So Verhalten sich Kinder richtig gegenüber Hunden

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Fast jedes Kind wünscht sich einen Hund, am besten natürlich einen süßen, kuscheligen Welpen zum Spielen. Aber ein Hund ist kein Spielzeug, sondern ein Lebewesen, das seine eigenen Bedürfnisse hat. Damit dein Kind ein friedliches Leben mit dem Hund erleben kann, gibt es jedoch besonders für die Eltern einige Dinge, die man für ein entspanntes und sicheres Aufwachsen beider Seiten von vorneherein beachten muss. Worauf du im Detail achten musst, erfährst du hier.

Wichtiges vorab

Eine Freundschaft zwischen Kind und Hund kann für beide Seiten eine tolle Erfahrung sein. Kleinkinder, die mit Hunden engen Umgang haben, wachsen seelisch stabiler und allgemein gesünder auf. Zudem beweisen verschiedene Statistiken, dass Hunde Kinder glücklich machen und verschlossene, schüchterne Kinder dazu bringen, aus sich rauszugehen.

Wenn der Familienzuwachs auf vier Pfoten einzieht, sind Erklärung und Aufsicht unbedingt notwendig, damit aus Kind und Hund ein tolles Gespann wird. Daher bespreche und erkläre deinem Kind diese Regeln und sorge so für einen besseren und sicheren Umgang mit den vierbeinigen Freunden.

Angst vor dem Hund

Die Angst vor dem Hund kann auch entwicklungsbedingt sein. Dies  scheint wiederum eng damit zusammenzuhängen, dass viele Menschen heute keinerlei Erfahrungen mehr im Umgang mit Tieren an sich haben.

Was man nicht kennt, kann einem Angst machen. Zahlreiche Kinder zeigen allerdings auch im Vorschulalter relativ plötzlich eine entwicklungsbedingte Angst vor Hunden, die meist genauso schnell wieder vergeht, wie sie gekommen ist.

Um diesen Vorgang zu beschleunigen, ist es sinnvoll, dem Kind so viel wie möglich an Wissen über Hunde und an Kontakt mit friedlichen Hunden zu bieten, denn das führt dazu, dass es sich sicherer fühlt und seine Angst schneller wieder in den Griff bekommt.

Wie Hund und Kind eine enge Freundschaft entwickeln

Grundlage für die Freundschaft ist die richtige „Sprache“ zwischen Mensch und Tier, um unangenehme Zwischenfälle durch bloße Missverständnisse zu vermeiden.

Ein Hund braucht Futter, Wasser, Bewegung, Beschäftigung, Pflege und viel Ruhe. Die Verantwortung dafür kann und darf ein Kind nicht alleine tragen. Aber ein größeres Kind sollte schon früh mithelfen und nach und nach mehr Aufgaben in der Hundepflege übernehmen.

Es kann den Hund unter deiner Anleitung bürsten, die Näpfe säubern und füllen, bei Suchspielen die Fundsachen verstecken, Bällchen werfen und vieles mehr mit ihm unternehmen. Fürsorge und Verantwortung stärken die Freundschaft zwischen Hund und Kind stärkt.

Achte darauf, dass du immer in der Nähe bist, damit du Fragen beantworten, Hilfestellung geben und im Ernstfall eingreifen kannst.

Körpersprache des Hundes und Umgangsformen erlernen

Das Kind sollte schnell die Hundesprache und den artgerechten Umgang mit dem Hund lernen. Nur so wird gewährleistet, dass der Hund nicht gequält wird und die Kinder nicht verletzt werden.

Die Rute des Hundes ist ein guter Lernanfang, weil sie ein auffälliges Stimmungsbarometer ist. Fühlt sich der Hund unwohl oder hat er Angst, so zieht er die Rute ein. Freut er sich besonders, so wedelt er.

Eine wedelnde Rute zeigt zunächst nur den Grad der Aufregung und muss nicht Freude bedeuten. Dein Kind sollte ferner wissen, dass ein Hund sich bedroht fühlt, wenn man ihn anstarrt oder von oben unvermittelt nach seinem Kopf greift.

Lehre dein Kind, zu respektieren, dass Augen, Nase, Ohren und Rute ganz besonders empfindliche Körperteile des Hundes und keine Haltegriffe oder gar Spielzeuge sind.

Wenn dein Kind jetzt noch versteht, dass ein fressender oder schlafender Hund nicht gestört werden darf, steht der Hund-Kind-Freundschaft nichts mehr im Wege.

10 Regeln für den sicheren Umgang von Kindern mit Hunden

  • Nie ungefragt nähern

Man sollte immer vorher den Besitzer um Erlaubnis fragen, bevor man sich einem Hund nähert, auch wenn er noch so harmlos aussieht.

  • Hunde nicht stören

Hunde, die gerade trinken, fressen oder mit einem Spielzeug spielen, sollte man in Ruhe lassen. Auf keinen Fall sollte man versuchen, einem Hund etwas wegzunehmen. Auch schlafende Hunde weckt man besser nicht.

  • Ein Hund will genauso wenig geärgert werden wie man selbst

Das Kind muss wissen, dass es Tiere nicht necken darf. Am Schwanz oder an den Ohren ziehen oder ins Gesicht blasen, ist für den Hund nicht spaßig und kann dazu führen, dass er sich angegriffen fühlt und wehrt.

  • Immer vorsichtig nähern

Man sollte niemals von hinten auf einen Hund zugehen oder frontal auf ihn zurennen. Am besten nähert man sich leicht seitlich und vor allem ruhig, damit der Hund nicht erschrickt.

