Französische Bulldogge

Lesedauer: 6 Minuten Aufrufe 743

Größe:
25 – 34 cm
Gewicht:
8 – 14 kg
Herkunft:
Frankreich
Farbe:
mehrfarbig
Lebensdauer:
10 – 12 Jahre
FCI Gruppen:
Auslauf
Sabbern
Haaren
Fellpflege

Rassebeschreibung

Die Französische Bulldogge gehört zu den kleinen doggenartigen Hunden und ist eine offiziell von der FCI anerkannte Hunderasse. Ihr Ursprung liegt wie vom Namen erkennbar in Frankreich.

Herkunft und Rassegeschichte

Man geht davon aus, dass die Französische Bulldogge von der Englischen Bulldogge abstammt. Nachdem die Hundekämpfe dieser in Großbritannien verboten wurden, setzte man auf kleinere und friedvollere Hunde. Die sogenannten Toy-Bulldogs fanden schnell außerhalb Englands Anklang und verbreiteten sich vor allem in Frankreich und Belgien. Dort setzten Jäger die kleine Variante der Bulldogge nach der Kreuzung mit Terriern zur Jagd ein. Auch viele Weber und Spitzenklöppler waren diesem Hund angetan und züchteten ihn daraufhin vermehrt.

Die Französische Bulldogge war lange Zeit ein der Unterschicht zugeordneter Vierbeiner. Erst als der englische König Eduard der VII. sich einen solchen Hund zulegte, wurde er auch vermehrt in der Oberschicht gehalten. Ende des 19. Jahrhunderts gelangte die Rasse außerdem nach Amerika, wo sie einige Anhänger finden konnte. Daraufhin entstand in New York im Jahr 1896 der erste Hunde Club dieser Rasse. Der erste Standard der Französischen Bulldogge wurde im Jahr 1898 festgelegt. Dieser wurde im Laufe der Zeit mehrmals überarbeitet, zuletzt 2014. Die Anerkennung durch die FCI erfolgte im Jahr 1954.

Aussehen der Französischen Bulldogge

Als erstes fällt einem die kleine und kompakte Statur der Französischen Bulldogge auf. Sie besitzt in der Regel große sogenannte „Fledermausohren“, welche hoch vom Kopf abstehen. Darüber hinaus hat sie einen muskulösen und breiten Körperbau. Der Kopf ist nahezu quadratisch und die Schnauze flach.

Die Rute des Vierbeiners ist tief angesetzt und verjüngt sich rasch. Das Haar des Hundes ist kurz und relativ dünn. Das Fell ist aufgrund dessen nicht optimal für Wetterextreme geeignet. Die Französische Bulldogge kann in verschiedenen Fellfarben auftreten. Dazu gehören falbfarbene, gestromte oder gescheckte Variationen. Ausgeschlossen nach Standard sind jedoch schwarz mit rotem Brand, mausgrau sowie braun.

Die Französische Bulldogge ist ein eher kleinerer Hund und besitzt eine Widerristhöhe bis zu 35 cm. Hündinnen und Rüden können je nach Ausprägung zwischen 8 und 14 kg schwer werden.

Charakter und Wesen

Typisch für den Charakter dieser Hunderasse ist die treue und anhängliche Art. Genau deswegen lassen sie sich hervorragend als Familienhund halten. Sie sind gegenüber Menschen sehr freundlich eingestellt und lieben die Nähe zu ihrem Frauchen oder Herrchen. Obwohl es sich um eher kleine Hunde handelt, steckt in ihnen eine Menge Energie, die herausgelassen werden möchte. Ausreichendes Toben und Spielen in der Natur, sowie ausgiebige Spaziergänge zählen zu seinen Leidenschaften. Genauso gerne liegt er aber auch neben seinem Frauchen oder Herrchen auf der Couch und genießt die Schmuseeinheiten mit seinem Besitzer.

Haltung und Ernährung

Die Französische Bulldogge ist ein hervorragender Familienhund. Gerade wegen seiner Größe kann er auch problemlos in Etagenwohnungen gehalten werden. Wichtig hierbei ist, dass der sehr verspielte Vierbeiner immer einen Platz zum Herumtoben hat. Durch seine verspielte Art ist er auch super als Spielgefährte für Kinder geeignet. Die Power, die in einem solchen Vierbeiner steckt, sollte man jedoch nicht unterschätzen. Er braucht regelmäßigen Auslauf und viel Bewegung. Lange Spaziergänge und das Spielen in der Natur sollten den agilen Vierbeiner ausreichend beschäftigen.

