Deerhound

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Größe:
71 – 76 cm
Gewicht:
37 – 46 kg
Herkunft:
Schottland
Lebensdauer:
8 – 11 Jahre
Farbe:
grau, blau-grau, gestromt, gelb, rotbräunlich
FCI Gruppen:
Auslauf
Haaren
Fellpflege
Für Anfänger geeignet
Anfälligkeit für Krankheiten
Intelligenz
Verspieltheit
Familienfreundlich
Katzenfreundlich
    wenig:

    viel:

Ein eigener Hund bringt eine große Veränderung mit. Es muss nicht nur Verantwortung für das Tier übernommen werden, es muss auch alles daran gesetzt werden, dass das Tier möglichst artgerecht gehalten wird und seinen Bedürfnissen nachgekommen wird. Welche Kriterien insgesamt für oder gegen einen Hund im Haus spricht, kannst Du hier nachlesen.

Bei der Anschaffung eines Hundes ist es absolut erforderlich, sich genaustens über die Rasse zu informieren. Denn erst dann bist Du in der Lage, ihn allumfassend zu verstehen und ihm in all seinen Facetten gerecht zu werden. Vor allem interessant ist, ob der Hund zu Dir, Deiner Familie, aber vor allem zu Deinem Lebensstil passt.

Ein aktiver, sportlicher Mensch kann einen quirligen Hund ganz anders auslasten, als ein Mensch, der viel arbeiten muss und deshalb einen Hund braucht, der nicht ganz so anspruchsvoll in Bezug auf die kognitive sowie körperliche Auslastung ist.
Du spielst mit dem Gedanken, Dir einen Deerhound zu kaufen? In diesem Text erfährst Du alles Wissenswerte über den sanften Riesen unter den Hunden. Du wirst am Ende allumfassend informiert sein und kannst Dir ein Bild darüber machen, ob der Deerhound zu Dir passt.

Rassebeschreibung

Der Deerhound ist eine vom FCI anerkannte Hunderasse, die ursprünglich aus Großbritannien kommt. Er ist auch unter den Namen „Scottish Deerhound“, „Highland Deerhound“ sowie „Schottischer Hirschhund“ bekannt. Gemäß des FCIs ist er in der Gruppe 10 Windhunde, Sektion 2 Rauhaarige Windhunde ohne Arbeitsprüfung erfasst.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Deerhound, wie wir ihn heute kennen, ist schon seit langer Zeit bekannt. Vorfahren von ihm tauchten bereits im Mittelalter auf und wurden dort schon zur Hetzjagd auf Hirsche eingesetzt. Es ist die wohl älteste Hunderasse Schottlands. Der Deerhound gilt als Aristrokat unter den Hunden. Hunde mit ähnlichem Aussehen tauchten bereits um das 3. Jahrhundert n. Chr. auf.

Es ist jedoch nicht eindeutig geklärt, ob es sich bei diesen Hunden um direkte Vorfahren des Deerhounds handelte. Es ist davon auszugehen, dass er von den großen keltischen Windhunden abstammt. Für welche Zwecke dieser damals eingesetzt wurde, ist unklar.

Im !5. Jahrhundert züchteten die Schotten diese Hunde für die Aufgabe der Hirschjagd. Deshalb sollten sie nicht nur schnell und wendig sein, sondern gleichsam kraftvoll, mutig und unerschrocken. Dies war unerlässlich, sollte er sich doch mit deutlich größeren und stärkeren Tieren anlegen. Mit der Erfindung präziser Jagdwaffen, wurde der Deerhound nach und nach arbeitslos. Die zunehmende Industrialisierung und die Verpachtung einstiger Jagdreviere verstärkte dies zusätzlich.

So kam es, dass der Aristrokat der Hunde vom Aussterben bedroht war. Glücklicherweise wollten dies die Brüder Archibald McNell und Lord Colonsay nicht zulassen und so züchteten sie die Deerhounds weiter, sodass im Jahr 1886 der Britische Deerhoundclub gegründet werden konnte. Dieser legte die Rassestandards fest, wie sie auch heute noch existieren.

Aussehen des Deerhounds

Der Deerhound erinnert fast schon an einen weisen und würdevollen Hund, der ruhig liegend anderen Hunden Ratschläge erteilen könnte. Mit seinen 71 cm Schulterhöhe ist er wahrlich ein Riese. Da der Deerhound gemäß der Rassestandards nach oben keine Grenzen gesetzt bekommt, gibt es auch deutlich größere Hunde dieser Rasse.

Er ist ein sehr sanfter Riese, geduldig und in sich ruhend. Trotz der beachtlichen Körpergröße, bringt der Deerhound lediglich 36,5 kg bis 45,5 kg auf die Waage. Wie für Windhunde typisch, hat er einen sehr drahtigen, schmalen und leichten Körperbau. Ideal, um mit Spitzengeschwindigkeit Hirsche zu jagen.

