Friese

Größe:
155 – 170 cm
Gewicht:
500 – 700 kg
Herkunft:
Niederlande
Lebensdauer:
25 – 30 Jahre
Farbe:
schwarz
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Kopfform
Kräftig
Körper
Muskulös, kräftig
Gang
Frei, raumgreifend
Temperament
Auffassungsgabe
Ausgeglichenheit
Für Anfänger geeignet
Gehorsam
    wenig:

    viel:

Ein Friese ist atemberaubend schön. Schwarzes, glänzendes Fell, eine wallende Mähne und Schweif und ein üppiger Behang, das sind die „schwarzen Perlen“ der Niederlande.

Es scheint so, als ob er sich seiner Schönheit bewusst ist, denn kaum eine andere Pferderasse präsentiert sich so elegant und selbstbewusst wie der Friese.

Rassebeschreibung

Der Friese ist mit einer der ältesten Pferderassen in Europa. Die Pferderasse stammt aus den Niederlanden, aus der Provinz Friesland. Von dem Herkunftsort leitet sich auch der Name der Friesen ab.

Der Friese ist ein Warmblut mit leichten Kaltbluteinschlag und wird in Reinzucht, das bedeutet ohne Fremdbluteinkreuzung, gezüchtet.

Herkunft und Rassegeschichte

Das erste Pferd, welches man vom Aussehen einem Friesenpferd zuordnen konnte, wurde erstmals in der Römerzeit erwähnt.

Der heutige Friese, wie Pferdeliebhaber ihn kennen und lieben, entstand im 16. Jahrhundert und im 17. Jahrhundert durch das Verpaaren spanischer Pferde mit den damals in den Niederlanden gängigen Kaltblutpferden.

Da die Niederlande zu diesem Zeitpunkt von Spanien besetzt war, brachten die Spanier ihre rassigen Warmblut-Pferde mit ins Land.

Die Friesen wurden zuerst als schweres und großes Ritterpferd und Arbeitspferd bekannt. Erst nach der Einkreuzung der spanischen Warmblut-Pferde wurde der Friese als Barockpferd in berühmten Gestüten als Zugpferd für die Prunk-Kutschen der gehobenen Gesellschaft gezüchtet.

Anfang des 19 . Jahrhunderts kamen die Friesen immer mehr aus der Mode. Nach und nach wurde auch die Reinzucht dieser majestätischen Pferderasse vernachlässigt. 1910 gab es von den herrlichen Friesen nur noch vier Hengste.

Drei Jahre später schrumpfte der Bestand auf drei Hengste, Prins 109, Alva 113 und Friso 117. Fast wäre diese wundervolle und schöne Pferderasse ausgestorben und damit ein Teil der niederländischen Geschichte, da die „schwarzen Perlen“ Frieslands die einzige niederländische Pferderasse war.

Das wollten einige Pferdezüchter nicht zulassen und setzen sich gemeinsam für die Rettung dieser alten und wertvollen Rasse ein.

Der Friese heute

Für den Erhalt und der Verbreitung dieser edlen Rasse waren vonseiten der Züchter enorme Anstrengungen nötig. Der Bestand wurde durch Inzucht innerhalb einer sehr kleinen Population von Friesen erhalten und langsam aber stetig wieder vergrößert.

Es wurde nach der Einkreuzung der spanischen Warmblut-Pferde nie wieder Rasse fremdes Blut zugeführt. Das hat zur Folge, dass von jedem Friesen, der im niederländischen Zuchtverband gemeldet ist, ein Inzucht Faktor bestimmt wird, der anzeigt, mit wie viel Prozent das Erbgut dieses Pferdes mit Inzucht belastet ist.

Außerdem ist das Auswahlverfahren der Hengste, die zur Zucht zugelassen werden, eines der strengsten der Welt. Jedes Jahr dürfen sich die jungen Hengste einer Jury stellen.

Die Hengste sind in der Regel zu diesem Zeitpunkt circa zweieinhalb Jahre alt. Es dürfen allerdings auch ältere Hengste, die schon einige Erfolge zum Beispiel im Reitsport haben, vorgestellt werden.

Die Jury trifft nun eine Vorauswahl. Die ausgewählten Hengste werden dann erneut im Januar des Folgejahres auf einer zentralen Körung zweimal bewertet. Die verbliebenen Hengste, die es durch die Bewertungen geschafft haben, müssen sich nun der sogenannten Hengstleistungsprüfung stellen.

Die Hengstleistungsprüfung findet im selben Jahr im Herbst statt. Die Hengste sind nun knapp dreieinhalb. Die Hengstleistungsprüfung besteht aus mehreren Kategorien, unter anderem das Aussehen, der Gang, der Arbeitswille und sogar das Betragen im Stall.

