Coronavirus: Was passiert bei Quarantäne mit meinem Hund?

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Kaum ein anderes Thema wird momentan in den Medien so häufig diskutiert wie das Coronavirus. Was man als Mensch tun muss, um sich zu schützen, wissen wir bereits.

Wie ist es aber, wenn Du unter Quarantäne stehst und einen Hund zu Hause hast? In diesem Artikel erfährst Du alles, was Du zu diesem Thema wissen musst und was Du jetzt schon tun solltest, um Dich auf den Ernstfall vorzubereiten.

Coronavirus – was ist das eigentlich?

Eines ist klar – das Coronavirus (SARS-CoV-2) verbreitet sich rasend schnell. Erstmals wurde das Virus Mitte Dezember 2019 in der Stadt Wuhan in Zentralchina festgestellt. Seit dem verbreitet es sich wie ein Lauffeuer. Aber was genau steckt hinter dem Virus, dass bereits zahlreiche Menschenleben gefordert hat?

Bei dem Coronavirus handelt es sich um eines von mehreren hundert Viren, die allesamt zu der Familie der Coronaviren gehören. Viele dieser Viren sind in den meisten Fällen für leichte Erkältungen verantwortlich.

Über die Ursache weiß man leider noch nicht viel. Was man aber weiß, ist dass das Virus von einem Tier auf den Menschen übertragen wurde.

Der Erreger ist eine Variante des SARS-Virus und befällt sowohl die oberen als auch die unteren Atemwege. Als Risikogruppe gelten vor allem ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen.

Wie wird das Virus übertragen?

Das neue Coronavirus ist von Mensch zu Mensch übertragbar. Der Hauptübertragungsweg verläuft über die sogenannte Tröpfcheninfektion. Das bedeutet, dass die Übertragung über Schleimhäute oder indirekt über die Hände, die dann an Schleimhäute gelangen, erfolgt.

Kann sich mein Hund mit dem Coronavirus anstecken?

Wenn vom Coronavirus berichtet wird, dann wird meistens nur davon gesprochen, wie sich Menschen unter Menschen verhalten sollen. Grundsätzlich völlig nachvollziehbar, aber was ist mit den Menschen, die ein Haustier besitzen?

In deutschen Haushalten lebten im Jahr 2018 ganze 34,4 Millionen Haustiere, darunter auch eine Vielzahl an Hunden. Es wird Zeit, sich darüber Gedanken zu machen.

Bereits einem Hund aus Hongkong wurde das Coronavirus nachgewiesen, jedoch hatte dies keine gesundheitlichen Folgen für den Vierbeiner. Jonathan Ball, ein Virologe der auch mit dem Fall beschäftigt war, teilt mit, dass dies kein Grund für eine Massenhysterie sei. Hunde tragen nicht dazu bei, dass das Virus sich verbreitet.

Hundebesitzer sollen demnach nicht in Panik verfallen, dass ihr Hund an dem Coronavirus erkranken könnte. Wie sieht es jedoch aus, wenn Du unter Quarantäne gestellt wirst? Was passiert dann?

Hunde und Quarantäne: Was passiert jetzt?

Falls tatsächlich eine Quarantäne verordnet wird heißt es schnell handeln. Im aktuellen Fall des Coronavirus kann der Gesetzgeber über eine Quarantäne entscheiden. Zum einen für bereits infizierte Personen, um das Virus nicht weiterhin zu verbreiten.

Zum andern kann das auch gesunde Menschen betreffen, die vor einer Ansteckung geschützt werden sollen. Selbstverständlich betrifft das auch Haustiere, die in dem Haushalt leben.

In dieser Zeit eine – unter Umständen – artgerechte Haltung zu gewährleisten, liegt in der Verantwortung des Tierhalters. Wer einen eigenen Garten besitzt, muss sich nicht sonderlich viele Gedanken machen und darf die Hunde rauslassen. Wichtig ist nur, dass sich in der Zeit keine Nachbarn in unmittelbarer Nähe befinden dürfen (Ansteckungsgefahr).

