Rosakakadu

Größe:
35 – 36 cm
Gewicht:
0,2 – 0,38 kg
Herkunft:
Australien, Tasmanien
Lebensdauer:
20 – 30 Jahre
Farbe:
grau, rosa
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Haltung
Paar- oder Gruppenhaltung
Preis
800 – 1000 €
Aktivität
Pflegeaufwand
!-4 -!
Beschäftigung
Lärm
Eignung für Anfänger
Sprachbegabung
Intelligenz
Verspieltheit
Geselligkeit
Handzahm
    wenig:

    viel:

Du bist an einem Rosakakadu interessiert? Der gesellige Vogel ist ein sehr aktiver und verspielter Zeitgenosse. Er gewöhnt sich schnell an Menschen und macht gerne mit lauten Geräuschen auf sich aufmerksam. Im folgenden Artikel erhältst Du zahlreiche Informationen zur australischen Vogelart.

 

Artbeschreibung

Der Rosakakadu gehört zur Familie der Kakadus und ist eine Papageienart, die auf dem australischen Kontinent weit verbreitet ist. In Australien werden die Vögel mit der auffälligen rosa Haube auch Galah genannt. In wissenschaftlichen Kreisen ist der lateinische Name Eolophus roseicapilla eine gängige Bezeichnung für die lebhafte Vogelart. Das Wort „Kakadu“ stammt aus der malaiischen Sprache. Es bedeutet „Kneifzange“ und ist auf den großen, kräftigen Schnabel des Tieres zurückzuführen.

 

Herkunft und Artgeschichte

Der Rosakakadu ist in Australien beheimatet. Schon bevor die ersten Europäer den Kontinent besiedelten, war die Vogelart vor allem im Landesinneren weit verbreitet. Dort bevorzugten die Tiere das Leben in den Savannen mit Baumbestand. Alte, hohle Eukalyptusbäume gehörten zu ihren bevorzugten Brutstätten. Als Australien im 18. und 19. Jahrhundert dichter besiedelt wurde, verbreitete sich auch der Rosakakadu auf dem gesamten Kontinent. Neben den Küstenregionen siedelte sich die Vogelart auch in Tasmanien und auf anderen küstennahen Inseln an. Heute ist der Rosakakadu auf dem gesamten australischen Kontinent zu finden und sogar in Städten anzutreffen.

Im Jahr 1843 wurden die ersten Exemplare des Rosakakadus nach Europa gebracht und im Londoner Zoo gehalten. Die erste europäische Nachzucht der Vogelart gelang im Jahr 1876 in Großbritannien. Bis zum Jahr 1894 wurde der Rosakakadu regelmäßig nach Europa und Nordamerika gebracht, danach erließ die australische Regierung ein Ausfuhrverbot für alle heimischen Tierarten. Dennoch werden Rosakakadus bis heute in vielen Ländern gezüchtet. In Deutschland gelang die erste Nachzucht der Vogelart im Jahr 1961.

 

Aussehen des Rosakakadus

Der Rosakakadu ist ein mittelgroßer Kakadu mit kräftigem Körperbau. Er erreicht eine Größe von 35 bis 36 cm und wiegt zwischen 0,2 und 0,38 kg. Weibchen sind etwas kleiner und leichter als Männchen. Die Flügel des Rosakakadus sind sehr lang und reichen bis zum Schwanzende des Vogels. Der Schwanz hingegen ist eher kurz und am Ende quadratisch geformt.

Besonders auffällig ist die für Kakadus charakteristische Federhaube des Vogels. Sie liegt flach auf dem Kopf an, ist kurz und nach hinten gerichtet. Bei Erregung wird sie allerdings nach oben abgespreizt. Die Federhaube, die Stirn und der Hinterkopf des Rosakakadus sind weiß bis hellrosa gefärbt. Das Federkleid an Brust und Bauch weist einen kräftigen Rosaton auf. Rücken, Flügel und Schwanz des Vogels sind hell- bis dunkelgrau. Die Beine sind ebenfalls grau. Der massive Schnabel des Vogels ist hornfarben.

Männliche und weibliche Rosakakadus sehen sich sehr ähnlich. Der Geschlechtsunterschied lässt sich nur an der Iris und an den Augenringen erkennen. Während Männchen eine dunkelbraune Iris aufweisen, ist die Iris der Weibchen eher mittelbraun und leicht rötlich gefärbt. Die Augen der Männchen sind außerdem von einem gerunzelten Augenring umgeben, bei den Weibchen ist der Augenring etwas glatter und schmaler ausgeprägt. Bereits im sechsten Lebensmonat lässt sich der Geschlechtsunterschied deutlich erkennen.

