Die Mittelmeerkrankheiten beim Hund in Mitteleuropa sind ein junges Phänomen, welches immer mehr an Fahrt aufnimmt. Das kommt daher, dass Reisen und der Tierschutz besonders rund ums Mittelmeer immer beliebter werden. Die Formen, die bei uns hauptsächlich vorkommen, haben eines gemeinsam: Sie verbreiten sich alle durch Parasiten oder Insekten. Leider unterscheiden sich die Erreger, und viele führen zu verzögerten Symptomen. Dieser Umstand macht es schwer, die Erkrankung frühestmöglich zu erkennen. Und unerkannt und unbehandelt kann eine Mittelmeerkrankheit lebensbedrohlich werden. Das ist besonders bei Jungtieren und Welpen der Fall.
Was sind Mittelmeerkrankheiten beim Hund überhaupt?
In Mitteleuropa sind besonders ein paar wenige Formen der Mittelkrankheit auf dem Vormarsch. Im Folgenden stelle ich Dir diese etwas genauer vor. Damit Du Deinen Hund beschützen kannst, erkläre ich Dir mögliche Übertragungswege und Symptome für einige der Formen.
Es gibt einmal die Leishmaniose. Dann die bekanntere Babesiose – Malaria für Hunde. Außerdem die Ehrlichiose und die als Herzwurmerkrankung bezeichnete Dirofilariose. Seit 1995 ist die Anaplasmose in Europa zu finden. Die Borreliose ist beim Menschen bekannt, kann aber gleichermaßen unsere Hunde treffen. Es gibt noch die Hepatozoonose, die erst vor Kurzem in Mitteleuropa per Schiff eingeführt wurde.
Vorneweg: es gibt keine garantierte Vorsorge gegen jede Mittelmeerkrankheit. Ein Zeckenhalsband, Tropfen und Achtsamkeit sind hilfreich, aber leider keine Garantie, dass Dein Liebling sich nicht doch infizieren kann.
Leishmaniose: gerade in Südeuropa ein Problem und nicht heilbar
Leishmaniose als Mittelmeerkrankheiten bei Hunden ist ein großes Problem, besonders da heutzutage in Ländern wie Frankreich, Spanien und Griechenland die Zahlen der Erkrankten dramatisch ansteigen. So liegt die Zahl in Frankreich bei über 60%, und in Spanien tatsächlich bei rund 70% der Hunde.
Bis heute gibt es leider keine Heilung und auch keine Impfung gegen Leishmaniose. Daher ist die bekannte Sterblichkeitsrate nach Infektion sehr hoch. Auch in Deutschland wird geschätzt, dass rund 20.000 Hunde an einer Leishmaniose leiden. Ob als Tierschutzhund aus Griechenland oder nach einem Urlaub in der Provence, eine Infektion ist nicht von Vornherein auszuschließen.
Die Leishmaniose wird von weiblichen Sandmücken verbreitet, indem sie den Hund stechen, um Blut zu saugen. Im europäischen mediterranen Land übertragen besonders drei Sandmückenarten den Erreger. Besonders in Griechenland, Spanien und Italien ist die Leishmaniose anzutreffen.
Auch wenn die Leishmaniose eine Zoonose ist, kann sie sich auch auf den Menschen übertragen. Im Fall von gesunden Erwachsenen kommt es dabei selten zu einer symptomatischen Erkrankung. Bei jungen Kindern und immungeschwächten Personen besteht jedoch ein erhöhtes Risiko der Ansteckung.
Symptome der Leishmaniose beim Hund
Es gibt auch bei dieser Art der Mittelmeerkrankheiten beim Hund nicht das eine Krankheitsbild. So können beispielsweise Milzvergrößerung, Durchfall, Erbrechen, Lymphknotenvergrößerung und Haarausfall auftreten. Andere Symptome sind Gewichtsverlust, abnormales Krallenwachstum, Schwächeerscheinung und Ekzeme und andere Hautbildveränderungen. Letzteres weist auf eine fortgeschrittene Leishmaniose der Organe hin.
Wie stellt man fest, dass eine Leishmaniose vorliegt?
Wie bei vielen Mittelmeerkrankheiten beim Hund stellt man auch die Leishmaniose über einen Bluttest fest. Sprich dafür einfach Deinen Tierarzt an. Besonders, wenn Du vor Kurzem aus dem Urlaub gekommen bist und es Deinem Hund nicht gut geht.
Behandlung und Therapie
Die Leishmaniose ist nicht heilbar, aber therapierbar. Die Therapie dauert in der Regel ein Hundeleben lang. Dank moderner Medikamente ist sie simpel und erfolgversprechend.
Wenn Du noch etwas mehr über die Leishmaniose erfahren willst, kannst Du das hier tun.
Die Babesiose – das Hundemalaria
Besonders in Frankreich wird die Babesiose gefürchtet. Mit jährlich rund 400.000 Neuerkrankungen ist die Babesiose wohl die rasanteste Mittelmeerkrankheit beim Hund. Sie tritt außerdem auch in Osteuropa, Italien und tropischen Gebieten auf und betrifft in einigen Fällen auch Katzen.
Verschiedene Arten der Zecke, die sich an Deinem Hund festbeißen und Blut saugen, übertragen die Babesiose. Durch den Biss überträgt sich der Blutparasit Babesia Canis an den Hund.
Symptome der Babesiose
Zu den beobachtbaren Symptomen gehören hohes Fieber, damit einhergehende Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust. Außerdem kann es zu einer braunen oder roten Verfärbung des Urins kommen.