Sein nicht allzu üppiges Fell ist rau, struppig und wasserabweisend. Es liegt dicht am Körper an, ist eher drahtig und 7-10 cm lang. Am Kopf, Brust und Bauch ist es deutlich weicher als im Rücken- und Lendenbereich. Seine Kruppe ist auffallend breit und kraftvoll, sein Kopf lang und schmal.

Er bewegt sich elegant und geschmeidig, erreicht beeindruckende Geschwindigkeiten im Spiel und auf der Jagd. Seine Sinne sind bis ins hohe Alter scharf, sein Augenlicht einwandfrei, sein Gebiss kräftig und sein Gehör auch als Senior fein und ausgeprägt.

Charakter und Wesen

Kaum eine Hunderasse besitzt so großes Einfühlungs- und Anpassungsvermögen wie der Deerhound. Er ist jedoch nicht nur sensibel, sondern auch sehr intelligent. In Kombination mit seinem großen Stolz, kann dies hin und wieder dazu führen, dass er beleidigt und nachtragend reagiert.

Haltung und Ernährung

Windhunde, wie der Deerhound, sind in der Regel Sichtjäger. Sie sind dafür gezüchtet, weite Strecken in hoher Geschwindigkeit zurückzulegen. Dies ist bei der Haltung unbedingt zu beachten. Ein Deerhound ist unglücklich, wenn er sich nicht oder zu wenig bewegen darf. Dies muss unbedingt beachtet werden.

Ideal ist – auch aufgrund seiner beachtlichen Größe – ein Haus mit großem Garten. Er fühlt sich aber auch in Wohnungen wohl, vorausgesetzt er bekommt täglich ausreichend die Möglichkeit, zu rennen und sich auszutoben.

Der Deerhound zählt zu den größten Hunderassen überhaupt. Das Wachstum ist für den Körper, insbesondere für die Knochen, eine große Herausforderung, da sie in kurzer Zeit enorm viel wachsen. Das Futter muss den Hund in dieser Zeit mit einer ausreichenden Menge an Nährstoffen, Mineralien und Vitaminen versorgen, damit der Hund dies ohne Schaden zu nehmen, übersteht.

Auch der hohe Energiebedarf darf vor allem in dieser Zeit nicht außer Acht gelassen werden. Unabhängig von der Wachstumsphase muss das Futter stets auf das jeweilige Alter, Gewicht und Größe sowie auf das Aktivitätslevel des Hundes angepasst sein.

Erziehung und Pflege

Da das Fell des Deerhounds so rau ist, ist es gleichzeitig aus sehr pflegearm. Es reicht vollkommen aus, es gelegentlich zu kämmen. Hin und wieder kann es zu verfilzten Stellen kommen, diese gilt es herauszuschneiden. Ebenso ratsam ist es, das Fell gelegentlich zu waschen.

Der Deerhoound ist ein sensibler, feinfühliger Hund. Eine harte Hand, unfreundliches Zurechtweisen und Einschüchterungsversuche schaden seinem Vertrauen und ganz besonders seiner Seele. Darüber hinaus sind solche Ansätze insgesamt in der Hundeerziehung absolut fehl am Platz.

Der Deerhound ist ein Hund, der unbedingt gefallen möchte und gerne bereit ist, mit seinem Menschen zusammenzuarbeiten. Er benötigt viel Zuwendung und eines liebevolle, aber konsequente Erziehung. Das Clickertraining ist hierbei ein guter Ansatz und schafft eine vielversprechende Basis zwischen Hund und Herrchen.

Hier kannst Du alles Wichtige dazu erfahren: Clickertraining. Es handelt sich bei dieser Rasse – wie erwähnt – um einen Jagdhund. Um dies nicht zu einem Problem werden zu lassen, solltest Du dich frühzeitig – am besten schon im Welpenalter – darum bemühen, dass der Jagdtrieb nicht in seiner Gänze ausgelebt werden kann und Ansätze unterbinden.

Denn es gilt: Jeglicher Jagdansatz, ganz unnabhängig von seinem Erfolg, belohnt den Hund automatisch. Je weniger er dies tut, umso weniger ist sein Verlangen danach. Um ihm dennoch gerecht zu werden, eignen sich für den Deerhound zahlreiche Sportarten. Er ist ein perfekter Begleiter neben dem Pferd, aber auch Agility bietet einige Möglichkeiten, den sanften Riesen auszulasten.

Übrigens: Vor allem sensible Hunde wie der Deerhound, haben es an Silvester häufig mit der Angst zu tun. Wie Du damit umgehen kannst, welche Gerüchte wahr und falsch sind, erfährst Du hier.

