Puggle

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Größe:
20 – 38 cm
Gewicht:
7 – 20 kg
Herkunft:
USA
Lebensdauer:
10 – 15 Jahre
Farbe:
weiß, braun, schwarz, rot-braun
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Auslauf
Fellpflege
Haaren
Für Anfänger geeignet
Anfällig für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Rassebeschreibung

Der Puggle ist, wie man es schon vom Namen und Aussehen herleiten kann, ein Mischling aus den Rassen Beagle und Mops. Der Name setzt sich vom englischen Wort des Mopses „Pug“ und der Endsilbe vom Beagle zusammen. Bei der Mischung der beiden Rassen handelt es sich um einen sogenannten „Designer-Dog“. Diese Mischlinge werden gezüchtet, um die jeweiligen Vorteile verschiedener Rassen zu kombinieren und gewisse Nachteile dieser auszugleichen.

In der Kombination Beagle und Mops wird versucht ein hausfreundlicher Hund zusammen mit einem gesunden, laufbereiten Körper zu bilden. Da der Mops an sich ein sehr umgänglicher Hund und gerade für die Haltung in Wohnungen sehr geeignet ist, versucht man dieses Wesen zu erhalten. Die große Schwachstelle von Möpsen ist dank der meist zu überzüchteten Exemplare, die schwache Gesundheit und die hohe Anfälligkeit von Krankheiten. Dieser große Nachteil soll dank der Kreuzung mit dem Beagle eingedämmt werden.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Beagle ist ein alter, gelernter Jagdhund, der schon seit hunderten von Jahren ein treuer und zuverlässiger Begleiter für Jäger ist. Er hat die Aufgabe während der Jagd die sogenannte Hetze durchzuführen. Das heißt hinter Wildschweinen oder Füchsen in der Meute herzujagen. Auch das Aufnehmen der Fährte zählt zu seinen Aufgaben.

So soll er angeschossene oder verletzte Tiere mithilfe seines herausragenden Geruchsinns aufspüren. In der Jägersprache spricht man vom „Schweiß“ eines angeschossenen Wildes. Diese Aufgaben wurden über Jahrhunderte immer weiter durch gezielte Züchtungen optimiert. Somit ist der Beagle ein Hund, der die Riecharbeit liebt und leidenschaftlich ausführt.

Dies kann man vom Mops hingegen nicht erwarten. Dieser soll laut einer relativ neuen Studie aus dem Jahr 2017 zwar auch gut riechen können, jedoch gehört es nicht zu seinen liebsten Beschäftigungen. Der Mops fühlt sich wohl in einem behüteten Zuhause, auch auf kleinem Raum. Ihm ist die Bindung zum Menschen besonders wichtig und solange er genug Aufmerksamkeit und Geborgenheit vom Halter erfährt, ist er glücklich.

Die Entwicklung der sogenannten Designer-Hunde fand Anfang des 20. Jahrhunderts statt und nahm rasch große Ausmaße an. Der Hype um diese neuen Mischlinge war so stark, dass die Züchter oft nicht darauf achteten, ob die einzelnen Rassen wirklich kompatibel miteinander waren.

So konnte es passieren, dass typische Erbkrankheiten mit in den Mischling übertragen wurden. Viele Züchter nahmen auf solche Faktoren nur wenig Rücksicht, da sich die „neuen“ Hunde gut und teilweise sogar zu höheren Preisen als die reinrassigen Hunde verkaufen ließen. Die Züchtung von Designer-Hunden wird heutzutage hinterfragt und nicht mehr unkritisch betrachtet.

Auch der Puggle wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts das erste Mal gezüchtet. Da die „Überzüchtung“ der Mops Rasse negative Effekte auf die Gesundheit dieser hatte, versuchte man mit der Kreuzung zusammen mit einem Jagdhund dem Mops einen gesünderen Körper zu verschaffen. Ob der Puggle alle positiven Eigenschaften der beiden Rassen vereint, lässt sich bezweifeln.

Jedoch kann es durchaus sein, dass ein Puggle gegenüber einem reinrassigen Mops tendenziell einen gesünderen und fitteren Körperbau hat. Zwar ist der Puggle noch nicht so weit verbreitet, findet jedoch als Alternative zum herkömmlichen Mops vermehrt Anhänger.

Aussehen

Puggle

Puggle sind meist kleine bis mittelgroße Hunde, die einen kompakten Körperbau besitzen. Je nach Ausprägung ähnelt das Äußere mehr einem Beagle oder einem Mops. Das Fell ist meist kurz und glatt. Die Fellfabre kann Variationen von beige mit schwarzer Maske, komplett schwarz bis hin zu bräunlichen Tönen aufweisen.

