Kartäuser Katze (Chartreux)

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Größe:
– cm
Gewicht:
4 bis 7 kg
Herkunft:
Frankreich
Farbe:
Einheitlich blau-grau oder dunkelgrau
Lebensdauer:
15 – 18 Jahre
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Aktivität
Haaren
Miauen
Wohnungseignung
Anfälligkeiten für Krankheiten
Verspieltheit
Zutraulichkeit
Intelligenz
Kinderfreundlich
Hundefreundlich

Rassebeschreibung

Die Kartäuser-Katzen sind berüchtigt für ihr einzigartiges blau-graues Fell. Beliebt sind die französischen Schönheiten bei langjährigen Katzenfans sowie bei Neueinsteigern in der Katzenhaltung. Schließlich sind die Kartäuser bekannt für ihr unkompliziertes und sanftes Wesen.

Ob als Einzelkatze oder in der Familie: die Kartäuser-Katze fühlt sich in jeder Zusammensetzung wohl. Auf Grund ihrer französischen Herkunft kennt man die verschmuste Mieze übrigens auch unter dem Namen „Chartreux“.

Herkunft und Rassegeschichte

Die Kartäuser-Katze ist eine der ältesten gezüchteten Katzenrassen. Dies mag auch daran liegen, dass bis in die 1920er-Jahre alle grau-blauen Langhaarkatzen als Kartäuser bezeichnet wurden. Hierzu gehörten beispielsweise die Malteserkatze und die historische Angorakatze. Ab besagtem Zeitpunkt wurde dann jedoch die Kartäuser-Katze, auch Chartreux genannt, als eigenständige Rasse definiert und gezüchtet.

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden auf Grund dieser Vorgeschichte heute fälschlicherweise die Britisch Kurzhaar sowie die Russisch Blau als Kartäuser-Katzen bezeichnet. Beide Katzenrassen zeichnen sich ebenfalls durch ein signifikantes blau-graues Fell aus. Falsch ist auch, dass die Herkunft der Chartreux auf die Kartäuser-Mönche zurückzuführen ist.

Im Jahr 1920 begann ein Geschwisterpaar in Frankreich, Chartreux-Katzen zu züchten. Während des Kriegs hatte die Zucht mit vielen Schwierigkeiten zu kämpfen. Häufig wurden Britisch Kurzhaar oder Russisch Blau Katzen eingekreuzt. Dadurch wurde der Genpool der Kartäuser „verwässert“. Heutzutage wird in Züchterkreisen deshalb penibel darauf geachtete, dass die Kartäuser die für ihre Rasse typischen Merkmale erfüllt. Erst 1977 wurde die Kartäuser Katze, beziehungsweise Chartreux, offiziell als eigenständige Katzenrasse anerkannt.

Aussehen der Kartäuser Katze

Zuerst sticht einmal natürlich das blau-graue oder graue, flauschige Fell der Chartreux ins Auge. Dieses ist kurz und verfügt über eine dichte Unterwolle. Auf gar keinen Fall sollte es Schattierungen, Abzeichen oder gar Muster aufweisen: Das Katzenfell der Kartäuser darf nur einfarbig sein.

Auch bei der Augenfarbe gibt es strenge Vorschriften. Grün ist tabu und nur Gelb- und Bernsteintöne sind in Züchterkreisen erlaubt. Die Augen der Kartäuser sind groß und nur leicht abgerundet.

Am Körperbau sollte man bei einer Chartreux erkennen können, ob es sich um eine Katze oder einen Kater handelt. Während die Katzenfrauen eine zierlichere Figur und ein kleineres, kompakteres Gesicht aufweisen, sind die Kartäuser-Kater sehr groß und muskulös. Typisch für einen Chartreux-Kater sind die breite Nase und die dicken, imposanten Wangen.

Insgesamt verfügen alle Kartäuser über einen eher kräftigen Körperbau. Die mittelgroßen Katzen haben eine muskulöse Brust und große Pfoten. Kartäuser-Kater wiegen im Durchschnitt 6 – 7 kg. Die Chartreux-Damen bringen es auf 4 – 6 kg.

Charakter und Wesen

Die flauschigen Miezen sind sehr anpassungsfähig und sind dank ihrer lieben, ruhigen und unkomplizierten Art in jedem Bereich beliebt. Besonders für eine Familie mit kleinen Kindern ist die Kartäuser-Katze das ideale Haustier. Sie ist sehr anhänglich und verliebt sich schnell in ihre neuen Besitzer, kann aber trotzdem auch mal einige Stunden alleine verbringen.

Insgesamt sind Kartäuser sehr umgänglich und vertragen sich mit jeglichen Hausbewohnern, auch Hunden. Da sie nicht, wie viele andere Katzenrassen, dauerhaft auf Aufmerksamkeit angewiesen sind, werden sie manchmal auch als „eigenbrötlerisch“ bezeichnet. Das bedeutet aber nicht, dass es die süßen Miezen nicht genießen, Zeit mit dir zu verbringen. Im Gegenteil: Die Chartreux-Katzen lieben es, zu kuscheln und zu schmusen.

Mit dem Alter werden die Chartreux-Katzen etwas stiller, wollen allerdings trotzdem weiterhin teil am Familienleben haben. Lärm und Hektik ertragen die weichen Kätzchen dann aber nicht mehr so gut.

Haltung und Ernährung

Dank ihrer unkomplizierten Art ist die Chartreux, was die Haltungsbedingungen angeht, sehr offen und wandlungsfähig. In der Wohnung oder in einem Haus lässt sich die Kartäuser hervorragend halten. Natürlich freut sich die liebe Mieze über einen zusätzlichen Auslauf. Ein Balkon oder ein Garten sind aber kein Muss für die Haltung der Chartreux. Zudem kann die flauschige Französin als Freigänger-Katze gehalten werden. In der Regel entfernen sich die Kartäuser dabei aber nie sehr weit von deinem Haus.

