Koiteich bauen: So legst Du selbst einen Koiteich an

Dunkler Basalt ragt sanft gerundet in das Wasser, dazwischen befinden sich einzelne Pflanzen. Das glasklare Wasser lässt den Blick bis auf den Grund gleiten.

Koi sind zutrauliche Tiere, die in einem Schwimmteich gehalten werden können. Aber wie kannst Du Deinen eigenen Koiteich im Garten anlegen? Wie baut man einen Bodenablauf für den Teich?

Koiteich bauen: So legst du selbst einen Koiteich an

Koiteich

Weiß mit goldener Maserung, weiß mit einem roten Punkt auf der Stirn, schwarz-weiß gestromt oder komplett goldfarben: Koi sind wunderschöne Tiere, und sie sind auch in europäischen Teichen immer öfters zu sehen.

Die Zucht der anspruchsvollen Karpfen aus Japan liegt im Trend. Ein Koiteich im Garten ist ein Traum, den sich viele Grundbesitzer gerne erfüllen.

Aber wie solltest Du den Teich anlegen? Kann man einfach so einen Koiteich bauen? Immerhin stellen die Fische hohe Ansprüche an ihr Habitat.

Koiteiche sind in Japan Statussymbole. Denn die Zierfische sind wertvoll und brauchen viel Platz. Vor allem in den Städten ist Platz aber Mangelware und teuer.

Willst Du einen Koiteich gestalten, solltest Du einige Dinge beachten. Denn der Teich hat im Vergleich mit dem Goldfischteich einige Besonderheiten.

Besondere Fische mit langer Tradition

Koi werden schon seit dem 3. Jahrhundert nach Christus gezüchtet, soweit man das heute aufgrund schriftlicher Zeugnisse beurteilen kann. Die Karpfen werden etwa 60 cm bis 100 cm lang und können sehr alt werden.

Ihre Lebenserwartung liegt bei 80 Jahren bis 200 Jahren. Man kennt 16 Hauptarten der Karpfen, diese werden noch einmal in mehr als 100 Unterarten unterteilt. Zuchtziel ist eine möglichst harmonische Körperform zusammen mit makellosen Schuppen und einer schönen Farbgebung.

Als besonders gilt beispielsweise der weiß-rote Kohaku. Mit dem Alter steigt der Wert der Koi: Große, alte Tiere bringen beim Verkauf teils sechsstellige Summen. Die Karpfen sind gesellig und sollten nicht alleine gehalten werden.

Den richtigen Ort für den Koiteich finden

Bevor Du Deinen Koiteich anlegst, solltest Du ein bisschen Zeit in die Planung investieren. Mach Dir als Erstes Gedanken zum richtigen Ort: Wo soll der Koiteich auf Deinem Grundstück sein? Die Fische fühlen sich im Halbschatten sehr wohl.

Daher macht es Sinn, den Teich in der Nähe des Hauses anzulegen, so dass das Haus den Koiteich verschattet. Pralle Sonne verursacht bei den Fischen, die sich auch gerne im flachen Wasser aufhalten, Sonnenbrand.

Eine hausnahe Anlage hat noch einen Vorteil: Du hast Deine Fische gut im Blick. Vom Balkon oder von der Terrasse aus, vor dem Wohnzimmerfenster beispielsweise ist der Blick in den Teich toll.

Die Anschlüsse für die Teichtechnik kannst Du nahe am Haus auch besser verlegen. Direkte Nähe zu Hundehütte, Vogelvolieren oder ähnlichen Anlagen ist allerdings nicht gut, denn die Fische mögen es eher ruhig.

Das Mindestvolumen für einen Koiteich liegt bei 5.000 Liter, darunter brauchst Du nicht zu planen. Du willst Deine Koi artgerecht hatten und ihnen den Platz zur Verfügung stellen, den sie wirklich benötigen.

Jeder Koi mehr, den Du in den Teich setzt, addiert noch einmal 1.000 Liter Wasser. Der Teich darf im Winter nicht durchfrieren, daher sollte er wenigstens 1,50 m tief sein.

Das garantiert auch, dass die großen Karpfen ausreichend Bewegungsfreiheit haben. Als ideal haben sich runde und ovale Beckenformen erwiesen.

Abmessungen von 3 m x 6 m oder mehr und einem Volumen von wenigstens 18.000 Litern ermöglichen eine artgerechte Haltung.

Eckige Fischteiche lassen sich nicht gut reinigen. Denn vor allem in den Ecken und an den Kanten lagert sich gerne Schmutz ab. Einen runden Koiteich kannst Du dagegen sehr leicht reinigen.