Auch hier bestehen nicht alle Hengste, die zu der Hengstleistungsprüfung angetreten sind. Hat der Friese die Prüfung erfolgreich abgelegt und wurde zur Zucht zugelassen, muss er sich jedes Jahr wieder einer Jury vorstellen. Die ersten Fohlen des Deckhengstes tragen maßgeblich zu seiner Stellung als Deckhengst bei.

Sie werden einjährig, zweijährig und mit drei Jahren bewertet. Fallen diese Bewertungen schlecht aus, wird der Deckhengst sofort abgekört und aus der Zucht genommen. Fällt sie positiv aus, behält dieser Hengst seine Zulassung.

Aussehen des Friesen

Friese

Der Friese ist ein kraftvolles Warmblut. Er verfügt über einen edlen Kopf und dunklen, großen und ausdrucksstarken Augen. Der Hals ist hoch aufgesetzt und elegant gebogen. Die Brust ist breit, die Kruppe leicht gespalten und abfallend.

Die wallende Mähne ist üppig, ebenso wie der tief angesetzte, lange Schweif. An den Fesseln sitzt ein üppiger Kötenbehang. Die Stuten erreichen eine Widerristhöhe von 155 cm bis 165 cm. Die Hengste werden entsprechend größer, sie können ein Stockmaß von bis zu 175 cm erreichen.

Um zur Körung zugelassen zu werden, muss ein dreijähriger Hengst ein Stockmaß von mindestens 158 cm aufweisen. Ein Friese wiegt zwischen 550 Kilogramm und stolzen 750 Kilogramm. Der Friese ist bekannt für seine Trittsicherheit in allen drei Gangarten.

Beim Trab zeigt der Friese eine hohe Knieaktion, das heißt, ein betontes Anheben der Vorderbeine. Zusammen mit dem starken Schub der Hinterhand entsteht ein wunderschöner Trab mit deutlichen Schwebephasen.

Der Galopp ist ein „Schaukelgalopp“. Die Fellfarbe der Friesen – Schwarz ist nicht gleich schwarz. Der Friese wird ausschließlich als Rappe gezüchtet.

Kleinere, circa zwei Euro Stück große weiße Abzeichen am Kopf wie die Flocke, ein Stern oder Stichel­haar sind gestattet, ebenso wie einige graue Haare an der Ober- oder Unterlippe. Weiße Abzeichen an den Beinen dagegen sind nicht erlaubt.

Der Friese kommt nicht als Rappe zur Welt, sondern das Fell der Fohlen ist braun. Der Friese kennt drei verschiedene Schwarz-Schattierungen: Glanzrappe, Winterrappe und Mattschwarz. Der sogenannte Glanzrappe ist ein Friese, dessen Fell unabhängig der Jahreszeit tiefschwarz ist und glänzt. Gerne wird diese Schattierung als „Lackschwarz“ bezeichnet.

Unter dem Namen „Winterrappe“ wird ein Friese bezeichnet, der im Winter tiefschwarz ist, dessen Fell im Sommer allerdings etwas aufhellt und dadurch einen leicht rötlich- braunen Schimmer erhält.

Als „Mattschwarz“ gilt der Friese, dessen Fell immer einen bräunlichen Schimmer aufweist und nicht so stark glänzt, wie das des Glanzrappens.

Charakter und Wesen

Der Friese trägt seinen herrlichen Kopf mit den ausdrucksvollen Augen hoch und mit Stolz. Trotz seines imposanten und edlen Äußeren ist der Friese aber kein schwieriges Pferd. Der Friese ist ein sanftmütiges, freundliches Pferd, welches seinem Menschen sehr zugetan ist.

Er ist geduldig, arbeitswillig und nervenstark. Zum idealen Familienpferd wird der Friese aufgrund seines ausgeglichenen und geselligen Charakters.

Haltung und Ernährung

Haltung

Der Friese verfügt über ein dichtes Fell, weshalb er problemlos auch auf der Weide, beziehungsweise in der Offenstallhaltung gehalten werden kann.

Ernährung

Auch bei der Ernährung ist der Friese genügsam, er ist leichtfuttrig, also ein guter Futterverwerter.

Hochwertiges Futter ist natürlich das A und O bei der Pferdehaltung. Allerdings sollte das Futter nicht zu Eiweißhaltig sein.

Erziehung und Pflege

Die Erziehung eines Friesen gestaltet sich recht einfach, da der Friese sehr arbeitswillig, neugierig und gutmütig ist. Deshalb wird diese atemberaubend schöne Pferderasse gerne für Shows oder Galavorstellungen verwendet.