Die Kartäuser-Katze braucht Schmuseeinheiten sowie Liebe und Aufmerksamkeit vom Menschen. Trotzdem kann sich das süße Tier auch alleine beschäftigen und muss nicht rund um die Uhr bespaßt werden. Ein weiteres Indiz dafür wie unkompliziert diese Katzenrasse ist.

Auf jeden Fall solltest du der Katze ihr eigenes Areal zugestehen. Hier kann sie die Zeit alleine genießen, zur Ruhe kommen und sich vom stressigen Alltag erholen. Damit es der Kartäuser auch wirklich nie langweilig wird, kannst du ihren eigenen Platz mit einem Kratzbaum und Katzenspielzeug ausstatten.

Wer hätte es gedacht: Auch bei der Futterwahl stellt die Chartreux keine großen Ansprüche. Allerdings solltest du beachten, dass die Kartäuser mit dem Alter immer bewegungsfauler werden. Schraube die Futtermenge dann herunter, um Übergewicht vorzubeugen.

Erziehung und Pflege

Die Erziehung der Chartreux gestaltet sich selbstverständlich nicht als schwierig. Die freundliche und anpassungsfähige Katze fügt sich schnell in eine neue Familie ein. Wenn die Kartäuser aus einem stabilen Elternhaus stammt, sozialisiert sie sich schnell und wird in kurzer Zeit stubenrein. Höchstens kann es vorkommen, dass das ruhige Wesen anfangs etwas zurückhaltend und schüchtern auftritt.

Ein widerspenstiges Fell und nerviger Haarverlust? Keine Probleme mit denen sich Halter einer Kartäuser-Katze plagen müssen. Das Katzenfell der Chartreux ist sehr pflegeleicht und muss lediglich einmal in der Woche gebürstet werden. Für viele Kätzchen ist das Ritual des Bürstens etwas ganz Besonderes. Sie genießen das Gefühl und erleben es als ein verbindendes Ereignis.

Gesundheit und typische Krankheiten

Die Kartäuser-Katze verfügt über eine sehr robuste Gesundheit und ist nicht anfällig für Krankheiten. In wenigen Einzelfällen kann die Chartreux jedoch die für die Rasse typische Krankheit Patellaluxation bekommen. Hierbei tritt eine Kniescheibenverrenkung auf, die auf Dauer zur Entstehung von Arthritis führen kann. Begünstigt wird die Erkrankung durch eine Fehlstellung von Ober- und Unterschenkel. Auf jeden Fall sollten sie hierbei einen Tierarzt miteinbeziehen.

Gefährdet werden kann die Gesundheit der Kartäuser außerdem durch die Zucht. Werden Kätzinnen der Blutgruppe B mit Katern der Blutgruppe AB oder A verpaart, kann es bei den Kartäuser Kitten zur Auflösung von Blutkörperchen kommen. Außerdem kann Inzucht unter Chartreux-Katzen zu Krankheiten führen.

Lebenserwartung der Chartreux

Die Chartreux kann – dank ihrer guten Gesundheit – bis zu 18 Jahre alt werden. Im Durchschnitt erreichen die Katzen der Rasse Kartäuser ein Alter von 15 bis 18 Jahren. Erwachsen sind die flauschigen Kätzchen ab 2 Jahren.

Katzenrasse Kartäuser kaufen

Wenn du dir eine Kartäuser kaufen möchtest, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du schaust dich im Tierheim um oder du suchst dir einen seriösen Züchter. Im Tierheim kannst du die Chartreux für ungefähr 150 bis 200 Euro Tierschutzgebühr erwerben.

Entscheidest du dich für eine Zuchtkatze, solltest du dich auf jeden Fall genau informieren. Achte darauf, dass die Kartäuser aus sauberen und ruhigen Verhältnissen und einer stabilen Familie kommt. Außerdem solltest du vor dem Kauf beachten, dass die Eltern deiner Kartäuser gesund sind und keine Erbkrankheiten haben. Ein seriöser Züchter informiert dich im Vorhinein darüber. Zudem sollte dieser garantieren, dass das Kartäuser Kitten gechipt, gewurmt und geimpft ist.

Bei einem vertrauenswürdigen Züchter solltest du, wenn du eine Kartäuser kaufen möchtest, mit einem Preis von rund 1000 Euro rechnen. Von einem Angebot für 300 Euro solltest du die Finger lassen. Bei solchen niedrigen Verkaufspreisen wird in der Zucht meist an Gesundheitsvorsorge oder artgerechten Haltungsbedingungen gespart.

Entscheidungshilfe

Du bist auf der Suche nach einer lieben Familienkatze oder schaust dich gerade nach deiner ersten eigenen Mieze um? Dann ist die anpassungsfähige und unkomplizierte Chartreux die richtige Wahl für dich. Sie benötigt keine aufwendige Pflege und auch an die Haltung stellt die flauschige Mieze keine komplizierten Ansprüche.

Im Gegensatz zu den meisten Rassenkatzen, schafft es die Kartäuser, sich auch mal alleine zu beschäftigen. Sie braucht nicht permanent Liebe und Aufmerksamkeit, liebt es aber trotzdem, Zeit mit ihrer „Menschen-Familie“ zu verbringen.

Außerdem punktet die Chartreux natürlich mit ihrem flauschigen und einzigartigen Fell. Es gibt einfach nichts Schöneres, als durch die dichten, blau-grauen Haare zu streichen oder nach einem anstrengenden Arbeitstag mit dem süßen und flauschigen Kätzchen zu schmusen.

Quellen:

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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