Interessante Tipps für eine artgerechte Kaninchenhaltung

Die Kaninchen Haltung ist nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit sehr verbreitet. Tatsächlich sind Kaninchen nach Hunden und Katzen die beliebtesten Haustiere.

Die Haltungsform ist dabei ständigen Änderungen unterworfen. Während die Kaninchen Haltung lange Zeit vor allem zur Fleischproduktion im Freien stattfand, wird inzwischen die Kaninchen Haltung in der Wohnung immer populärer.

Die Geschichte der Kaninchen Haltung

Kaninchenhaltung

Früh als Fleischlieferanten geschätzt

Die heutigen Stall-, Haus- und Zwergkaninchen stammen vom europäischen Wildkaninchen ab, dessen ursprüngliches Verbreitungsgebiet die iberische Halbinsel umfasst.

Bereits vor der Zeitenwende war das Kaninchen nicht nur als Wildtier bekannt, sondern es existieren auch Belege dafür, dass sich Kaninchen in einer Haltung in menschlichem Umfeld befanden.

In den im 1. Jahrhundert vor Christus erschienen Werken des römischen Universalgelehrten Marcus Terentius Varro wird von der beeindruckenden Fruchtbarkeit der Kaninchen berichtet.

Er beschreibt die Kaninchen Haltung in großen ummauerten Gehegen und die gezielte Mast in kleineren Ställen. Damals war es in Spanien auch üblich, ungeboren Kanincheföten oder frische Jungtiere zu verspeisen.

Diese Praxis wurde bald von den Mönchen in Klöstern übernommen, für die der unausgereifte Kaninchennachwuchs auch während der Fastenzeit nicht verboten war.

Dies und die unkomplizierte Haltung in Kaninchengärten sowie eine schnelle Vermehrungsrate trug entscheidend zur Verbreitung der Kaninchen Haltung über die spanischen Grenzen hinaus bei.

In den Klöstern Südfrankreichs und anderer europäischer Länder wurde die Zucht vorangetrieben, sodass bereits im 16. Jahrhundert verschiedene Zuchtformen und Farbschläge bekannt waren.

Seit 550 nach Christus lässt sich ein Übergang von der großräumigen Gehegehaltung zur Kaninchen Haltung in Ställen oder Käfigen nachvollziehen.

Auf diese Weise waren gezielte Zuchtbemühungen möglich und die Farb- und Formenvielfalt der Kaninchen wuchs.

Frühe Kaninchen Haltung auch bei uns

Seit 1149 sind Kaninchen auch in Deutschland urkundlich erwähnt. Als unkomplizierte Fleischlieferanten wurden sie hier im Mittelalter und bis in 18. Jahrhundert hinein in eigens angelegten Kaninchengärten gehalten oder auf Inseln ausgesetzt, auf denen sie sich ungehemmt vermehren sollten.

Auch wurden sogenannte „Kuhkaninchen“ freilaufend in den Ställen zwischen großem Vieh gehalten.

Die Kaninchenjagd gewann in dieser Zeit in Deutschland viele Liebhaber unter den Jägern und bis heute gelten Kaninchen in Deutschland als jagdbares Wild.

Erst gegen Ende des 19 Jahrhunderts setzte sich auch in Deutschland zunehmend die Haltung in Kleinställen durch, welche weniger Platz erforderte.

Dies war insbesondere in den Zeiten der Industrialisierung ein Segen für arme Familien, welche auch in beengten Verhältnissen die Selbstversorgung mit Kaninchenfleisch umsetzen konnten.

In diesen Verhältnissen entwickelte sich schließlich die zielführende Rassezucht, aus der bis heute etwa 100 Rassen und Farbvarianten hervorgingen, welche nur 300 Gramm oder wie die Deutsche Riesenschecke bis zu 10 Kilo wiegen können.

Kaninchen Haltung heute

Es dauerte noch einige Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis mit der gestiegenen Lebensquailtät das Interesse an den knopfäugigen Fellknäuls als reines Liebhabertier hierzulande ebenfalls zum Thema wurde.