Auch ganz andere Muster oder Farben sind möglich. Der Puggle hat Schlappohren und die Kopfform erinnert mehr an die eines Mopses, jedoch mit mehr Tiefe im Gesicht. Auch weist der Puggle meist weniger Hautfalten auf als der Mops.

Genau wie das Wesen sind die Äußerlichkeiten eines Puggles nicht ganz vorherzusehen. Je nachdem welche Erbinhalte vom Mops bzw. vom Beagle kommen, ändert sich das Aussehen. Somit ist es reiner Glücksfall wie der jeweilige Puggle genau aussehen wird.

Viele Züchter werben mit diesem Überraschungseffekt und der jeweiligen Einzigartigkeit jedes Exemplars. Ob es jetzt ein Vorteil ist oder nicht, nicht vorhersagen zu können wie der Welpe aussehen wird, muss jeder selbst entscheiden. Individuell wird auf jeden Fall jedes Tier sein.

Auch beim Gewicht gibt es starke Variationen. So kann ein ausgewachsener Puggle von relativ leichten 7 kg bis hin zu kräftigen 20 kg wiegen. Diese Gewichtsangaben beziehen sich dabei auf das Normalgewicht und nicht auf eine Unter- bzw. Überernährung des Hundes. Jedoch kann man dazu sagen, dass der Puggle eher zu einer Überernährung neigt, das heißt leichter an Gewicht zunimmt wie andere Hunde.

Um dem starken Fressdrang entgegenwirken zu können, muss man einerseits sehr konsequent als Halter agieren, um den Hund nicht zu viele Nährstoffe zuzuführen (übermäßiger Leckerliekonsum eingeschlossen). Alternativ gibt es natürlich auch die Möglichkeit der Fütterung mit Diät- bzw. kalorienärmeren Futter.

Auch Puggle Züchter stehen bei jedem Wurf wieder vor gänzlich unterschiedlichen Ergebnissen. Da die Streuung der verschiedenen Variationen so enorm hoch ist, kann man fast schon von Glücksspiel reden. Sogar in der F1 Generation, das heißt in der ersten Generation, in der ein reinrassiger Beagle mit einem reinrassigen Mops gekreuzt wird, ist das Ergebnis vorher nicht zu erahnen.

Auch in den späteren Generationen (F2, F3, etc.), in denen zwei Puggle als Erzeuger fungieren, sind die Resultate, also das Äußere und das Wesen der neuen Generation, nicht vorherzusehen. Auch in einer gleichen Generation können sich die Merkmale stark unterscheiden.

Charakter und Wesen

Somit lässt sich ziemlich klar sagen, dass der Puggle eine Kreuzung aus zwei gänzlich unterschiedlichen Hunderassen mit schon fast gegensätzlichen Aufgabengebieten ist. Diese Kombination soll die Lebendigkeit des Beagles mit der familienfreundlichen Art des Mopses verbinden. Das Ziel ist es einen optimalen Familienhund zu schaffen, der sich in den eigenen vier Wänden bestens wohl fühlt.

Jedoch kann man vor der Kreuzung nie wissen, welche Eigenschaften von welcher Rasse übernommen werden. So kann es der Fall sein, dass ein jagd- bzw. stark bewegungswilliger Beagle Drang im schwachen Körper eines Mopses lebt. Das ist natürlich nicht das gewollte Ziel einer solchen Kreuzung und sicherlich auch nur selten der Fall. Jedoch kann es durchaus sein, dass die jeweiligen Ausprägungen sich von Puggle zu Puggle stark unterscheiden.

Allgemein lässt sich sagen, dass der Puggle vom Wesen her dem Mops sehr ähnelt. Also sehr familienfreundlich ist und gerade für Wohnungen oder weniger Platz gut geeignet ist. Im Gegensatz zum Mops ist er jedoch ein wenig lebendiger und benötigt auch mehr Auslauf sowie Beschäftigung.

Wie stark der Jagdtrieb vom Beagle übernommen ist, unterscheidet sich von Hund zu Hund. Vorbeugend sollte auf jeden Fall eine konsequente Erziehungsstrategie an den Tag gelegt werden. Auch wenn der Puggle niedlich gucken kann, sollte man sein Durchsetzungsvermögen deswegen nicht infrage stellen.

Hat man einmal mit den Ausnahmen angefangen, wird es umso schwieriger diese Verhaltensweisen wieder einzudämmen. Um das Hörverhalten und die Bindung zum Halter zu trainieren, ist der Gang zur Hundeschule stark zu empfehlen. Letztendlich wird eine konsequente aber auch genauso liebevolle Erziehung den Puggle bestens in die Familie integrieren.

