Skolopender

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Größe:
15 – 30 cm
Gewicht:
0,1 kg
Herkunft:
Tropischer Regenwald
Lebensdauer:
5 – 10 Jahre
Farbe:
braun, grün, violett, rot
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Tagaktiv
Nein
Winterruhe
Ja
Fleischfresser
Ja
Lebendfutter
Ja
Giftig
Ja
Hoher Pflegeaufwand
Nein
    wenig:

    viel:

Du möchtest Dir eventuell einen Skolopender zulegen? Wichtige Infos von Haltung bis zu Ernährung findest Du hier!

Artenbeschreibung

Der Skolopender gilt als tropische Art unter den Hundertfüßern. Die Hundertfüßer stellen eine Zusammenfassung von vier einzelnen Gruppen dar. Trotz weniger unterschiede, zeichnen sich alle Hundertfüßer damit aus, dass sie eine einheitliche Gliederung der Körpersegmente besitzen. Auch die große Giftklaue, die sich aus dem ersten Beinpaar entwickelt hat, ist bei alles Tieren dieser Art zu finden.

Herkunft und Geschichte

Skolopender besiedeln eine Vielzahl von Lebensräumen. Vom Regenwald bis zur Wüste und weit bis über die Polarkreise voraus. Sie bevorzugen eine feuchte Umgebung und sind in ihrem Lebensraum auch an Wasser und Feuchtigkeit gebunden.

Tagsüber verstecken sie sich gerne im Laub, unter Steinen oder in der Erde. Auch Komposthaufen oder faules Holz werden von Skolopendern häufig aufgesucht, da sie einen guten Unterschlupf bieten. Da die Tiere zudem lichtscheu sind, fühlen sie sich in der Nacht sowieso am wohlsten.

Die Nacht nutzen sie vor allem, um auf Beute zu gehen. Ihre Beute verfolgen sie erst eine Weile und überwältigen sie dann. Skolopender bewegen sich ähnlich wie eine Schlange. Auch diese Insekten bewegen sich vorwärts, indem sie sich nach vorne stoßen.

Auch die Art und Weise wie sie ihre Beute töten, erinnert zunehmend an Schlangen. Skolopender beißen ihre Beute zunächst und umschlingen sie dann mit ihrem Körper. Das starke Gift, dass Skolopender ihrer Beute injizieren, führt dann zum Tod der Tiere.

Mit ihrer Vielzahl an Beinen können Skolopender eine hohe Geschwindigkeit erreichen. Sie verfügen zudem ein hohes Aggressionspotential. Unabhängig davon, ob sie sich bedroht fühlen oder nicht. So ein Verhalten findet man in der Tierwelt relativ selten.

Sie neigen demnach nicht dazu, sich zurückzuziehen sondern verteidigen sich aktiv mit einem Giftbiss.

Achtung: Daher wird auch davon abgeraten, einen Skolopender mit der Hand zu berühren. Auch das Hinterteil sollte nicht angefasst werden. Die kleinen Hundertfüßer sind sehr flink und können sich schnell umdrehen und zubeißen.

Aussehen des Skolopenders

Skolopender

Ausgewachsene Skolopender können 21 bis 23 Körpersegmente aufweisen, wobei zu jedem Körpersegment ein Beinpaar zugeordnet ist. Auch wenn es nicht so aussehen mag, sind die kleinen Beine kräftig ausgeprägt und im Vergleich zum Körperdurchmesser sogar relativ lang.

Durch die vielen, langen Beine ist den Skolopendern ein schnelles Fortbewegen ermöglicht. Davon profitieren sie auch bei der Jagd auf Beute.

Schon gewusst? Das letzte Beinpaar aber dient nicht zur Fortbewegung sonder fungiert als Tast- oder Greiforgan.

An dem Kopf sind einige Antennen sichtbar sowie 4 Punktaugen pro Kopfseite. Die Mundwerkzeuge sind für den kleinen Körper sehr kräftig und zusätzlich mit Giftdrüsen ausgestattet. Damit können die Tiere schmerzhafte Wunden erzeugen.

Das Farbspektrum der Tiere weißt nicht nur Erdtöne wie braun oder grau auf. Auch auffallende Farben wie rot oder violett sind bei einigen Skolopendern möglich.

Vorsicht: Du siehst einen Skolopender in einer leuchtenden Farbe? Pass auf, dass kann ein Warnsignal sein und darauf hindeuten, dass diese Art besonders giftig ist.

Haltung und Ernährung

Du möchtest Dir einen Skolopender als Haustier halten? Dann ist es wichtig, dass Terrarium so artgerecht und naturgetreu wie nur möglich zu gestalten. An den folgenden Maßen kannst Du Dich zwar orientieren, aber ein größeres Terrarium ist natürlich immer besser. Diese Maße empfehlen wir Dir: 50 cm x 30 cm x 30 cm (Länge x Breite x Höhe).

Alternativ kannst Du Dir auch eine Faustregel merken. Die Terrarienlänge sollte die doppelte Länge betragen, wie das darin enthaltene Tier. Für die Breite sollte die 1,5 fache Länge des Tieres ausreichen. Skolopender graben sich auch gerne Tief in den Bodengrund. Dementsprechend sollte das Terrarium auch eine geeignete Tiefe aufweisen.

