Sibirische Waldkatze

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Größe:
35 cm
Gewicht:
4 – 7 kg
Herkunft:
Russland, Ukraine
Farbe:
Mehrfarbig, Schwarz, Grau, Braun, Rot, Weiß, Creme
Lebensdauer:
12 – 15 Jahre
Geeignet als:
FCI Gruppen:
Aktivität
Haaren
Miauen
Gesundheit
Kinderfreundlich
Hundefreundlich

Rassebeschreibung

Die Sibirische Waldkatze ist eine kräftige Halblanghaarkatze. Sie zählt zu den ältesten Hauskatzenrassen überhaupt. Markant für eine Sibirische Waldkatze ist das lange, üppige Fell.

Herkunft und Rassegeschichte

Der Name ist nicht von ungefähr: Tatsächlich hat die Sibirische Waldkatze ihren Ursprung in Russland und in der Ukraine. Allerdings war sie bis zum Ende der 80er Jahre außerhalb Russlands kaum bekannt. Erst im Laufe der 90er Jahre fanden im Westen immer mehr Leute gefallen an der Sibirischen Waldkatze, und sie etablierte sich als beliebte Zuchtkatze. Die World Cat Federation erkannte 1992 die Sibirische Waldkatze als eine offizielle Rasse an.

In den großflächigen Gebieten Nordrusslands soll sie heute noch als Hauskatze verbreitet sein. Dort ist sie unter dem Namen „Sibirskaja Koschka“ bekannt, was schlicht Sibirische Katze bedeutet, aber im eigentlichen Sinn besteht darin nur eine Sammelbezeichnung für Katzen mit üppigem und langem Fell. Die Afrikanische Wildkatze oder Falbkatze sind als Vorfahren bekannt, denn so wie alle Hauskatzen stammt auch die Sibirische Hauskatze von ihnen ab. Bis ins 19. Jahrhundert galten langhaarige Katzen als Seltenheit. Demnach fielen sie vor allem Reisenden und Händlern ins Auge. 1884 wurden erstmals die Tiere in einer Ausgabe von „Brehms Tierleben“ beschrieben, danach tauchten sie immer wieder in europäischen Publikationen auf.

Heute wird die Sibirische Waldkatze weltweit gezüchtet. Allerdings wurde ihr Name in Sibirische Katze geändert, um sie besser von der Norwegischen Waldkatze zu unterscheiden. Jedoch ist sie unter beiden Namen bekannt.

Aussehen der Sibirischen Waldkatze

Die Sibirische Waldkatze ist für ihr langes, wasserabweisendes und robustes Deckhaar, sowie für ihr dichtes Unterfell bekannt. Dies hat sie vor allem in ihrer Heimat benötigt, um sich dort der kalten Witterung anzupassen. Hierbei helfen auch die sogenannten „Schneeschuhe“: Damit sind kleine Fellbüschel zwischen den Ballen gemeint, die der Katze das Laufen durch den Schnee erleichtern sollen.

Es besteht eine Ähnlichkeit zur Maine Coon oder Norwegischen Waldkatze, demnach wird sie auch gerne mal verwechselt. Sie ist allerdings kleiner als die Maine Coon, und vor allem langbeiniger als die Norwegische Waldkatze.

Ihren Ursprung kann die Sibirische Waldkatze nicht leugnen: Ihr im Winter doppellagiges Fell ist wasserabweisend, und hält das Tier mit einer dichten Unterwolle immer warm. Das Unterfell verliert die Katze jedoch im Sommer. Daher ist es auch deutlich kürzer und leichter.

Laut der Dachorganisation TICA darf die Sibirische Waldkatze alle traditionalen Farben tragen. Das sehen allerdings die meisten Zuchtorganisationen anders. Diese schließen nämlich die Farben Cinnamon, Fawn, Chocolate und Lilac aus. Diese Fachbegriffe bezeichnen rötliche und bräunliche Fellfarben, sowie deren Verdünnungen, also eine abgeschwächte Variante der eigentlichen Farbe.

Charakter und Wesen

Ein freundliches und liebevolles Wesen steht für die Sibirische Hauskatze. Sie ist ein sehr soziales Tier, welches sich immer gerne in Gesellschaft befindet. Daher wäre es ratsam, wenn Du sie mit einer weiteren Katze zusammenhalten würdest. Auch anderen Tieren gegenüber besteht kein Problem. Die Sibirische Waldkatze kann zwar problemlos als Hauskatze gehalten werden, benötigt aber aufgrund ihres Bewegungsdrangs ausreichend Möglichkeiten zum Klettern und Spielen.

