Halsbandsittich

Größe:
30 – 43 cm
Gewicht:
0,9 – 1,3 kg
Herkunft:
Nordafrika, Südasien
Lebensdauer:
20 – 30 Jahre
Farbe:
Grün, gelb, blau, grau oder weiß
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Haltung
Paarweise, Gruppe
Preis
50 bis 150 €
Aktivität
Pflegeaufwand
Beschäftigung
Lärm
Eignung für Anfänger
Sprachbegabung
Intelligenz
Verspieltheit
Geselligekeit
Handzahm
    wenig:

    viel:

Der Halsbandsittich sieht seinem größeren Verwandten, dem Alexandersittich zum Verwechseln ähnlich. Nicht umsonst wird er häufig auch als der Kleine Alexandersittich bezeichnet.

Neben seiner stattlichen Größe und dem aparten grünen Federfrack, begeistert er auch mit seiner zutraulichen, intelligenten Art seine Liebhaber. Investiert man entsprechend viel Aufmerksamkeit in den exotischen Mitbewohner, vermag er auch die menschliche Sprache nachzuahmen, was häufig für besonderes Entzücken sorgt.

Das der Halsbandsittich als Haustier nicht weiter verbreitet ist, ist wohl in erster Linie dem Umstand geschuldet, dass seine Haltung nicht ganz unaufwendig ist.

Als großer Sittich mit ausgeprägtem Bewegungsdrang braucht er viel Platz und möchte zudem täglichen Freiflug genießen. Zudem macht er sich über kreischende Lautäußerungen bemerkbar, die nicht bei jedem auf ein offenes Ohr und Verständnis stoßen.

Herkunft und Artgeschichte

Afrikanisch-asiatische Wurzeln

Der Halsbandsittich kommt ursprünglich im nördlichen und westlichen Afrika in einem breiten Streifen vom Senegal bis zum Sudan vor. Im südlichen Asien umfasst sein natürliches Verbreitungsgebiet zudem Indien und die umschließenden Länder.

Hier leben sie in Gruppen von bis zu 30 Individuen zusammen, welche sich zur Nacht zu großen Schwärmen mit bis zu 1000 Tieren auf Schlafbäumen zusammenfinden.

Entsprechend mögen Halsbandsittiche Gebiete mit lockeren Baumbeständen wie lichte Wälder, Plantagen und Mangroven und zeigen sich als recht standorttreu.

In Indien fand der Halsbandsittich aufgrund seiner Fähigkeit zu sprechen großen Anklang in Königshäusern. So galt die Haltung eines Halsbandsittichs lange Zeit als Statussymbol in der indischen Kultur.

Der wissenschaftliche Name des Halsbandsittichs, Psittacula krameri, ehrt bis heute seinen Erstbeschreiber, den österreichischen Ornithologen Rudolf Kramer.

Anpassungsfähiger Neubürger in deutschen Städten

Bereits vor über 2000 Jahren brachte Alexander der Große den hübschen Halsbandsittich als exotisches Haustier mit nach Griechenland. Bis heute findet er in Europa seine Anhänger.

Obwohl es möglich ist, Halsbandsittiche in Gefangenschaft zu züchten, werden nach wie vor Tiere für die Haltung als Haustier der Wildnis entnommen. Dies führt in manchen Regionen, insbesondere auf der indischen Halbinsel, zum massiven Rückgang der Art.

Auf der anderen Seite konnten sich einige Kolonien vom Halsbandsittich in europäischen und US-amerikanischen Großstädten etablieren und gelten hier als invasive Neozooen.

Bis zu mehrere Tausend Individuen können diese auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurückgehenden Ansammlungen außerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebietes umfassen.

Da es sich um Höhlenbrüter handelt, gilt der Halsbandsittich hier als Konkurrent für heimische Höhlenbewohner wie Eulen und Fledermäuse. In Deutschland tauchte das erste frei lebende Brutpaar in den 1960er Jahren in Köln auf, wo sich bis heute eine überlebensfähige Kolonie etabliert hat.

