Hauskatze

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Größe:
35 cm
Gewicht:
3 – 8 kg
Herkunft:
Syrische Wüste
Farbe:
Alle Farben und Variationen möglich
Lebensdauer:
16 – 18 Jahre
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Aktivität
Haaren
Miauen
Wohnungseignung
Anfälligkeit für Krankheiten
Verspieltheit
Zutraulichkeit
Intelligenz
Kinderfreundlich
Hundefreundlich

Rassebeschreibung

Eine Katze, die sich in deiner Wohnung wohlfühlt: Umgangssprachlich werden alle Katzen, die keine Freigänger sind, als Hauskatzen bezeichnet. Tatsächlich handelt es sich bei Hauskatzen aber um eine Art eigene Katzenrasse. Hauskatzen sind sogar lieber im Freien als in der Wohnung unterwegs ist.

Hauskatzen sind die Haustierversion der Wildkatzen. Zu dieser Katzenrasse gehören alle Miezen, die keiner durch gezielte Züchtung entstandenen Katzenrasse angehören. Genauer gesagt handelt es sich bei den „Hauskatzen“ also nicht um Rassekatzen, sondern um alle Katzen, die eben keiner Rasse angehören.

Rassekatzen zeichnen sich nämlich dadurch aus, dass sie bestimmte äußere Bestimmungen erfüllen. Diese müssen sie sogar erfüllen, um einer genauen Rasse zugeordnet werden zu dürfen. In der Zucht wird genaues Augenmerk auf Größe, Gewicht, Fellfarbe und -länge sowie vieles mehr gelegt, damit die Katzen der gewünschten Katzenrasse zugeordnet werden dürfen. Wodurch sich Ragdoll, Siamkatze oder Main Coon auszeichnen, haben spezielle Zuchtverbände genau festgelegt. Anders sieht es bei der Hauskatze aus.

Die Wildkatze darf so aussehen und sich so verhalten, wie sie möchte. Bei Fellfarbe und -länge sowie Körpergröße und -gewicht weisen die Hauskatzen deshalb eine große Vielfalt auf. Zwar lassen sich ein paar Durchschnittswerte feststellen, insgesamt lässt sich eine Hauskatze aber nicht auf ein samtweiches schwarzes Fell oder ihre Länge von 40 cm festnageln, wie das bei Rassekatzen der Fall ist. Auch der Charakter einer Hauskatze bleibt eine Überraschung. Ruhig, verspielt, energisch, verschmust oder auch wild und ungestüm: Das Wesen der Hauskatze ist abhängig von ihrer Abstammung, ihrer Herkunft und ihrer Erziehung.

Herkunft und Rassegeschichte

Wildkatzen wurden zu Haustieren: So begann die Geschichte aller Rassekatzen und Zuchten. Dass die Katze zum Haustier des Menschen wurde, geschah aber nicht – wie irrtümlicherweise angenommen wird – in Ägypten, sondern am nördlichen Rand der Syrischen Wüste. Dieses Gebiet, der sogenannte „Fruchtbare Halbmond“, erstreckt sich über den heutigen Irak, Libanon, Syrien, Israel, Palästina und Jordanien.

Auf Grabmälern, die ab dem 3. Jahrtausend vor Christus entstanden sind, finden sich hier Zeichnungen, die das friedliche Zusammenleben von Katzen und Menschen darstellen. Die Katzen tragen auf den Darstellungen ein Halsband. Diese Tatsache zeigt, dass die wilden Tiere von den Menschen gezähmt wurden. Damals dienten die Katzen jedoch vor allem zur Mäusejagd. Im alten Ägypten hingegen wurden sie als heilige Tiere verehrt.

Eindeutige Darstellungen von Wildkatzen als Hauskatzen finden sich dann im alten Griechenland und im Römischen Reich. In Griechenland hatte man jedoch noch Angst vor den Tieren. Besonders schwarze Katzen fürchteten die alten Griechen. Der Aberglaube, schwarze Katzen würden Unglück bringen, war schon 500 vor Christus bei den Babyloniern verbreitet gewesen. Im alten Rom wurden die Tiere erstmals als richtige Haustiere gehalten. In Asien hingegen galten sie zur selben Zeit als Statussymbol der glücklichen Reichen sowie als wichtiger Bestandteil bei religiösen Zeremonien.

Den Ruf als liebenswerte Zeitgenossen verloren die Katzen wieder im Mittelalter. Hier galten sie als Freunde von Hexen, Geistern und Dämonen. Vom 10. Bis 16. Jahrhundert wurden die Katzen auf Grund ihres Fells weltweit gejagt. Die gefleckten Wildkatzenfelle galten damals als kostbare Ware.

