Labrador Retriever

Lesedauer: 7 Minuten Aufrufe 339

Größe:
55 – 60 cm
Gewicht:
25 – 36 kg
Herkunft:
England
Farbe:
Schwarz, Gelb oder Schokobraun
Lebensdauer:
10 – 12 Jahre
FCI Gruppen:
Auslauf
Sabbern
Haaren
Fellpflege

Rassebeschreibung

Der Labrador Retriever gehört wohl zu den bekanntesten und beliebtesten Hunderassen der Welt. Er ist vor allem durch seine hervorragenden Eigenschaften als Apportier- und Arbeitshund bekannt. Außerdem eignet er sich durch seine soziale Ader hervorragend als Familienhund.

Herkunft und Rassegeschichte

Die genaue Herkunft des Labrador Retrievers ist noch nicht gänzlich erklärt. Sicher scheint aber, dass der Labrador neben dem Neufundländer an der Ostküste Kanadas ansässig war. Ein starker Beleg dafür ist sicherlich der Name, der nämlich von der Labrador-Halbinsel in Nordamerika stammt. Ab Anfang des 19. Jahrhunderts begann man erstmals den Labrador Retriever klar vom Neufundländer zu unterscheiden. Im Verlauf des gleichen Jahrhunderts brachten Fischer den Hund nach England und die gezielte Zucht in Großbritannien begann.

Der Namenszusatz Retriever leitet sich vom englischen Wort retrieve ab und bezieht sich in dem Fall auf die Apportiereigenschaft des Hundes. Die Bezeichnung Labrador Retriever wurde erstmals 1870 verwendet. Das Ziel der Züchtung war einen geeigneten Jagd- und Arbeitshund zu erschaffen, der den ansässigen Fischern bei ihrer Arbeit helfen konnte. So zählte unter anderem zu seiner Aufgabe Fischernetze aus dem Meer zu holen. Aufgrund ihres geringeren Gewichts und ihrer höheren Schnelligkeit, hatten sie in diesem Bereich Vorteile gegenüber dem Neufundländer.

Die weitere Zucht durch verschiedene Adelige wurde vor allem auf die Jagdeigenschaften des Hundes ausgelegt. Zunächst besaßen die Hunde eine ausschließlich schwarze Fellfarbe, anders farbige Exemplare wurden als Fehlzüchtung bezeichnet. Erst später kam es dazu, dass auch gelbe Varianten, welche rezessiv vererbt wurden, offiziell anerkannt wurden. Auch eine braune Variante des Labradors konnte auftreten. Diese wurde jedoch erst relativ spät im Jahre 1964 anerkannt.

Der Labrador Retriever ist seit 1903 im englischen Kennel Club eingetragen. Im Laufe der Zucht wurden zwei unterschiedliche Linien ausgeprägt. Eine Show- und eine Arbeitslinie. Je nach Ausprägung unterscheidet sich das Wesen und der Körperbau des Hundes. Während die für die Arbeit gezüchteten Labradore eher einen schlankeren Körper besitzen, ist der des Show-Labradors kompakter.

Aussehen des Labrador Retrievers

Der Labrador Retriever ist ein mittelgroßer Hund mit meist kompaktem und kräftigem Körperbau. Typisch sind außerdem ein breiter Schädel und die sogenannte „Otterrute“.

Das Fell des Hundes kann schwarz, gelb oder schokobraun gefärbt sein. Zudem ist es ziemlich dicht und besitzt eine wetterfeste Unterwolle. Die Haarlänge ist kurz und borstenartig. Das Gewicht eines Rüdens liegt zwischen 30 und 36 kg und das einer Hündin zwischen 25 und 32 kg. Die Widerristhöhe kann zwischen 54 und 57 cm schwanken.

Aufgrund der züchterischen Ausprägung von Show- und Arbeitslinie, kann der Körperbau und das Gewicht je nach Richtung variieren.

Charakter und Wesen

Der Charakter und das Wesen des Labrador Retrievers ist sehr menschenbezogen. Er liebt es mit dem Menschen zu arbeiten und seinem Frauchen oder Herrchen zu gefallen. Außerdem ist er sehr verspielt und aktiv. Diese Aspekte lassen ihn zum perfekten Familienhund werden. Er ist somit besonders gut für aktive Menschen geeignet. Zudem liebt er das Wasser und lässt sich bestens zum Apportieren von Gegenständen ausbilden.