Für die Haltung von Skolopendern werden meist sogenannte Safe-Terrarien empfohlen. Bei diesen Terrarien ist es quasi unmöglich, dass das Tier ausbrechen kann. Darauf sollte man unbedingt achten.

Die Temperatur im Terrarium sollte dem natürlichen Lebensraum der Skolopender entsprechen. Demnach ist eine Temperatur von 23 bis 30 Grad am Tag ratsam. In der Nacht reichen dagegen 17 bis 20 Grad. Der Anteil der Luftfeuchtigkeit sollte sich ebenfalls danach richten, woher das Tier abstammt. Skolpander aus Steppen und Wüsten reicht eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 80 %. Regenwaldbewohner benötigen ganze 90 %.

Für den Bodengrund kannst Du eine Mischung aus ungedüngter Blumen- oder Terrarienerde mit etwas Trockenmoos und Sand verwenden.

Vor allem Insekten aber auch nestjunge Mäuse fressen Skolopender sehr gerne. Die Nahrung sollte ein bis zweimal die Woche gefüttert werden.

Wie giftig sind Skolopender wirklich?

Das Gift der Skolopender kann Acetylcholin, Serotonin und Histamin enthalten. Bestimmte Arten des Skolopenders produzieren sogar Blausäure. Die Wirkung des Gifts ist für einen erwachsenen Menschen in der Regel nicht lebensbedrohlich. Ein Biss kann aber äußerst unangenehm und schmerzhaft sein.

Die gebissene Stelle schwillt an und schmerzt. Gegebenenfalls kann sich der Schmerz durch den ganzen Körper erstrecken. Je nach Art des Skolopenders kann es bei einem Biss sogar zu Lähmungen kommen, die auch einige Tage anhalten können.

Übelkeit, Schwindelgefühle oder ein Taubheitsgefühl kann ebenfalls auftreten. In besonders schlimmen Fällen kann es auch zu Atemstörungen oder Herzrhythmusstörungen kommen. Geschwächte oder älteren Personen sowie Kindern wird empfohlen, umgehend einen Arzt aufzusuchen.

Bisher wurden zwei Fälle dokumentiert, in denen ein Biss des Skolopenders zum Tod führte.

Lebenserwartung

Skolopender

Die Lebenserwartung von Skolopendern liegt im Durchschnitt bei 5 bis 10 Jahren. Wie bei allen Tieren, hängt die Lebenserwartung auch hier von einigen Umständen der Haltung ab.

Wird der Skolopender artgerecht gehalten, ist sein Terrarium möglichst naturgetreu gestaltet und wird dieser regelmäßig gefüttert, so kann das Tier bis zu 10 Jahre alt werden. Zudem ist es wichtig, das Terrarium ein bis zwei Mal im Monat zu reinigen und den Bodengrund zu erneuern. So kannst Du Pilz- oder Schimmelbefall entgehen und zudem Krankheiten verhindern.

Reptilienart Skolopender kaufen

Du möchtest einen Skolopender kaufen? Super. Dann solltest Du Dich jetzt auf die Suche nach einem geeigneten Verkäufer machen.

Grundsätzlich kannst Du einen Skolopender im Zoofachhandel um die Ecke, beim Online-Anbieter oder direkt beim Züchter kaufen. Wichtig ist nur, dass Du Dich gut beraten fühlst und die Tiere einen gesunden Eindruck machen. So steht dem Kauf eines Skolopenders nichts mehr im Weg!

Entscheidungshilfe

Du bist Dir nicht sicher, ob ein Skolopender das richtige Haustier für Dich ist? Dabei ist die Haltung und Pflege dieses Reptils nicht schwer und somit perfekt für Anfänger geeignet.

Du weißt nun, worauf es bei der Haltung des Tieres und der Ausstattung des Terrariums ankommt. Weiter oben im Text findest Du die Werte, an denen Du Dich zur Temperatur, Luftfeuchtigkeit oder Terrariumgröße orientieren kannst.

Achtung: Hier handelt es sich aber immer noch um ein giftiges Tier. Leben ältere Menschen oder Kinder in Deinem Haushalt? Dann würden wir Dir lieber von der Anschaffung eines Skolopenders abraten.

Quellen:

https://www.interaquaristik.de/hundertfuesser-scolopendra-gracillima/a-87531

https://thepetfactory.de/Care-Sheet-Hundertfuesser-Skolopender:_:109.html

https://www.waitingishappiness.com/tausendfuessler-hundertfuessers-skolopender-biss/

Kai Reffler

Experte für Aquaristik & Terraristik

Kai hat zwei Familien: Neben Frau und Kindern hat sich der studierte Biologe der vielfältigen Welt der Reptilien verschrieben. Nach den drei Vogelspinnen zogen ein Chamäleon und zwei Wasserschildkröten bei ihm ein. Als Blogger berichtet er über die umfangreiche Wissenschaft der Haltung von Tieren in Terrarien und Aquarien.

Neben seinen Leidenschaften Biologie und Terraristik, stehen Ausflüge und Reisen mit seinen Kindern an oberster Stelle.

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