Schwarzköpfchen

Größe:
14 – 18 cm
Gewicht:
0,05 – 0,06 kg
Herkunft:
Tansania
Lebensdauer:
10 – 12 Jahre
Farbe:
Grün als Grundton, roter Schnabel, gelbe Brust, brauner bis schwarzer Kopf
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Haltung
Paarweise
Preis
25 bis 50 €
Aktivität
Pflegeaufwand
Beschäftigung
Lärm
Eignung für Anfänger
Sprachbegabung
Intelligenz
Verspieltheit
Geselligkeit
Handzahm
    wenig:

    viel:

Schwarzköpfchen gehören zur Gattung der Unzertrennlichen (Agaporniden), die mit ihrem Partner ein Leben lang zusammenbleiben. Ein Grund, warum die Schwarzköpfchen in ihrer Fachbezeichnung übersetzt auch „Liebesvögel“ heißen.

Das Zusammensein nutzen sie zur gegenseitigen Pflege des Gefieders und einen engen Körperkontakt.

Artbeschreibung

Das Schwarzköpfchen (Agapornis personatus) gehört zur Familie der Eigentlichen Papageien (Psittacidae) und ist Teil der Gattung Unzertrennliche (Agapornis).

Der deutsche Zoologe Anton Reichenow beschrieb das Schwarzköpfchen erstmals wissenschaftlich im Jahre 1887 im „Journal für Ornithologie“. Sein Freund und Kollege Gustav Adolf Fischer hatte einige Exemplare von seinen Reisen aus Afrika mitgebracht.

Aufgrund seines auffallend dunklen Kopfgefieders gab Reichenow dem kleinen Papageien die lateinische Zusatzbezeichnung „personatus“; das Wort bedeutet übersetzt „maskiert“.

Auffällige Gemeinsamkeit der Gattung Agapornis ist der prominente, weiße Augenring. In seiner natürlichen Heimat gehört das Schwarzköpfchen, nach Angaben der IUCN (International Union for Conservation of Nature), nicht mehr zu den bedrohten Vogelarten.

Herkunft und Artgeschichte

Die natürliche Heimat der Schwarzköpfchen sind die Savannen im Norden und Nordosten von Tansania bis zur Grenze von Sambesi und Malawi sowie der Südwesten Kenias. Dabei leben die Vögel vor allem in höheren Lagen zwischen 900 und 1.800 Metern.

Bis 1990 wurden Schwarzköpfchen aus ihrer Heimat Afrika in Massen exportiert, vor allem nach Europa. Inzwischen wird fast nur noch der asiatische Raum beliefert.

Die hiesigen Exemplare der Schwarzköpfchen stammen fast ausnahmslos aus Züchtungen. Dachverband der deutschen Züchter ist die „Interessengemeinschaft für Sperlingspapageien und Unzertrennliche“.

Aussehen der Schwarzköpfchen

Schwarzköpfchen

Schwarzköpfchen sind aufgrund der farbenfrohe Mischung ihres Gefieders ein echter Hingucker. An einen schwarzen bis dunkelbraun gefärbten Kopf mit einem kräftig roten Schnabel, fügt sich eine zunächst orangefarbene, zum Bauch hin kräftig gelbe Brust an. Das Gelb umfasst den gesamten Hals und Nacken.

Die Deckfedern der Flügel sind grün, die unteren Bereiche sowie die Unterseite blau bis hellblau. Beim Schwarzköpfchen dominiert die Farbe Grün, die sich bis in die Schwanzfedern fortsetzt. Das Gefieder der Seiten erscheint in einem Gelb-Orange

Die Schwarzköpfchen haben hellgraue Füße und, als markantestes Merkmal, einen deutlichen weißen Ring um die Augen. Männchen und Weibchen sind kaum zu unterscheiden. Jungvögel haben eine insgesamt dunklere Färbung.

