Hackney Pony

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Größe:
124 – 140 cm
Gewicht:
300 – 450 kg
Herkunft:
Großbritannien
Lebensdauer:
25 – 30 Jahre
Farbe:
Alle klaren Farben
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Kopfform
Klein, fein
Körper
Fein und edel
Gang
Im Trab starker Gang
Temperament
Auffassungsgabe
Ausgeglichenheit
Für Anfänger geeignet
Gehorsam
    wenig:

    viel:

Das Hackney Pony ist ein super hübsches Pony mit einem ganz besonderen Trab – genau das richtige für ganz besondere kleine Mädchen, die auch gerne bewundert werden.

Deshalb wird dieses Pony auch meist als Showpferd „vorgeführt“. So ist es jedenfalls in den englischsprachigen Ländern, in denen Pferde in allen möglichen Shows zur Schau gestellt werden.

Tief im Herzen ist aber auch dieses Hackney Pony ein echter Naturbursche, weil es nicht nur edle Hackney-Traber, sondern auch robuste, ursprüngliche Gebirgsponys zu seinen Vorfahren zählt.

Rassebeschreibung

Das Hackney Pony ist ein sehr feines und schönes Pony mit besonders viel Eleganz und einem sehr ausdrucksstarken Trab-Gang, die es von seinem Vorfahren Hackney Pferd geerbt hat.

Wie dieser Vorfahre wird das Hackney Pony in den englischsprachigen Pferdenationen England USA Australien seit längerer Zeit vor allem als auffallendes Show-Pony gezogen.

Das Hackney Pony ist aber keine Miniatur-Version vom Hackney Pferd, sondern trägt auch die Gene ursprünglicher, robuster englischer Ponyrassen in sich.

Deshalb erfreut es sich auch in Deutschland und in anderen europäischen Ländern, in denen eine übertriebene, unnatürliche Show-Fahrweise entweder verboten oder verpönt ist, zunehmender Beliebtheit bei Pferdefreunden.

Auch ein Hackney Pony, bei dem die besonderen natürlichen Gang-Anlagen einfach nur genutzt und nicht noch in der Ausbildung besonders betont werden, macht sich vor einer Kutsche wirklich repräsentativ.

Und das Hackney Pony kann durchaus auch geritten werden, kann unter einem guten Reiter sogar weitgehend natürliche, gut zu sitzende Gänge entwickeln.

Herkunft und Rassegeschichte

Das Hackney Pony wurde in England aus dem Hackney Pferd gezüchtet, geht also auf die gleichen Ursprünge zurück.

Diese Ursprünge liegen im 18. Jahrhundert: Die Rasse Hackney Pferd wurde gezüchtet, weil sich damals immer mehr Leute mit besonders auffälligen Kutschgespannen auf den Straßen zeigen wollten – eine besonders schön oder verrückt gebaute Kutsche mit einem durch seine Gänge auffallenden Pferd war das Statussymbol der damaligen Zeit.

Die elegantesten der damals genutzten Kutsch- und Wagenpferde waren die Traber (der ganze Trabrennsport ist aus Zuchtleistungsprüfungen für Wagenpferde entstanden).

Also nahm man ein paar hübsche Traber, und kreuzte sie mit den „spektakulärsten“ Pferden, die die damalige englische Pferdezucht zu bieten hatte: Dem Norfolk Trotter oder Yorkshire Trotter , einem großen, schmalen Pferd mit hohem Vollblutanteil.

Heraus kamen die ersten Hackney Pferde, ideale und schnelle Fahrpferde mit einer von Natur aus sehr ausgeprägten, hohen Knieaktion.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde das Hackney Pferd noch weiter veredelt: Araber und Englische Vollblüter wurden eingekreuzt; man achtete sehr darauf, nur mit den elegantesten Pferden mit dem hochgreifendsten Trab und viel Ausdauer zu züchten.

Allerdings in wilder Zucht die ganze Ostküste entlang, weshalb ab ca. 1850 mehrere Initiativen zur Vereinheitlichung der Zucht entstanden.

