Das Chinchilla kommt ursprünglich aus Südamerika, wo die Jagd nach ihrem schönen Fell sie beinahe ausgerottet hatte. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts begann die kontrollierte Chinchilla-Zucht in Europa, die anfangs der Pelzherstellung diente, die leider bis heute anhält. Als Heimtiere erlangten Chinchillas erst seit ca. 30 Jahren Beliebtheit.

Chinchillas werden mittlerweile in sieben verschiedenen Farben gezüchtet und erreichen ein relativ hohes Alter von bis zu 20 Jahren. Die Anschaffung sollte also wohl überlegt sein. Wie die meisten Nager auch, sollte auch das Chinchilla unbedingt mit mindestens einem Artgenossen zusammenleben.

Anschaffung eines Chinchillas

Bevor man sich Chinchillas zulegt, sollte man bedenken, dass Chinchillas gesellige Tiere sind, die man auf jeden Fall mindestens zu zweit halten sollte. Da es mit einigem Aufwand verbunden ist, zwei erwachsene Chinchillas später aneinander zu gewöhnen, sollte man am Besten gleich zwei zusammen kaufen. Geschwister-Tiere verstehen sich in der Regel besonders gut. Anfänger fahren am Besten mit zwei Weibchen. Aber auch zwei Männchen können sich gut verstehen, allerdings nur, wenn weit und breit kein Weibchen in Sicht ist. Paarweise kann man Chinchillas ebenfalls gut halten, dann sollte man allerdings das Männchen kastrieren lassen, da es sonst zu Nachwuchs kommen wird.

Aus dem Zooladen

Leider werden Chinchillas in Zoogeschäften oft nicht artgerecht gehalten. Das Personal kann oft keine fachkundige Auskunft über eine spezielle Tierart geben.

Sollten Sie trotzdem einen Tierladen Ihres Vertrauens gefunden haben, achten Sie auf folgende Umstände:

  • Macht die Zoohandlung allgemein einen sauberen und hygienischen Eindruck?
  • Sind insbesondere die Tierkäfige sauber? Die Einstreu sollte frisch aussehen, es sollten keine Verunreinigungen zu sehen sein. Auch kein vergammeltes Futter oder unsaubere Trinkmöglichkeiten.
  • In den Käfigen sollten nicht zuviele Chinchillas zusammenleben, die Käfige selbst sollten einen geräumigen Eindruck machen. Sie sollten artgerecht eingerichtet sein. Mit genügend Rückzugsmöglichkeiten und Trinkmöglichkeiten.
  • Die Geschlechter sollten getrennt gehalten werden. Einmal, damit sie wirklich das Geschlecht bekommen, dass sie möchten. Und zum Zweiten, damit sie nicht mit einem trächtigen Weibchen nach Hause kommen.
  • Die Tiere selbst sollten einen gesunden Eindruck machen. Da Chinchillas dämmerungs- und nachtaktiv sind, ist es klar, dass sie tagsüber einen verschlafenen Eindruck machen. Daher am Besten mal in den Abendstunden vorbeischauen. Ansonsten sollte das Fell glänzen, After, Augen, Nase und Mäulchen sollten sauber sein.
  • Der Verkäufer sollte Ihre Fragen zu Chinchillas ausführlich und sachkundig beantworten können.

Vom Züchter

Bei Chinchillas ist der beste Weg, der zum Züchter. Hier erwartet Sie in der Regel jemand, der sich bereits jahrelang mit dieser Tierart beschäftigt und der Sie beraten kann. Ein guter Züchter hat auch nichts dagegen, wenn Sie vorher ein- oder zweimal vorbeikommen, um sich die Tiere anzusehen und Fragen zu stellen.

Trotzdem gibt es leider auch hier schwarze Schafe. Achten Sie daher darauf, dass der Züchter nicht allzuviele Tiere hat, sonst ist er lediglich ein Vermehrer, der sich nicht mehr um die einzelnen Tiere kümmern kann. Zudem sollten Sie oben aufgeführte Punkte berücksichtigen.

Vom Tierschutz

Die Tierheime sind oft regelrecht überfüllt mit Kleintieren, auch Chinchillas sind immer mal wieder darunter. Diese Tiere wurden häufig unbedacht angeschafft oder haben sich bei jemandem unkontrolliert vermehrt und wurden deshalb abgegeben.

Tiere aus dem Tierheim sind in der Regel gut gepflegt, ärztlich versorgt und häufig bereits an Menschen gewöhnt.

Da Chinchillas ja sehr langlebig sind, kann man auch durchaus ein älteres Tier zu sich nehmen.