Charakter und Wesen

Schwarzköpfchen sind überaus aktive und unkomplizierte Vögel, die, wie jedes Haustier, bestimmte Ansprüche haben. Sie sind neugierig und selbstbewusst. Beim Spielen und auf der Suche nach Geselligkeit, wenden sie sich vor allem ihrem Partner zu.

Mit etwas Zeit und Geduld sind Schwarzköpfchen bald handzahm, klettern auf Schultern und Kopf oder naschen Leckereien aus der Hand.

Obwohl es sich bei Schwarzköpfchen um kleine Papageien handelt, sind die Vögel nicht sprachbegabt. Gerne ahmen sie bestimmte Geräusche nach. Sie gelten als laute Vögel.

Bei Freiflügen sollten Sie Schwarzköpfchen gut beobachten. Ihr Spieltrieb lässt die Unzertrennlichen immer wieder Dinge anknabbern.

In der Nacht ruhen oder schlafen Schwarzköpfchen. Wer als Mensch nachtaktiv ist, sollte bedenken, dass sich Schwarzköpfchen anpassen und nicht eher Ruhe geben, bis es im Zimmer dunkel ist.

Haltung und Ernährung

Haltung

Schwarzköpfchen fühlen sich in einer Voliere besonders wohl. Hier haben sie ausreichend Raum für kleinere Flugmanöver und können sich bei Bedarf auch zurückziehen.

Wer aufgrund des Platzes Schwarzköpfchen in einem Käfig hält, sollte die entsprechenden Maße beachten: Für ein Paar empfiehlt sich ein mindestens ein Meter breiter Käfig, mit einer Höhe und Tiefe von jeweils 80 bis 100 Zentimetern.

Schwarzköpfchen sollten nicht mit anderen Vögeln gemeinsam gehalten werden. Auch, wenn sie in Zweisamkeit oder unter sich als „unzertrennlich“ gelten, sind sie gegenüber anderen Vogelarten aggressiv und angriffslustig.

Schwarzköpfchen können auch in einer Voliere im Freien leben. Hier sollte die Eingewöhnung im Frühjahr erfolgen, dann, wenn die Temperaturen wieder angenehmer werden.

Im Winter sollte das Quecksilber in der Voliere nicht unter zehn Grad sinken, da Schwarzköpfchen überaus temperaturempfindliche Zehen und Füße besitzen. (https://www.haustierratgeber.de/voegel/haltung-voegel/)

Ernährung

Schwarzköpfchen lieben Knabbermaterial, wie beispielsweise Zweige und Holzstückchen. Das verursacht jede Menge Abfall und Reste.

Der Käfig sollte einmal pro Woche gründlich gereinigt werden: Hierbei wird das Streu vollständig ausgetauscht und vor dem Wiederbefüllen die Auffangschale gewaschen und gegebenenfalls schonend desinfiziert. Regelmäßig geputzt werden sollten auch die Gitterstäbe.

Als überaus aktive und neugierige Papageien, sind Schwarzköpfchen stets aufgeschlossen für Spielzeug. Im Fachhandel gibt es eine große Auswahl an Beschäftigungsmöglichkeiten. Unsere Tipps: https://www.haustierratgeber.de/test/vogel/vogelspielzeug/

Bei der Ernährung von Schwarzköpfchen sollten Sie auf Abwechslung setzen. Diese sichert den gesunden Bedarf an Kohlenhydraten, Proteinen, Fetten, aber auch Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

  • Getreidesorten, wir Mais, Hafer, Hirse oder Buchweizen sind reich an Kohlenhydraten. Sie liefern den kleinen, aktiven Papageien ausreichend Energie.
  • Eiweiße (Proteine) sind für fast alle Abläufe in den Körperzellen wichtig. Enthalten sind sie in Nüssen, Kürbis- und Sonnenblumenkernen, aber auch in Joghurt oder Quark.
  • Nüsse, Leinsamen und Hanf enthalten einen besonderen Fettanteil. Fette dienen als Energiespeicher.
  • Vitamine sind für Schwarzköpfchen lebensnotwendig, denn die Vögel können sie nicht selbst synthetisieren. Die Zufuhr erfolgt über Obst und Gemüse.
  • Mineralstoffe sind am Knochenaufbau und verschiedenen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Sie finden sich in Reis, Hirsekolben, bestimmten Saaten und in Sojabohnen.