Erst 1883 zeigten diese Initiativen Erfolg: In Norwich wurde die Hackney Horse Society gegründet, die ein Zuchtbuch für das Hackney Pferd eröffnete und die verschiedenen Traberzuchten im Osten Englands vereinte.

Etwa um diese Zeit hatte der englische Landadelige Christopher Wyndham Wilson bereits begonnen, das Hackney Pony zu züchten.

Dazu kreuzte er die robusten Fell-Pony-Stuten aus dem nordenglischen Fell-Gebirge mit seinem Hackney-Hengst „Sir George“ und züchtete die Nachkommen zu diesem ganz besonderen Pony-Typ.

Das Hackney Pony teilt sich mit dem Hackney Pferd das Stutbuch, wird nur in einer eigenen Abteilung geführt.

Aussehen des Hackney Ponys

Hackney Pony

Von den Hackney Pferden hat das Hackney Pony alle Eigenschaften geerbt, die ein „Kutschpferd zum Angeben“ ausmachen. Ein elegantes Aussehen, Schnelligkeit und die bemerkenswert hohe Aktion der Traber, viel Bewegungsfreude und Ausdauer und insgesamt eine sehr imposante Ausstrahlung.

Viel Ausstrahlung hat beim Hackney Pony sogar der Kopf: Schmal und nicht sehr groß, mit einer sehr geraden oder wie beim Araber leicht nach innen gebogenen Nasenlinie. Zudem besitzt das Pony große Nüstern und große Augen, ein kleines, zierliches Maul und kleine, sehr bewegliche Ohren.

Die robusten kleinen Pferdchen haben auch einen kompakten Körperbau mit kräftigen Schultern und einer muskulöse Hinterhand beigesteuert; starke Gelenke und gut geformte, gesunde Hufen hinterlassen.

Wie bei den großen Hackneys sind beim Hackney Pony alle natürlichen, klaren Farbtöne vertreten: Braune in allen Schattierungen, Füchse und Rappen.

Charakter und Wesen

Auch im Wesen hat die Mischung vollblutbetonter Traber mit robusten, halbwilden Gebirgsponys viel Gutes hinterlassen. Das Hackney Pony gilt als arbeitswillig, ausgesprochen nervenstark und gelehrig.

Das mitunter etwas nervöse Temperament des Trabers wurde durch die unerschrockene Ruhe der Fell-Ponys in die richtigen Bahnen gelenkt.

So hat ein Hackney Pony zwar durchaus ein lebhaftes Temperament, gibt sich aber auch ziemlich unerschrocken und „ponytypisch“ selbstbewusst. Wenn es genug zu tun hat, ein sehr angenehmes und umgängliches Pony.

Haltung und Ernährung

Haltung

Züchter Wilson hat die Hackney Ponys in der Entstehungszeit der Rasse ganz bewusst das ganze Jahr über draußen im unwirtlichen englischen Wetter leben lassen.

Auf seinen Ländereien im kühlen und regnerischen Nordwesten Englands haben sie sogar überwintert, er ließ sie wirklich leben wie die „Wildponys“, die er zur Abhärtung der verzärtelten Traber eingekreuzt hatte.

Deshalb ist das Hackney Pony heute noch als äußerst genügsam in der Haltung und Ernährung bekannt.

Ernährung

Zunächst gelten für Ponys die gleichen Grundregeln für eine gesunde Ernährung, die auch für größere Pferde gelten:

  • Täglich Raufutter, Saftfutter und Kraftfutter
  • Aus möglichst biologischem Anbau
  • Aufeinander abgestimmt
  • Fütterung über den Tag verteilt

Allerdings gilt beim Hackney Pony für Haltung und Ernährung: Die „robuste Haltung“ eines Gebirgsponys, die von Züchter Wilson im 19. Jahrhundert zur Abhärtung des Hackney Ponys nachgeahmt wurde, forderte den Pferden wirklich etwas ab.

Sie hat nichts mit dem zu tun, was heute oft unter robuster Haltung verstanden wird: Ein Ponys einfach ohne Arbeit auf die Weide zu stellen, ist keine artgerechte Haltung für ein Hackney Pony.

