Trockenfutter für Katzen – womit darfst Du Deine Katzen füttern?

Lesedauer: 7 Minuten Aufrufe 100

Dass Katzen gerne jagen und die Beute nicht immer selbst fressen, weiß jeder Katzenliebhaber: Bisweilen wird die Maus als Geschenk vor dem Bett abgelegt.

Aber wie kannst Du Deine Katze vom Jagen abhalten und artgerecht ernähren? Trockenfutter für Katzen ist kostengünstig – aber ist es auch gut? Oder ist Nassfutter besser?

Trockenfutter für Katzen: Was ist zu beachten?

Trockenfutter für Katzen

Mäuse, Vögel, kleine Amphibien und sogar Eidechsen: Vor einer Katze ist kein kleines Tier wirklich sicher. Als Jäger geschätzt, wurden Katzen nie richtig domestiziert.

Bis heute sind sie unabhängig vom Menschen und kommen und gehen, wann sie wollen.

Dementsprechend wählerisch gibt sich die Hauskatze beim Futter: Viele Tiere fressen nur ein oder zwei Futtersorten und lassen sich auf keinen Fall von einem anderen Futter überzeugen.

Aber wie ist das mit Trockenfutter für Katzen? Muss gutes Katzenfutter immer nass sein, oder können Katzen auch mit Trockenfutter artgerecht ernährt werden? Und was sollte hochwertiges Katzenfutter enthalten?

Trockenfutter für Katzen ist die günstigste Art, eine Katze zu ernähren. Eine Tagesration Trockenfutter kostet beim Discounter um die 5 Cent, bei Nassfutter sind es meist 40 Cent.

Frischfleisch, Frischfisch und Selbstgekochtes ist dagegen sehr viel kostenintensiver. Aber was sollte das Katzenfutter enthalten? Lässt man Katzen selbst für ihre Ernährung sorgen, fressen sie überwiegend Fleisch.

Die kleinen Beutetiere werden komplett verspeist, so dass mit dem Inhalt des Verdauungstrakts der Tiere auch pflanzliche Nahrung im Katzenmagen landet.

Das ist nicht viel, und manche Katzen lassen den Magen der Beutetiere auch liegen und fressen ihn nicht. Der Anteil an pflanzlichen Bestandteilen ist in Trockenfutter für Katzen aber meist höher, er kann bis zu 80 % betragen.

Oft ist das Futter zum größten Teil aus Mais, Soja, Weizen und Reis hergestellt. Vertragen Katzen das dauerhaft?

Hochwertiges Katzenfutter kann durchaus trocken sein

Trockenfutter für Katzen muss kein Nassfutter sein. Werden Katzen schon als Jungtiere an Trockenfutter herangeführt, lernen sie auch, neben dem Fressen zu trinken.

Das ist ein häufiger Kritikpunkt: Werden Katzen mit Trockenfutter ernährt, nehmen sie meist nicht ausreichend Flüssigkeit auf.

Denn Katzen trinken nicht gerne. Flüssigkeitsmangel führt bei den Tieren aber zu Harnwegsproblemen und kann die Lebensdauer der Tiere merklich verkürzen.

Beim Kauf von Katzenfutter solltest Du grundsätzlich darauf achten, dass es viel Fleisch enthält. Der Anteil an pflanzlichen Bestandteilen sollte bei Nassfutter wie bei Trockenfutter bei weniger als 10 % liegen.

Denn Katzen können pflanzliche Nahrung und insbesondere Getreide nicht verdauen – ihnen fehlen die nötigen Enzyme.

Fressen Katzen den Verdauungstrakt ihrer Beutetiere, ist die Nahrung in diesem Verdauungstrakt schon vorverdaut. Die Nährstoffe aus Getreide und anderen Pflanzen sind also aufgespalten und können von der Katze aufgenommen werden.

Auch hochwertiges Katzenfutter ist nicht vorverdaut, hier muss der Verdauungstrakt der Katze sehen, wie er klarkommt.

Zahlreiche Studien und Tests beschäftigen sich immer wieder mit Trockenfutter für Katzen (und für Hunde – das Futter muss artgerecht sein). Wenn Du Dich auf ein Testurteil zum Trockenfutter für Katzen verlassen willst, achte darauf, was getestet wurde.

Wurde das Futter ausgezeichnet, weil es genau das enthält, was auf der Packung angegeben ist? Oder wurde es für das gute Preis-Leistungs-Verhältnis ausgezeichnet?