Nach anstrengenden sowie spannenden Aktivitäten liebt er es abends zusammen mit seinem Frauchen oder Herrchen auf der Couch zu sitzen und zu entspannen. Er ist anhänglich und benötigt die Nähe zu seinem Halter. Die liebevolle Art zeichnet ihn hervorragend als Familienhund aus. Jedoch handelt es sich bei der Französischen Bulldogge um keinen Hund, der gerne lange allein gelassen wird. Auch die Haltung im Freien oder gar in einem Zwinger ist für diese Rasse definitiv nicht geeignet. Im Allgemeinen handelt es sich bei der Französischen Bulldogge um einen sehr unternehmenslustigen und menschenbezogenen Hund. Die Zeit, die er mit der Familie verbringen kann, genießt er in vollen Zügen.

Kleine Hunderassen können schnell zu Übergewicht neigen. So auch die Französische Bulldogge. Um dem entgegenzuwirken, empfiehlt es sich möglichst ausgewogenes Futter zu verwenden. Das bedeutet nicht, dass man das teuerste Futter kaufen muss.

Man sollte hingegen auf einen hohen Fleischanteil zusammen mit gesundem Gemüse und Obst achten. Wichtige Ballaststoffe sollten in dem Futter enthalten sein. Auf Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker oder Farbstoffe kann getrost verzichtet werden. Auch übermäßige Kohlenhydrate wie Getreide können Übergewicht verursachen. Diese sollten also nur im geringen Maße im Futter enthalten sein. Ob man den Hund jedoch mit Nass- oder Trockenfutter ernährt, bleibt jedem Besitzer selbst überlassen. Auch die Fütterung von rohem Fleisch, auch „barfen“ genannt, ist möglich.

Erziehung und Pflege

Wie bei jedem Hund ist die Erziehung ein wichtiger Faktor im ständigen Zusammenleben mit dem Vierbeiner. Auch die Französische Bulldogge benötigt eine liebevolle wie auch konsequente Erziehung von Beginn an. Im Vergleich zu anderen Hunderassen handelt es sich bei diesem kleinen Hund aber um einen sehr gut erziehbaren Vierbeiner. Die Französische Bulldogge ist generell sehr bereit seinem Frauchen oder Herrchen zu gehorchen. Man sollte aber nicht vergessen, dass auch jeder Hund sehr individuell sein kann.

Um die Entwicklung des Hundes positiv zu beeinflussen, sollte man schon ab dem Welpen klare Regeln und Vorgehensweisen aufstellen. Der Hund möchte eine bewusste Haltung von seinem Besitzer erfahren. Inkonsequentes Verhalten seitens des Halters, lässt auch den Hund unsicher werden. Keinesfalls sollte man gegenüber seinem Vierbeiner jedoch Hand anlegen. Mit konsequentem Verhalten ist Ausdauer wie eine ruhige Entschlossenheit vom Frauchen oder Herrchen gemeint, keinesfalls aggressives Verhalten gegenüber dem Hund. Ganz im Gegenteil. Nur wenn man mit seinem Hund liebevoll und auf Vertrauen basiert umgeht, wird man in der Erziehung langfristige Erfolge haben.

Die Pflege einer Französischen Bulldogge gestaltet sich generell sehr einfach. Gelegentliches Bürsten alle paar Wochen, reicht völlig aus, um den Hund von toten Haaren und groben Schmutz zu befreien. Ist der Hund mal nach einem Spaziergang im Regen oder durch eine Pfütze besonders dreckig, reicht es eigentlich auch schon in vorsichtig mit einem Tuch abzuputzen.

Auf die Anwendung von Shampoo sollte man nur in Notfällen, also bei sehr starkem Geruchsaufkommen oder Schmutz, setzen. Denn das Fell und die Haut des Hundes besitzt einen natürlichen Schutzmechanismus, welcher durch Shampoo oder anderweitige Pflegeprodukte angegriffen werden kann. In den meisten Fällen reicht einfaches Handtuch für die Reinigung des Hundes schon aus.

