Die Olde English Bulldogge oder kurz OEB ist eine Hunderasse, die in den 1970er Jahren in den Vereinigten Staaten gezüchtet wurde, um die ursprüngliche englische Rasse wiederherzustellen. Diese ursprüngliche Rasse hatte im Laufe der Jahre durch Züchtungen zur Verbesserung bestimmter Eigenschaften ihre athletischen Fähigkeiten und ihre Gesundheit verloren. Die OEB wurde gezielt so gezüchtet, dass sie wieder ähnlich wie die ursprüngliche Züchtung aussieht und auch ähnliche Eigenschaften hat.
Aussehen, Größe und Gewicht der OEB
Die Olde English Bulldogge ist ein mittelgroßer, kräftiger und muskulöser Hund. Trotz ihres massigen Erscheinungsbildes sollte sie ausgewogen gebaut, beweglich und nicht übergewichtig sein. Rüden sind meist größer und schwerer als Hündinnen.
- Rüden: etwa 43 bis 51 cm Schulterhöhe und 27 bis 36 kg
- Hündinnen: etwa 41 bis 48 cm Schulterhöhe und 23 bis 32 kg
Nach dem Standard des United Kennel Club sind folgende Fellfarben und Zeichnungen erlaubt:
- Gestromt, etwa rot-, falb-, braun- oder grau-gestromt
- Weiß, Falb, Rot oder Schwarz
- Einfarbig oder mit weißen Abzeichen
Ausgeschlossen sind nach diesem Standard Albinismus, Blau sowie Schwarz mit lohfarbenen, mahagonifarbenen oder rostfarbenen Abzeichen. Solche Farben entsprechen nicht dem angestrebten Erscheinungsbild der Rasse. Einige ungewöhnliche Farbschläge können zudem mit genetisch bedingten Gesundheitsrisiken verbunden sein.
Vorsicht bei angeblich „seltenen“ Farben: Werden besondere Farbschläge als exklusiv beworben und gegen einen hohen Aufpreis verkauft, ist Skepsis angebracht. Die Farbe allein beweist zwar keine unseriöse Zucht. Verantwortungsvolle Züchter stellen jedoch Gesundheit, Wesen und einen funktionalen Körperbau über modische Farben und können die Abstammung sowie die Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere nachvollziehbar belegen.
Eine Rasse mit Geschichte
Die Olde English Bulldogge ist eng mit dem Wandel des Bulldog-Typs verbunden. Ihr heutiges Erscheinungsbild steht für den Versuch, Kraft, Beweglichkeit und ein ausgeglichenes Wesen miteinander zu verbinden. Um ihre besonderen Merkmale besser zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Entwicklung der Rasse.
Die Wiederherstellung der Rasse
Die OEB wurde in den 1970er Jahren von David Leavitt gezüchtet, der sich das Ziel gesetzt hatte, die ursprüngliche Bulldogge wiederherzustellen. Er verwendete Rassen wie die American Bulldog, American Pitbull Terrier die English Bulldog und die Bullmastiff, um eine Hunderasse zu erschaffen, die wieder ähnlich wie die ursprüngliche Bulldogge aussah und auch ähnliche Eigenschaften hatte.
Die OEB ist eine mittelgroße bis große Rasse mit einem kräftigen und muskulösen Körperbau. Sie hat einen breiten Kopf mit einer kurzen, gedrungenen Schnauze und einem starken Kiefer. Ihre Ohren können verschieden geformt sein und sind meistens kleiner als bei der modernen English Bulldogge. Möglich sind diese drei Formen: Rosenohren sind nach hinten gefaltet und geben einen Teil des Ohrinneren frei, Knopfohren kippen nach vorn und bedecken die Öffnung, während Tulpenohren halb aufgerichtet sind und mit der Spitze leicht nach vorn oder außen zeigen.
Das Fell des Olde Englisch Bulldog ist kurz, glatt und dicht und kommt in verschiedenen Farben vor, darunter Rot, Braun, Schwarz, Weiß und Brindle (Streifenmuster). Die Hunde haben eine lange Rute, die meistens hoch getragen wird.
Im Allgemeinen ist die OEB ein muskulöser und kräftiger Hund mit einem kurzen, glatten Fell und einem breiten, kurzen Kopf. Sie ist eine sehr robuste und ausdauernde Rasse, die für ihre Stärke und ihren Mut bekannt ist.
Gesünder als die Englische Bulldogge?
