase fordern.

Mantrailing oder Suchspiele entsprechen seinem natürlichem Verhalten. Auch alle anderen Arten des Hundesports (zum Beispiel Agility) sind für einen Barbet geeignet. Wenn Du lange Wanderungen liebst oder gern joggen gehst, wird Dich Dein Barbet gern begleiten.

Jeden Tag ein bisschen Gassi gehen ist für ihn zu langweilig und zu wenig Auslauf. Ein Barbet möchte körperlich und geistig gefordert sein.

Ernährung

Der Barbet stellt keine hohen Ansprüche an seine Ernährung. Viel Fleisch, wenig Getreide und Zucker sind Voraussetzung, dass Dein Hund gesund bleibt. So behält er eine schlanke Linie.

Übergewicht äußerst sich auch bei Hunden in höherer Anfälligkeit für Erkrankungen der Gelenke, des Herz- Kreislaufsystems und der Atemwege. Wenn Du Dir unsicher bist, ob Dein Barbet ein gutes Gewicht hat, kannst Du ihn im Abstand einiger Wochen wiegen.

Falls er zu dick ist, hilft mehr Bewegung Deinem Barbet, den Speck loszuwerden.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Wenn Du einige Dinge berücksichtigst, lässt sich ein Barbet leicht erziehen. Er ist schlau und lernt gern, doch deshalb langweilt er sich auch schnell. Und er merkt ganz genau, wenn Du inkonsequent bist. Bleibe lieber standhaft, aber sei nicht zu streng.

Dann kooperiert ein Barbet nicht mehr. Mit einer abwechslungsreichen Erziehung und positiven Verstärkungen kommst Du bei diesem sensiblen Hund am weitesten. Eine Hundeschule ist nicht nur für Anfänger zu empfehlen.

Hier lernt der Hund den Grundgehorsam und schließt Bekanntschaft mit andern Artgenossen. Barbet-Welpen kannst Du in der Welpenspielstunde gut sozialisieren. Wenn der Barbet als Welpe Kontakt zu andern Tieren (zum Beispiel Katzen) hat, wird er sie als erwachsener Hund akzeptieren.

Pflege

Der Barbet hat ein wunderschönes Fell. Damit es ansehnlich bleibt, braucht es viel Pflege. Du kannst Deinem Barbet eine kurze Mähne scheren. Im Sommer kann das für den Hund sogar eine Erleichterung sein.

Wenn Du Deinen „Kurzhaar“ Barbet regelmäßig kämmst, wirst Du kaum Probleme mit losen Haaren haben. Doch das Schöne am Barbet ist ja eigentlich die Wuschelmähne. Und die musst Du richtig pflegen, nur so kannst Du Verfilzungen vermeiden.

Du solltest regelmäßig, am besten täglich, hinter den Ohren, um den Bart, an den Achseln, am Bauch und Po bürsten. In seinem Fell sammelt der Barbet alles, was ihm in den Weg kommt: Sand, Schlamm, Ästchen, Blätter, Pollen, Schnee und natürlich Wasser, wenn er schwimmen geht.

Ein Barbet riecht aufgrund seines speziellen Fells weniger als andere Hunde, wenn er nass ist. Aber irgendwann riecht er. Dann muss er unter die Dusche.

Ein Hundeshampoo hilft Dir, allen Schmutz aus den Haaren zu bekommen. Damit Dein Barbet wieder schnell trocken ist, solltest Du Dir einen Hundefön besorgen.

Zwar friert der Barbet nicht, doch nasse Haare verfilzen. Außerdem wird die Wohnung nass, wenn der Hund mit nassem Fell herumläuft. Er kann ausrutschen und sich verletzen.

Im Bart des Barbets verfängt sich Futter während des Fressens. Entweder stutzt Du den Bart regelmäßig oder gewöhnst Dich daran, den Bart nach dem Füttern zu säubern. Das Gleiche gilt fürs Trinken.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Barbet ist allgemein robust. Wie viele Wasserhunde neigt er jedoch zu Ohrentzündungen.

Eine genetische Veranlagung für Epilepsie und die Fehlstellung des Augenlids (Entropium) finden sich in manchen Zuchtlinien.

Lebenserwartung des Barbets

Barbet

Der Barbet begleitet Dich circa zwölf Jahre lang – vorausgesetzt, er wird unter artgerechten Umständen gehalten.

Hunderasse Barbet kaufen

Der Barbet kann in Deutschland nur über den VBBFL e.V. gezüchtet werden. Solltest Du mit dem Gedanken spielen, einen Barbet zu kaufen, brauchst Du Geduld. Wende Dich frühzeitig an einen Züchter.

Dieser gibt Dir Auskunft über einen Wurf und über die Eltern. Er sollte alle wichtigen Daten dokumentiert haben. Wegen seiner Seltenheit bieten ab und an unseriöse „Züchter“ einen Barbet-Welpen an.

Seriöse Züchter beurteilen Tiere nicht nur nach Aussehen und Charakter, sondern lassen sie auch auf Hüftdysplasie und Ellbogendysplasie testen. Diese Ergebnisse kannst Du Dir zeigen lassen.

Entscheidungshilfe

Von seinem Charakter her ist der Barbet ein liebenswürdiger und anpassungsfähiger Hund. Er passt gut in eine aktive Familie. Er ist auch für Anfänger geeignet, wenn sie auf seine Sensibilität Rücksicht nehmen. Doch ein Barbet ist ein hoher Zeitaufwand für jeden Halter.

Er braucht jeden Tag mehrere Stunden Aufmerksamkeit. Fellpflege und Beschäftigung sind bei dieser Hunderasse hoch. Wenn Du Dich für einen Barbet entscheidest, solltest Du genügend zeitlichen Freiraum und ausreichend Begeisterung für Aufenthalte im Freien mitbringen.

Quellen

https://partner-hund.de/hunderassen/hunderassen-von-a-bis-z/barbet

https://barbet2014.jimdo.com/home-deutsch/wissenswertes-über-die-hunderasse-barbet/

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