Wie findet man raus, ob eine Babesiose vorliegt?
Wie auch die Leishmaniose kann auch die Babesiose durch einen Bluttest festgestellt werden. Solltest Du beispielsweise eine Zecke in der Wohnung finden, oder Dein Hund hat ein oder mehrere der oben genannten Anzeichen, geh mit ihm zum Tierarzt und frage nach einem Bluttest.
Behandlung und Therapie
Eine Babesiose muss mit für Malaria entwickelten Medikamenten behandelt werden, da sie sonst häufig akut und innerhalb weniger Tage tödlich verläuft.
Die Giardiose – schlechte hygienische Zustände stellen ein Risiko dar
Wenn schlechte hygienische Zustände um den Hund herrschen, erhöht dies das Risiko für eine Giardien-Infektion. Denn Giardien sind einzellige Parasiten, die sich durch schlechtes Futter, dreckiges Wasser und Partikel von infizierten Ausscheidungen verbreitet. Aber auch der direkte Kontakt zu einem infizierten Hund ermöglicht eine Infektion Deines Hundes.
Da die Giardiose eine Zoonose ist, ist die Übertragung an den Menschen grundsätzlich möglich.
Symptome der Giardiose
Auch diese Mittelmeerkrankheit beim Hund führt zu Durchfall, Erbrechen und damit einhergehender Schwäche. Besonders bei Jungtieren kommt es oft zu fettigem gelbem oder grünem Durchfall. Weiter kann der abgesetzte Kot auch schleimig und blutig sein. Zusätzlich zeigt ein Hund bei einer Gardiose oft Appetit- und Lustlosigkeit und leichtes Fieber.
Diese Symptome sind nicht absolut, denn es gibt auch die asymptomatische Giardiose. Der Hund zeigt keine Symptome, kann aber andere Tiere anstecken.
Wie stellt man eine Giardiose fest?
Bei Verdacht auf eine Giardiose ist es ratsam, an mehreren Tagen eine Kotprobe zu sammeln. Ein Hund scheidet nämlich nicht jeden Tag Giardien aus, weswegen eine einmalige Kotprobe befundlos bleiben kann, selbst wenn eine Giardiose vorliegt.
Behandlung und Therapie
Nachdem der Arzt eine Giardiose festgestellt hat wird meist eine Therapie mit Medikamenten, die gegen Parasiten wirken, gestartet. Du gibt Deinem Hund die Medikamente in der Regel wenige Tage und wiederholst das idealerweise ein paar Wochen später nach Absprache mit Deinem Tierarzt.
Weiteres zu Mittelmeerkrankheiten beim Hund und Überträgern zusammengefasst
Mit der Mittelmeerkrankheit beim Hund ist nicht zu spaßen – aber meist besteht kein Grund zur Panik
Wie Du gesehen hast gibt es heute für die meisten weit verbreiteten Mittelmeerkrankheiten beim Hund Medikamente oder Therapiemöglichkeiten. Solltest Du also feststellen, dass Dein Hund sich anders verhält, schlapp ist oder Fell verliert gehe bitte zum Tierarzt. Du brauchst keine Angst vor einer Diagnose zu haben, denn eine Diagnose ist der erste Schritt zur Heilung und Hilfe für Deinen geliebten Vierbeiner.
Hast du kleine Kinder im Haus, bietet es sich an, Kinder und Patienten zu trennen, beispielsweise durch Absperrungen wie Gitter oder mobile Wandelemente zwischen den Räumen, da es sich bei einer Großzahl der Krankheiten um auf den Menschen übertragbare Zoonosen handelt.
FAQ: Mittelmeerkrankheit bei Hunden
Besonders in südeuropäischen Ländern und tropischen Gebieten besteht ein hohes Infektionsrisiko. Mallorca, Griechenland, Sizilien, Frankreich und auch Afrika zeigen hohe Infektionsraten.
Unter der Mittelmeerkrankheit versteht man in der Regel eine Gruppe von Krankheiten, deren Ursprung in mediterranen Ländern und ums Mittelmeer herum liegt. Oft werden diese Krankheiten durch Parasiten und Insekten übertragen und durch Tourismus, Tierschutz und Export in Mitteleuropa eingeführt.
Oft machen sich Mittelmeerkrankheiten durch Fieber, Durchfall und Erbrechen, Abgeschlagenheit und Gewichtsverlust bemerkbar. Manche Fälle weisen aber nur einige wenige oder gar keine Symptome auf, weswegen es sich bei jedem Anzeichen von Unwohlsein beim Hund lohnt, den Tierarzt aufzusuchen.
Besonders solche, die sich über Parasiten verbreiten, wie die Giardiose, ist ansteckend und kann noch Wochen nach Kontamination in Erde und Wasser nachgewiesen werden. Viele der Infektionen sind außerdem Zoonosen, was die Übertragung an den Menschen prinzipiell möglich macht.
Solche Infektionen, die über Zecken- oder Mückenstiche übertragen werden, sind in der Regel nicht durch einfachen Kontakt an andere übertragbar, jedoch sollte Kontakt zu Wundwasser, Blut oder Speichel vermieden werden.
Besonders in südeuropäischen Ländern und tropischen Gebieten besteht ein hohes Infektionsrisiko. Mallorca, Griechenland, Sizilien, Frankreich und auch Afrika zeigen hohe Infektionsraten.