Das braucht jeden Tag wirklich viel Bewegung und ein sehr gut auf seine Bedürfnisse berechnetes Futter. Auf einer satten Wiese kann es zum Beispiel schnell dick und rund werden, wenn es außer Fressen nicht viel Beschäftigung hat.

Wenn Du nicht für viel tägliche Beschäftigung sorgen kannst, solltest Du nach einem Aktivstall suchen. Oder zumindest sehr gut darauf achten, dass Dein Hackney Pony den ganzen Tag mit Raufutter wie Heu gut beschäftigt wird.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Zur Haltung gehört zunächst die Stall-Erziehung, die Dir beim freundlichen Hackney Pony bestimmt nicht schwerfallen wird. Beachte bei der Eingewöhnung, dass es einige Zeit brauchen wird, bis Dein neues Pony Dir wirklich vertraut.

Verbringe bis dahin sehr viel Zeit mit dem Hackney Pony, ohne es aufzuregen oder zu erschrecken. Und arbeite es täglich, aber in einer ruhigen und möglichst eingegrenzten Umgebung.

Wenn ihr euch ein wenig näher kennt, kann die Ausbildung vor der Kutsche oder die reiterliche Ausbildung beginnen. Für die Ausbildung als Kutschpferd ist das Hackney Pony hervorragend geeignet.

Du musst eigentlich nur einen Ausbilder finden, der gut zu Dir und Deinem Hackney Pony passt und dessen Anweisungen befolgen. Bei uns wird das Hackney Pony aber auch viel geritten und zeigt sich auch in dieser Richtung ziemlich talentiert.

Es soll sogar Hackney Ponys geben, die es bis zum bewunderten Springpferd gebracht haben.

Eine eigentlich als Traber gezüchtete Pferderasse wie das Hackney Pony hat allerdings die Schwierigkeit, dass es in den Grundgangarten Schritt und Galopp wenig geübt ist, sein Fokus liegt eben auf dem besonders betonten Trab.

In dem entwickelt es meist einen so energischen Vorwärtsdrang, dass es schwer in den Galopp zu treiben ist. Den normalen Schritt, auf den z. B. Dressurrichter so viel Wert legen, beherrscht ein Hackney Pony oft kaum noch.

Aber auch ein Hackney Pony kann Schritt gehen und galoppieren, es braucht nur einen sehr guten Reiter, der das Pony nach und nach durchgymnastiziert.

Wenn Du noch nicht sehr gut reiten kannst, ist deshalb zu empfehlen, dass Du ein Hackney Pony gelegentlich von einem Könner trainieren lässt und außerdem auch selbst Unterricht auf ihm nimmst.

Pflege

Das Hackney Pony hat meist ein wunderschön glänzendes Fell, das zum Striegeln gerade zu einlädt. Das solltest Du auch täglich tun, es befreit Dein Hackney Pony von abgestorbenen Haarschuppen, losen Haaren und Schmutz und festigt die Bindung zwischen euch.

Außerdem musst Du die Hufe nach jedem Ritt auskratzen und ggf. fetten und bei Bedarf die Augen und Ohren säubern.

Darüber hinaus ist das Hackney Pony eigentlich recht pflegeleicht, Bewegung und Beschäftigung sind auf jeden Fall wichtiger.

Gesundheit und typische Krankheiten

Als der Landadelige Wilson das Hackney Pony züchtete, hatte er nachgewiesenermaßen kein miniaturisiertes Hackney Pferd im Sinn, sondern ein bodenständiges, robustes Pony.

Wie er das Hackney Pony dahingehend abgehärtet hat, wurde schon beschrieben, und das scheint ihm auch ganz gut gelungen zu sein: Das Hackney-Pony ist heute noch für seine sehr widerstandsfähige Konstitution bekannt, die nicht zu irgendwelchen typischen Krankheiten neigt.

Denk aber immer daran, dass Du mit viel Bewegung, gesunder, artgerechter Ernährung und guter Pflege am meisten dafür tust, dass Dein Hackney Pony immer gesund bleibt.

