Fellwechsel bei Katzen – Darauf solltest Du achten

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Zweimal im Jahr ist es soweit: deine Katze verliert ihr Fell. Im Frühling und im Herbst findest du in deiner Wohnung bestimmt besonders viele Haare. Für deine kleinen Stubentiger kann diese Zeit mitunter sehr anstrengend sein. Hier erfährst du, worauf du besonders achten solltest. 

Warum gibt es einen Fellwechsel bei Katzen? 

Im Herbst werden die Tage kürzer und das Tageslicht nimmt immer mehr ab. Deine Katze reagiert auf diese Veränderung. Melatonin, ein Hormon, das den Tag-Nacht-Rhythmus steuert, wird vermehrt gebildet. Aufgrund dieser Faktoren wird das leichte Sommerfell gegen ein dickes Winterfell getauscht. Je kälter die Temperaturen sind, desto mehr Unterfell wird deine Katze bilden. Im Frühling wird das Deckhaar kürzer und die Unterwolle leichter. Vielleicht ist dir während dieser Zeit eine Veränderung der Fellfarbe aufgefallen. Dieses Phänomen kann durch die vermehrte Produktion von Melanin auftreten. Je nach Jahreszeit färbt sich das Fell heller oder dunkler. Bei manchen Katzenarten wie der Siamkatze spielt sogar die Hauttemperatur eine Rolle bei der Fellfarbe. 

Der Fellwechsel bei Freigänger dauert in der Regel 6-8 Wochen. Freigänger nehmen Temperaturunterschiede schneller und stärker wahr, weshalb der Wechsel des Fells intensiver stattfindet. Wohnungskatzen sind nicht den kalten Außentemperaturen ausgesetzt und verlieren deshalb über einen längeren Zeitraum ihr Fell. Vor allem zwischen April und Oktober wirst du auf deinen Möbeln vermehrt Katzenhaare finden. Ein Fellwechsel ist ganz normal und ein Tierarztbesuch ist nicht nötig. Erst wenn zusätzlicher Haarverlust oder Juckreiz auftreten, solltest du einen Arzt aufsuchen.

So kannst du deiner Katze beim Fellwechsel helfen

Der Fellwechsel kann für deine Katze ziemlich anstrengend werden. Besonders ältere Katzen und Langhaarkatzen leiden unter der Last der vielen losen Haare. Der Organismus läuft auf Hochtouren und verbraucht Energie, was sich auf die Abwehrkräfte deiner Katze auswirkt. Pilzinfektionen können nun vermehrt auftreten. 

Du willst deiner Katze in dieser Zeit bestimmt helfen und ihr den Fellwechsel so angenehm wie möglich gestalten. Die nachfolgenden Tipps machen es dir und deiner Katze besonders leicht.

Fellpflege durch häufiges Bürsten

Während der Zeit des Fellwechsels ist es sinnvoll, deine Katze täglich zu bürsten. Dabei ist es wichtig immer in die Fellrichtung zu bürsten. Achte bei Langhaarkatzen besonders auf Stellen unter den Beinen und am Bauch, denn an diesen Stellen entstehen häufig kleine Verfilzungen und Knoten. Die meisten Katzen mögen die Berührungen am Bauch nicht, fange am besten in kleinen Schritten an und gewöhne sie langsam an die Berührungen mit einer Bürste. Generell kommt es nicht selten vor, dass Katzen die tägliche Fellpflege verweigern, deshalb solltest du schon im jungen Alter mit dem regelmäßigen Bürsten beginnen.   

Tipp: Sehe das Bürsten deiner Katze als tägliches Ritual. Suche dir am besten einen ruhigen Ort für die Fellpflege aus und belohne deinen Liebling zwischendurch mit einem Leckerli. Nach einiger Zeit wird sich deine Katze an diese Routine gewöhnen und die Zweisamkeit mit dir immer wieder einfordern. 

Je nach Beschaffenheit und Länge der Haare solltest du unterschiedliche Bürsten und Kämme für den Fellwechsel verwenden. Am besten probierst du am Anfang unterschiedliche Bürsten mit weichen oder härteren Borsten aus und achtest auf das Verhalten deiner Katze. Sie wird dir schnell zeigen, welche Bürste akzeptiert wird und welche eine falsche Entscheidung war. Ein Fellhaar-Handschuh kann zusätzlich für die Entfernung von losen, oberflächlichen Haaren benutzt werden. 

Tipp: Du hast eine Langhaarkatze und findest immer wieder Verfilzungen und Knoten im Fell? Spezielle Filzhaken helfen bei der Entfernung von kleinen Knoten. Bei besonders hartnäckigen Verfilzungen hilft meistens nur noch der Griff zur Schere. Wenn bei deiner Katze häufig Verfilzungen auftreten, kann das nicht nur am Fellwechsel liegen. Kontrolliere den Mineral- und Vitamingehalt und suche das Fell regelmäßig nach möglichen Zeckenbissen ab. 