Bereits Anfang der 1970er-Jahre kritisierte der amerikanische Züchter David Leavitt die Entwicklung der Englischen Bulldogge. Durch die starke Ausrichtung auf ein massiges Erscheinungsbild, einen sehr kurzen Fang und einen großen Kopf hatten sich nach seiner Einschätzung unter anderem Atem- und Fortpflanzungsprobleme verstärkt. Im Jahr 1971 begann er deshalb mit einem neuen Zuchtprogramm. Sein Ziel war ein Hund, der an den kräftigen Bulldog-Typ früherer Jahrhunderte erinnerte, zugleich aber beweglicher, belastbarer und weniger stark von körperlichen Übertreibungen geprägt war.
Kritikpunkte bei der Englischen Bulldogge
Die gesundheitliche Kritik an der Englischen Bulldogge besteht bis heute. Eine große britische Untersuchung kam 2022 zu dem Ergebnis, dass Englische Bulldoggen deutlich häufiger gesundheitliche Störungen aufweisen als Hunde anderer Rassen. Besonders viele dieser Erkrankungen hängen mit extremen Körpermerkmalen zusammen. Dazu zählen unter anderem Atemwegsprobleme, Hautfaltenentzündungen und Augenerkrankungen.
Bei der Olde English Bulldogge sollten ein längerer Fang, offene Nasenlöcher, weniger ausgeprägte Falten und ein athletischerer Körperbau die Atmung, Beweglichkeit und natürliche Fortpflanzungsfähigkeit verbessern. Der heutige UKC-Rassestandard verlangt ausdrücklich einen ausgewogenen Hund, der sich agil bewegen kann, ohne durch seine Atmung eingeschränkt zu sein.
Ist die OEB gesünder?
Damit kann eine moderat gebaute Olde English Bulldogge funktionaler sein als eine extrem kurzköpfige Englische Bulldogge. Eine Garantie für Gesundheit ist die neue Zuchtrichtung jedoch nicht. Auch die Olde English Bulldogge bleibt in der Regel kurzköpfig und kann daher weiterhin von typischen Folgen der Brachyzephalie betroffen sein. Dazu gehören verengte Atemwege, eine geringe Hitzetoleranz, Augen- und Hautprobleme sowie Schwierigkeiten bei Belastung oder Fortpflanzung.
Wie groß die tatsächliche gesundheitliche Verbesserung ist, hängt stark von der jeweiligen Zuchtlinie und vom Körperbau des einzelnen Hundes ab. Umfassende wissenschaftliche Studien, die die Gesundheit der Olde English Bulldogge direkt mit der Englischen Bulldogge vergleichen, liegen bislang kaum vor. Interessenten sollten deshalb nicht allein auf die Rassebezeichnung vertrauen, sondern besonders auf eine ausreichend lange Schnauze, weit geöffnete Nasenlöcher, freie Atmung, gute Beweglichkeit und nachweislich untersuchte Elterntiere achten.
Es sollte Welpenkäufern aber bewusst sein, dass kurz gezüchtete Schnauzen, selbst wenn auf Gesundheit mehr geachtet wird, immer eine Einschränkung und ein Gesundheitsrisiko im Vergleich zu langschnäuzigen Rassen bedeuten.
Ist die Olde English Bulldogge ein Listenhund?
Die Olde English Bulldogge ist bislang nicht von der FCI beziehungsweise dem VDH als eigenständige Rasse anerkannt. Andere Verbände, darunter der United Kennel Club, führen jedoch einen Rassestandard.
Die Olde English Bulldogge ist in Deutschland nicht bundesweit einheitlich eingestuft. Da sie von FCI und VDH nicht als eigenständige Rasse anerkannt wird und in ihren Zuchtlinien gelistete Rassen vorkommen können, kann die rechtliche Einordnung je nach Bundesland, Abstammung und Erscheinungsbild unterschiedlich ausfallen. Interessenten sollten sich vor Kauf oder Einfuhr schriftlich bei der zuständigen Behörde erkundigen.
Die Persönlichkeit der Olde English Bulldogge
Die OEB ist bekannt dafür, eine freundliche und treue Rasse zu sein. OEBs sind ihrer Familie sehr zugetan und genießen es, Zeit mit ihr zu verbringen. Sie sind auch sehr intelligent und lernen schnell, was sie zu einer beliebten Wahl als Familienhund macht.
Allerdings haben sie auch eine starke Persönlichkeit und sind manchmal stur, weshalb sie eine konsequente Erziehung benötigen. Sie möchten gerne im Mittelpunkt stehen und können manchmal anhänglich werden. Hier sollte man konsequente, aber liebevolle Grenzen von Anfang an umsetzen, um keine unerwünschte Dynamik wie beispielsweise zu aufdringliches oder forderndes Verhalten zu bestärken.