 

Charakter und Wesen

Der Rosakakadu ist ein soziales Tier mit einem sehr treuen Wesen. Er ist sehr gerne von anderen Rosakakadus umgeben und geht ausschließlich monogame Beziehungen zu einem Partner ein, die erst mit dem Tod enden. Besonders wohl fühlt er sich in einer größeren Gruppe mit anderen Vögeln. Dabei ist er anderen Kakaduarten gegenüber offen und friedlich eingestellt. Auch an seine menschlichen Bezugspersonen gewöhnt er sich schnell und begegnet ihnen mit Freundlichkeit und Aufgeschlossenheit.

Rosakakadus sind sehr lebhafte Vögel. Vor allem tagsüber sind sie äußerst aktiv und brauchen viel Bewegung. Sie lieben Freiflüge an der frischen Luft und springen gerne herum. Rosakakadus sind außerdem sehr verspielt. Neben akrobatischen Flugeinlagen schaukeln und turnen sie ausgiebig.

Wie alle Kakaduarten kommuniziert auch der Rosakakadu sehr viel und ist dabei oft sehr laut. Er schnattert gerne mit seinen Artgenossen und macht mit lauten Rufen auf sich aufmerksam. Bei Angst und Unsicherheit wird er sehr unruhig und stößt schrill klingende Schreie aus. Fremden gegenüber ist er in der Regel misstrauisch und distanziert.

 

Haltung und Ernährung

Um den Bedürfnissen des Rosakakadus gerecht zu werden, ist eine Paarhaltung zwingend erforderlich. Der gesellige Vogel braucht einen Partner, mit dem er schnattern und spielen kann. Du solltest den Rosakakadu niemals alleine halten, denn er würde schnell lethargisch werden. Ideal ist ein Pärchen, Du kannst aber auch mehrere Rosakakadus zusammen als Gruppe halten.

Damit der Stoffwechsel des Rosakakadus optimal funktioniert, braucht der Vogel Sonnenlicht und viel frische Luft. Für die Wohnungshaltung ist er daher ungeeignet. Du solltest ihn am besten in einer großen Außenvoliere halten, damit er viel Platz hat, um seinen hohen Bewegungsdrang auszuleben. Als Mindestmaße für eine Voliere mit zwei Vögeln werden zwei Meter Breite, zwei Meter Höhe und ein Meter Tiefe empfohlen. Wenn Du Rosakakadus in einer Gruppe hältst, sollte die Voliere natürlich größer sein, damit alle Vögel genügend Platz haben.

Da der Rosakakadu ein robustes Tier ist, machen ihm niedrige Temperaturen und schlechtes Wetter nicht viel aus. Dennoch sollte die Außenvoliere an einem geschützten Ort stehen, zum Teil überdacht sein und einen frostfreien Schutzraum besitzen. Außerdem benötigt der Rosakakadu viele Äste, auf denen er sitzen und springen kann. Ungiftige Äste wie zum Beispiel von Buchen, Birken oder Weiden sind sehr gut geeignet, um den Käfig auszustatten. Auf den Boden kannst Du saugfähige Streu wie zum Beispiel Sägespäne geben. Da der Rosakakadu Holz gerne anknabbert, muss die Voliere aus Metall sein.

Der Rosakakadu benötigt außerdem sinnvolle Beschäftigung, damit ihm nicht langweilig wird. Mit Vogelspielzeug und Schaukeln kannst Du ihm eine Freude machen. Du kannst zum Beispiel auch das Futter Deines Rosakakadus verstecken und ihn suchen lassen. Solche kleinen Spiele halten Deinen Vogel auf Trab. Außerdem wird Eure Bindung gefördert, wenn Du Zeit mit Deinem Rosakakadu verbringst.

 

Ernährung

Der Rosakakadu frisst gerne und viel, daher solltest Du auf eine ausgewogene und fettarme Ernährung achten. Fertige Futtermischungen sind nur bedingt geeignet. Besser ist es, Deinem Rosakakadu das Futter individuell zusammenzustellen. Gut geeignet ist eine Mischung aus hochwertigen Körnern wie zum Beispiel Hirse, Hanfsaat und Hafer. Auf fettreiche Körner wie Sonnenblumenkerne solltest Du eher verzichten.

Da der Rosakakadu zu Übergewicht neigt, solltest Du mit Leckereien sparsam umgehen. Gut geeignet sind frisches Obst und Gemüse. Besonders zuckerreiche Sorten wie Bananen und Weintrauben sind nicht zu empfehlen. Besser geeignet sind Äpfel, Paprika, Karotten und Gurken. Auch frische Gräser und Kräuter wie Vogelmiere und Löwenzahn bringen Abwechslung in den Speiseplan Deines Rosakakadus.