Im Umgang mit Menschen und anderen Hunden ist er generell freundlich eingestellt. Er freut sich neue Bekanntschaften zu machen und von neuen Menschen ausgiebig begrüßt zu werden. Zudem ist er sehr kinderfreundlich, ruhig und nicht aggressiv eingestellt.

Außerdem besitzt er ein gesundes Selbstbewusstsein und ist durch seine neugierige Art alles andere als scheu.

Haltung und Ernährung

Bei der Haltung des Labradors ist darauf zu achten, dass seinem Drang nach viel Aktivität nachgegangen wird. Der Labrador liebt das Spielen in der Natur und besonders das Apportieren von Gegenständen gehört zu seinem Spezialgebiet. Häufiges Gassi gehen mit viel Auslauf sind beim Labrador also mehr als angebracht. Dabei sollte der Hund nicht nur körperlich, sondern auch geistig ausreichend gefordert werden.

Aufgrund seiner sanften und Familien bezogenen Art, ist er bestens als Familienhund geeignet. Der Haltung des Hundes in einer kleinen Wohnung im Stadtgebiet ist eher abzuraten. Genügend Auslauf muss dem Hund immer geboten werden.

Die Ernährung des Labrador Retrievers sollte sehr ausgewogen sein. Neben hochwertigem Futter mit gutem Fleischanteil, sind festes Gemüse und Obst für die Ernährung des Labradors wichtig. Denn dieser neigt gerne aufgrund seines übermäßigen Appetits dazu, etwas mehr zu essen als er bräuchte. Übergewicht kann schnell die Folge sein. Besonders, wenn ihm nicht genügend Bewegung zum auspowern geboten wird. Auf Kohlenhydrate wie Getreide oder Konservierungsstoffe und Geschmacksverstärker sollte man möglichst verzichten. Diese regen den Appetit nur umso mehr an.

Ob man jetzt auf Trocken- oder Nassfutter oder sogar ganz rohes Fleisch (BARF) setzt, ist jedem selbst überlassen. Meist ist dies eine Sache der Überzeugung. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass die Ernährung stets abwechslungsreich und ausgewogen ist. Übermäßiger Leckerliekonsum ist natürlich auch zu vermeiden.

Erziehung und Pflege

Generell lässt sich der Labrador Retriever gut erziehen. Durch die Fokussierung auf den Menschen verlangt er regelrecht nach den Anweisungen und Befehlen seines Frauchens oder Herrchen. Jedoch sollte man sie ihm dann auch geben. Eine klare und konsequente Erziehung seit Anfang an ist wie bei jedem anderen Hund auch beim Labrador von großem Vorteil. Gerade in der Anfangsphase sollte man besonders durchsetzungsstark agieren. Denn am Ende sind mögliche Fehler oder Nachlässigkeit in der Erziehung nur schwer auszubügeln.

Aufgrund seiner eher einfachen Art und seinem guten Hörvermögen ist er auch für Anfänger geeignet. Wenn man keine Hundeerfahrung besitzt, sollte man sich vor der Anschaffung des Hundes trotzdem ausreichend über richtige Erziehungsmethoden informieren. Positive Bestätigungen (auch durch Leckerlies) und eine klare Haltung sind für den Hund besonders hilfreich und werden sich in der Entwicklung positiv auswirken. Der Besuch einer Hundeschule ist gerade für Neulinge empfehlenswert.

Die Pflege des Labradors gestaltet sich aufgrund seines kurzen Fells generell eher einfach. Da er aber das Wasser liebt und gerne in der Natur unterwegs ist, ist ein schmutziges Fell nach dem Gassi gehen fast unvermeidlich. Hier ist die Reinigung mit einem feuchten Tuch aber meist schon ausreichend. Auch wenn der Labrador keine langen Haare besitzt, haart er über das ganze Jahr. Die kleinen Haare sind zwar meist auf den ersten Blick nicht sichtbar, aber häufigeres Staubsaugen kann schon notwendig sein. Ansonsten sollte man den Hund regelmäßig mit einer Büste von Schmutz befreien.

Des Weiteren sind das gelegentliche Überprüfen und Pflegen der Ohren, Augen, Pfoten und Krallen von Vorteil. So bleibt nicht nur das Äußere des Hundes ordentlich, sondern man kann auch Krankheiten rechtzeitig erkennen oder sogar ganz vorbeugen. Auch das Achten auf Parasiten (wie Zecken) oder Verletzungen, dient der Gesundheit des Hundes.