Sie sind überaus neugierig und wollen am liebsten alles in ihrer Nähe erkunden. Die Tiere gelten als abenteuerlustig und intelligent, haben aber auch ihren eigenen Kopf. Daher ist eine gute Erziehung das A und O.

Haltung und Ernährung

Wie bereits erwähnt ist es kein Problem, wenn die Sibirische Waldkatze als Hauskatze gehalten wird. Du solltest aber unbedingt darauf achten, dass sie immer genug Platz zum Spielen hat, da sie ein sehr lebendiges Wesen besitzt. Sie eignet sich optimal als Hauskatze, wobei genügend Freigang wichtig ist. Durch ihren großen Bewegungsdrang würde sie sich in der Wohnung auf Dauer nicht austoben können.

Wenn es um das Thema Ernährung geht, gehen die Meinungen auseinander. Die einen glauben, dass nur Spezialfutter den Katzen alle benötigten Vitamine und Nährstoffe liefern könnte, die anderen sind fest von Rohfütterung überzeugt, da dies ja am natürlichsten sei. Aber was ist nun wirklich das Beste für Dein Haustier? Leider gibt es dafür keine allgemeingültige Aussage. Denn jedes Tier hat eigene Bedürfnisse, und verträgt zudem auch nicht alles. Das kennen wir ja selber aus unserer Ernährung. Wenn man die Diskussion um das beste Futter weiterführen möchte, könnte man an die Wahl der Marke denken, den enthaltenden Fleischgehalt sowie die Höhe des Preises. Denn wir wissen alle, teuer ist nicht immer gleich gut.

Es ist also wirklich nicht einfach, sich eine eigene Meinung zu bilden, wenn man von so vielen Ansichten beeinflusst wird. Denn im Prinzip möchte jeder dasselbe, und zwar dem geliebten Haustier das Bestmögliche zu bieten.

Ein Rat wäre, einfach zu schauen was Deine Katze am besten verträgt. Das Wichtige ist hierbei: Achte auf Abwechslung und vermeide reine Trockenfütterung!

Grundsätzlich kannst Du noch folgendes beachten: Katzen sollten etwa viermal am Tag gefüttert werden, bei kleineren Katzen auch gerne öfter. Stark riechendes Nassfutter solltest du entsorgen, wenn es nach 30 Minuten nicht gefressen wurde, einzelne Fleischstücke können aber etwas länger liegengelassen werden. Du solltest Deine Katze so früh wie möglich und so spät wie möglich füttern, dazwischen mittags und in der Abenddämmerung eine Mahlzeit. Um für Abwechslung zu sorgen, solltest Du immer darauf achten, dass Fleisch- und Dosenfutter nicht zu mischen.

Erziehung und Pflege

Durch ihren unkomplizierten Charakter, ist die Erziehung an sich kein Problem. Sibirische Katzen sind allerdings immer neugierig und wollen alles in ihrer Umgebung erkunden. Demnach ist eine konsequente Erziehung enorm wichtig.

Wirft man einen Blick auf das Fell, so kann man denken, dass die Pflege besonders aufwendig und zeitintensiv ist. Dem ist aber nicht so! Denn glücklicherweise schafft es die Sibirische Waldkatze weitgehend selbstständig, dass eigene Fell sauber zu halten. Lediglich in Zeiten des Fellwechsels sollte es gebürstet werden. Wenn Du Deine Katze früh genug an dieses „Ritual“ gewöhnst, genießt sie es sogar als kleine Streicheleinheit!

Die Ernährung der Katze ist nicht besonders schwierig oder aufwendig. Herkömmliches Katzenfutter ist demnach die richtige Wahl, damit machst Du nichts falsch. Ein Vorteil: Aufgrund ihres starken Bewegungsdrangs hat sie einen hohen Energiebedarf und neigt daher kaum zu Übergewicht.

Gesundheit und typische Krankheiten

Das lange Fell der Sibirischen Waldkatze kann leicht verknoten, deswegen ist regelmäßiges bürsten sehr wichtig. Vor allem solltest Du das in der Phase des Fellwechsels beachten. In den Augen kann sich ein Sekret ablagern, welches Du immer entfernen solltest. Andernfalls kann dies zu Entzündungen führen.