Haltung und Ernährung

Die Haltung des Puggles gestaltet sich im normalen Umfeld unkompliziert. Jedoch kann dies je nach Ausprägung auch variieren. Im einfachen Familienumfeld und im Umgang mit Menschen ist der Puggle also bestens geeignet.

Auch die Ernährung ist nicht außergewöhnlich. Nur kann es vorkommen, dass Puggles zu etwas mehr Appetit neigen. Die Mahlzeiten sollten deshalb wohl dosiert sein. Auch kann man auf sogenanntes Light- oder Diätfutter setzen.

Erziehung und Pflege

Wie beim Wesen schon beschrieben, sollte bei der Erziehung des Hundes darauf geachtet werden, dass man sowohl liebevoll als auch konsequent mit ihm umgeht. Da je nach Ausprägung auch der Jagdtrieb des Beagles durchkommen kann, muss der Halter eine starke Durchsetzungskraft gegenüber dem Hund besitzen.

Es sollte klar definiert werden welche Verhaltensweisen erlaubt und welche verboten sind. Dabei sollte man von Anfang an eine klare Linie fahren und nicht nachlässig werden. Eine optimale Vorbereitung und Unterstützung während der Erziehung erfährt man in einer geeigneten Hundeschule. Ohne langjährigen Vorerfahrungen mit Hunden ist diese sowieso immer zu empfehlen.

Die Fellpflege gestaltet sich aufgrund der meist kurzen und glatten Haare eher einfach. Regelmäßige Wascheinheiten und gelegentliches Bürsten sind zu empfehlen, aber nicht zwingend notwendig.

Ansonsten ist es je nach gegebener Jahreszeit und Wetterlage sinnvoll den Hund nach dem Gassi gehen vom Dreck zu reinigen. Dies kann man ganz einfach mit einem feuchten Tuch und einer weichen Bürste erledigen.

Gesundheit und typische Krankheiten

Rassetypische Krankheiten gibt es beim Puggle nicht. Je nach Ausprägung können aber die typischen Krankheiten von Möpsen oder Beagles auftreten. Mithilfe der Kreuzung wurde zwar versucht, Erbkrankheiten, besonders diejenigen vom Mops, einzudämmen, jedoch kann dies nie ganz ausgeschlossen werden.

Da es sich um eine Kreuzung zweier stark unterschiedlicher Rassen handelt, können sich Krankheiten auch verschieden ausbilden. Diversen Erfahrungsberichten von Puggle Haltern zufolge ist die Krankheitsanfälligkeit jedoch allgemein eher gering.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung ist wie bei vergleichbar kleinen Hunden relativ hoch. Da die Rasse nicht sehr stark verbreitet ist, kann man keine genauen Angaben machen. Jedoch können die Hunde ohne Probleme ein stattliches Alter von 10-15 Jahren erreichen.

Hunderasse Puggle kaufen

Puggle können Sie bei einem entsprechenden Züchter kaufen. Jedoch empfehlen wir Ihnen sich vor dem Kauf auch andere Hunderassen anzuschauen. So können zum Beispiel auch die weiter verbreiteten Ausgangsrassen für Sie geeignet sein. Falls Sie sehr sportlich sind und die Natur lieben, ist der Beagle super geeignet.

Denn dieser benötigt viel Auslauf und liebt es in der Natur neue Gerüche kennenzulernen. Gleichzeitig ist er aber auch ein hervorragender Familienhund.

Auch die Wahl eines reinrassigen Mopses ist möglich. Es gibt immer mehr Züchter die wert auf die Gesundheit ihrer Züchtungen legen und somit den überzüchteten Varianten entgegenwirken.

Entscheidungshilfe

Vor dem Kauf eines Puggles sollten Sie auf jeden Fall darauf achten, dass sie bei einem offiziellen Züchter landen. Dort können Sie die Puggle Welpen ohne Probleme vorher besichtigen und bekommen auch die echten Papiere ausgehändigt. Zudem ist es ratsam die Papiere beider Elterntiere einzusehen, um ungewollte Überraschungen vorzubeugen.

Außerdem gibt es natürlich auch noch die Möglichkeit einen einsamen Vierbeiner aus dem Tierheim zu holen. Wenn Sie sich damit anfreunden können, einen meist schon ausgewachsenen bzw. älteren Hund in Ihre Obhut zu nehmen, ist dies eine echte Alternative für Sie.

Wenn Sie jedoch noch keine Vorerfahrung mit Hunden besitzen, sollten Sie sich vorher intensiv über die Erziehung und Haltung eines solchen Hundes informieren. Zudem sollte man einen Hund nur mit voller Überzeugung adoptieren. Denn dies ist eine Entscheidung, die man nicht einfach revidieren kann. Ein Hund ist ein Begleiter für viele Jahre, der die volle Aufmerksamkeit und Liebe von Ihnen abverlangt.

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