Auch in mindestens 25 anderen deutschen Städten wie Bonn, Worms, Mainz und Mannheim fühlen sich die grünen Sittiche mittlerweile wohl, sodass sie es in Deutschland auf Zahlen von über 7.000 freilebenden Individuen bringen.

Mit bis zu 2.000 Brutpaaren ist auch für reichlich Nachschub in den nächsten Jahren gesorgt.

Aussehen des Halsbandsittichs

Halsbandsittich

Der Halsbandsittich ähnelt im Äußeren dem Großen Alexandersittich (Psittacula eupatria) und wird deshalb auch mitunter als Kleiner Alexandersittich bezeichnet.

Der wildfarbene männliche Halsbandsittich zeigt eine überwiegende grüne Befiederung. Bauch, Flügelunterseiten, die Unterseite des Schwanzes und das Gesicht sind gelblich überlaufen. Am Nacken und Hinterkopf können blaue Zeichnungselemente auftreten.

Vom Kinn unter den Wangen bis zum Nacken verläuft ein geschwungenes, namensgebendes Halsband in Schwarz und Pink bis Orangerot. Die mittleren Schwanzfederen sind oberseits bläulich mit gelben Spitzen. Der Schnabel ist rotschwarz mit einer dunklen Spitze.

Die Füße sind graugrün. Die Iris der rot umringten Augen ist gelblichweiß. Die Weibchen sind ähnlich gefärbt wie die Männchen, besitzen jedoch nicht das Band zwischen Kinn und Nacken.

Jungtiere ähneln dem Weibchen, zeigen jedoch einen helleren, rosafarbenen Schnabel. Sie beginnen mit etwa 18 Monaten den Wechsel in das Adultkleid und sind mit etwa zweieinhalb Jahren vollständig ausgefärbt.

Bei der Zucht in Gefangenschaft treten zahlreiche Farbvarianten auf, welche von blau, gelb und grau bis zu weiß gefärbten Albinos reicht.

Charakter und Wesen

Clever, zutraulich und aktiv

Der Halsbandsittich zeichnet sich durch eine hohe Sprachbegabung aus, die zwar nicht an die eines Graupapageien heranreicht, aber mit einem möglichen Vokabular von bis zu 250 Wörtern eine Spitzenposition unter den Sittichen einnimmt.

Zu beachten ist dabei, dass nicht jedes Tier eine ausgeprägte Sprachneigung zeigt. Auch sonst ist der Halsbandsittich sehr vokal und lässt seine gellende Stimme gerne hören, um den Kontakt mit seinen Artgenossen zu halten.

Der Halsbandsittich baut zwar eine lebenslange Beziehung zu seinem artgleichen Partner auf, ist aber offen, sich an mehr als nur einen Menschen zu binden.

Der Halsbandsittich ist sehr fluggewandt und möchte das auch in Gefangenschaft beim Freiflug regelmäßig ausleben. Hier untersucht er neugierig und aufgeschlossen unter Zuhilfenahme seines Schnabels alles, dem er habhaft werden kann.

Haltung und Ernährung

Haltung

Wie alle Papageienvögel möchte der Halsbandsittich nicht allein sein, sondern braucht mindestens einen artgleichen Partner.

Zwar wird gerne angedeutet, dass Vögel in Einzelhaltung zahmer werden als in Paar- oder Gruppenhaltung, die vermehrte Zuwendung zum Menschen ist aber in erster Linie durch Einsamkeit und Verzweiflung zu erklären.

Während ein artgleicher Partner dem monogamen Halsbandsittich rund um die Uhr Gesellschaft leisten kann, bietet der Mensch höchstens stundenweise Kontakt.

Auch die Vergesellschaftung mit anderen Sittichen ist nur bei ausreichend Platz und unter Berücksichtigung des Einzelfalls zu empfehlen. Generell ist der Halsbandsittich mit anderen Arten eher nicht verträglich.

Der Halsbandsittich ist ein Großsittich und als solcher für eine Käfighaltung nicht geeignet. Er benötigt ständig ausreichend Platz zur Verfügung, um seinem Bewegungsdrang nachkommen zu können.

In der Wohnung kann er in einer Voliere mit täglichem Freiflug oder in einem eigens für ihn bereitgestellten Zimmer gehalten werden. Auch für eine Außenhaltung in einer Freivoliere ist der Halsbandsittich gut geeignet.

