Tarantel

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Größe:
2 – 3 cm
Gewicht:
0,2 kg
Herkunft:
Italien
Lebensdauer:
10 – 30
Farbe:
braun, schwarz
Geeignet als:
Charakter:
FCI Gruppen:
Tagaktiv
Nein
Winterruhe
Ja
Fleischfresser
Ja
Lebendfutter
Ja
Giftig
Ja
Hoher Pflegeaufwand
Nein
    wenig:

    viel:

Du gehörst nicht zu den Leuten, die eine Tarantel als abstoßend oder furchteinflößend empfindet? Prima! In dem folgenden Artikel erfährst Du, ob sich eine Tarantel für Dich als Haustier eignet.

Artenbeschreibung

Obwohl die meisten Menschen eher abgeneigt sind, was Spinnen betrifft, findet diese Art aber auch einige Bewunderer. Wenn Du überlegst, eine Tarantel als Haustier zu halten, findest Du in dieser Art eine ruhige, interessante und ausgeglichene Spinne. Es ist wichtig, dass du Deine Erfahrungen, Deine Möglichkeiten und die Umgebung berücksichtigst, die Dir zu Verfügung steht.

Für einige Arten der Tarantel sind bereits erste Vorkenntnisse notwendig, für andere dagegen nicht. Lass Dich hierzu am Besten von einem Experten in Deiner Zoofachhandlung beraten.

Herkunft und Geschichte

Die Tarantel zählt zu der Familie der Wolfsspinnen. Der Name der Spinne leitet sich von der italienischen Stadt Tarent ab.

„Wie von der Tarantel gestochen!“ Bestimmt hast Du diese Redewendung auch schon mal gehört.

Vergiftungserscheinungen oder die sogenannte Tanzwut wurden früher auf den Biss einer Tarantel zugeschrieben. Damit wird übrigens auch der Tarantismus bezeichnet. Denn nach einer Sage soll der Biss einer Tarantel rasende Tanzsucht verursacht haben. Als Tarantella wird ein Volkstanz der Einheimischen bezeichnet. Durch einen Biss der Tarantel soll dieser Tanz verursacht worden sein.

Jedoch ist das Gift dieser Spinnenart viel zu schwach, um derartige Symptome zu verursachen. Man geht davon aus, dass die Symptome zu der Zeit mit dem Biss einer Schwarzen Witwe verwechselt wurden. Diese fallen nämlich weitaus schlimmer aus.

Aussehen der Tarantel

Tarantel

Die Tarantel kann im Durchschnitt etwa 2 bis 3 Zentimeter lang werden. Damit zählt die Tarantel zu der größten Spinne unter den Wolfsspinnen. Die Tarantel zeichnet ein heller, mittig zentrierter Streifen auf der grauen Kopfbrust aus. Auf dem hellgrauen Hinterleib befinde sich auch dunkle Streifen.

Die Tarantel besitzt zwei große und sechs kleine Augen. Die großen Augen verwendet die Spinne um auf die Jagd zu gehen. Forscher gehen davon aus, dass die Tarantel ihre kleinen Augen lediglich dafür benutzt, um das Licht wahrzunehmen.

Haltung und Ernährung

Die Tarantel ist eine nachtaktive Spinne. Nachts kommt sie aus ihrem Versteck hervor, um auf die Jagd zu gehen. Die Tarantel verfügt – wie fast alle Spinnen – über einen Giftkanal und Giftdrüsen. Ein Biss der Spinne kann zwar unangenehm sein, aber nicht tödlich. Außer man reagiert allergisch auf das Gift. Dann solltest Du umgehend zum Arzt gehen!

Diese Symptome können auftreten, wenn Du von einer Tarantel gebissen wurdest: Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Entzündungen, Geschwülste, Blasenbildung, Angstzuständen und Bewusstlosigkeit.

Die Tarantel lebt überwiegend versteckt in einer selbst gebauten 30 cm tiefen Wohnröhre. Die meisten Tarantel benötigen nicht viel Platz. Wenn Du eine Tarantel als Jungspinne kaufst, kann sie die ersten Monate sogar in einer Pillenpackung leben. Du kannst die Spinne sogar so lange in der kleinen Packung lassen, bis sie zu groß für den Behälter wird.