Füttern solltest Du Deinen Rosakakadu morgens und abends. Achte darauf, dass ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung steht. Gut geeignet ist ein spezieller Trinkspender aus dem Tierfachhandel, damit das Wasser nicht zu schnell verschmutzt.

 

Erziehung und Pflege

Der Rosakakadu ist intelligent und lernfähig, dennoch solltest Du sehr geduldig mit Deinem Vogel sein. Rosakakadus sind sehr sensible Tiere und brauchen viel Verständnis. Wenn Du Deinem Rosakakadu einige Benimm-Regeln beibringen möchtest, ist das sogenannte Clickertraining sehr gut geeignet. Dabei wird der Vogel für erwünschtes Verhalten mit einer kleinen Leckerei oder Streicheleinheiten belohnt, bis er wichtige Kommandos verinnerlicht hat. Du kannst ihm beibringen, auf Deiner Hand zu sitzen, sich umhertragen zu lassen oder eine Transportbox zu besteigen.

Wichtig ist, dass Du Deinen Rosakakadu nicht überforderst. Starte das Training in kleinen Schritten und erwarte am Anfang nicht zu viel. Mit der Zeit kannst Du die Trainingseinheiten ausdehnen und Deinem Vogel auch kleine Kunststücke beibringen. Obwohl Rosakakadus keine riesigen Sprachtalente sind, solltest Du Dich regelmäßig mit ihnen unterhalten, um Eure Bindung zu stärken.

 

Pflege

Der Rosakakadu ist ein sehr reinlicher Vogel. Er verbringt viel Zeit damit, sein Gefieder zu putzen und kann seine Federn sehr gut von Schmutz befreien. Dennoch solltest Du den Pflegeaufwand nicht unterschätzen. Die Voliere des Rosakakadus muss täglich von Kot und Futterresten befreit werden. Die Streu solltest Du einmal pro Woche komplett austauschen. Du solltest außerdem die Futterschalen und Wasserspender täglich reinigen und neu befüllen. Vor allem im Wasser können sich schnell Keime bilden, daher ist hier besondere Sorgfalt gefragt.

Rosakakadus baden nicht sehr gerne, sie bevorzugen eine Dusche. Wenn Du eine Sprühflasche mit Wasser befüllst, kannst Du Deinem Vogel regelmäßig eine erfrischende Dusche verpassen. Auch auf die Krallen solltest Du einen Blick werfen. Wenn sie zu lang werden, besteht die Gefahr, dass Dein Rosakakadu hängenbleibt und sich verletzt. Mit einer speziellen Zange kannst Du die Krallen Deines Vogels kürzen. Da dieser Vorgang für das Tier unangenehm ist, solltest Du sehr vorsichtig sein oder diese Aufgabe einer Fachkraft überlassen.

 

Gesundheit und typische Krankheiten

Der Rosakakadu ist nicht besonders anfällig für Krankheiten, neigt aber zu Fettleibigkeit. Du solltest unbedingt auf eine ausgewogene und fettarme Ernährung achten und Deinem Vogel eine große Voliere bieten, in der er sich ausreichend bewegen kann. Wenn Du Deinem Rosakakadu unter das Gefieder schaust, kannst Du seine Haut überprüfen. Eine gelbliche Verfärbung ist das erste Anzeichen für eine zu dicke Fettschicht. In diesem Fall solltest Du die Ernährung Deines Vogels umstellen und ihn mit Spielen zu mehr Bewegung animieren, denn viele Rosakakadus sterben aufgrund von Fettgeschwulsten.

 

Lebenserwartung des Rosakakadus

Die Lebenserwartung des Rosakakadus liegt bei 20 bis 30 Jahren. Wenn Du die Hinweise in Bezug auf die Ernährung und Pflege beherzigst, wirst Du viele gemeinsame Jahre mit Deinem Vogel verbringen können. Eine artgerechte Haltung macht Deinen Rosakakadu glücklich und wirkt sich positiv auf seine Gesundheit aus.

 

Vogelart Rosakakadu kaufen

Du hast Dich entschieden, Rosakakadus bei Dir aufzunehmen und würdest gerne wissen, worauf es bei der Anschaffung ankommt? In diesem Abschnitt erhältst Du wichtige Informationen zum Kauf der Vogelart und findest heraus, worauf Du achten solltest.

