Chinchilla Haltung: Das solltest du wissen

Du findest Chinchillas sehr possierlich und möchtest alles über Chinchilla Haltung wissen? Dann bist Du hier richtig!

Hier kannst Du nachlesen, wie ein Chinchilla Käfig artgerecht aussehen muss und was Du bei Chinchilla Haltung in der Wohnung beachten musst.

Chinchilla Haltung: Was ist ein Chinchilla eigentlich genau?

Vor der Haltung des Chinchilla steht das Wissen: Ein Chinchilla ist ein mittelgroßes nachtaktives Nagetier aus Südamerika. Sie haben dichtes, sehr weiches Fell und einen buschigen Schwanz, der bis zu 40cm lang werden kann.

Die Tiere wiegen je nach Unterart zwischen 500g und 8kg. Sie leben im Familienverbund, eine Chinchilla Einzelhaltung wird ausdrücklich nicht empfohlen.

Wegen des seidigen Fellkleides wird die Chinchilla Haltung auch in Form von Pelzfarmen betrieben – in unseren Breitengraden sind sie aber eher ein zutrauliches und anspruchsvolles Haustier.

Der Chinchilla Käfig sollte artgerecht sein

Chinchilla Haltung

Wie bei jedem Nagetier in Käfighaltung ist der Käfig zwar der Hauptaufenthaltsort, sollte jedoch regelmäßig für Erkundungsgänge in die Umgebung geöffnet werden.

Ein Chinchilla Käfig ist artgerecht, wenn dem Bewegungsdrang der Tiere Rechnung getragen wird. Chinchillas sind geübte Kletterer und halten sich gerne in oberen Astgabeln auf.

Du kannst nicht einfach einen Meerschweinchenkäfig umfunktionieren. Die Tiere brauchen mindestens eine Höhe von 1,50, um ihrem Kletterdrang gerecht zu werden.

Du solltest pro Chinchilla ein Minimum von 1 Kubikmeter berechnen und da eine Chinchilla Einzelhaltung nicht infrage kommt, muss Dein Käfig also mindestens 2×2 Meter groß sein.

Chinchilla Käfig artgerecht – Do it yourself!

Du kannst einen ausrangierten Kleiderschrank zum Chinchilla Käfig artgerecht umbauen. 3 Etagen mit Treppen oder Leitern hinein, unten so auskleiden, dass Du ihn gut reinigen kannst.

Türen durch Maschendraht ersetzen – fertig! Bei Käfigen der Marke Eigenbau ist es auch gut möglich, einen dicken Ast. Am besten mit Astgabel quer durch den Käfig zu stellen. Laufräder oder andere Spielgelegenheiten brauchen Chinchillas nicht. Tunnel und Klettermöglichkeiten sind ausreichend.

Neben dem Klettergerüst gibt es noch einige Basics, die im Käfig nicht fehlen dürfen:

  • Eine flache große Schale mit weißem Chinchilla-Sand. Die Tiere sind sehr reinlich und brauchen das zur Fellpflege.
  • Trinkflasche, die von außen in den Käfig ragt. Trinkbrunnen innen werden von den Tieren beim Toben umgeworfen.
  • Ein kuscheliges Haus, was zu drei Seiten geschlossen ist.
  • Ein kleiner Ball, den Du morgens immer ganz nach oben legst. Die Chinchillas spielen ihn im Laufe des Tages nach unten
  • Gespannte Seile und Taue. Chinchillas sind geübt Seiltänzer und schaukeln gern.
  • Heu und Zweige zum Knabbern und darin herumwühlen.
  • Einstreu aus Sägespänen, Rindenmulch oder Baumwolle.

Chinchilla Haltung in der Wohnung oder lieber draußen?

Chinchilla Haltung braucht Platz. Vielleicht ist Dir das in Deinem Wohnraum zu eng und Du hast einen Garten? Es wäre perfekt, wenn Du ein kleines Gartenhaus einfach zum Chinchilla-Haus umbauen könntest.

Aber auch ein Verschlag in einem Schuppen oder Carport ist für die Tiere geeignet. Bedenke aber, dass die Haltung eines Chinchilla keine Minusgrade verträgt.