Erst zur Zeit der Industrialisierung wurden die Katzen von Nutztieren zu richtigen Heim- und Haustieren. Dieser Rollenwechsel war der Beginn der Katzenzucht. Mittlerweile gibt es mehr als 30 anerkannte Katzenrassen. Trotzdem haben sich die Tiere ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit bewahrt. Besonders in Australien und Neuseeland gibt es noch viele wilde Katzen, die keinen Bezug zu den Menschen haben. Vielen Hauskatzen merkt man an, dass sie eigentlich wilde Tiere mit einem Jagdinstinkt sind.

Aussehen der Hauskatze

Da Hauskatzen keine strengen Rassestandards erfüllen müssen, weisen sie kein einheitliches Erscheinungsbild auf. Im Durchschnitt sind die Wohnungskatzen jedoch mittelgroß und eine Kurzhaarkatze. Ihr Gewicht variiert von 3 bis 8 kg.

Auch Fell- und Augenfarbe lässt sich bei den Hauskatzen nicht verallgemeinern. Hier sind bei Wohnungskatzen alle Farbvariationen und verschiedenen Musterungen möglich. Besonders häufig trifft man jedoch Hauskatzen mit braun-grau getigertem Fell an. Ihr Äußeres erinnert an das Erscheinungsbild der Wildkatzen. Zudem haben viele Wohnungskatzen ein schwarz-weiß oder weiß-schwarz gemustertes Fell oder ein rötlich getigertes Fell.

Am ehesten lässt sich das Aussehen der Hauskatze mit dem der Europäischen Kurzhaar (EKH) vergleichen. Der Unterschied zwischen den beiden Katzenarten ist, dass das Erscheinungsbild der Europäischen Kurzhaar genau definiert ist, da es sich um eine anerkannte Katzenrasse handelt. Die EKH ist groß und muskulös. Wie die meisten Hauskatzen besitzt sie ein kurzes, aber sehr dichtes Fell.

Charakter und Wesen

Zahm und verschmust oder wild und eigenwillig: Welche Charakterzüge eine Hauskatze mitbringt, davon muss man sich überraschen lassen. Ihr Wesen steht und fällt mit ihrer persönlichen Entwicklung und Herkunft. Bei Katzen sind besonders die ersten 2 bis 8 Wochen prägend für ihr Leben und ihren Charakter.

Ist deine Hauskatze beispielsweise mit ihrer menschenscheuen Mutter in einer verlassenen Streune aufgewachsen? Dann wird es ihr sehr schwerfallen, ihre Angst und Schüchternheit abzulegen. Wächst deine Wohnungskatze als Kitten zweier wilder Streuner auf, hast du sicher große Schwierigkeiten, sie an die Regeln in deinem Haus zu gewöhnen. Andererseits kann deine Hauskatze auch eine sehr enge Bindung zu dir aufbauen, wenn sie auf Menschen geprägt und an diese gewöhnt ist.

Eins haben alle Hauskatzen jedoch gemein. In ihrem Herzen sind sie Jäger. Sie lieben es zu toben, zu spielen und besonders vor einem Mauseloch auszuharren.

Haltung und Ernährung

Anfangs solltest du auf jeden Fall entscheiden, ob du die Hauskatze in der Wohnung oder als Freigänger halten möchtest. Lässt du der Katze ihren Freiraum kann sie besser ihren Bedürfnissen nachgehen und vor allem ihren Jagdtrieb stillen. Andererseits ist sie den Gefahren der Straße ausgesetzt. Auch wenn du die Katze in der Wohnung hältst, solltest du ihr auf jeden Fall die Möglichkeit bieten, sich ausreichend bewegen zu können. Ein großer Garten oder Balkon können für die Katze zum Spielparadies sein.

Informiere dich im Voraus umfangreich über Katzenhaltung und Erziehung im Allgemeinen. Da die Katzen häufig entweder sehr scheu oder sehr wild sind, solltest du wissen, wie du sie gut an die neue Umgebung und die neuen Regeln gewöhnst.

Außerdem freut sich jede Hauskatze über ausreichend Spielzeug und gemeinsame Spieleinheiten. Je nach Energie der Katze kannst du entweder Aktivitäts-Spielzeug für den Garten oder Intelligenz fordernde Spiele kaufen. Bei einer gemeinsamen Spielestunde kannst du deiner neuen Katze auch hervorragend näherkommen.

Beim Futter solltest du, wie auch bei jeder Rassenkatze, auf eine hohe Qualität und gehaltsvolle Inhaltsstoffe achten. Für welches Futter du dich entscheidest, hängt jedoch ganz von deiner Katze ab. Auf dem Markt findest du spezielles Nass- und Trockenfutter für Freigänger und welches für Wohnungskatzen. Außerdem gibt es die Möglichkeit, dass du das Futter selbst zubereitest.