  • Niemals in eine Rauferei einmischen

Raufende Hunde sollten nur von den Besitzern getrennt werden und zwar am besten so, dass jeder den Hund des anderen packt. Einem Kind muss eingeschärft werden, dass es sich keinesfalls in die Rauferei einmischen darf.

  • Nicht provozieren

Hunde versuchen unter anderem durch ein ausdauerndes Sich-in-die Augen schauen die Rangordnung klarzustellen. Kinder sollten also von klein auf lernen, einem Hund nie direkt in die Augen zu sehen.

  • Ausweichmöglichkeiten lassen

Ein Hund darf nicht das Gefühl haben, dass er in die Enge getrieben wird. Vermeiden Sie also auch, dass Hund und Kind sich zum Beispiel gemeinsam unter dem Tisch aufhalten.

  • Die Sprache des Hundes respektieren

Ein Hund kann manches missverstehen. Dazu gehört das Wedeln mit den Armen, dazu gehört aber auch Weglaufen oder Fangen spielen in seiner Nähe.

  • Unbewegte Objekte sind langweilig

Wenn ein Hund auf einen zusaust, dann ist es das Beste, einfach still zu stehen, auch wenn es sehr schwerfällt. Solange man sich bewegt, ist man nämlich viel interessanter.

  • Ein Kind nur unter Aufsicht mit dem Hund spielen lassen

Beim Spiel mit einem Hund sollte möglichst immer ein Erwachsener in der Nähe sein, der notfalls schnell eingreifen kann.

Auf Sicherheit und Gesundheit bei Hunden und Kleinkindern achten

Die meisten Hunde akzeptieren Kleinkinder nicht als Sozialpartner und reagieren sehr empfindlich auf Zwicken und Zwacken. Wenn Kinder und Hunde toben, kann es manchmal ruppig zugehen.

Achte darauf, dass die Situation für beide Spielkameraden noch angenehm bleibt. Bei kleinen Malheuren solltest du weder Hund noch Kind ausschimpfen, sondern Desinfektionsmittel und Pflaster parat halten und anschließend die Situation mit dem Kind besprechen.

Das Spielen mit einem Welpen, das ein überaus empfindliches Wesen ist, sollte jedoch ausschließlich unter deiner Aufsicht geschehen. Darüber hinaus gehören Welpen nie in die unerfahrenen Hände von Kleinkindern. Schließlich sind die kleinen Hunde selbst noch neu auf der Welt und müssen viel lernen.

Worauf sollte beim Spazieren gehen geachtet werden?

Die Kinder sollten erstmals lernen, wie man Hunde führt. Beachte daher, dass Kinder nie ohne Begleitung mit dem Hund Gassi gehen sollten.

Gefährlich für alle Beteiligten kann es daher auch mit einem kleinen Hund im Straßenverkehr werden oder wenn das junge Hund-Kind-Gespann auf einen aggressiven Vierbeiner trifft. In solchen Situationen sind alle Kinder und Hunde überfordert und gefährdet.

Wichtige Regeln beim Spazieren gehen. Wenn du siehst, dass dein Kind auf einen fremden Hund zurennt, dann ruf es zurück. Denn es wurden schon viele gebissen.

Wenn die Hunde auf der Wiese schnüffeln, dann nicht wegziehen. Sie brauchen nämlich einen Platz für ihr Geschäft.

Doch wenn sie an Müll schnuppern, kann das sehr schlimme Auswirkungen haben. Deshalb können die Kinder in diesen Momenten ausnahmsweise die Leine straff stellen und ziehen.

Weitgehende Aufklärung zum Schutz des Kindes

Kinder dürfen niemals einen fremden Hund anfassen, ohne vorher den Hundebesitzer um Erlaubnis gefragt zu haben. Denn es gibt auch Hunde, die auf Kinder mit Abwehr reagieren.

Hunde sind sehr lärmempfindlich und können auf hektische, unvermittelte Bewegung mit Bellen, Knurren oder auch Anspringen reagieren. Kinder sollten daher lernen, sich in der Nähe eines Hundes umsichtig zu verhalten und ihr Temperamt dem Hund anpassen, nicht umgekehrt.

Das gilt ganz besonders an öffentlichen Plätzen, wo Hunde Auslauf haben. Absolute Tabus für Kinder sind den Hund in die Enge treiben, nach ihm treten oder ihn mit Gegenständen bewerfen.

Worauf sollte bei der Auswahl des Hundes geachtet werden?

Auf Seiten des Hundes ist für den geeigneten Spielgefährten nicht die Rasse entscheidend, sondern der individuelle Charakter des Hundes. Man sollte keinen Hund wählen, der sich nicht gern unterordnet oder generell ein Problem mit Eifersucht oder Stress hat.

Ideal ist dagegen ein sanftmütiger Hund, der ausgeglichen und ruhig ist und so auch verschiedenen Situationen meistert. Wichtig ist außerdem, dass er bereits den nötigen Grundgehorsam besitzt.

Einen Welpen und ein Baby gleichzeitig ist ein doppelter Stressfaktor, den man vermeiden sollte. Einfacher wird es mit einem Welpen, wenn das Kind bereits mindestens drei Jahre alt ist.

Quellen

https://www.canosan.de/kind-und-hund.aspx

https://www.t-online.de/leben/familie/erziehung/id_46078236/hunde-und-kinder-10-tipps-fuer-den-sicheren-umgang.html

https://www.zooroyal.de/magazin/hunde/hund-kind-so-klappts-mit-der-harmonie/

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