Kaninchen zu halten wurde immer populärer, galten sie doch insbesondere als ideales Haustier für Kinder. Die inzwischen in der Zucht und Fleischproduktion gängige Stallhaltung wurde für die Kaninchen Haltung in der Wohnung als Vorbild herangezogen, sodass viele Kaninchen in viel zu kleinen Käfigen ihr Dasein fristen mussten.

Auch heute noch ändert sich das Bild vom anspruchslosen Langohr zum geselligen Lebewesen mit Bedürfnissen erst langsam.

Doch inzwischen sind viele Liebhaber, welche Kaninchen halten dazu übergegangen, den flauschigen Springern ähnlich wie am Beginn ihrer Karriere in Menschenhand wieder mehr Platz und artgerechte Gesellschaft einzuräumen.

Vergesellschaftung und Gruppenkonstellation

Kaninchenhaltung

Falsche Vorstellung vom Einzelgänger

Kaninchen sind Gruppentiere, die auch in der Wildnis niemals allein anzutreffen sind. Die Einzelhaltung ist daher nicht als artgerecht anzusehen.

Bleibt das Zwergkaninchen in der Haltung allein, entwickelt es nicht selten Auffälligkeiten wie bissiges oder extrem anhängliches Verhalten gegenüber dem Menschen oder stereotype Verhaltensmuster wie beständiges Nagen an Gitterstäben.

Auch für sehr zutrauliche, menschbezogene Tiere ist der Mensch kein gleichwertiger Ersatz für einen artgleichen Partner, welcher dem Kaninchen 24 Stunden am Tag Gesellschaft leisten kann.

Entgegen der gängigen Vorstellung ist auch ein Meerschweinchen in der Zwergkaninchen Haltung kein passender Partner. Beide Tierarten zeichnen sich durch verschiedene Kommunikationswege und Bedürfnisse aus.

Nur wenn diese erfüllt werden, ist eine gemeinschaftliche Haltung von mehreren Meerschweinchen und Kaninchen denkbar, wobei beide Tierarten nur für sie zugängliche Rückzugsorte zur Verfügung haben sollten.

Gemeinsam statt einsam

Der beste Partner für ein Kaninchen ist und bleibt ein anderes Kaninchen. So können sie ihre arttypischen Verhaltensweisen jederzeit miteinander ausleben.

Die beste und harmonischste Konstellation für die paarweise Kaninchen Haltung besteht aus einem gegengeschlechtlichen Pärchen, wobei mindestens das Männchen kastriert sein sollte, um unerwünschten Nachwuchs zu vermeiden.

Häufig funktioniert auch eine Zwergkaninchen Haltung von zwei frühkastrierten Männchen ohne größere Probleme. Werden die Männchen erst nach der Geschlechtsreife kastriert, steigt jedoch das Risiko für spätere Auseinandersetzungen.

Das größte Risiko für Unverträglichkeiten birgt die Kaninchen Haltung von zwei Weibchen. Nur in Ausnahmefällen geht das ein Kaninchenleben lang gut. Häufig kommt es früher oder später zum Streit.

Mitunter bringt auch hier die Kastration Abhilfe, also die vollständige Entfernung der Geschlechtsorgane und damit ein Unterbinden der Hormonproduktion.

Eine reine Sterilisation, bei der die Eileiter abgebunden werden, führt nicht zum erwünschten Erfolg. Wer mehrere Kaninchen halten will, sollte entsprechend mehr Platz zur Verfügung haben, damit sich die Tiere im Streitfall aus dem Weg gehen können.

Generell gilt, dass einneues Kaninchen nicht einfach in ein fremdes Kaninchenrevier gesetzt werden sollte. Da Kaninchen sehr territorial sind, kann es sonst zu verletzungsreichen Auseinandersetzungen kommen.

Für die erfolgreiche Zusammenführung sich unbekannter Kaninchen sollten einige Regeln wie ein neutraler Boden und die Schaffung vieler Rückzugsmöglichkeiten beachtet werden.

Die artgerechte Unterbringung

Viel Platz als Basis

Auch wenn man es im Garten der Großeltern vielleicht noch anders kennengelernt hat, so ist eine Stallhaltung oder die permanente Kaninchen Haltung in einem kleinen Käfig nicht artgerecht.

