Beschäftigung & Spielzeug für Kaninchen – Darauf kommt es an

Nicht nur Hunde und Katzen brauchen Abwechslung und Beschäftigung im Alltag. Auch kleine Nagetiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Co. benötigen einen artgerechten Zeitvertreib. Sonst kann der Alltag im Käfig schnell langweilig werden, was aggressives Verhalten und seelische Probleme verursachen kann.

Kaninchen sind in der Natur sehr aktive Tiere. Sie bauen ihr Tunnelsystem ständig aus, sind auf der Suche nach Nahrung oder beschäftigen sich mit dem Liebesspiel. Wird ein Kaninchen in der Wohnung gehalten, haben sie meist nicht viele Möglichkeiten, um sich artgerecht zu verhalten. Warum das für ein Kaninchen wichtig ist und welche Beschäftigung für Kaninchen die richtige ist, erfährst Du hier im Ratgeber.

Verhalten der Kaninchen in der Natur

Kaninchen sind auf der ganzen Welt zu Hause. Sie kommen mit den meisten Bedingungen gut zurecht, jedoch bevorzugen sie große, weite Flächen, die ihnen viel Platz zum Buddeln bieten. Denn Kaninchen verbringen die meiste Zeit in bis zu 3 m tiefen Tunnel- und Höhlensystemen unter der Erde. Eine ihrer täglichen Hauptaufgaben besteht darin, das System weiter auszubauen und es stetig zu vergrößern.

In dem unterirdischen Bau wird der Nachwuchs zur Welt gebracht und aufgezogen. Außerdem bietet er Schutz vor Kälte und Feinden.

Kaninchen suchen sich ihren Lebensraum nicht nur aufgrund der Bodenverhältnisse aus. Feinde spielen bei der Wahl eine wichtige Rolle. Sind zu viele Füchse, Katzen, Bussarde oder auch Menschen in der Nähe, werden sich die Kaninchen nur selten einen Platz in der Nähe suchen. Bei uns in Mitteleuropa bevorzugen sie das halboffene Terrain. Große Parkanlagen, Friedhöfe oder Bahnanlagen werden oft als Lebensraum ausgewählt.

Da sich das Leben der Kaninchen zu einem Großteil in den Tunnelsystemen abspielt, bekommen wir von ihrer Anwesenheit nur selten etwas mit. Der Eingang des Kaninchenbaus ist eine etwas breitere, flach in das Erdreich laufende Röhre.  Weitere Ein- und Ausgänge sind oft hinter Büschen versteckt und werden von uns Menschen kaum wahrgenommen. Die vielen Ein- und Ausgänge helfen den Kaninchen schnell in den Bau zurück zu kehren, falls ein Feind hinter ihnen her ist.

Ein in der Natur lebendes Kaninchen hat viele Fressfeinde, weshalb sie vielen als Fluchttiere bekannt sind. Das Verhalten und die Sinnesorgane der Kaninchen sind auf die Flucht ausgelegt.

Die Lebenserwartung wilder Kaninchen liegt bei 10 Jahren. Allerdings werden nur die wenigsten dieses Alter erreichen, da die meisten Jungtiere nicht das erste Jahr überleben. Auch kalte Winter und Krankheiten lassen die Überlebenschancen von wilden Kaninchen sinken.

Beschäftigung für Kaninchen – Mit dem Käfig fängt es an

Nun hast Du viel über das natürliche Verhalten und den Lebensraum eines Kaninchens erfahren und fragst Dich sicherlich, was das mit der Beschäftigung Deines Kaninchens zu tun hat. Wenn Du den Lebensstil eines wilden Kaninchens kennst, kannst Du Deinem Kaninchen eine artgerechtere Haltung ermöglichen.

Zahme Kaninchen sind, anders als seine in der Natur lebenden Artgenossen, weniger Gefahren ausgesetzt, weshalb sie weniger Angst als ihre wilden Verwandten haben. Die Fluchtreaktion ist kleiner und die Angst von einem Fressfeind gejagt zu werden schwindet.

Dennoch solltest Du schon beim Kauf eines Kaninchens daran denken, dass die Tiere keine Kuscheltiere sind und an eine Beschäftigung für Kaninchen einplanen. Die meisten Kaninchen dulden es, wenn Du sie auf den Arm nimmst oder streichelst, allerdings haben sie immer noch einen ausgeprägten Fluchtinstinkt.

Damit Dein Kaninchen auch in der Wohnung ein tolles Leben hat, solltest Du darauf achten, dass der Käfig eine ausreichende Größe hat. Handelsübliche Käfige sind meist viel zu klein und bieten kaum Platz für Beschäftigung und Spielzeug.

Tipp: Dein Kaninchen braucht täglich Auslauf in der Wohnung oder im Garten, da auch größere Käfige noch zu klein für den Bewegungsdrang der kleinen Nagetiere sind. Versuche mehrere Stunden am Tag den Käfig zu öffnen, um Deinem Kaninchen genügend Auslauf zu bieten.

Kaninchen Käfige richtig einrichten

Bei der Einrichtung des Käfigs kannst Du verschiedene Gegenstände zum Klettern und erklimmen einbauen. Damit Dein Kaninchen körperlich fit bleibt bieten Aussichtsplattformen, Wippen oder Baumstämme eine tolle Möglichkeit zum Klettern und Erkunden.