Erziehung und Pflege

Manche Hauskatzen können ziemlich frech und eigenwillig sein. Sie lassen sich aber nicht wie ein Hund in eine spezielle Trainingsschule stecken. An die Regeln des Hauses musst du deine Katze selbst gewöhnen. Wichtige Punkte sind, der Hauskatze zu vermitteln, wo sie ihr Geschäft verrichten darf, welche Zonen tabu sind und warum sie sich nicht durch deine Sachen wühlen und kratzen sollte.

Mit kleinen Belohnungen, netten Worten und viel Geduld ist die Erziehung der Hauskatze gar nicht so schwer. Stell dich einfach darauf ein, dass es – gerade bei einer sehr scheuen Katze – etwas Zeit bedarf, bis sich das Tier bei dir Zuhause eingewöhnt hat und wohlfühlt.

Hauskatzen sollte man nicht zu etwas drängen. Zeig Verständnis, wenn die Mieze es sich nicht von Tag eins an auf deinem Schoß gemütlich macht. Die Wohnungskatze muss erst Vertrauen zu dir aufbauen, dann steht einer innigen Bindung nichts mehr im Wege.

Eine besondere Pflege benötigt eine Hauskatze im Normalfall nicht. Wichtig ist, dass du das Katzenfell regelmäßig bürstest. Je nach Länge kann das Fell der Hauskatzen auch häufiger gekämmt werden. Die Prozedur des Bürstens genießen die meisten Katzen sowieso.

Gesundheit und typische Krankheiten

Da es sich bei der Hauskatze um keine Rassekatze handelt, gibt es so etwas wie rassetypische Krankheiten nicht. Natürlich können auch die Hauskatzen an Erbkrankheiten leiden. Wie gut die Gesundheit deiner Wohnungskatze ist, hängt also von ihrer Abstammung ab.

Lebenserwartung der Hauskatze

Im Durchschnitt werden die Hauskatzen zwischen 16 und 18 Jahren alt. Natürlich hängt das Alter im Einzelfall von Gesundheitszustand, Lebensumständen, Veranlagungen und Ernährung ab. Faktoren wie Übergewicht oder zu wenig Bewegung wirken sich negativ auf die Gesundheit aus. Die ausreichende geistige Förderung verlängert die Lebensdauer der Hauskatzen.

Katzenrasse Hauskatze kaufen

Eine Hauskatze zu kaufen, unterscheidet sich vom Kauf einer Rassekatze, da man letztere meist beim Züchter erwirbt. Da Wohnungskatzen nicht gezüchtet sind, gibt es beim Katzenverband keinen registrierten Züchter, bei dem man Hauskatzen kaufen kann.

Auf Grund dessen sollte man beim Kauf auf jeden Fall auf eine seriöse Vermittlung achten. Eine Hauskatze kann man entweder im Tierheim oder von einer Privatperson kaufen. Im Tierheim kann man Katzen bereits ab einem Preis von 120 Euro erwerben.

Bevor man eine Hauskatze kauft, sollte man sich sicher sein, dass diese nachweislich gesund ist. Hat die Katze einen Impfpass? Wurde sie entwurmt? In welcher Verfassung ist die Katzenmutter und aus welchen Lebensverhältnissen kommt die Hauskatze? Das sind alles Fragen, die man den Vermittlern stellen sollte.

Entscheidungshilfe

Hauskatzen sind wie eine Überraschungsbox. Enttäuscht wird man aber sicher nicht. Denn egal ob zahm oder wild, ob schüchtern oder lebendig: Die Hauskatzen sind neugierige Tiere, die sich darauf freuen, ihr neues Zuhause kennenzulernen. Die eine braucht dafür ein bisschen mehr Eingewöhnungszeit als die andere.

Bevor du dich entscheidest, eine Hauskatze zu kaufen, solltest du dir dessen jedoch bewusst sein. Deiner neuen Katze können keine konkreten Wesenszüge zugewiesen werden und so musst du sie selbst kennenlernen. Sei dir auch bewusst, dass sich die Erziehung einer Hauskatze, je nach Herkunft, etwas schwieriger als bei einer Rassenkatze gestalten könnte.

Dafür sind die Hauskatzen sehr vielfältig und das macht sie so besonders. Sie lassen sich eben nicht auf bestimmte äußerliche Merkmale und Wesenszüge reduzieren. Wer eine einzigartige und gleichzeitig natürliche Katze sucht, die noch sehr viele Ähnlichkeiten zu einer echten Wildkatze aufweist, trifft mit dem Kauf einer Hauskatze die richtige Wahl.

Quellen:

https://www.royal-canin.de/stories/hauskatze/
https://de.wikipedia.org/wiki/Hauskatze
https://www.zooroyal.de/magazin/katzen/katzenrassen/hauskatze/
https://www.familie-und-tipps.de/Familienleben/Haustiere/Tierheim/

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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