Zwergwidder

Steckbrief

Größe:
20 – 40 cm
Gewicht:
1,5 – 2 kg
Herkunft:
Niederlande
Lebensdauer:
8 – 12 Jahre
Farbe:
blau, grau, thüringerfarbig
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Charakter:
ruhig, gutmütig, zutraulich
Haltung:
gerne paarweise, Käfighaltung mit Freigehege
Ernährung:
Grünfutter, Obst und Gemüse, Trockenfutter
Preis:
15 – 40 €
Tagaktiv
Intelligenz
Beschäftigung
Haltung in der Wohnung
Eignung für Kinder
    wenig:

    viel:

Rassengeschichte und Herkunft

Diese Kaninchenrasse wird seit 1952 in den Niederlanden gezüchtet. Diese Rasse entstand aus einer Verpaarung eines Farbenzwergs mit einem französischen Widder Kaninchen. Anschließend wurde dieser Nachwuchs mit einem englischen Widder verpaart.

Es folgten 12 Jahre Zuchtarbeit, in der versucht wurde, die Erbanlagen für Zwergwüchsigkeit mit den widdertypischen Merkmalen zu vereinen. Die daraus entstandene Rasse vereint die beiden Merkmale, Hängeohren und Zwergengröße. Daraus entstand dann ein Zwergkaninchen mit Schlappohren.

Seit 1973 ist diese Rasse in Deutschland als eigenständige Rasse anerkannt. Bis 2003 wurden die Tiere jedoch in Deutschland unter dem Namen Widderzwerg geführt.

Aussehen des Zwergwidders

Die Zwergwidder sind kompakt und rundlich. Der Kaninchenkörper erreicht eine Länge von 20 bis 40 Zentimetern und zudem gedrungen und breitschultrig. Die Läufe des Zwergwidders sind kurz, er hat aber große Hinterläufe.

Das Normalgewicht der Zwergwidder beträgt 1,5 bis 1,9 kg, das Höchstgewicht 2 kg. Der markante Widderkopf ist kurz und kräftig mit breiter Stirn und Schnauze. Der Nacken ist kurz und kräftig und hat keinen sichtbaren Hals.

Der Zwergwidder hat 22 bis 28 cm lange am Kopf herabhängende Ohren. Die Schlappohren sind besonders charakteristisch für diese Rasse. Bei jungen Widderkaninchen stehen diese Ohren zunächst und senken sich erst ab der vierten bis sechsten Lebenswoche.

Die Ohren sitzen auf einem markanten Kopf, der kurz und kräftig ist. Daher kommt auch der deutsche Name Widderkaninchen. Seitlich betrachtet sieht der Kopf dieses Kaninchens wie der eines männlichen Schafes aus.

Das Fell der Kaninchen ist kurz und hat eine dichte Unterwolle. Der „Zentralverband Deutscher Rasse-Kaninchenzüchter e.V.“ erkennt den Zwergwidder in derzeit 43 verschiedenen Farbenschlägen. Dazu zählen zum Beispiel Rot, Rhönfarbig, Schwarz, Siamesenfarbig, Schwarz-Weiß, Gelb oder Lohfarbig.

Die Schlappohren sind besonders charakteristisch für diese Rasse.

Charakter und Wesen

Den Zwergwiddern wird ein gutmütiges und freundliches Wesen nachgesagt. Sie sind ausgesprochen soziale Tiere. Deshalb solltest du sie nie alleine halten. Aber sie verstehen sich nicht nur mit Artgenossen sehr gut. Dem Menschen gegenüber sind sie auch sehr zutraulich.

Jedoch erfordert der Umgang mit diesem Kaninchen auch Geduld und Vorsicht. Mit viel Geduld und Training können die kleinen Kaninchen sogar einige Kunststücke erlernen.

Mit einem Kaninchen sollte jedoch immer behutsam umgegangen werden, da sie sich sonst schnell bedroht oder bedrängt fühlen. In einem solchen Fall können sich die Kaninchen auch wehren.

Haltung des Zwergwidders

Sie gelten als ruhig und gutmütig und sind daher hervorragend sowohl für die Innen- als auch für die Außenhaltung geeignet. Wenn die Kaninchen in der Wohnung oder im Haus gehalten werden, sollte ein ausreichend großer Käfig zur Verfügung stehen.

Die Empfehlung der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. empfiehlt eine Mindestgröße von 150x60x50 cm (Breite x Tiefe x Höhe). Natürlich darf das Gehege oder der Käfig auch gerne größer sein.

Die Widderkaninchen brauchen, wie alle anderen Kaninchenrassen auch, täglich genügend Auslauf und Platz zum Toben. Abends und morgens sollten die Zwergwidder die Möglichkeit bekommen sich richtig austoben zu können. Das Tier braucht täglich mindestens eine halbe Stunde Auslauf.