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Labrador ist an sich ein eher gesunder Hund, jedoch können auch bei ihm typische Krankheiten auftreten.

Wegen seiner Größe und Kompaktheit sind besonders Hüfte und Ellenbogen anfällig. Neben einer Hüftgelenksdysplasie (ED) und einer Ellbogendysplasie (ED), kommen auch Beeinträchtigungen durch Gelenkschäden (z.B. Osteochondrosis dissecans) vor. Um diese möglichst vorzubeugen, sind übermäßige Belastungen (wie häufiges Treppenlaufen) gerade in jungen Jahren oder als Welpe zu vermeiden.

Zudem können auch einige Augenkrankheiten beim Labrador auftreten. Dazu zählt die Progressive Retina Atrophie (PRA) oder der Hereditäre Katarakt (HC).

Lebenserwartung des Labrador Retrievers

Die Lebenserwartung eines Labrador Retrievers beträgt in etwa 10-12 Jahre. Eine gesunde Ernährung und ausreichende Bewegung begünstigen diese natürlich.

Hunderasse Labrador Retriever kaufen

Da der Labrador in Deutschland zu den viertbeliebtesten Hunderassen zählt (Stand 2017), gibt es natürlich auch zahlreiche Züchter auf dem Markt. Der Kauf sollte am besten bei einem eingetragenen und seriösen Züchter erfolgen. Denn nur so kann man davon ausgehen einen gesunden Hund zu erhalten. Auch die Wahrscheinlichkeit von Erbkrankheiten ist bei einem Hund aus verantwortungsvoller Zucht gesenkt.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit einen Hund aus einem Tierheim zu adoptieren. Da Labradore nicht gerade selten sind, wird man auch hier im Normalfall schnell fündig. Eine passende Beratung bekommt man vom Personal des jeweiligen Tierheims. Da die Adoption eines Hundes aus dem Tierheim nicht ganz unproblematisch sein kann und viel Geduld bedarf, ist diese Option vor allem für schon hundeerfahrene Menschen ratsam. Wenn man sich jedoch für diese Variante entschieden haben sollte, wird man sicher einen sehr liebenswerten Hund bekommen, der sich über sein neues Zuhause und die Gesellschaft seines neuen Besitzers freut.

Entscheidungshilfe

Die familienfreundliche und auch für Hundeeinsteiger geeignete Art machen den Labrador Retriever zu einer der beliebtesten Rassen in Deutschland. Vor dem Kauf sollte man sich jedoch auch bei diesem Hund einige Gedanken machen.

Die aufgeweckte und aktive Ader des Hundes, will ausreichend befriedigt werden. So sollte man als zukünftiger Besitzer viel Auslauf und abwechselnde Aktivitäten einplanen. Denn der Labrador möchte auch geistig gefordert werden. Perfekt dafür ist zum Beispiel Agility Training oder eine andere Hundesportart. Das Apportieren von Spielzeug macht ihm besonders Spaß.

Der Umgang mit Menschen und sogar mit Kindern gestaltet sich aufgrund der sozialen Ausprägung des Hundes sehr angenehm. Zudem ist er durch seine verspielte Art eine super Bereicherung für die Familie. Die frühzeitige Erziehung mit der richtigen Balance aus positiver Bestätigung und konsequentem Durchsetzungsvermögen, wird nicht nur dem Hund in seiner Entwicklung gut tun, sondern auch das Leben des Menschen wesentlich erleichtern.

Wie bei den meisten Hunden ist viel Zeit und Geduld Voraussetzung für die Anschaffung eines solchen. Beim Labrador gilt dies aufgrund seines Arbeitsdranges umso mehr. Außerdem sollte man ihn liebevoll umsorgen. Die Haltung in einem Zwinger oder viel zu kleinem Zuhause ist für diesen Hund auf keinen Fall geeignet.

Wenn man über eine große Wohnung oder optimalerweise sogar über ein Haus in ländlicher Lage verfügt, sind die besten Voraussetzungen gegeben. Wenn Sie sich für diesen Hund entscheiden sollten und genügend Motivation sowie Freude mitbringen, werden Sie eine super Zeit mit ihrem zukünftigen Vierbeiner haben.

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

Gib jetzt deine Bewertung ab:
Bewertung:
Bewertungen: 6 Ihre Bewertung: {{rating}}

Ähnliche Artikel

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.