Vielleicht hat es auch das gute Testurteil erhalten, weil es tatsächlich sehr knusprig ist und angenehm riecht. Schau Dir die Inhaltsstoffe des Futters an: Enthält das Futter zu 80 % oder mehr tierische Bestandteile, die die Katze verdauen kann? Ist kein Zucker zugesetzt? Hat der Hersteller auf den Zusatz von Konservierungsmitteln und Antioxidationsmitteln verzichtet?

Katzen haben keine Geschmacksrezeptoren auf der Zunge, aber Reißzähne

Um Getreide zu verdauen, benötigt ein Tier Mahlzähne. Die Backenzähne des Menschen beispielsweise sind dazu geschaffen, harte Körner und Samen zu zermahlen, Kohlenhydrate werden schon über den Speichel vorverdaut.

Das nehmen wir auch wahr: Wenn wir lange auf Nudeln, Brot, Reis oder Mais herumkauen, schmeckt es sehr süß. Das ist angenehm. Die Katze hat keine Mahlzähne.

Und sie hat keine Geschmacksrezeptoren auf der Zunge, kann also gar keine Geschmacksrichtungen wahrnehmen. Sie reißt kleine Happen von ihrer Beute ab und schlingt sie ganz hinunter.

Erst im Magen beginnt die Verdauung. Trockenfutter müssen Katzen kauen, es ist hart und knusprig. Das soll die Zähne pflegen.

Tatsächlich enthält das Futter aber Kohlenhydrate, die für die Zähne gerade nicht gut sind. Kohlenhydrate sind ein toller Kalorienlieferant und sorgen dafür, dass so manche Katze zu dick wird.

Ein weiterer Nachteil von Getreide im Katzenfutter: Kohlenhydrate sind parasitenfreundlich.

Und noch ein Grund spricht gegen getreidehaltiges Futter für Katzen. Getreide belastet die Nieren stark und führt bei vielen Katzen zu Verdauungsbeschwerden, zu Diabetes, Blasensteinen und Krebserkrankungen.

Bekommen Katzen Trockenfutter, das einen hohen Anteil pflanzlicher Nahrung enthält, können sie Allergien und Tumore entwickeln.

Warum fressen Katzen Trockenfutter, das nicht gut für sie ist?

Trockenfutter für Katzen

Katzen fressen, was verfügbar ist. Auch wenn Deine Katze manches Futter verschmäht und bisweilen wie ein echter Gourmet daherkommt, fressen Katzen auch vieles, was nicht gesund für sie ist.

Trockenfutter für Katzen lässt sich unter Umständen gut schlingen und macht satt – es quillt im Magen auf und entzieht dem Körper Feuchtigkeit. Trotzdem frisst Deine Katze das Futter,r wenn sie von Anfang an daran gewöhnt ist.

Du kannst das in etwa mit einem kleinen Kind vergleichen: Wir alle wissen, dass zu viel Zucker ungesund ist. Trotzdem würden sich Kinder liebend gerne ausschließlich von Süßigkeiten ernähren, wenn man sie lässt.

Und auch manche Erwachsene können Softdrinks, Chips, Schokolade und Gummibärchen einfach nicht widerstehen. Viele Arten von Trockenfutter sind für Katzen im Grunde genommen Leckereien, die ihnen nicht gut tun. Trotzdem fressen sie das Futter.

Säugetiere sind in dieser Hinsicht doch alle ähnlich, und der Mensch ist keine Ausnahme.

Wie sollte gutes Katzenfutter aussehen?

Wichtig ist, dass hochwertiges Katzenfutter viel Fleisch und Fisch enthält. Katzen benötigen keine Kohlenhydrate, aber viel Eiweiß. Vor allem die Aminosäure Taurin ist essentiell für sie.

Und diese Aminosäure kommt nur in Fleisch und Fisch vor. Die Katze benötigt diese Aminosäure, um Knochen, Sehnen und Muskulatur aufzubauen.

Eine gesunde Katze hat viel davon – die flinken Jäger gehen bei einer artgerechten Ernährung drahtig-muskulös durchs Leben und setzen kein Fett an. Vitamin benötigt die Katze ebenfalls.

Denn das Vitamin wird für verschiedene Nervenfunktionen gebraucht. Es ist als Vorstufe beispielsweise in Leber enthalten. Viele Katzen lieben Leber!

Eine artgerechte Fütterung für Katzen sieht im Idealfall kein Trockenfutter für Katzen vor, sondern Nassfutter. Du kannst es aber auch mit BARF versuchen.