Wenn es zu kalt wird, musst Du für ausreichend Dämmmaterial sorgen. Alternativ kannst Du eine Überwinterungsmöglichkeit zur Chinchilla Haltung in der Wohnung besorgen.

Gefahren für Chinchillas bei Außenhaltung:

Falls Du Deine Chinchilla Haltung im Garten hast, achte darauf, dass die Chinchillas nicht entwetzen können, aber das auch kein ungebetener Besucher zu ihnen hineinkommt.

Besonders in ländlichen Gegenden gehen Marder und Iltis nachts auf Beutejagd einen solchen Angriff überleben Chinchillas nicht.

Wenn Deine Tiere auch im Garten herumlaufen dürfen, solltest Du ein ausbruchssicheres Freilaufgehege nutzen.

Futter für die perfekte Chinchilla Haltung

Du kannst im Tierbedarf-Fachhandel spezielles Nagerfutter für Chinchillas kaufen. Prinzipiell fressen sie alles, was andere Nager auch fressen – sie sind klare Pflanzenfresser.

Du solltest bei der Chinchilla Haltung täglich frisches Obst und Gemüse (keine Kohlsorten!) zur Verfügung stellen und entfernen, was vom Vortag übrig ist. Außerdem Trockenfutter für Nagetiere.

Besonders gut sind aber Haselsträucher – die Tiere lieben die Blätter vom Haselbaum und nagen mit Begeisterung an den Zweigen.

Falls Du im Garten einen Haselstrauch hast, wirst Du ein entlaufenes Chinchilla mit großer Wahrscheinlichkeit dort wiederfinden. Bitte wechsle auch das Wasser im Käfig täglich.

Warum Chinchilla Haltung kostenintensiv sein kann

Chinchilla Haltung

Chinchilla Haltung ist keine billige Angelegenheit. Die Anschaffungskosten aus seröser Zucht liegen zwischen 80 und 250 Euro/Tier, der Käfig kostet natürlich auch einiges.

Dazu kommt die Einstreu unten im Käfig, die einmal in der Woche komplett erneuert werden muss. Die Tiere sind zwar reinlich und benutzen ihre bevorzugten Ecken zum urinieren, koten aber wahllos.

Außerdem sind Chinchillas Stresspinkler, das bedeutet, wenn sie sich erschrecken oder Angst haben, spritzen sie eine kleine Menge Urin ab. Das solltest Du auch beachten, wenn Du sie auf den Arm nimmst.

Deine Kleidung sollte gut zu waschen sein. Chinchilla-Sand ist relativ teuer, aber ein Ausweichen auf billigeren Vogelsand ist keine gute Idee – das macht das Fell rasch stumpf.

Wichtig für die Chinchilla Haltung: Der Nagedrang!

Nagetiere nagen. Chinchillas sind wahre Meister in dieser Disziplin – sie nagen alles an. Kabel, Schnürsenkel, Uhren, Schultern oder Füße – einfach alles.

Daher ist die Chinchilla Haltung in der Wohnung auch so problematisch: Sobald Deine Tiere im Auslauf sind, musst Du sie ständig im Blick haben. Andernfalls wirst Du ständig neue Ladekabel oder Stuhlbeine kaufen müssen, von Armbanduhren ganz zu schweigen.

Sie sind auch clever – während Du einen Chinchilla auf dem Arm hast und streichelst, kann Dir der zweite die Sandalen durchnagen.

Deshalb brauchen Chinchillas auch regelmäßige Pflege und sollten nicht über ein Wochenende sich selbst überlassen werden – sie nagen sich, wenn sie Hunger und Langeweile haben, auch durch Maschendraht hindurch.

Streicheln und Anfassen – die Haltung von Chinchilla braucht Fingerspitzengefühl

Für Kinder unter 10 Jahren sind Chinchillas als Haustiere nicht geeignet. Chinchillas nagen und knabbern nämlich auch mal in Finger und Füße, ein Kind muss alt genug sein, um das zu verstehen.

