Gottesanbeterin

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Größe:
5 – 7 cm
Gewicht:
0,008 kg
Herkunft:
Afrika
Lebensdauer:
1
Farbe:
bräunlich, grün
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Tagaktiv
Ja
Winterruhe
Ja
Fleischfresser
Ja
Lebendfutter
Ja
Giftig
Nein
Hoher Pflegeaufwand
Nein
    wenig:

    viel:

Wie der Name der Gottesanbeterin zustande kommt und was Du alles benötigst, um sie als Haustier zu halten, findest Du hier!

Artenbeschreibung

Der Name der Gottesanbeterin bezieht sich auf ihre Haltung. Denn oftmals hält sie ihre Flugarme so, als würde sie beten. Die Haltung der Insekten gestalten sich sehr einfach, damit hast Du also keinen Aufwand! Super, oder? Denkt man an die Gottesanbeterin, so hat man ein grünes, schmales Insekt im Kopf. Jedoch gibt es von ihr verschiedene Arte, Formen und Farben. Die Gottesanbeterin zählt zur Familie der Mantodea oder Fangschrecken.

Du überlegst, ob eine Gottesanbeterin sich als Haustier eigenen würde? Grundsätzlich spricht da nichts dagegen, jedoch gibt es eine bestimmte Art, deren Haltung verboten ist. Hierbei handelt es sich um die europäische Gottesanbeterin.

Insekten aller Art eigenen sich nicht zum kuscheln oder zum streicheln. Du kannst sie dafür aber stundenlang beobachten.

Schon gewusst? Da sie äußerst selten ist, steht sei in einigen mitteleuropäischen Ländern unter Naturschutz und darf nicht gefangen werden.

Herkunft und Geschichte

Ursprünglich stammen Gottesanbeterinnen aus Afrika, haben sich aber im Laufe der Zeit immer weiter nach Norden verbreitet. Ihre lange Reise hat sie sogar zu uns geführt. Denn mittlerweile findet man sie auch in Deutschland. Bisher konnte man sogar in fast allen Bundesländern ein Vorkommen der Gottesanbeterin nachweisen. Ausgenommen sind Schleswig-Holstein und Niedersachsen.

Auch der Klimawandel lässt sich an der Verbreitung der Gottesanbeterin verdeutlichen. Durch die steigenden Temperaturen wird eine Ausbreitung in Regionen ermöglicht, in denen diese Art bereits als ausgestorben galt.

Sie bevorzugt für ihren Lebensraum sonnige Regionen, mit hoher oder halbhoher Vegetation. Auf Weinbergen oder trockene Wiesen ist sie am häufigsten zu finden.

Aussehen der Gottesanbeterin

Gottesanbeterin

Die Gottesanbeterin erreicht je nach Art und Geschlecht etwa eine Länge von 5 bis 7 Zentimetern. Männchen sind mit 5 Zentimetern Länge deutlich kleiner als die Weibchen. Die Farbe des Tieres hängt unter anderem von dem Lebensraum ab. Grundsätzlich sind bräunliche oder grüne Farbvariationen am häufigsten.

Sie besetzt einen dreieckigen, freibeweglichen Kopf mit seitlichen Facettenaugen. Die langen, kräftigen Fangbeinen sind mit Dornen besetzt. Sie klappt diese ein, solange sie sich in einer Ruhestellung befindet.

Die Gottesanbeterin besitzt mehrere unterschiedliche Flügelpaare. Die Weibchen, die mit einer durchschnittlichen Körperlänge von acht Zentimetern deutlich größer sind als die Männchen, sind durch ihr Gewicht meist flugunfähig und bewegen sich daher meist tief im Gras.

Haltung und Ernährung

Gottesanbeterin

Falls Du dich dazu entschieden hast, dir eine Gottesanbeterin zuzulegen, solltest Du einiges beachten. Demnach ist es wichtig, dass Du die Haltung des Insekts so naturgetreu wie nur möglich gestaltest. Diese Tiere lieben die Wärme.

Zudem ist es wichtig, ein ausreichend großes Terrarium anzuschaffen. Hierbei werden folgende Maße empfohlen: 20 cm x 20 cm x 30 cm (Länge x Breite x Höhe). Die Angaben beziehen sich übrigens auf ein einzelnes Tier.

Wir haben für Dich die Arten herausgesucht, die am einfachsten in der Haltung sind und keine besonderen Ansprüche haben. Sie halten Temperatur- oder Luftschwankungen beschwerdenlos aus. Diese Arten eigenen sich am besten:

  • Hierodula membranacea
  • Phyllocrania paradoxa
  • Sphodromantis viridis
  • Sphodromantis lineola

Im Gegensatz zu den meisten Haustieren eignet sich die Gottesanbeterin eher für eine Einzelhaltung. Dafür gibt es zwei Gründe. Erstens fressen die Weibchen die Männchen nach der Paarung und zweitens verhalten sich Gottesanbeterinnen unter sich sehr aggressiv.