Der Kauf von Rosakakadus ist eine sehr kostspielige Angelegenheit. Ein Vogel kostet beim Züchter etwa 800 bis 1000 EUR. Wie Du bereits gelernt hast, solltest Du die Vogelart niemals alleine halten. Du musst also die Kosten für zwei Rosakakadus einplanen und liegst damit schnell bei 2000 EUR. Auch die Kosten für die Erstausstattung sind nicht zu unterschätzen. Du benötigst eine stabile Außenvoliere, Äste als Sitzgelegenheit, geschützte Rückzugsorte, Futter- und Wasserschalen sowie Spielzeug. In einen Käfig als Transportbox solltest Du ebenfalls investieren. Es kommen außerdem laufende Kosten für Futter und Tierarztbesuche hinzu.

Sehr viele Züchter wirst Du in Deutschland nicht finden, dennoch lohnt sich auch in längerer Anfahrtsweg. Ein seriöser Züchter wird Dich mit den Jungtieren vertraut machen und Dich über die Besonderheiten der Vogelart aufklären. Du kannst Rosakakadus auch im Tierheim finden, allerdings sind die Vögel oft schlecht sozialisiert, weil ihre Vorbesitzer überfordert waren.

 

Entscheidungshilfe

Rosakakadus sind sehr interessante und gesellige Zeitgenossen, dennoch solltest Du Dir vor der Anschaffung sehr genau überlegen, ob Du den Vögeln eine artgerechte Haltung bieten kannst. Die treuen Tiere bauen oft eine starke Bindung zu ihren Bezugspersonen auf und benötigen viel Zuwendung. Bei guter Pflege werden sie für mehrere Jahrzehnte an Deiner Seite sein. Du solltest Dich nur dann für die Vögel entscheiden, wenn Du Dir der großen Verantwortung bewusst bist und genügend Zeit und Motivation besitzt, Dich regelmäßig um die Tiere zu kümmern. Erfahrung im Umgang mit Vögeln ist auf jeden Fall von Vorteil.

Da der Rosakakadu eine große Voliere benötigt, um sich ausreichend zu bewegen, solltest Du am besten in einem Haus mit Garten leben. Beachte dabei auch, dass Rosakakadus sehr laut sein können. Durch ihre schrillen Töne könnten sich die Nachbarn belästigt fühlen. Du solltest die Voliere so platzieren, dass sie nicht direkt neben dem Nachbarhaus steht.

Da der Rosakakadu auf hektische Bewegungen und laute Geräusche mit Panik reagiert, gestaltet sich das Zusammenleben mit Kindern schwierig. Er sieht Kinder häufig als Bedrohung und kann sie im schlimmsten Fall sogar mit seinem Schnabel verletzen. Auch Kinder sind von den Vögeln häufig enttäuscht, da sie keine typischen Schmusetiere sind. Mit anderen Haustieren kommen Rosakakadus nur bedingt zurecht. Vor allem Katzen und Hunde werden als Stressfaktor empfunden.

Dennoch können die quirligen Vögel Dein Leben sehr bereichern. Wenn Du die Haltungsbedingungen erfüllen kannst und gerne viel Zeit mit geselligen Vögeln verbringst, wirst Du viel Spaß mit Deinen Rosakakadus haben.

Quellen

https://www.markt.de/ratgeber/voegel/Rosakakadu/
https://herz-fuer-tiere.de/ratgeber-tier/voegel/ziervogelarten/kakadus/steckbrief-rosakakadu
https://www.papageienzeit-shop.de/infos-zu-rosakakadus/
http://www.grumpi.de/haustiere/voegel/arten/kakadus/rosakakadu

FAQ zu Rosakakadu

Was kostet ein Rosakakadu?

Ein Rosakakadu kostet 800 bis 1000 Euro.

Sind Rosakakadus laut?

Rosakakadus sind sehr lebhafte Vögel und kommunizieren viel. Dabei können sie durchaus auch laut sein.

Kann ein Rosakakadu sprechen?

Der Rosakakadu ist ein sehr sprachbegabter Papagei.

Was fressen Rosakakadus?

Rosakakadus fressen gerne und viel. Daher ist eine ausgewogene Ernährung wichtig. Gut geeignet ist eine Mischung aus hochwertigen Körnern wie zum Beispiel Hirse, Hanfsaat und Hafer. Bei der Ernährung sollte auch Obst und Gemüse nicht fehlen.

Wie alt kann ein Rosakakadu werden?

Ein Rosakakadu kann 20 bis 30 Jahre alt werden.

Woher kommt der Name Kakadu?

Der Name soll aus der malaiischen Sprache stammen. Kakadu bedeutet dort übersetzt Kneifzange und könnte sich auf den starken Schnabel des Kakadus beziehen.

Wie viele Kakaduarten gibt es?

Der Kakadu zählt zur Familie der Papageien. Er wird unterteilt in sechs Gattungen, 18 Arten und 29 Unterarten.

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