Kleintiere mit in den Urlaub – pro und contra

Wer auf Reisen geht, hat sein Haustier am liebsten dabei. Für einige Tiere wie Nager stellt ein Urlaub jedoch eine erhebliche Belastung dar.

Deswegen müssen sich Halter genau überlegen, ob sie ihr Haustier solchen Strapazen aussetzen oder nicht doch lieber eine Betreuung organisieren wollen. Die folgenden Pro- und Contra-Argumente wollen Kleintierbesitzern dabei helfen, die optimale Entscheidung für ihr Haustier zu treffen.

Pro

Es gibt eine ganze Reihe guter Gründe, die dafür sprechen, Kleintiere mit in den Urlaub zu nehmen. Neben einer Kostenersparnis bei „Tiersittern“ zählen hierzu eine zu große Sehnsucht nach dem Tier beziehungsweise nach dem Halter.

Außerdem lassen sich im Urlaub mit Haustieren leicht neue Bekanntschaften schließen.

Keine Notwendigkeit, einen „Tiersitter“ zu engagieren?

Wenn ein Tier während des Urlaubs zu Hause bleibt, muss es versorgt werden. Für Freunde und Familienmitglieder stellt es häufig eine enorme Belastung dar, wenn sie täglich mehrmals nach dem Tier sehen und es füttern müssen. 

Ein professioneller Tiersitter kostet demgegenüber eine Menge Geld. Wer sein Tier mit in den Urlaub nimmt, erspart anderen somit eine Menge Arbeit und sich selbst recht hohe Kosten.

Außerdem ist eine Urlaubsbetreuung immer eine gehörige Umstellung für das Tier. Es muss zu der neuen Bezugsperson zunächst Vertrauen fassen, weswegen schon eine gute Zeit vor dem Urlaub mit Hund mit der Kennenlernphase begonnen werden sollte.

Bei Freunden und Verwandten ist das mit einem Besuch ohne weiteres möglich. Wer einen Tiersitter antrainieren möchte, muss allerdings mit zusätzlichen Kosten rechnen. Das kann die Urlaubskasse nicht unwesentlich belasten.

Daher kann es vonnöten sein, bei der Reise selbst effektiv einzusparen. So muss es beispielsweise nicht immer eine Reise nach Übersee sein. Auch hierzulande gibt es zahlreiche sehenswerte Ziele, die nicht gleich mit horrenden Beträgen zu Buche schlagen. 

Reisen innerhalb Deutschlands eignen sich zudem hervorragend dazu, das eigene Haustier mitzunehmen. Es gibt eine Vielzahl tiergerechter Urlaubsorte und Unterkünfte, die sehr gut mit dem eigenen Auto oder der Bahn zu erreichen sind.

Auf diese Weise ersparen Tierbesitzer ihren Kleintieren lange und meist sehr aufwendige Reisen mit dem Flugzeug. Vor Ort können sie sich dann um ihre Tiere kümmern und eine tolle gemeinsame Zeit verbringen. Hierdurch lassen sich zum Teil hohe Betreuungskosten einsparen.

Aber auch in den Urlaubsregionen selbst gibt es bei Bedarf oftmals ebenfalls Tiersitter, die auf das Haustier aufpassen können.

Keine Sehnsucht nach dem Haustier

Vor allem Kindern fällt es häufig schwer, ihre Haustiere für längere Zeit zurückzulassen. Es gibt aber auch eine Vielzahl an erwachsenen Haltern, die nicht so lange auf ihr Tier verzichten wollen.

Wenn ein Haustier auf Reisen mitgenommen wird, kommt Sehnsucht gar nicht erst auf. Man kann gemeinsam eine gute Zeit verbringen und auch vor Ort die heimischen Rituale beibehalten.

Andersherum kann auch das Tier keine Sehnsucht dem Halter gegenüber empfinden. Diese reagieren häufig nämlich unzufrieden darauf, wenn sie ihre Bezugspersonen nicht täglich oder zumindest regelmäßig sehen. Somit lassen sich Schwierigkeiten während der Abwesenheit vermeiden und nach der Rückkehr muss nicht erst wieder Vertrauen aufgebaut werden.

Leichter neue Bekanntschaften schließen

Ein Haustier im Urlaub ist eine hervorragende Hilfe, wenn es darum geht, neue Bekanntschaften zu schließen. Das gilt insbesondere für Reisen in Länder der EU, bei denen Sprachbarrieren eine Kontaktaufnahme erschweren könnten. 

Man hat direkt ein Gesprächsthema und kann sich über die Besonderheiten im Leben mit einem Tier austauschen. Gerade andere Tierbesitzer wissen es zu schätzen, sich mit jemandem zu unterhalten, der die gleiche Leidenschaft und Liebe für Tiere teilt.

Speziell für Kinder ist es in einem fremden Land oder sogar in einer fremden Region schwierig, Anschluss zu finden. Ein Tier kann ihnen die Kraft und den Mut geben, sich auf das Neue einzulassen.

Sie haben einen festen Bezugspunkt aus der Heimat, auf den sie sich immer verlassen können. Ein solcher sicherer Hafen ist dann ein guter Ausgangspunkt, um sich auf die Urlaubszeit einzulassen und neue Freundschaften zu schließen.

Unvermeidlich bei Tieren, die auf ihre Halter fixiert sind

Urlaub mit Kleintieren

Es kommt vor, dass ein Haustier sehr stark auf einen Halter fixiert ist. In diesem Fall ist es unvermeidlich, dass Tier mit in den Urlaub zu nehmen. Es würde sich nämlich nicht an eine andere Bezugsperson gewöhnen und auch keinem Tiersitter vertrauen.