In der CAVALLUNA-Show „Welt der Fantasie“ konnte der Besucher gleich vier dieser herrlichen Pferde bewundern. Der Portugiese Filipe Fernandes ist sehr stolz auf seine wunderschönen und klugen Friesen.

Kein Wunder, denn schaut man den Tieren bei der Arbeit zu, sieht man, wie gerne sie sich präsentieren und mit wie viel Spaß an der Arbeit der Friese sein Können vorzeigt.

Die Pflege eines Friesen unterscheidet sich nicht sehr von der Pflege anderer Pferderassen. Fell, Schweif, Mähne und die Behänge solltest Du regelmäßig bürsten und kämmen, um Deinen Friesen gesund zu erhalten.

Auch die Hufe, Augen und Ohren benötigen Aufmerksamkeit und Pflege. Passende Bürsten und Kämme erhältst Du in jedem Fachgeschäft.

Gesundheit und typische Krankheiten

Ein Friese ist nicht mehr oder weniger anfällig für Krankheiten wie andere Pferderassen. In der Regel verfügt ein Friese über eine robuste Gesundheit. Wegen des üppigen Kötenbehangs sollte der Besitzer verstärkt auf Anzeichen von Mauke achten.

Steht der Friese nicht stundenlang im Schlamm und Dreck, ist auch die Mauke kein Problem. Der Einstreu in der Box darf nicht zu feucht sein. Wegen der Größe kann es unter Umständen zu Gelenkerkrankungen kommen.

Auch für Sommerekzeme ist der Friese anfällig. Aufgrund der hohen Knieaktion ist der Friese anfällig für Kniescheibenluxationen. Daher solltest Du die Knie Deines Friesen regelmäßig kontrollieren lassen.

Lebenserwartung der Friesen

Friese

Bei vernünftiger Haltung, Ernährung und Pflege kann Dein Friese zwischen 20 und 25 Jahre alt werden.

Pferderasse Friese kaufen

Einen Friesen zu kaufen, wird dem Liebhaber der Pferderasse leicht gemacht. Zu leicht, denn in unzähligen Kleinanzeigen werden Friesen für wenig Geld angeboten.

Hier solltest Du Vorsicht walten lassen. Friesen sind mit einer der teuersten Pferderassen. Mit Glück kannst Du einen sehr guten und gesunden Friesen ab 5.000 Euro aufwärts erstehen. Das ist aber meist die Ausnahme und ein guter Platz geht hier vor dem Geld.

Wenn Du einen gesunden Friesen möchtest, wende ich an einen guten Züchter. Vereine können Dir mit Adressen von anerkannten Züchtern weiterhelfen.

Bedenke bitte, dass ein gutes, gesundes und charakterlich einwandfreies Friesenpferd nicht für 5.000 Euro oder noch weniger zu haben ist.

Entscheidungshilfe

Friesen sind robust, arbeitswillig, neugierig und sanftmütig. Sie sind ideale Freizeitpferde, machen allerdings auch in der Dressur mehr als eine gute Figur.

Sie sind sehr menschenbezogen und lernen mit Begeisterung kleine Kunststücke. Der Friese ist das ideale Showpferd, weil es ihm einfach Spaß macht zu zeigen, was er kann.

Wenn Du ein wunderschönes Pferd mit Temperament, Anmut und Eleganz suchst, dann solltest Du über den Kauf eines Friesen nachdenken.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Wie viel kostet ein Friese?

Für eingerittene Tiere im Alter von 6-8 Jahren: Stute (je nach Zuchttauglichkeit) 5000 bis unbegrenzt, Hengst 4500 bis ca. 8000 Euro ohne Zuchtfähigkeit.
Ein Wallach kostet zwischen 4500 und 8000 Euro je nach genauem Ausbildungsstand.

Was ist ein Friese?

Der Friese bzw. das Friesenpferd ist eine der ältesten Pferderassen Europas, es ist eine niederländische Pferderasse, die ursprünglich aus der Provinz Friesland stammt und heute in Reinzucht ohne Fremdbluteinkreuzung gezüchtet wird.

Wie alt wird ein Friese?

Bei vernünftiger Haltung, Ernährung und Pflege kann ein Friese zwischen 20 und 25 Jahre alt werden.

Was wiegt ein Friese?

Das Gewicht der Tiere pegelt sich zwischen 520 und 770 Kilogramm ein.

Wann ist ein Friese ausgewachsen?

Die Hauptwachstumsphase ist beim Pferd schon sehr früh mit einem Alter von ca. 12 Monaten abgeschlossen. Die eigentliche Ausreifung allerdings erst mit 4-5 Jahren (beim Friesenpferd also eher noch etwas später).

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1 Gedanke zu „Friese“

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