Als Grundausstattung können wir Dir für das Terrarium folgendes empfehlen: Thermometer, Hygrometer, Heizmatte, Wärmelampe, Wassersprühflasche, Äste, Grünpflanzen, Bodengrund und natürlich Futtertiere. Viele Arten fühlen sich bei einer Temperatur von 25 bis 35 Grad am wohlsten. Aus diesem Grund solltest Du darauf achten, dass Du diese Temperatur konstant aufrechterhältst.

Gottesanbeterinnen sind von Natur aus die perfekten Jäger! Durch ihre Tarnung, ihren Facettenaugen oder den Fangarmen besitzen Gottesanbeterinnen alles, was die Jagd auf Beute erleichtert. Hauptsächlich ernähren sich Gottesanbeterinnen von Insekten. Selten kommen auch Spinnentiere dazu.

Bei der Jagd orientiert sich die Gottesanbeterin hauptsächlich visuell. Ihr Sehsinn wird unter den Forschern als hochentwickelt beschrieben und bietet eine optimale Rundumsicht. Sie schleicht sich langsam an ihre Beute heran und schlägt dann schnell zu. Anschließend wird das Opfer von der Gottesanbeterin zerteilt und wird erst dann gefressen.

Gottesanbeterinnen bevorzugen Lebendfutter. Deshalb kannst Du zum Bespiel Heuschrecken einfach in das Terrarium setzen. Deine Gottesanbeterin wird sich freuen! Hierbei solltest Du beachten, dass das Futter generell nicht größer als die Gottesanbeterin selber sein sollte. Zu klein ist aber auch nicht ratsam. Ideal ist es, wenn das Futter etwa 2/3 der Größe des Tieres beträgt.

Achtung: Du solltest nicht zu viele Heuschrecken auf einmal in das Terrarium setzen. Wieso? Die Heuschrecken können sich sonst auf die Gottesanbeterin stürzen und diese anknabbern.

Tipp: Fütter die Heuschrecken mit etwas Obst und Salat. So bieten sie Deiner Gottesanbeterin ein nährstoffreiches und gesundes Futter.

Lebensweise

Europäische Gottesanbeterinnen vertrauen auf ihre Tarnung und verharren meist still im Blattwerk oder im Gestrüpp, um auf Beute zu lauern. Dort verstecken sie sich auf vor Fleischfressern.

Ist ein potentielles Beutetier in Reichweite, so kann sie mit Hilfe der Facettenaugen den Zeitpunkt festlegen, indem das Zugreifen mit den Fangarmen erfolgreich ist.

Teilweise bewegen sie sich wie ein Blatt, das im Wind weht, um sich einem Beutetier zu nähern. Innerhalb ihres Reviers bewegen sich die Europäischen Gottesanbeterinnen nur wenig und gelten daher als ausgesprochen sesshaft.

Lebenserwartung

Die Gottesanbieterin wird Dir leider ächz allzu lange Freude bereiten. Ihre Lebensdauer begrenzt sich nur auf 7 bis 12 Monate. Jedoch kannst Du ihre kurze Zeit so schön wie möglich gestalten! Etwas weiter oben im Artikel findest Du Tipps zur Haltung.

Reptilienart Gottesanbeterin kaufen

Gottesanbeterinnen kannst Du entweder in einer Zoohandlung, bei einem Online-Anbieter oder direkt beim Züchter kaufen.

Unabhängig davon, wo Du dieses Insekt kaufen möchtest, solltest Du auf einige Dinge achten:

  • Wurden Deine Fragen alle geklärt?
  • Kann dich der Verkäufer/Züchter gut beraten?
  • Macht das Terrarium einen hygienischen Eindruck?

Entscheidungshilfe

Du hast Dich dazu entschieden, Dir eine Gottesanbeterin zuzulegen? Prima, dann weißt Du jetzt, worauf es bei der Haltung ankommt und welche Dinge Du beachten solltest. Es ist wichtig, dass Du das Terrarium der Gottesanbeterin so naturgetreu wie möglich gestaltest. Wie Du das am besten machst, weißt Du jetzt ja.

Quellen:

https://www.tierchenwelt.de/haustiere/exotische-haustiere/2601-gottesanbeterin.html

http://tierdoku.com/index.php?title=Europ%C3%A4ische_Gottesanbeterin

Kai Reffler

Experte für Aquaristik & Terraristik

Kai hat zwei Familien: Neben Frau und Kindern hat sich der studierte Biologe der vielfältigen Welt der Reptilien verschrieben. Nach den drei Vogelspinnen zogen ein Chamäleon und zwei Wasserschildkröten bei ihm ein. Als Blogger berichtet er über die umfangreiche Wissenschaft der Haltung von Tieren in Terrarien und Aquarien.

Neben seinen Leidenschaften Biologie und Terraristik, stehen Ausflüge und Reisen mit seinen Kindern an oberster Stelle.

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