Spitze oder scharfe Kanten solltest Du bei der Einrichtung Deines Koiteichs vermeiden, denn daran können sich Deine Koi verletzen. Das gilt auch dann, wenn Du den Teich mit Steinen dekorierst: Ohne scharfe Kanten wird es für die Fische sicherer.

Verletzen sich Deine Koi, sind sie anfälliger für Pilzinfektionen. Du solltest bei der Planung bedenken, dass sich Dein Koibestand im Laufe der Jahre vermutlich vergrößern wird.

Wie legst Du das Becken für Deinen Koiteich an?

Einen pauschalen Rat gibt es nicht. Wie Du das Becken anlegst, welche Art von Teichfolie Du gegebenenfalls nutzt und ob Du eine Beton-Wanne anlegst, hängt von der Bodenbeschaffenheit in Deinem Garten ab.

Und natürlich von Deinen Ansprüchen. Ist der Untergrund lehm- oder tonhaltig und hat eine hohe Dichte, ist ein mit Teichfolie ausgekleidetes Becken eine gute Wahl. Ist der Boden dagegen sandig, empfiehlt sich eine Beton-Wanne mit Folie.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Teichschale aus glasfaserverstärktem Kunststoff (kurz GFK). Denn diese Art von Kunststoff ist korrosionsbeständig und strapazierbar.

Zusätzlich isoliert sie, und die Beckenform kann nach Deinen individuellen Wünschen gestaltet werden. Allerdings ist das eine sehr kostspielige Angelegenheit im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten.

Eine Teichschale aus GFK kann im Boden versenkt werden, kann aber auch mit Ziegeln, Naturstein oder anderen Materialien ummantelt werden. Das gibt Dir noch mehr Möglichkeiten bei der Gestaltung Deines Koiteich.

Ein Koiteich benötigt einiges an Technik

Im Koiteich werden mehr Fische gehalten als das in freier Natur der Fall wäre. Deshalb ist die Wasserqualität so wichtig. Die Qualität des Wassers wird von einer leistungsfähigen technischen Anlage garantiert. Diese Anlage setzt sich zusammen aus:

  • Skimmer (ein Oberflächensauger)
  • Dem Bodenablauf im Teich
  • Einem Trommelfilter oder Bürstenfilter (mechanischer Teichfilter)
  • Zusätzlichen biologischen Filtersystemen
  • Verschiedenen Teichpumpen
  • Einer Belüftung

Diese Komponenten werden wie bei einem Schwimmteich miteinander kombiniert. Es geht natürlich auch ohne die Belüftung, wenn Du die überhaupt nicht einbauen willst.

Allerdings versorgt die Belüftung die Filterbakterien mit Sauerstoff. Dadurch können diese besser arbeiten. Übrigens ist die technische Ausstattung für den Koiteich in etwa die Gleiche wie bei einem Schwimmteich – deshalb legen viele Menschen ihren größeren Koiteich als Schwimmteich an.

Die Fische sind scheu, können aber an Menschen gewöhnt werden. Sie beißen bei respektvoller Behandlung nicht, sodass Du gefahrlos im Koiteich schwimmen kannst.

Der Koiteich muss immer sauber gehalten werden

Koiteich

Während andere Fische vor allem in weniger dicht besiedelten Teichen eine leicht schwankende Wasserqualität verzeihen, sind Lois sehr empfindlich.

Der Koiteich muss frei von abgestorbenen Pflanzenteile und den Ausscheidungen der Teichbewohner gehalten werden. Wichtig für die Wasserqualität ist auch, dass keine Blätter auf der Wasseroberfläche schwimmen.

Schatten ist zwar toll, aber unter Bäumen solltest Du eher keinen Koiteich bauen. Warum muss der Koiteich so sauber sein? Ist die Wasserqualität nicht im optimalen Bereich, sind Deine Koi anfälliger für Keime, für Bakterien und Pilze.

Und das willst Du nicht. Der Koiteich braucht regelmäßige Pflege, und dazu gehört:

  • dass Du die Blätter von der Wasseroberfläche abfischst,
  • dass Du Schmutz und Ablagerungen vom Grund des Teichs absaugst,
  • dass Du den Filter säuberst und
  • ein Teichwasserwechsel

Klares Wasser ist nicht zwangsläufig ein Zeichen für hohe Wasserqualität. Achte auf die Wasserwerke. Stickstoff, Nitrate und andere können auch offensichtlich klares Wasser belasten.

Ist das Wasser mit Phosphat belastet, führt das zu einer vermehrten Algenbildung. Die Algen sind für Deine Koi ungefährlich, aber sie trüben das Wasser im Koiteich ein.