Die ständige Unterbringung sollte dem Kaninchen die Möglichkeit bieten, auch ein paar Sprünge machen oder Haken schlagen zu können. Es sollte sich aufrichten und nach Belieben die Position ändern dürfen.

In artgerechter Paar- oder Gruppenhaltung ist zudem der Fakt nicht zu vernachlässigen, dass sich die Wohnpartner bei einem Streit aus dem Weg gehen können müssen, damit es nicht zu ernsthaften Verletzungen kommt.

Viele Liebhaber verzichten trotzdem nicht auf einen Kaninchenkäfig als Rückzugsort und Basis des Reviers, lassen diesen aber ständig offen. Auch eine Umzäunung für einen festen aber begrenzten Freilauf ist denkbar.

Nicht wenige Kaninchenhalter greifen auch einfach zum Werkzeug und bauen sich selbst ein Gehege, welches ganz auf die individuellen Möglichkeiten vor Ort zugeschnitten ist.

Mitunter erhalten die Kaninchen einen eigenen Raum, der nach ihren Bedürfnissen abgesichert und eingerichtet ist. Wer die Möglichkeit hat, kann für die Zwergkaninchen Haltung auch ein festes Freigehege im Garten etablieren.

Grundsätzlich gilt: Um ein Kaninchen artgerecht zu halten, sollten etwa 2 Quadratmeter Grundfläche pro Tier zur ständigen Verfügung stehen. Zusätzlicher Freilauf ist jedoch auch in einem Gehege dieser Größe Pflicht.

Zubehör sorgt für Abwechslung

Anders als manch einer vermutet, sind Kaninchen sehr reinliche Tiere. In der Natur nutzen sie feste Stellen, um sich zu lösen, welche gleichzeitig als Reviermarkierung dienen.

Dieses Verhalten kann man sich bei der Zwergkaninchen Haltung zunutze machen, indem man ihnen eine geeignete Kaninchentoilette spendiert. So muss das Gehege seltener komplett gereinigt werden.

Stattdessen kann man mit einer regelmäßigen Säuberung der Toilette für Hygiene sorgen. Ob Wasser im standfesten Napf oder in einer Nippeltränke angeboten werden sollte, daran scheiden sich die Geister.

Während das Wasser in der Wasserflasche weniger verschmutzt, erlaubt ein Wassernapf am Boden eine natürliche Trinkhaltung.

Kaninchen reagieren gemeinhin neugierig auf neue Einrichtungsgegenstände, sodass die Zwergkaninchen Haltung durch Abwechslung mit unterschiedlichen Spielzeugen und Beschäftigungsmöglichkeiten aufgewertet werden kann.

Von mit Futter befüllten Weidenbällen, über Tunnel bis hin zu Weidenbrücken und Intelligenzspielzeug gibt es zahlreiche Möglichkeiten das Kaninchen zu beschäftigen.

Dabei lohnt sich oftmals auch ein Blick in die Katzenabteilung. Sehr viel Abwechslung bringt auch eine artgerechte Fütterung mit Gräsern und Kräutern von draußen und verschiedenen Zweigen zum Beknabbern.

Diese können zum Beispiel so angebracht werden, dass das Kaninchen sich strecken muss, um diese zu erreichen.

Freilauf schafft neue Anreize in der Zwergkaninchen Haltung

Auch bei der Kaninchen Haltung in der Wohnung ist regelmäßiger Freilauf zu empfehlen, damit sich die Tiere angemessen auslasten können.

Selbst das größte Gehege ist irgendwann erkundet und erlaubt nur einen eingeschränkten Bewegungsradius, in dem Sprints und Haken schlagen nur bedingt möglich sind.

Damit sich die Kaninchen bei ihren Erkundungstouren in der Wohnung nicht verletzten, solltest Du darauf achten, dass Du potenzielle Gefahrenzonen wie Kabel oder giftige Pflanzen absicherst. Idealerweise solltest Du beim Freilauf immer ein Auge auf deine Tiere haben, damit nichts passiert.

Wenn Deine Wohnungskaninchen behutsam daran gewöhnt werden, kannst du sie zum Freilauf auch in den Garten bringen. Idealerweise lernen sie dafür die Transportbox in ihrem Gehege als ständig verfügbaren Rückzugsort kennen.

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