Halter von Schwarzköpfchen müssen diese Zutaten nicht selbst mischen. Im Fachhandel gibt es eine große Auswahl an Fertigfutter für Kleinpapageien, das auf die Bedürfnisse der Schwarzköpfchen abgestimmt ist.

Die Futtermischungen können regelmäßig und in kleinen Mengen durch die oben genannten Nahrungsmittel ergänzt werden.

Als gesunde Leckereien empfehlenswert sind darüber hinaus Möhren, Kohlrabi, Brennnessel- und Löwenzahnblätter, Vogelmiere sowie Vogel-Knöterich und Brokkoli.

Wer Pflanzen aus der Natur pflückt, sollte darauf achten, dass diese frei von Pestiziden und weitab von Straßen wachsen.

Bei einer gesunden Fütterung wird der Napf ohne Reste leer gefressen. Das ist wichtig, da Schwarzköpfchen wählerisch sind und zunächst die Lieblingskörner herauspicken.

Dabei handelt es sich vor allem um fett- und ölhaltige Samen. Wird der Futternapf allzu schnell aufgefüllt, ernährt sich das Schwarzköpfchen einseitig. Mehr noch: Durch das Zuviel an Fett wird der Vogel dick und erkrankt.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Die überaus aktiven Schwarzköpfchen lassen sich nur schwer erziehen. Sie sind stets neugierig und für viele Überraschungen gut. Mit etwas Geduld und viel Ruhe können Sie das Vertrauen der munteren Papageien gewinnen.

Als Paar oder Gruppe mit anderen, sind Schwarzköpfchen nie allein. Das heißt aber keinesfalls, dass sie ohne menschlichen Kontakt leben wollen. Die persönliche Zuwendung lässt Agaporniden auch handzahm werden.

Pflege

Wer seine Schwarzköpfchen im Käfig hält, sollte nach der Eingewöhnung bis zum ersten Freiflug etwa zwei Wochen warten. Bis dahin haben sich die Schwarzköpfchen an ihre neue Umgebung gewöhnt und kennen die Abläufe im Zimmer oder der Wohnung.

Gesundheit und typische Krankheiten

Es gibt eine Vielzahl von Papageienkrankheiten, an denen auch Schwarzköpfchen erkranken können. Erkennbare äußerliche Anzeichen treten erst recht spät auf.

Meist ist das Leiden der Schwarzköpfchen dann schon lebensbedrohlich. Aus diesem Grund sollten Sie das Verhalten Ihrer Schwarzköpfchen täglich sehr genau beobachten.

Der sicherste Hinweis auf den Gesundheitszustand von Schwarzköpfchen liefert die Gewichtskontrolle.

Eine Abweichung von mehr als 20 Prozent im Vergleich zum Normalgewicht gilt als wichtiger Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. Ein Unter- oder Übergewicht beim Schwarzköpfchen geht in der Regel mit anderen Krankheitssymptomen einher.

Hierzu gehören:

  • Schnupfen mit Ausfluss aus der Nase und/oder häufiges Niesen
  • Geschwollene oder verklebte Augen
  • Ausfall von Federn, auch örtlich begrenzt
  • Gesträubtes oder unreines Gefieder
  • Schwanken oder Taumeln
  • Husten oder hörbare Atemgeräusche

Bei Auftreten mindestens eines dieser Symptome, sollte das Schwarzköpfchen umgehend von seinen Artgenossen getrennt werden. Zusätzliche Wärme tut dem erkrankten Vogel gut.

Dann sollte ein Tierarzt mit Erfahrung in Vogelheilkunde das Schwarzköpfchen untersuchen.