Gesundheit und typische Krankheiten

Aufgrund der kurzen Nase der Französischen Bulldogge kann Kurzatmigkeit bei dieser Rasse vorkommen. Bei besonders schweren Fällen kann eine kleine Operation Abhilfe verschaffen. Weitere typische Krankheitsbilder der Französischen Bulldogge sind Allergien oder Hautprobleme. Gelegentlich kann diese Rasse auch Schwierigkeiten mit der Bandscheibe haben. Im Allgemeinen sind regelmäßige Tierarztbesuche zu empfehlen, um mögliche Krankheiten schon frühzeitig beim Vierbeiner festzustellen.

Lebenserwartung der Französischen Bulldogge

Die Lebenserwartung einer Französischen Bulldogge liegt bei guter Gesundheit zwischen 10 bis 12 Jahren.

Hunderasse Französische Bulldogge kaufen

Solltest du dich für einen Hund dieser Art interessieren, raten wir dir dich bei einem passenden Züchter in deiner Nähe umzuschauen. Verantwortungsvolle Züchter setzen auf eine möglichst hohe Gesundheit ihrer Tiere. In den meisten Fällen kannst du dir in Ruhe den jeweiligen Wurf wie auch die Elterntiere anschauen. Auch eine Beratung des Züchters kann hilfreich sein. Der Preis für einen Welpen der Französischen Bulldogge liegt zwischen 700 und 1000€.

Eine andere Variante ist die Adoption eines Vierbeiners aus dem Tierheim. Dort wird man jedoch in den meisten Fällen schon auf erwachsene Tiere treffen. Einen Hund aus einem Tierheim zu erwerben ist durchaus günstiger als von einem Züchter, jedoch sollte es bei der Anschaffung eines Hundes niemals in erster Linie um das Geld gehen. Klar muss man seinen Hund ausreichend versorgen können, aber viel wichtiger ist der zeitliche wie auch umsorgende Aufwand, den man für einen Vierbeiner aufbringen muss. Hunde aus Tierheimen haben in den meisten Fällen schon viel erlebt und können etwas schwierig zu handhaben sein. Man sollte sich deshalb vorher genaustens vom Tierheimpersonal beraten lassen. Im Optimalfall bringt man schon Hundeerfahrung mit. Am wichtigsten ist aber immer noch die Motivation einem einsamen Hund ein liebevolles Zuhause zu schenken.

Entscheidungshilfe

Die Französische Bulldogge ist ein sowohl pflegeleichter wie auch sehr gut erziehbarer Hund. Der kleine Vierbeiner liebt die Nähe zu seinem Halter und seiner Familie. Auch wenn der Hund eher klein ist, bringt er eine Menge Energie mit. Er sollte also regelmäßig ausgeführt werden. Neben genügend Auslauf benötigt der aktive Vierbeiner zudem auch geistige Beschäftigungen. Hund wollen im Allgemeinen immer wieder aufs Neue herausgefordert werden. Dafür sind abwechslungsreiche Spiele oder Hundesport bestens geeignet. Bevor du dir einen solchen Vierbeiner zulegst, solltest du dir also voll und ganz bewusst sein, dass ein solcher Hund sehr viel Zeit und Zuwendung beansprucht.

Im Allgemeinen stellt die Französische Bulldogge keine großen Ansprüche an ihre Haltung, jedoch wird der Aufwand eines Hundes gerade von noch hundeunerfahrenen Interessenten schnell unterschätzt. Zudem kann ein solcher Hund locker ein Alter von 10 Jahren überschreiten. Als zukünftiger Halter eines Vierbeiners sollte man als etwas vorausplanen können und sich einrichten einen ständigen Begleiter über viele Jahre zu haben. Wenn man sich dessen bewusst ist, kann man aber auf jeden Fall eine wundervolle Zeit mit seinem neuen Freund verbringen. Dies weiß jeder Hundebesitzer sehr zu schätzen.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

Gib jetzt deine Bewertung ab:
Bewertung:
Bewertungen: 315 Ihre Bewertung: {{rating}}

Ähnliche Artikel

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.