Sie sind aber, sobald sie Vertrauen gefasst haben, sehr anhängliche und zutrauliche Tiere. Lasse sie die ersten beiden Tage in Ruhe, aber lass Deine Hand bei der Fütterung immer ein wenig länger im Käfig.

Sie sind neugierige Tiere, sie werden kommen und schnuppern. Bist Du sie richtig streicheln kannst, braucht es ein paar Tage. Mehr zur Eingewöhnung von Kleintieren findest Du hier.

Tipps und Tricks für die Chinchilla Haltung

  • Hand nie von oben auf den Chinchillakopf. Chinchillas werden in der freien Natur oft von Vögeln gejagt und empfinden alles, was von oben kommt, als Bedrohung.
  • Chinchilla hochnehmen: führe beide Hände von links und rechts an den Bauch heran, als würdest Du einen Laib Brot anfassen wollen. Sie sind zarte Tiere – Du musst sie nicht zu fest anpacken.
  • Chinchilla in Einzelhaltung: Du tust weder dem Tier noch Dir selbst einen Gefallen. Die nachtaktiven Tiere brauchen Beschäftigung und Gesellschaft. Chinchilla in Einzelhaltung verkümmern und sind weniger zutraulich als die im Familienverbund. Sie brauchen die Gruppe, um sich sicher zu fühlen.

Bei guter Haltung vom Chinchilla – wie alt werden die kuscheligen Fellfreunde?

Du hast den Chinchilla Käfig artgerecht eingerichtet, mindestens zwei Tiere sind eingezogen – idealerweise zwei Männchen oder drei Weibchen.

Jetzt möchtest Du wissen, wie Du die Chinchilla Haltung für ein langes Leben optimieren kannst. Bei optimaler Chinchilla Haltung können die Tiere zwischen 15 und 20 Jahren alt werden.

Wenn in Deinem Haushalt noch andere Haustiere leben, kann das Deine Chinchillas unter Stress setzen und gestresste Tiere leben weniger lang. Besonders die Haltung von Vögeln sollte nicht mit der Chinchilla Haltung in der Wohnung im selben Raum erfolgen.

Chinchillas empfinden Vögel und Vogelgezwitscher als Bedrohung. Hunde und Katzen sind Chinchillas recht gleichgültig, was aber umgekehrt nicht immer der Fall ist lasse sie also nicht unbeaufsichtigt miteinander.

Andere Kleinnager wie Meerschweinchen oder Hasen sollten nicht im selben Käfig leben, werden sich aber beim täglichen Auslauf zumindest nicht aneinander stören.

Was Du sonst noch zur Chinchilla Haltung wissen musst:

Da Deine Chinchillas sehr alt werden, können Tierarztbesuche nötig sein, dafür solltest Du Dir eine passende Transportbox anschaffen.

Falls einer Deiner Chinchilla verstorben ist, kannst Du ein neues zu dem Verbliebenen setzen, aber es sollte unbedingt dasselbe Geschlecht haben. Pärchen aus beiden Geschlechtern werden sich nur verstehen, wenn sie bereits zusammen aufgewachsen sind.

Zu einem kastrierten Männchen solltest Du nie ein intaktes Weibchen setzen. Weibchen merken es, wenn das Männchen nicht mehr kann – und sind ihm gegenüber dadurch entsprechend aggressiv. Aufgrund der langen Lebensdauer lohnt sich eine Kastration auf jeden Fall.

Entscheidungshilfe:

Jetzt hast Du alles gelesen und bist noch nicht ganz sicher, ob Du Chinchillas ein Zuhause geben möchtest?

Vielleicht helfen Dir diese Fakten weiter: Chinchilla Haltung ist besonders beliebt bei Menschen, die nach einem langen Arbeitstag noch Zeit und Muße zu haben, sich um die Tiere zu kümmern.

Für Kinder ab 10 Jahren sind sie gute Begleiter durch die Pubertät da sie anspruchsvoller sind als Kaninchen, aber auch zu weit mehr Interaktion mit dem Menschen fähig sind.

Ihre für Nagetiere hohe Lebenserwartung macht die Chinchilla Haltung zu einem dauerhaften Vergnügen.

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