Gesundheit und typische Krankheiten

Viele Hunde leiden immer wieder an rassespezifischen Krankheiten. Bei dem Deerhound handelt es sich um einen sehr robusten Hund. Dennoch kann es bei dieser Rasse, genauso wie bei großen Hunden im Allgemeinen, zu Magendrehungen kommen.

Deshalb solltest Du ihm die tägliche Futterdosis auf zwei Mahlzeiten aufteilen. Darüber hinaus kommen Hermuskel- und Krebserkrankungen bei dieser Rasse etwas häufiger vor.

Lebenserwartung des Deerhounds

Da große Hunde in der Regel nicht so alt werden wie viele kleine Rassen, hat der Deerhound eine Lebenserwartung von 8 bis 11 Jahre.

Hunderasse Deerhound kaufen

Du hast den Entschluss gefasst, einen Deerhound bei Dir einziehen zu lassen? Großartig! Dazu kann man Dir nur gratulieren, denn Du hast damit einen wirklich tollen, feinfühligen, empathischen und treuen Partner an Deiner Seite, der Dich nicht im Stich lässt. Dennoch solltest Du folgende Dinge vor dem Kauf berücksichtigen:

Ein Deerhound ist ein Jagdhund. Er braucht körperliche Auslastung! Kannst Du ihm diese geben?

Ein Hund kostet Geld. Bist du finanziell so aufgestellt, dass Du für Futter sowie tierärztliche Betreuung sorgen kannst?

Der Deerhound hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von ca. 10 Jahren. Bist Du bereit, so lange für das Wohlergehen eines Tieres verantwortlich zu sein?

Hast Du die Zeit, Dich um einen Hund zu kümmern?Es gibt immer Situationen, in denen der Hund nicht mitkann. Sei es die Firma, der Notartermin oder die Hochzeit des Freundes. Hast Du jemanden, zu dem der Hund dann gehen kann?

Wenn Du all die Fragen ganz eindeutig mit einem „Ja“ beantworten kannst, steht dem Einzug eines Deerhounds nichts mehr im Wege.

Entscheidungshilfe

Einen Hund zu kaufen, ist eine Entscheidung, die Du Dir nicht leicht machen solltest. Viele Faktoren müssen berücksichtigt werden. Alle Familienmitglieder sollten hinter dieser Entscheidung stehen, denn ein Hund ist immer mit Arbeit verbunden.

Tägliche Spaziergänge, kognitive Auslastung, aber auch die Tatsache, dass ein Hund Dreck im Haus oder in der Wohnung macht, sind zu berücksichtigende Aspekte.

Der Deerhound ist ein großer Hund, der ursprünglich für die Jagd auf Hirsche gezüchtet wurde. Aus diesem Grund, braucht er seine tägliche Bewegung. Dennoch ist er ein Hund, der leicht zu erziehen ist und sich gerne anpasst. Er liebt ausgiebige Spaziergänge genauso wie einen gemütlichen Abend auf dem Sofa.

Zu Kindern ist er sanft und freundlich, weshalb er sich auch für Familien mit Kindern gut eignet. Durch seine leichtführige Art, eignet er sich auch für Hundeanfänger. Allerdings solltest Du dich immer – unabhängig von deiner Hundeerfahrung – vor dem Kauf mit der jeweiligen Rasse genaustens auseinandersetzen.

Dabei gilt es Bücher zu lesen, das Internet zu durchforsten, Erfahrungen Anderer anzuhören und insbesondere den Züchter zu besuchen und auszufragen. Erst dann bist Du umfassend darüber informiert, was die gewünschte Rasse ausmacht, wie Du dem Hund gerecht wirst, und wo möglicherweise Herausforderungen auf Euch warten.

Du solltest Dich sehr genau damit auseinandersetzen, von welchem Züchter Du Deinen Welpen holst. Die FCI setzt der Körpergröße des Deerhounds keine Grenzen. Somit kann ein Deerhound auch eine Körpergröße erreichen, die deutlich über den 70 cm liegt, was häufiger zu Lasten der Gesundheit des Tieres geht.

Belese Dich vor dem Kauf gründlich, woran Du einen seriösen Züchter erkennst und lasse Dir vor allem Zeit. Besuche Deinen Welpen vor Abgabe einige Male, um ihn und den Züchter kennenzulernen. Melde Dich vor dem Kauf des Welpens bei einer Hundeschule an.

Übrigens: Der Besuch einer Hundeschule ist nicht nur im Welpenalter nötig! Auch später noch könnt ihr beide bei weiterführenden Kursen mitmachen, denn dann habt ihr immer einen Ansprechpartner an eurer Seite, wenn es zu Problemen kommt.

Darüber hinaus schweißen die Übungen im Kurs Hund und Herrchen zusammen. Und genau das ist die Basis für ein vertrauensvolles Miteinander, ein Leben lang.

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