Der Käfig sollte abwechslungsreich eingerichtet sein, damit hier keine Langweile aufkommt und Dein Kaninchen vor lauter Frust nur am fressen ist. In Tiergeschäften kannst Du einige Spielsachen für Hasen kaufen. Achte dabei auf das Material, denn Plastik eignet sich nicht gut zum Knabbern. Natürlich kannst Du auch viele Spielsachen selbst basteln. Eine Wippe aus Holz, mehrere Becher unter denen Gemüse und Obst versteckt sind oder ein Tunnelersatz aus Papprollen bieten den kleinen Vierbeinern viel Abwechslung.

Hilfreiche Tipps zu Beschäftigung & Spielzeug

1. Buddeln gehört in jeden Kaninchen-Alltag

Ein Freigehege bietet die perfekte Möglichkeit, damit die kleinen Nagetiere nach Herzenslust buddeln können und sind eine super Beschäftigung für Kaninchen. Sie lieben es Gänge und Tunnel zu graben. Damit sie sich keinen Weg aus dem Freigehege buddeln, solltest Du das Freigehege von unten mit zusätzlichen Gittern in der Erde oder Steinplatten absichern.  Steht das Gehege auf Steinplatten, kannst Du eine Kiste gefüllt mit Erde oder Sand hineinstellen, damit die Kaninchen hier buddeln können.

In der Wohnung musst Du etwas kreativer werden. Die wenigsten werden sich eine Kiste voller Erde oder Sand mitten ins Wohnzimmer stellen. Aber wie wäre es mit einer Kiste voller Klopapier, Stoffresten oder Sägespäne? Wenn der Karton noch einen Deckel hat, bekommen Deine Hasen das Gefühl, in einer echten Höhle zu sein. In eine besonders große Kiste kannst Du zusätzlich Äste oder gekaufte Tunnel legen, um für noch mehr Unterhaltung zu sorgen.

Tipp: Deine Kaninchen werden garantiert den Karton anknabbern. Wähle am besten ein Papier ohne Druck und ohne Klebstoffresten.

2. Essen ist zum Spielen da

In der freien Natur beschäftigen sich Kaninchen den ganzen Tag mit der Futterbeschaffung. In einem Käfig ist die Suche nach dem Futter schnell abgeschlossen, da immer Futter zur Verfügung steht. Für mehr Abwechslung kannst Du das Futter etwas interessanter gestalten. Selbst gebastelte Gemüseseile eignen sich hervorragend, um die kleinen Vierbeiner zu unterhalten. Schnitze in verschiedene Gemüsescheiben kleine Löcher und fädele die Scheiben auf ein Seil. Das Seil kannst Du dann ganz einfach in den Käfig hängen.

Tipp: Das Seil sollte etwas dicker sein, damit es nicht direkt durchgeknabbert wird und unbedingt frei von jeglichen Schadstoffen. Sisalseile oder andere Seile aus Naturmaterialien eignen sich besonders gut.

Hast Du leere Klopapierrollen übrig, kannst Du sie toll als Kaninchen Spielzeug einsetzten. Fülle etwas Heu und ein paar Leckerli in die Rolle, drücke sie an beiden Enden etwas zusammen und lege sie in den Käfig oder einfach auf den Boden in der Wohnung. Dein Kaninchen wird das Spielzeug bestimmt schnell entdecken.

3. Ein Spielgefährte kommt immer gut an

Kaninchen sind sehr gesellige Tiere und sollten nicht alleine gehalten werden. Erst wenn die kleinen Vierbeiner mindestens zu zweit gehalten werden sind sie zufrieden. Werden Kaninchen zusammengehalten, können sie sich gegenseitig pflegen, putzen, kuscheln und kommunizieren. Durch die gemeinsame Haltung kommt deutlich weniger Langeweile auf.

Tipp: Nicht immer klappt die Zusammenführung von zwei Kaninchen reibungslos. Es gibt unterschiedliche Empfehlungen, ob man lieber zwei kastrierte Männchen, ein Weibchen und Männchen oder doch lieber zwei kastrierte Weibchen halten sollte. Am leichtesten ist die Zusammenführung, wenn Du direkt zwei Geschwister aus einem Wurf in Dein Zuhause holst.

4. Die Natur bietet tolle Beschäftigungsmöglichkeiten

Kaninchen brauchen neben Heu, Gemüse und Obst auch Zweige zum Knabbern. Das Knabbern und entrinden von Zweigen ist eine super Beschäftigung und sorgt nebenbei dafür, dass die Zähne auf der richtigen Länge bleiben. Du musst nicht unbedingt Zweige kaufen. Wenn Du das nächste Mal im Wald unterwegs bist oder Bäume in Deinem Garten hast, kannst Du einfach ein paar Äste für Dein Kaninchen einsammeln.

Tipp: Nicht alle Baumarten sind für Kaninchen genießbar. Holunder, Eibe und Zypresse sind besonders giftig und sollten nicht eingesammelt werden. Äste von Apfel- und Birnenbäumen, Birke, Haselnussbäumen und Weidenzweige eignen sich besonders gut und werden von Kaninchen gerne gefressen.

Fazit

Kaninchen sollten auch als Haustiere die Chance haben ihre natürlichen Verhaltensmuster ausleben zu können. Beschäftigung für Kaninchen in Form von abwechslungsreichen und großen Gehegen, Spielmöglichkeiten und genügend Auslauf sind besonders wichtig. Werden die Kaninchen mindestens zu zweit gehalten und stehen zusätzlich genügend Kletter- und Buddelmöglichkeiten zur Verfügung, wird sich Dein Kaninchen ausreichend beschäftigen können.

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