Die Voliere für ein Pärchen sollte mindestens acht Quadratmeter betragen und zwei Meter hoch sein. In Außenhaltung benötigt der Halsbandsittich zusätzlich einen Schutzraum, welcher ihn vor ungemütlicher Witterung schützt.

So ist auch eine Überwinterung im Freien problemlos möglich. Ein Halsbandsittich liebt es, zu klettern und mit seinem kräftigen Schnabel Gegenstände zu untersuchen.

Entsprechend schätzt er es sehr, wenn sein Aktionsraum mit Spielzeugen wie Türmen und Brücken bestückt wird, welche er nach Herzenslust erklimmen und beknabbern kann. Auch eine Badestelle wird ein Halsbandsittich danken annehmen.

In der Wohnung kann er in einer Voliere mit täglichem Freiflug oder in einem eigens für ihn bereitgestellten Zimmer gehalten werden. Auch für eine Außenhaltung in einer Freivoliere ist der Halsbandsittich gut geeignet.

Die Voliere für ein Pärchen sollte mindestens acht Quadratmeter betragen und zwei Meter hoch sein. In Außenhaltung benötigt der Halsbandsittich zusätzlich einen Schutzraum, welcher ihn vor ungemütlicher Witterung schützt.

So ist auch eine Überwinterung im Freien problemlos möglich. Ein Halsbandsittich liebt es, zu klettern und mit seinem kräftigen Schnabel Gegenstände zu untersuchen.

Entsprechend schätzt er es sehr, wenn sein Aktionsraum mit Spielzeugen wie Türmen und Brücken bestückt wird, welche er nach Herzenslust erklimmen und beknabbern kann. Auch eine Badestelle wird ein Halsbandsittich danken annehmen.

Ernährung

Ein Halsbandsittich ist ein reiner Vegetarier. Wilde Halsbandsittiche fressen Samen, Nüsse, Knospen und fressen bei Gelegenheit auch an reifen Früchten.

Entsprechend sollte die Ernährung in Gefangenschaft hauptsächlich aus Sämereien bestehen, wie sie eine Basisfuttermischung für Großsittiche bereitstellen.

Diese kann mit geeigneten frischen Früchten, Gemüsen und Kräutern angereichert werden. Ausreichend Abwechslung im Napf weiß der Halsbandsittich dabei zu schätzen. Zur Schnabelpflege und Beschäftigung sollten zudem regelmäßig frische Zweige gereicht werden.

Auch eine ausreichende Kalziumversorgung über einen Kalkstein oder eine Sepiaschale hält Schnabel und Gefieder des Halsbandsittichs gesund. Das Anbieten von Vogelgrit ermöglicht dem Halsbandsittich die Aufnahme von Verdauungssteinchen, damit er die Nahrung im Magen besser aufschließen kann.

Erziehung und Pflege

Erziehung

Entgegen der landläufigen Vorstellung wird ein Halsbandsittich auch dann zahm, wenn ihm ein gefiederter Partner zu Seite gestellt wird. Entscheidend für eine intensive Bindung zum Menschen ist die tägliche Beschäftigung mit dem Tier.

Da ein Halsbandsittich sehr neugierig und intelligent ist, wird er die Abwechslung, die der Kontakt zum Menschen bedeutet, bald zu schätzen wissen.

Widmest Du Deinem Halsbandsittich viel Aufmerksamkeit und belohnst ihn dabei hin und wieder mit Kolbenhirse zum beknabbern, wir er sehr schnell handzahm und regelrecht anhänglich werden.

Möchtest Du Deinem Halsbandsittich das Sprechen beibringen, benötigst Du in erster Linie viel Geduld und solltest regelmäßig mit ihm reden. Jedoch solltest du auch bedenken, dass nicht jeder Halsbandsittich eine ausgesprochene Sprachbegabung zeigt.

Pflege

Der Halsbandsittich benötigt aufgrund seiner Bewegungsfreude etwas mehr Pflegeaufwand. So oft es geht, sollte ihm beaufsichtigter Freiflug gegönnt werden.