BARF steht für Biologisches Artgerechtes Rohes Futter. Gemeint ist damit, dass Du Deine Katze so ernährst, wie sie das in der Natur auch tun würde.

Nassfutter, das zu einem hohen Anteil aus Fleisch besteht, ist eine Möglichkeitkeit der Ernährung. Aber wirklich nahe kommt der frisch gefangenen Maus nur, wenn Du Deiner Katze frisches Fleisch und frischen Fisch servierst. Katzen räubern in der Natur selten auch Eier, und sie wollen vor allem immer frische Nahrung haben. Das abgepackte Hackfleisch vom Discounter verschmähen die meisten Tiere ebenfalls. Und das tun sie aus gutem Grund.

Du erkennst, ob Du hochwertiges Katzenfutter fütterst

Wenn Du Trockenfutter an Katzen füttern willst, solltest Du die Tiere gut beobachten. Ist Dein Tier eher energielos, tobt wenig und wird trotzdem dick, ist das Futter zu kalorienhaltig.

Meist ist das auf einen zu hohen Anteil an Getreide im Trockenfutter für Katzen zurückzuführen.

Ist Deine Katze schon älter, muss sie nicht fett werden. Hochwertiges Katzenfutter hält die Tiere auch im Alter schlank und agil.

Übrigens ist hochwertiges Katzenfutter vor allem für Tiere wichtig, die Leistung erbringen müssen: Ist Deine Katze trächtig oder säugt, braucht sie gutes Katzenfutter. Ein Deckkater muss ebenfalls mit artgerechtem Futter versorgt werden, weil er sonst nicht leistungsfähig ist.

Trockenfutter für Katzen ist eigentlich für Menschen gemacht

Es ist völlig verständlich, wenn Katzenhalter das Futter für ihre Tiere gerne kostengünstig halten wollen. Das wissen die Hersteller auch und bewerben Trockenfutter für Katzen als besonders attraktiv im Preis-Leistungs-Verhältnis.

Aber wie sieht diese Leistung aus? Katzen würden Trockenfutter nie selbst kaufen, das ist klar – sie würden Mäuse kaufen. Trockenfutter für Katzen hat einige Vorteile für Dich als Katzenhalter oder Katzenhalterin.

Katzen Trockenfutter ist günstiger als Nassfutter und vor allem günstiger als Frischfleisch. Das Futter hält sich, auch wenn die Packung geöffnet ist, für eine längere Zeit.

Wenn Deine Katze Freigänger ist und unregelmäßig zum Futterplatz kommt, kannst Du Katzen Trockenfutter auch ein paar Stunden dort stehen lassen – solange es trocken bleibt, kann Deine Katze es immer noch fressen und wird es auch mögen.

Das ist vor allem für berufstätige Menschen praktisch, aber auch dann, wenn Du übers Wochenende wegfährst und Deine Katze ohnehin halb autonom lebt.

Immerhin kann sich Deine Katze dann selbst bedienen. Du musst also nicht die ganze Zeit die Katze beobachten und versuchen zu verstehen, ob sie gerade Hunger hat.

Trockenfutter für Katzen ist meist ein Vollfutter. Die Hersteller geben also an, dass das Futter in der angegebenen Tagesration alles enthält, was Deine Katze benötigt.

Bei manchen Sorten Nassfutter solltest Du nämlich noch Fleisch zufüttern oder Deine Katze mit Nahrungsergänzungsmitteln versorgen. Aber Vorsicht: Achte wirklich darauf, was der Hersteller angibt! Nicht jedes Trockenfutter für Katzen ist wirklich ein Vollfutter!

Die meisten Katzen mögen die kleinen knusprigen Bröckchen gerne, so dass sie Trockenfutter ohne Probleme annehmen.

Solange das Trockenfutter wirklich aus Fleisch besteht und nicht aus tierischen Nebenprodukten (das ist ein Euphemismus für Abfälle aus der Schlachtung) und Getreide, spricht nichts dagegen, dass Du Deine Katze hin und wieder mit Trockenfutter ernährst.

Und natürlich kannst Du es den Katzen füttern, wenn Du sie belohnen willst. Als Leckereien eignet sich vor allem hochwertiges Katzenfutter in trockener Ausführung sehr gut.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

Gib jetzt deine Bewertung ab:
Bewertung:
Ihre Bewertung: {{rating}}

Ähnliche Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.