Die Zwergwidder können im Winter bei Temperaturen bis zu minus 15 Grad draußen gehalten werden. Im Sommer sollte bei der Außenhaltung immer auf genügend schattige Plätzchen geachtet werden. Die kleinen Widderkaninchen lieben das Buddeln und freuen sich über eine Buddelkiste in ihrem Gehege. Um zu vermeiden, dass das Kaninchen abhaut, sollte das Gehege gut gesichert sein.

Besonders wichtig ist für die Kaninchen auch ein Rückzugsort, an dem sie sich sicher und geborgen fühlen. Es sollte ein kleines Häuschen oder eine Höhle geschaffen werden, in die sich die Kaninchen zurückziehen können. Es sollte darauf geachtet werden, dass dieser Rückzugsort mindestens ein bis zwei Ausgängen versehen ist. Dieses Ruheplätzchen sollte mit Stroh gefüllt sein.

Ernährung

Kaninchen besitzen einen empfindlichen Magen- und Darmtrakt. Daher müssen Fütterungsfehler und rasche Futterumstellungen vermieden werden. Das Basisfutter sollte aus hochwertigem Heu, Frischfutter (Gräsern, Kräutern, Gemüse und Obst) sowie kleinen Mengen Trockenfutter bestehen.

Trockenfutter sollten jedoch weder Getreide, Zucker noch Melasse enthalten. Besonders Kaninchen, die draußen überwintern, können durch das Trockenfutter genügend Fettreserven für die Überwinterung aufbauen. Im Sommer hingegen kann das Trockenfutter reduziert werden. Nun benötigt das Kaninchen nicht mehr so viel Energie.

Neben genügend frischem Wasser, sollte auch das Heu dem Kaninchen rund um die Uhr zur Verfügung stehen und von guter Qualität sein. Damit das Heu immer sauber bleibt, sollte es am besten in einer Raufe angeboten werden.

Als Trockenfutter geeignet sind rohfaserreiche Pellets (Pressfutter aus Heu, Gräsern und Kräutern), die weder Getreide, noch Zucker oder Melasse enthalten. Frisches Trinkwasser muss den Tieren stets zur Verfügung stehen.

Pflege

Das weiche, flauschige Fell der Zwergwidder ist sehr pflegeleicht. Zudem putzen sie sich gegenseitig selbst, sodass sie nur zu Zeiten des Fellwechsels ein wenig menschliche Unterstützung brauchen. Mit einer weichen Naturhaarbürste kannst du vorsichtig und sanft die überschüssigen Haare entfernen.

Da die Kaninchen Schlappohren haben, können Verunreinigungen oder Krankheiten der Ohren bei dieser Rasse nicht sofort erkannt werden. Daher sollten die Ohren täglich kontrolliert werden. Die Krallen und Zähne des Kaninchens sollten ebenfalls regelmäßig überprüft werden. Je nach Bedarf müssen die Krallen hin und wieder gestutzt werden.

Der Stall, Käfig oder das Gehege sollten regelmäßig und gründlich gereinigt werden. Nur so kann den Kaninchen eine gute Luftqualität garantiert werden. Wenn das Kaninchen draußen gehalten wird, sollte es zusätzlich regelmäßig auf Milben, Flöhen oder Zecken überprüft werden.

Gesundheit und typische Krankheiten

Im Normalfall sind diese Kaninchen sehr robust und daher für Krankheiten weniger anfällig als andere Kaninchenrassen. Da die Kaninchen Schlappohren haben, können Verunreinigungen oder Krankheiten der Ohren bei dieser Rasse nicht sofort erkannt werden. Durch die richtige Pflege und Haltung und durch die regelmäßige Kontrolle des Kaninchens kann bereits vielen Krankheiten vorgebeugt werden.

Typische Erkrankungen sind zum Beispiel Augenentzündungen, Blasenentzündungen oder Schnupfen. Im Zweifel sollte bereits nach den ersten Anzeichen einer Erkrankung des Kaninchens ein Tierarzt aufgesucht werden.

Lebenserwartung des Zwergwidders

Die Lebenserwartung des Zwergwidders beträgt 8-12 Jahre.

Entscheidungshilfe

Die Zwergwidder sind beliebte Haustiere. Durch ihre geringe Körpergröße wirken sie besonders süß und freundlich. Dennoch benötigen die Kaninchen die richtige Haltung, Pflege und Fürsorge, damit sie ein glückliches Leben verbringen.

Sie sind ausgesprochen soziale Tiere. Deshalb solltest du sie nie alleine halten. Aber sie verstehen sich nicht nur mit Artgenossen sehr gut. Dem Menschen gegenüber sind sie sehr zutraulich und daher bestens als Haustier auch für Familien mit Kindern geeignet.

Quellen

https://einfachtierisch.de/tierisch/zwergwidder-kaninchen-besonderheiten-der-rasse-104817

https://www.zooundco.de/ratgeber/kleintier/steckbriefe/zwergwidder/

https://www.markt.de/ratgeber/kaninchen/zwergwidder/

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