Die Fellpflege Deiner Katze spielt immer eine wichtige Rolle und sollte nicht nur auf den Fellwechsel beschränkt werden. Allerdings ist es von April bis Oktober besonders wichtig. Nur wenn die Fellpflege gründlich und regelmäßig durchgeführt wird, können Verfilzungen und Haarballen vermieden werden. 

Die richtige Ernährung spielt eine wichtige Rolle

Wenn du deinem kleinen Vierbeiner etwas Gutes tun willst, solltest du in der Zeit des Fellwechsels auf gute Ernährung achten. Da der Organismus eine große Leistung erbringt, ist richtiges Futter für das Wohlbefinden sehr wichtig. Es gibt unterschiedliche Nass- und Trockenfutterarten, die speziell für die Bedürfnisse in dieser Zeit angepasst wurden. Futtersorten mit Biotin, Omega-3 und Zink sorgen nicht nur für glänzende Haare, sie wirken sich allgemein sehr positiv auf das Fell aus. Besonders gut werden die Leistungen des Organismus durch ein hochwertiges Futter mit einem hohen Fleischanteil ab 80 %, ohne Getreide und ohne Zusatzstoffe unterstützt. 

Wenn du das Futter deiner Katze nicht sofort wechseln möchtest, empfiehlt sich die Gabe unterschiedlicher Vitamine und Nährstoffe. Auch Öle sind eine gute Möglichkeit, damit deine Katze genügend Nährstoffe erhält. Besonders beliebt ist Lachsöl. Es beinhaltet viele Omega-3-Fettsäuren, welche die Fellqualität und den Fellglanz fördern. Richtig dosiert helfen die Fettsäuren im Öl dabei Muskeln- und Knochenzellen auf zu bauen und unterstützen den Stoffwechsel.

Tipp: Öle sind ein gutes Ergänzungsmittel, sollten jedoch immer sparsam dosiert werden. Wenn zu viel Öl ins Futter gemischt wird, kann es zu Verdauungsproblemen und Durchfall führen. Damit deine Katze von einem Öl wie dem Lachsöl profitiert, solltest Du am Anfang sehr wenig in das Futter geben und auf die Empfehlungen der Hersteller achten. Generell sollte nicht mehr als ein viertel Teelöffel täglich beigemischt werden, bei kleinen Katzen sogar noch weniger.

Neigt deine Katze zu Haarballen, ist eine Malzpaste empfehlenswert. Haare werden durch die Paste leichter ausgeschieden und bilden keinen großen Klumpen im Magen, der schnell zu einer Magenschleimhautentzündung oder Darmverschluss führen kann. 

Tipp: Der Einsatz von Malzpaste ist ein gutes Hilfsmittel beim Ausscheiden der Haare, kann jedoch in übermäßigen Mengen ungesund werden. Die Paste besteht vor allem aus Malzzucker und sollte nur als kleines Leckerli verabreicht werden. Meist reicht schon eine deutlich geringere Menge als die Empfehlungen der Hersteller. Eine gesündere Alternative ist Olivenöl im Futter. 

Du hast eine Freigänger Katze schon oft an Gras knabbern sehen? Das hat einen bestimmten Grund. Durch die Grashalme werden Haare im Magen gebündelt und können besser ausgewürgt werden. Falls deine Katze nicht in den Garten kann, ist Katzengras für die Wohnung eine gute Alternative. Somit erhalten auch Wohnungskatzen die Chance, jederzeit an Gras zu knabbern und verhindern die Entstehung eines großen Haarballens im Magen.

Katzen haben ihren eigenen Willen und so kann es natürlich möglich sein, dass sie die Verdauungshilfe nicht annehmen. Allerdings solltest du es unbedingt versuchen. Besonders bei reinen Wohnungskatzen kann es sonst vorkommen, dass sie an deinen Pflanzen knabbern. Sie versuchen damit den gleichen Effekt zu erzielen, allerdings sind die meisten Zimmerpflanzen für Katzen giftig und sorgen nicht für die gleiche Wirkung wie Gras. Wenn du deinem kleinen Vierbeiner das ganze Jahr über Katzengras anbietest, wird dieses Verhalten bestimmt abnehmen. 

Tipp: Stelle das Katzengras an einen hellen Ort, damit deine Katze lange an dem Gras knabbern kann und du nicht alle paar Wochen ein neues kaufen musst. Wenn dein kleiner Vierbeiner nicht genug von dem Katzengras bekommt, stellst du es einfach für eine Weile außer Reichweite. Innerhalb kürzester Zeit wachsen die Grashalme wieder nach.

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