Die Sibirische Katze ist eine recht robuste Rassekatze, und neigt demnach kaum zu Krankheiten. Die Gesundheit Deines Tieres kannst du ganz leicht am Fell erkennen. Glänzt es, ist die Katze gesund. Findest Du jedoch kahlen Stellen vor, oder bemerkst das sie generell struppiges, glanzloses Fell hat, ist eventuell ein Gang zum Tierarzt nötig.

Zudem sind Appetitlosigkeit oder Fieber ein Anzeichen auf eine mögliche Krankheit.

Lebenserwartung der Sibirischen Waldkatze

Leider kann man die Lebenserwartung nicht pauschal verallgemeinern. Es kommt natürlich auf die Lebensumstände und die Gesundheit des Tieres an. Ist Deine Katze jedoch völlig gesund, kann sie 12 bis 15 Jahre alt werden. Wächst Deine Katze gut auf, hat keine Erbkrankheiten und wird gesund ernährt, kannst Du Dich auf eine lange Zeit mit Deinem Haustier freuen. Falls Du feststellst, dass es Deiner Katze nicht gut geht, indem sie sich auffällig verhält oder Essen verweigert, ist ein Besuch beim Arzt immer hilfreich. Dieser kann eventuelle Krankheiten früh genug erkennen und dem entgegenwirken. Hierbei gilt: Lieber zu oft als zu wenig.

Katzenrasse Sibirische Waldkatze kaufen

Der Kauf einer Sibirischen Waldkatze sollte im Idealfall bei einem verantwortungsvollen, vertrauenswürdigen Züchter erfolgen, welcher Wert auf eine gesunde Züchtung legt. Eine Besichtigung beim Züchter wäre empfehlenswert, da Du Dir so einen ersten Einblick über die Lebensumstände der Tiere machen kannst. Dort können die Tiere in Ruhe angeschaut werden, und Du kannst bereits eine Verbindung zu Deinem zukünftigen Haustier aufbauen.

Allerdings musst Du nicht unbedingt beim Züchter nach einer geeigneten Katze Ausschau halten. Sowohl das Tierheim, als auch Not-Initiativen bieten die Möglichkeit, den Tieren ein schönes Zuhause zu ermöglichen. Falls Du Dich für eine Katze aus dem Tierheim entscheidest, solltest Du vor allem viel Geduld haben. Tiere landen aus den unterschiedlichsten Gründen dort, und können eventuell eine schlechte Vorgeschichte haben. Daher ist eine verständnisvolle Handhabung besonders wichtig. Hier hast Du die Chance einem Tier ein gemütliches, schönes Zuhause zu bieten.

Entscheidungshilfe

Die Sibirische Wildkatze gilt als liebevolles, soziales Haustier. Sie verfügt über ein ausgeprägtes Sozialverhalten, weshalb sie eigentlich nicht in Einzelhaltung leben sollte. Sie ist optimal für die Menschen geeignet, die sich gerne und ausgiebig mit ihrem Haustier beschäftigen. Sibirische Waldkatzen gelten als sehr menschenbezogen, und passen daher ideal in eine Familie. Ein Tierarztbesuch ist nur selten nötig, da sie sehr robust sind und zudem kaum zu Krankheiten neigen. Dennoch kann Dein Tierarzt eventuelle Erbkrankheiten früh genug erkennen. Deswegen solltest Du ihm auch regelmäßige Besuche abstatten.

Quellen:

https://www.zooroyal.de/magazin/katzen/katzenrassen/sibirische-katze/
https://www.zooplus.de/magazin/katze/katzenrassen/sibirische-katze
https://www.markt.de/ratgeber/katzen/sibirische-katze/

Maren Kappel

Expertin für Hunde & Katzen

Maren trifft man immer nur im Vierer-Pack an: Mit ihrem süßen Mini-Leoparden "Sahara" und ihren zwei verspielten Hunden "Mars" und "Jupiter" joggt Maren gerne durch die Stadtwälder Freiburgs. Hier kann die leidenschaftliche Tiernärrin prima den Kopf freibekommen und Ideen für neue Blog-Artikel sammeln.

Seit zehn Jahren schreibt Maren schon über das Leben mit Hunden und Katzen. Auf die Idee, zu bloggen, kam sie durch ihren Freundeskreis. Dort ist sie nämlich als Tierexpertin oder auch "Miezen-Maren" bekannt.

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