Ein Blick ins Tierheim oder auf unsere Tierschutzseiten lohnt sich auf jeden Fall.

Von Privatleuten

Leider scheint noch nicht jeder Chinchilla-Halter zu wissen, dass ein unkastriertes Männchen und ein Weibchen wahrscheinlich irgendwann für Nachwuchs sorgen. Manche Menschen finden es auch schön, mal Baby-Chinchillas zu haben. Dieser Nachwuchs wird dann häufig über örtliche Anzeigenblätter zu einem günstigen Preis angeboten. Wenn Sie sich vorher bereits ausführlich über Chinchillas informiert haben und den Eindruck haben, dass die Tiere bisher gut gehalten wurden, ist auch dies eine Möglichkeit ein Tier zu erwerben.

Chinchilla Haltung – Käfigeinrichtung

Da Chinchillas auf jeden Fall mindestens paarweise gehalten werden sollten, gehe ich bei nachfolgenden Angaben von zwei Tieren aus. Die allgemeinen Angaben gelten aber natürlich auch für Einzeltiere.

Standort

Die Chinchillas sollten in Ihrem Käfig weder großer Hitze (vor der Heizung), direkter Sonneneinstrahlung oder Zugluft ausgesetzt sein. Außerdem sollten keine tagaktiven anderen Tiere in dem Zimmer gehalten werden, da es die Ruhe der Chinchillas stört. Am Besten geeignet ist z. B. ein Schlafzimmer, in dem tagsüber weitgehend Ruhe herrscht, aber abends für ein wenig Unterhaltung gesorgt ist. Oder z. B. ein ruhiges Arbeitszimmer.

Chinchilla Käfig

Groß genug kann ein Chinchilla-Käfig gar nicht sein. Für ein Pärchen sollte er aber mindestens eine Grundfläche von 100 cm x 50 cm und ca. 100 cm Höhe sein. Ist der Käfig höher, müssen Zwischenböden eingezogen werden, damit die Tiere sich nicht durch Stürze verletzen können.

Ansonsten sollte der Käfig eine stabile Plastikwanne haben.

Die Inneneinrichtung

Ganz wichtig ist eine Trinkflasche, die außen an die Gitterstäbe gehängt werden kann.

Dann sollte ein geräumiges Schlafhäuschen zur Verfügung stehen. Am Besten pro Chinchilla eines. Bitte keine Plastikhäuser, sondern welche aus stabilem Holz.

Praktisch ist eine Heuraufe, die man von außen am Gitter befestigt. So wird das Heu nicht verschmutzt.

Dann sollte man noch einen stabilen Futternapf z. B. aus Keramik kaufen. Dies ist leicht zu reinigen und kann von den Tieren nicht umgeworfen werden.

Da Chinchillas gerne springen, sollten Sie Sitzbretter in verschiedener Höhe anbringen.

Chinchillas lieben Staubbäder. Dafür sollten Sie ein größeres, stabiles und flaches Gefäß verwenden, z. B. Tonschüsseln oder eine Auflaufform. Hier hinein kommt geeigneter Sand (z. B. Attapulgus, bitte keinen quarzhaltigen Sand verwenden!).

Chinchillas sind recht verspielt und nehmen z. B Röhren aus Ton oder Kork gerne an. Bei dieser Art von Spielzeug ist unbedingt darauf zu achten, dass sie nicht zu eng sind und keine scharfen Kanten haben. Bitte keine Rohre aus Kunststoff kaufen, denn diese können angenagt werden und das Chinchilla vergiften.

Sonstiges im Handel angebotene Spielzeug ist nicht nötig, schon gar nicht irgendwelche kuriosen „Trainingscenter“ aus Plastik, die meist nur dem herstellenden Menschen gefallen, aber überhaupt nicht für Tiere geeignet sind.

Die richtige Einstreu

Sie sollten unbedingt darauf achten, dass die Einstreu aus trockenen Kiefernholz-Spänen besteht. Die im Handel erhältlichen Streu-Pellets können von den Tieren gefressen werden, quellen im Magen auf und machen das Tier krank oder führen sogar zum Tod. Bitte auch keine Buchen-Einstreu verwenden, diese ist ebenfalls giftig für Chinchillas.

Auf die Einstreu können Sie loses Heu legen.

Chinchilla

Das Chinchilla als Haustier.

Was kostet ein Chinchilla?

Die aufgeführten Kosten gelten für ein Chinchilla. Zwei Tiere sind allerdings im Unterhalt nur unwesentlich teurer.