Insbesondere bei der Haltung in einer Innenvoliere sollte diese eigentlich nur als Rückzugsort bei Nacht oder Abwesenheit dienen. Sind die Sittiche unterwegs, kann die Zeit genutzt werden, um Futterreste zu beseitigen und die Einrichtung zu säubern.

Insbesondere das Frischfutter sollte nach ein paar Stunden entfernt werden, damit es nicht anfängt zu gähren. Auch Badestellen und Wasserschalen müssen täglich gereinigt werden.

Den Bodengrund musst Du mindestens einmal pro Woche komplett erneuern. Zum täglichen Pflegeaufwand zählt auch die intensive Begutachtung Deiner Tiere, damit Du Krankheitsanzeichen früh erkennst.

Gesundheit und typische Krankheiten

Wenn ein Halsbandsittich Krankheitserscheinungen zeigt, ist meist keine Zeit zu verlieren. Da kranke Tiere in der Wildnis nicht selten von der Gruppe ausgestoßen werden und dann schnell Opfer von Beutegreifern werden können, liegt es in ihrer Natur, ein Unwohlsein lange zu verbergen.

Gelingt ihnen das nicht mehr, ist die Krankheit oft schon weit fortgeschritten und es besteht dringender Handlungsbedarf. Du solltest täglich das Erscheinungsbild Deiner Halsbandsittiche in Augenschein nehmen.

Struppig wirkendes, lückiges Gefieder, Veränderungen im Kot und Teilnahmslosigkeit oder sonstige Verhaltensänderungen können kritische Hinweise auf eine zugrunde liegende Erkrankung sein.

Da Halsbandsittiche mitunter auch recht ruppig miteinander umgehen, kann es auch zu äußeren Verletzungen kommen, welche Du im Blick behalten und gegebenenfalls von einem sachkundigen Tierarzt kontrollieren lassen solltest.

Lebenserwartung des Halsbandsittich

Halsbandsittich

Ein Halsbandsittich kann mit bis zu 30 Jahren recht alt werden.

Dies muss Du unbedingt bei der Anschaffung bedenken, denn im Idealfall trägst Du fortan für mehrere Jahrzehnte die Verantwortung für deine gefiederten Mitbewohner, die auch einen Umzug deutlich erschweren könnten.

Vogelart Halsbandsittich kaufen

In Deutschland musst Du Dir über illegale Wildfänge zum Glück keine Gedanken machen, denn der Import von wilden Halsbandsittichen ist in Deutschland schon länger streng verboten.

Entsprechend sind in Deutschland nur Nachzuchten zu erwerben. Generell gehören Halsbandsittiche eher zu den selten in Privathand gezogenen Ziervögeln. Meist handelt es dabei um professionelle Züchter.

Möchtest du bei einem solchen einen Halsbandsittich erwerben, solltest du darauf achten, dass er sortenrein züchtet und die vier verschiedenen Unterarten nicht vermischt.

Gelegentlich taucht ein Halsbandsittich auch im Tierschutz auf, wenn die Bedürfnisse der Art vom vorigen Halter unterschätzt worden sind.

Entscheidungshilfe

Ein Halsbandsittich in der Wohnung wird mit seiner ausgeprägten Akustik auch den Nachbarn nicht lange verborgen bleiben. Vor der Anschaffung solltest du daher klären, ob in der Nachbarschaft grundsätzliche Bedenken gegen die lautstarken Mitbewohner existieren.

Als große und flugstarke Tiere sind sie für eine Käfighaltung nicht geeignet. Wenn Du also einen Halsbandsittich halten willst, brauchst du zunächst Platz. Damit ist es nicht getan.

Auch Zeit für den beaufsichtigten Freiflug solltest Du täglich finden, um Deinen Halsbandsittich ausreichend auslasten zu können. Diese Voraussetzungen erschweren einen möglichen Umzug in der immerhin bis zu 30 Jahre langen Lebenszeit der Großsittiche.

Ein Halsbandsittich ist daher eher etwas für bereits fest im Leben stehende, sesshafte Vogelliebhaber, die sich an dem Lärm und Dreck, die ein Halsbandsittich produziert, nicht stören.

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