Diese Spinnenart ernährt sich vor allem von allen möglichen Insekten. Dazu kommen Käfer, andere Spinnen, kleine Kriechtiere, Lurchen, oder jungen Mäusen. Sie geht aktiv auf Jagd und verlässt dazu auch ihr Versteck unter der Erde.

Wolfspinnen jagen jedoch überwiegend alle aktiv. Sie orientieren sich mit ihrem Sehsinn, aber auch über ihre Haare sind sie in der Lage, kleinste Vibrationen oder Erschütterungen wahrzunehmen.

Hat die Tarantel ein Beutetier erfasst, so springt die Spinne auf das Tier und injiziert der Beute das tödliche Gift. Durch dieses Gift löst sich das Tier innerlich auf, so dass die Spinne es aussaugen kann. Übring bleibt von der Beute nur Haut und Knochen.

Lebenserwartung

Bei keinem Tier lässt sich die Lebenserwartung pauschal voraussagen. Jedoch gibt es einige Faktoren, die die Lebenserwartung begünstigen können. Demnach solltest Du darauf achten, dass Du Dein Haustier oft und ausgewogen fütterst.

Zudem solltest Du auch auf die Ausstattung und Hygiene des Terrariums achten.

Tipp: Lass Deine Tarantel nach dem Kauf bis zu einer Woche alleine in ihrem Terrarium. Somit kann sie sich an ihre neue Umgebung gewöhnen und in Ruhe ihr Umfeld erkunden.

Reptilienart Tarantel kaufen

Du solltest beim Kauf auch zwischen den Baumbewohnern (arboreal) und den Erdbewohnern (terrestrial) unter den Taranteln unterscheiden. Baumbewohner brauchen einen höheren Behälter mit einem „Baum“, damit sie darin auch klettern können.

Erdbewohner werden ein kleines Loch für ihre Behausung in das Material graben, das den Boden ihres Terrariums bedeckt. Du bist ein Anfänger? Dann solltest Du besser mit Erdbewohnern beginnen. Zudem können sich die terrestrischen Taranteln bei einem Fall eher verletzen und möglicherweise auch eher sterben als die baumbewohnenden Arten. Jedoch ist es für beide Arten nicht ratsam, diese in der Hand zu halten.

Einige Zoogeschäfte verkaufen Taranteln und haben viel Erfahrung mit der Pflege und Haltung dieser Tiere. Wenn Du keinen Händler in Deiner Nähe findest, kannst Du auch bei Online-Abietern fündig werden. Die Tiere werden normalerweise als in Gefangenschaft gezüchtete Jungspinnen angeboten.

Entscheidungshilfe

Du hast Dich für eine Tarantel als Haustier entschieden? Super! Bevor Du Dir ein Tier zulegst, würden wir Dir empfehlen Dich ausreichend darüber zu informieren. Das kannst Du bei einem Züchter tun, in dem Zoofachhandel Deiner Nähe oder in einem guten Buch.

Zudem solltest Du beachten, dass Taranteln sich nicht mit Hunden oder Katzen verstehen, da sie von ihnen leicht getötet werden können. Der Biss einer Tarantel kann für Deinen Hund oder für Deine Katze sogar tödlich enden, weil sie anfälliger für die Wirkung des Gifts sind.

Obwohl diese Spinne giftig ist, ist bisher noch kein Mensch an den Folgen eines Bisses gestorben.

Trotzdem solltest Du umgehend zum Arzt gehen, wenn Du von einer Tarantel gebissen wurdest. Denn auch wenn das Gift nicht tödlich ist, weißt Du nicht wie Dein Körper auf das Gift reagiert. Zudem könnte es sein, dass Du möglicherweise doch allergisch gegen das Gift bist, aber nichts davon weißt.

Quellen:

http://tierdoku.de/index.php?title=Apulische_Tarantel

https://de.wikihow.com/Eine-Tarantel-als-Haustier-ausw%C3%A4hlen

Kai Reffler

Experte für Aquaristik & Terraristik

Kai hat zwei Familien: Neben Frau und Kindern hat sich der studierte Biologe der vielfältigen Welt der Reptilien verschrieben. Nach den drei Vogelspinnen zogen ein Chamäleon und zwei Wasserschildkröten bei ihm ein. Als Blogger berichtet er über die umfangreiche Wissenschaft der Haltung von Tieren in Terrarien und Aquarien.

Neben seinen Leidenschaften Biologie und Terraristik, stehen Ausflüge und Reisen mit seinen Kindern an oberster Stelle.

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