Falls dies nicht der Fall ist und Du keinen Garten besitzt, musst Du andere Möglichkeiten finden. Tierschutzvereine empfehlen, im Ernstfall einer verordneten Quarantäne bereits im Vorfeld eine Betreuungsstelle oder eine Person zu suchen, die sich in der Zeit um Deinen Liebling kümmern kann.

Das kannst Du tun, um dich auf den Ernstfall vorzubereiten

Grundsätzlich gibt es 3 Möglichkeiten, die Du im Ernstfall einer Quarantäne anwenden kannst.

Betreuungsstelle

Am besten ist es, wenn Du Dich jetzt nach einer Hundetagesstätte- oder Pension in Deiner Nähe erkundigst. Dort wird sich artgerecht um Deinen Hund gekümmert. Er hat einen Schlafplatz und wird mit Futter versorgt.

Vertrauensperson

Sicherlich gibt es Menschen in Deinem Umfeld, denen Du Deinen Liebling für eine gewisse Zeit anvertrauen kannst. Erkundige Dich, ob Freunde, Familie oder vielleicht auch die Arbeitskollegen dazu bereit wären, Dich in dieser Zeit zu unterstützten und für das Wohl Deines Vierbeiners zu sorgen.

Katzenklo

Was sich im ersten Moment möglicherweise etwas komisch anhört, könnte unter diesen Umständen eventuelle eine Übergangslösung für Deinen Hund sein, falls die anderen Möglichkeiten nicht für Dich in Betracht kommen.

Allerdings ist es wichtig zu erwähnen, dass Du diese Alternative wirklich nur in Betracht ziehen solltest, falls keine andere Möglichkeit besteht, dass sich jemand um Deinen Hund kümmern kann. Hunde brauchen ihren Auslauf, dass solltest du im Hinterkopf behalten.

Achtung: Unabhängig davon, welche Möglichkeit für Dich in Frage kommt, solltest Du Dich früh genug um eine Lösung kümmern. Im Ernstfall einer Quarantäne hast Du möglicherweise nicht mehr die Zeit dazu. Wer zudem die verordnete Quarantäne nicht einhält, kann mit einer Freiheits- oder Geldstrafe belangt werden.

Im Notfall kann es sogar passieren, dass Dir Dein Haustier für die Zeit, unter der Du in Quarantäne stehst, vorübergehend weggenommen und anderweitig untergebracht wird.

ABER: Dazu muss der Faktoren erfüllt sein, dass sich absolut niemand um Deinen Hund kümmern kann. Selbst wenn es zu diesem unwahrscheinlichen Fall kommen würde, wäre die Unterbringung in einem Tierheim Deiner Nähe und auch nur für die verordnete Zeit.

Das letzte Wort dazu hat das Gesundheitsamt. Leider gibt es aktuell noch keine genaue Stellungnahme dazu.

Wie gefährlich ist die Situation wirklich?

Um Dir die Sorgen zu nehmen: Als gesunde, junge Person ist es relativ unwahrscheinlich an dem Coronavirus zu erkranken. Noch unwahrscheinlicher ist es, wirklich ernst daran zu erkranken. Nichtsdestotrotz ist es aktuell umso wichtiger, auf Hygienevorschriften zu achten. 

Wie Du in diesem Artikel gelernt hast, kann das Virus nicht von Hunden übertragen werden. Falls Du aus Schutzmaßnahmen allerdings unter Quarantäne gestellt wirst, ist Dein Hund auch davon betroffen.

Demnach darf Dein Hund natürlich auch nicht nach draußen, um sein Geschäft zu erledigen. Deine Aufgabe ist es nun, für eine artgerechte Haltung in diesem Notzustand zu sorgen. Das können Personen Deines Vertrauens sein, eine Hundetagesstätte oder zur Not ein Katzenklo.

Wichtig ist, dass Du jetzt handelst. Schließlich wollen wir doch alle, dass es unserem Liebling gut geht.

Quellen

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156836/umfrage/anzahl-der-haushalte-mit-haustieren-in-deutschland-2010/

https://partner-hund.de/hund-positiv-auf-corona-getestet-das-muessen-sie-wissen

https://www.diehundezeitung.com/coronavirus-wer-kuemmert-sich-bei-quarantaene-um-hund/

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