Entsprechend wäre es für das Tier eine große Qual, alleine zu Hause bleiben zu müssen. In einem solchen Fall ist es wichtig, das Tier dabei zu haben, um ihm größeres Leid zu ersparen.

Es gibt einige Tiere wie Katzen oder Reptilien, die sich nur sehr schwer an eine neue Umgebung gewöhnen. Das ist bei Tieren, die sehr stark auf ihren Halter fixiert sind, in der Regel kein so großes Problem.

Für sie ist es vor allem wichtig, dass ihre Hauptbezugsperson anwesend ist und sie nicht alleine lässt. Entsprechend kommen solche Tiere mit Reisen besser klar und gewöhnen sich auch an der Urlaubsdestination recht gut ein.

Contra

Im Namen des Tierwohls kann es durchaus angeraten sein, Kleintiere nicht mit in den Urlaub zu nehmen. Immerhin stellt jede Reise für ein Haustier eine körperliche und seelische Belastung dar.

Außerdem sind die Reisenden so bei der Auswahl ihrer Unterkunft eingeschränkt, müssen sehr viel Equipment mitnehmen und sehr viel Bürokratie meistern.

Eine Reise ist für ein Kleintier eine Stresssituation

Urlaub mit Kleintieren

Ein Hauptargument gegen eine Reise mit Kleintieren ist, dass ein solcher Urlaub für das Haustier eine extreme Stresssituation darstellt. Es wird sehr lange Zeit in einer Transportbox aufbewahrt und muss eine Autofahrt oder sogar eine Flugreise über sich ergehen lassen.

In einigen Fällen können die Tiere nicht mit ins Flugzeug mitgenommen werden, sondern müssen im Frachtraum transportiert werden. Das stellt eine zusätzliche Stresssituation da.

Um dem Haustier diese Belastungen zu ersparen und oder im schlimmsten Fall seine Lebenserwartung zu verkürzen, ist es besser, es zu Hause zu lassen.

Das gilt umso mehr, wenn es auch eine andere Bezugsperson wie einen Freund oder einen Verwandten hat, der sich um es kümmern kann. In diesem Fall ist es im Namen des Tierwohls besser, die Kleintiere zu Hause zu lassen.

Eingeschränkte Auswahl bei der Unterkunft

Es gibt eine Vielzahl von Hotels und Unterkünften, die keine Tiere bei sich erlauben. Andere haben sich auf Reisen mit Hunden spezialisiert, wollen aber keinesfalls Kleintiere wie Hamster, Mäuse, Meerschweinchen oder Ratten bei sich haben.

Das bedeutet, dass Reisende bei der Auswahl Ihrer Unterkunft eingeschränkt sind. Sie müssen sich auf die Hotels beschränken, die mit Haustieren kein Problem haben. Entsprechend ist der Aufwand bei der Urlaubsplanung deutlich höher.

Hinzu kommt, dass die Unterkunft so gewählt werden muss, das mit dem Tier gegebenenfalls ein Tierarzt schnell erreicht werden kann, wenn es einmal Krankheitssymptome aufweist.

Zudem sollten eine Zoohandlung oder ein Geschäft für Tiernahrung in unmittelbarer Nähe der Unterkunft vorhanden sein. Auch hierdurch ist das Angebot an möglichen Unterkünften stark begrenzt.

Es wird eine Menge Equipment benötigt

Wer mit einem Tier auf Reisen geht, braucht eine Menge Equipment. So reicht es beispielsweise bei Meerschweinchen nicht, diese einfach in eine Pappschachtel zu tun und mitzunehmen.

Diese würden die Tiere nach kurzer Zeit durchgebissen haben oder sie wäre aufgrund von nassen Streu sehr schnell durchgeweicht. Entsprechend werden artgerechte Transportmittel benötigt, die Geld kosten.

Aber auch in Sachen Verpflegung muss häufig sehr viel aus der Heimat mitgenommen werden. Denn je nach Zieldestination kann Tiernahrung vor Ort sehr teuer oder gar nicht zu bekommen sein.

Das gilt insbesondere dann, wenn das Tier bei der Ernährung spezielle Vorlieben hat oder aus gesundheitlichen Gründen bestimmte Lebensmittel benötigt.

Entsprechend haben Reisende deutlich weniger Platz für ihre eigenen Utensilien, da der Stauraum im Auto oder bei den anderen Transportmitteln für das Tierequipment benötigt wird.

Reisen mit Tieren sind mit sehr viel Bürokratie verbunden

Reisen mit Tieren sind häufig mit einem hohen Bürokratieaufwand verbunden, da es viele Regelungen zu beachten gibt. So verlangen einige Länder beispielsweise, dass das Tier einen eigenen Pass hat oder gegen bestimmte Dinge geimpft ist.

Somit müssen sich Halter sehr gut vorbereiten, um alle erforderlichen Voraussetzungen für das Reisen mit Tieren zu erfüllen. Das gilt insbesondere dann, wenn die Reise in eine weit entfernte Destination erfolgen soll, wo deutlich andere Regelungen gelten als im Heimatland.

Vor Ort selbst müssen Halter ebenfalls ein großes Organisationstalent beweisen. So ist es wichtig, die Rituale von zu Hause auch im Urlaub beizubehalten, damit der Rhythmus des Tieres nicht durcheinanderkommt.

Das bedeutet zum Beispiel, dass die Urlauber früh aufstehen müssen, um das Tier zu füttern und mit ihm zu spielen. Auch eine Reinigung des Käfigs oder des Terrariums muss in regelmäßigen Abständen erfolgen.

Abends ist es nicht ohne weiteres möglich, auszugehen und lange draußen zu bleiben, da das Tier gefüttert werden muss. Folglich müssen Ausflüge und Besichtigungen gut geplant werden, um das Haustier nicht zu vernachlässigen.

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