Zu den häufigsten Krankheiten bei Schwarzköpfchen gehören:

  • Aspergillose, erzeugt durch Pilzsporen in falscher Ernährung
  • Diabetes und Fettleber, erzeugt durch Mangelernährung oder zu fettreiche Kost
  • PBFD („Schnabel- und Federkrankheit“), hervorgerufen durch das PBFD-Virus
  • Psittakose („Papageienkrankheit“), ausgelöst durch Chlamydien (Krankheit ist auf den Menschen übertragbar)
  • Sinusitis (Entzündung der Nasennebenhöhlen), erzeugt durch Bakterien

Schwarzköpfchen können sich auch verletzen, beispielsweise innerhalb der Voliere oder beim Freiflug.

Aus diesem Grund sollten Vogelhalter stets einen kleinen Erste-Hilfe-Kasten für ihre Schwarzköpfchen bereithalten. In diesen gehören sterile Kompressen und Tupfer zur Blutstillung, eine kleine Plastikspritze zur Wasser- oder Medikamentengabe.

Zudem eine Pinzette zum Entfernen von Fremdkörpern, ein hölzerner Schaschlik-Spieß zum vorsichtigen Schienen und Stabilisieren von Brüchen, Mullbinden und eine Schere.

Lebenserwartung

Bei guter Pflege erreichen Schwarzköpfchen ein Alter zwischen zehn und zwölf Jahren. In Einzelfällen wurden die kleinen Papageien sogar bis zu 20 Jahre alt.

Vogelart Schwarzköpfchen kaufen

Wer sich für ein Schwarzköpfchen interessiert, findet eine große Auswahl der kleinen Papageien im Zoofachhandel. Der Vorteil: Hier erhalten Sie, neben den Vögeln und Expertenrat, auch Käfig, Futter und umfangreiches Zubehör.

Eine weitere, gute Anlaufstelle für den Kauf von Schwarzköpfchen sind eingetragene bzw. offizielle Züchter.

Sie sind bundesweit verteilt und innerhalb einer Dachorganisation organisiert. Züchter geben wichtige Tipps zur Haltung und können aus eigener Erfahrung mit Schwarzköpfchen berichten.

Im Internet finden Sie Schwarzköpfchen auch innerhalb privater Kleinanzeigen. Hier sollten nur erfahrene Halter oder Vogelexperten zugreifen, denn die Herkunft und die Aufzuchtbedingungen der Schwarzköpfchen sind in diesem Fall weitgehend unbekannt.

Bei guter Pflege kann es sein, dass die eigenen Schwarzköpfchen für Nachwuchs sorgen. Schwarzköpfchen legen ihre meist vier Eier in Höhlen oder Nischen.

Die Voliere oder der Käfig sollte entsprechend ausgestattet sein. Sowohl das Männchen als auch das Weibchen der Schwarzköpfchen beteiligten sich am Nestbau.

Die Brutzeit beträgt zwischen 21 und 23 Tagen. Junge Schwarzköpfchen schlüpfen blind, die Augen öffnen sich erst nach etwa zehn Tagen. Schwarzköpfchen sind mit rund 43 Tagen flügge.

Entscheidungshilfe

Die Farbenpracht der Schwarzköpfchen, der rote Schnabel und ihre dunklen Kugelaugen mit der weißen Umrandung, lassen das Herz eines jeden Tier- und Vogelfreundes höher schlagen.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich Schwarzköpfchen anzuschaffen, sollte bedenken, dass die kleinen Papageien, Aufmerksamkeit wünschen und zusätzliche Arbeit schaffen.

Hauptaugenmerk muss auf ein ausgewogenes Futter gelegt werden. Hinzu kommt die Pflege von Käfig oder Voliere. Nicht zu unterschätzen sind auch die Lautstärke der Schwarzköpfchen und ihr Bewegungsdrang.

Für die Schwarzköpfchen spricht ihr unkompliziertes, freundliches Wesen und die unbedingte Paarhaltung.

Letztere lenkt den Fokus der kleinen Papageien nicht ausschließlich auf den Halter. Auch wenn der von Anfang an Hauptbezugsperson ist und damit eine wichtige Rolle im Leben der Schwarzköpfchen spielt.

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