Lebenserwartung

Hackney Pony

Dass das Hackney Pony so ein kleines Pferd ist, wirkt sich auf die Lebenserwartung sehr günstig aus. Ponys sind die Gruppe von Pferden , die die höchste Lebenserwartung aufweist.

Bis zu 50 Jahre werden manche Fjordpferde oder Islandponys alt, wenn sie halbwild in einer Herde im Freien gehalten werden.

Außer mit der Haltung hat die lange Lebenserwartung der Ponys (Pferde werden durchschnittlich rund 30 Jahre alt) damit zu tun, dass Ponys spätreif sind.

Das bedeutet, die Ponys sind erst mit etwa 7 Jahren richtig ausgewachsen und können auch entsprechend länger geritten werden.

Aber auch hier gilt: Je robusten ursprünglicher und robuster die Rasse, desto höher die Lebenserwartung.

In Bezug auf die Rasse ist vom Hackney Pony eine gut mittlere Lebensdauer zu erwarten, die Du mit guter Haltung positiv beeinflussen kannst.

Pferderasse Hackney Pony kaufen

Das Hauptzuchtgebiet des Hackney Ponys liegt bis heute in England, dann folgen andere englischsprachige Länder wie die USA, Kanada, Australien.

Hackney Pferd und Hackney Pony stehen aber beide auf der Beobachtungsliste des Rare Breeds Survival Trust (RBST, einer britischen Organisation zur Erhaltung alter britischer Haustierrassen.

So schade es ist, dass die Rasse überhaupt bedroht ist, ist das gut für das Hackney Pony. Denn der RBST tut wie die deutsche Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen GEH e. V. eine Menge für die erhaltenswerten Rassen.

Die Vereine stützen Initiativen und vermitteln Tiere und machen vor allem jede Menge Werbung für die bedrohten Rassen. In einer Gesellschaft, in der viele Menschen ihren Verstand aus der Werbung beziehen, ist das leider notwendig.

Auf dieser Liste stehen das Hackney Pferd und Hackney Pony aktuell als „unmittelbar bedroht“, mit unter 300 Exemplaren. Das Hackney Pony wird also nicht gerade an jeder Ecke verkauft, Adressen von Züchtern bekommst Du über die Hackney Horse Society.

Dort werden jedes Jahr zwei Ausstellungen veranstaltet, auf denen Hackney Ponys gezeigt werden: Anfang Juni die National Breed Show in Ardingly, West Sussex, Südengland, und im Oktober eine Championship Show in Houghton Hall, einem Landhaus in der englischen Grafschaft Norfolk.

Manchmal ist aber auch auf dem deutschen Anzeigenmarkt ein Hackney Pony zu finden.

Entscheidungshilfe

Eignet sich ein Pony als Haustier für eine Familie mit Kindern? Bevor das Pony angeschafft wird, sollte jedoch bedacht werden, das ein Pony nicht wirklich ein „Haustier“ ist.

Denn das Pony braucht einen Stall, und es braucht Futter. Es braucht einen Hufschmied und auch wenn es lebenslang gesund bleibt Impfungen sowie andere Routine-Behandlungen vom Tierarzt.

Eine Haftpflichtversicherung braucht es auch, und natürlich jede Menge Zeit und Zuwendung. Das Kind, für das das Pony gekauft wird, sollte natürlich Reitunterricht bekommen.

Dazu brauchen Kind und Pony die richtige Ausrüstung: Reitkleidung und Sattel, Zaumzeug und Pflegezubehör. Oder soll das Pony gefahren werden? Dann braucht es auch noch eine Kutsche, eine ganz besonders leichte natürlich.

Wenn all das kein Problem ist, ist ein Hackney Pony sicher eine gute Wahl. Ein freundliches, gesundes, zuverlässiges Pony, auf dem begabte Kinder sehr gut reiten oder auch fahren lernen können.

Quellen

https://magazin.ehorses.de/pferderassen/hackney/

https://magazin.ehorses.de/pferderassen/hackney-pony/

https://www.haustiermagazin.com/pferde-richtig-fuettern/

https://www.deine-tierwelt.de/magazin/kind-und-pony-bloss-kein-vorschneller-kauf-alle-infos/

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