Anschaffungskosten

  • Das Chinchilla selbst, je nach Bezugsquelle und Farbe ab ca. € 50,- aufwärts. Bitte keine „Schnäppchen“ kaufen. Dies geht auf Kosten der Gesundheit der Tiere.
  • Der Käfig, sowohl selbstgebaut als auch gekauft ab ca. € 60,-
  • Schlafhäuschen, ab ca. € 15
  • Futternäpfe, ca. € 2,- bis € 8,- pro Stück (mindesten zwei sollten Sie haben, um immer einen reinigen zu können)
  • Trinkflasche, ca. € 5,-
  • Heuraufe, ca. € 5,-
  • Sandbecken, ca. € 7,-

Alles in allem müssen Sie für ein Chinchilla mit Anschaffungskosten von ca. € 180,- rechnen.

Regelmäßige Kosten

  • Futter ca. € 10 – € 15,- pro Monat, bei zwei Chinchillas ca. € 20,- bis € 25,-
  • Einstreu, ca. € 10,- pro Monat
  • Chinchillasand, ca. € 10,- pro Monat

Unregelmäßige Kosten

  • Urlaubsbetreuung, bei privatem Tiersitter ca. € 3,- pro Tag
  • Tierarztkosten, kann bei größeren Behandlungen schnell sehr teuer werden

Ernährung Chinchilla

Chinchillas sind relativ anspruchslose Fresser. Die Hauptnahrung sollte aus Chinchilla-Pellets (z. B. Berkel oder Ovator) und gutem Heu bestehen.

Als Leckerli ab und an können Sie Ihren Chinchillas folgendes geben:

Getrockneten Apfel, Hagebutten, Johannisbrot (trocken), Haferecken, Heucops, Äste, getrocknete Rosenblüten, getrocknete Brombeer- und Haselnussblätter, getrocknete Pfefferminze.

Alle Kräuter sollten grundsätzlich getrocknet sein. Wichtig: Keine Nüsse! Verzichten sollten Sie außerdem auf Joghurt-Drops oder Knabberstangen aus dem Handel.

Wenn Sie die Kräuter draußen selbst pflücken, sollte Sie natürlich darauf achten, dass sie ungespritzt sind und möglichst für Hunde unzugänglich wachsen. Auf jeden Fall erstmal gründlich waschen und dann trocknen.

Zeitaufwand für ein Chinchilla

Chinchillas sind relativ ruhige und vor allem nachtaktive Tiere. Daher beanspruchen sie tagsüber so gut wie keine Zeit. Sämtliche Aktionen mit und rund um das Chinchilla sollten auch erst abends erfolgen.

Täglich sollten Sie ihren Chinchillas gesicherten Freilauf gewähren. Hierbei liegt die Betonung auf „gesichert“. Als typische Nagetiere knabbern sie nämlich gerne alles an, was ihnen unter die Zähne kommt. Weder Kabel noch Möbel, Teppiche oder Schuhe sind vor ihnen sicher. Außerdem klettern Chinchillas gerne und setzen sich daher bei unbeaufsichtigtem Freilauf hoher Verletzungsgefahr aus.

Der Käfig sollte täglich von gröberen Verschmutzungen wie etwa älteren Futterresten gereinigt werden. Einmal wöchentlich sollte der Käfig von Grund auf gereinigt werden. Hierbei am Besten nur mit heißem Wasser die Wanne und die Gitterstäbe reinigen. Wenn Sie Putzmittel einsetzen, bitte sehr gründlich abspülen, da die Tiere sich daran vergiften können.

Täglich sollten Sie auch füttern und das Trinkwasser austauschen.

Das schöne Fell der Chinchillas sollte außerdem alle paar Tage gebürstet werden.

Chinchilla & Kind

Grundsätzlich kann man sagen, dass ein Chinchilla kein Heimtier für Kinder ist. Natürlich kann ein Kind lernen, mit einem Chinchilla umzugehen. Wenn das Tier aber hauptsächlich für ein Kind angeschafft werden soll, eignen sich Meerschweinchen oder Kaninchen besser.

Chinchillas sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sie sollten daher tagsüber nicht gestört werden (daher sollten sie auch nicht mit tagaktiven Tieren zusammenleben). Werden Chinchillas dauerhaft in ihrer Ruhe gestört, werden sie krank.

Damit ein Kind die speziellen Bedürfnisse eines Chinchillas verstehen kann, sollte es dann doch schon 12 Jahre alt sein.

Quellen:

www.zooroyal.de

www.herz-fuer-tiere.de

www.zoobio.de

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