Nitrat und Nitrit im Wasser verursachen dagegen bei den Fischen lebensbedrohliche Erkrankungen.

Wichtig: Koiteich so bauen, dass er winterfest ist!

Auf der Oberfläche des Teichs bildet sich bei Frost eine Eisschicht. Und auch in der Tiefe sinkt die Wassertemperatur. Sie beträgt nur noch 4° C, die Fische bewegen sich bei diesen Temperaturen kaum noch.

Sie halten Winterruhe. Du darfst diese Winterruhe nicht stören, Deine Fische brauchen sie. Füttern solltest Du die Tiere in dieser Zeit nicht. Koi überstehen den Winter im Koiteich ohne Probleme, wenn sie nicht gestört werden.

Den Bodenablauf im Teich solltest Du im Winter schließen. pumpen und Belüftet dürfen nicht mehr und en tieferen Zonen sitzen. Entferne sie, oder bewege sie an den flacheren Ran.

Den Filter solltest Du allerdings weiterhin laufen lassen, damit der Gasaustausch im Wasser gewährleistet ist. Es reicht aber, wenn die Leistung reduziert wird.

Beim Koiteich bauen solltest Du darauf achten, dass der Teich nie ganz zufrieren kann. Der Teich sollte tief genug sein. Eine Abdeckung aus Styropor oder aus PE-Bällen kann ebenfalls dafür sorgen, dass das Wasser nicht zu weit abkühlt.

Die Abdeckung solltest Du im Frühjahr wieder entfernen. Die Fische brauchen allerdings auch Sauerstoff. Daher solltest Du eine kleine Stelle des Teichs unbedeckt lassen und eisfrei halten.

Eine Heizung brauchst du im Koiteich nur, wenn Du die Wachstumsphase Deiner Fische verlängern willst. Ökologisch und ökonomisch ist das jedoch keine sinnvolle Lösung.

Laichihlife, Schatten, bessere Wasserqualität: Beim Koiteich bauen an die Pflanzen denken!

Teichpflanzen, die in Ufernähe wachsen, sind ein Blickfang. Allerdings sind sie auch praktisch, denn die Koi laichen zwischen den Pflanzen, schätzen den Schatten und profitieren von der wasserreinigenden Wirkung der Pflanzen.

Denn die Pflanzen bauen Nährstoffe ab. Koi fressen diese Pflanzen auch – achte also darauf, dass Du robuste Pflanzen wählst. Seerosen für die tieferen Bereiche und Rohrkolben für ufernahe Bepflanzung sind die übliche Wahl.

Neuerdings gibt es auch sogenannte Pflanzinseln. Die schwimmen frei auf der Fläche herum. Von unten schützt Du die Pflanzinseln mit einem Schutznetz.

So können die Koi sie nicht abfressen. Spezielles Koifutter solltest Du trotzdem verwenden – Pflanzen und/oder Zierfischfutter reicht den Fischen nich!

Alternativ kannst Du eine Pflanzzone anlegen, in die die Fische nicht kommen können. Eine Möglichkeit ist ein kleiner Bachlauf mit Uferbepflanzung, möglicherweise in einem Steingarten.

Wasserfälle und eingebaute Wasserspiele sind ebenfalls ein Blickfang. Außerdem ist das sanfte Plätschern im Garten angenehm, und die zusätzliche Wasserzirkulation wirkt sich positiv auf die Wasserqualität aus.

Allerdings mögen die Koi nicht allzu viel Unruhe im Teich, der Bachlauf sollte also nur bei Bedarf eingeschaltet werden.

Fazit: Koiteich ist mehr als ein einfacher Gartenteich

Willst Du einen Koiteich bauen, solltest Du neben den Ansprüchen der Koi auch Deine eigenen Ansprüche in die Überlegungen einbeziehen. Wo und wie groß, wie tief und mit welcher Bepflanzung Du den Koiteich anlegst, hängt nicht nur von den Bedürfnissen der Fische ab.

Achte darauf, dass die Pflege des Teichs nicht zu kompliziert wird. Der Bodenablauf im Teich sollte im Winter einfach abschaltbar sein, Du solltest leicht verhindern können, dass der Teich zu tief friert.

Ohne Aufwand geht es nicht, aber mit einer geschickten Anlage kannst Du den Aufwand minimieren. Einen Koiteich kannst Du jedoch immer gut als Schwimmteich anlegen – die Wasserqualität muss bei beiden Teicharten vergleichbar sein.

Etwas schwieriger wird es, wenn Du Schildkröten oder andere Tiere zusätzlich zu den Koi im Teich halten willst – dann solltest Du Dich informieren, welche Bedürfnisse diese Tiere haben.

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