Spiele und Beschäftigung
Die Olde English Bulldogge ist eine Rasse, die gerne spielt und sich beschäftigt fühlt. Es gibt viele Aktivitäten und Spiele, die man gut mit ihr unternehmen kann:
- Spielen im Freien: Die Olde English Bulldogge ist eine Rasse, die gerne im Freien spielt und sich bewegt. Neben geistiger Beschäftigung braucht sie auch ausreichend körperliche Bewegung.
- Zerrspiele: Die Olde English Bulldogge liebt Zerrspiele und stellt ihre Kraft gerne zur Schau. Mit einem robusten Spielzeug, an dem sie mit den Zähnen zerren und ziehen kann, ist sie glücklich.
- Verstecken und Suchen: Die Olde English Bulldogge ist gut in Nasenarbeit und genießt es, nach Dingen zu suchen. Man kann ihr beibringen, Gegenstände zu suchen, indem man sie versteckt und sie dann suchen lässt.
Die Pflege der Olde English Bulldogge
Fell- und Ohrenpflege
Die Olde English Bulldogge hat ein kurzes, glattes Fell, das relativ einfach zu pflegen ist. Es sollte trotzdem regelmäßig gebürstet werden, um abgestorbenes Haar zu entfernen, und man sollte auch darauf achten, dass die Ohren sauber und trocken bleiben, um Ohrenentzündungen zu verhindern.
Wie stark haart die OEB?
Die Olde English Bulldogge haart mäßig, wobei der Fellwechsel im Frühjahr und Herbst meist etwas stärker ausfällt.
Bewegungsbedarf
Die OEB benötigt ausreichend Bewegung, lässt sich aber auch in einer Wohnung halten, solange sie täglich spazieren gehen kann. Umfang und Intensität sollten an Alter, Körperbau, Kondition, Gelenkgesundheit und Außentemperatur angepasst werden. Beachten sollet man hier auch, dass kurzschnäuzige Hunde mit der Hitzeregulation Probleme haben und die Bewegung im Sommer auf die kühleren Tageszeiten verlegt werden sollte.
Die Gesundheit der Olde English Bulldogge
Die Olde English Bulldogge gilt als funktionaler gezüchtet als die Englische Bulldogge, ist jedoch nicht frei von rassetypischen Gesundheitsrisiken. Besonders wichtig sind eine moderate Kopfform, freie Atmung, ein gesundes Gewicht und sorgfältig untersuchte Elterntiere.
Zu den möglichen gesundheitlichen Problemen zählen:
- Atemwegsprobleme durch die verkürzte Schnauze, insbesondere BOAS
- geringe Belastbarkeit und Überhitzungsgefahr bei warmem Wetter
- Hüft- und Ellbogendysplasie
- Patellaluxation und Kreuzbandverletzungen
- Hautentzündungen, Allergien und Probleme in Hautfalten
- Augenprobleme wie Cherry Eye oder Entropium
- Wirbelsäulen-, Ruten- und Gelenkfehlbildungen
- Übergewicht und daraus entstehende Folgeerkrankungen
Wie gesund ein Hund tatsächlich ist, hängt stark von seiner Zuchtlinie und seinem individuellen Körperbau ab. Seriöse Züchter sollten die Elterntiere auf relevante Erbkrankheiten untersuchen lassen und keine Hunde mit auffälliger Atmung oder extremen Körpermerkmalen zur Zucht einsetzen.
Olde English Bulldog mit Kindern oder Katzen halten?
Eine gut sozialisierte Olde English Bulldogge kann freundlich, anhänglich und geduldig mit Kindern umgehen. Wegen ihrer Kraft und ihres oft stürmischen Spiels sollten Begegnungen mit kleinen Kindern jedoch immer beaufsichtigt werden. Kinder müssen außerdem lernen, den Hund beim Fressen, Schlafen und Ruhen nicht zu bedrängen.
Zusammenleben mit Katzen
Auch ein Zusammenleben mit Katzen ist möglich, besonders wenn der Hund früh an sie gewöhnt wird. Entscheidend sind der individuelle Jagdtrieb, eine langsame Zusammenführung und sichere Rückzugsorte für die Katze. Bei erwachsenen Hunden ohne Katzenerfahrung lässt sich die Verträglichkeit nicht pauschal vorhersagen.
Fazit: Für wen eignet sich die Olde English Bulldogge?
Die Olde English Bulldogge ist ein kräftiger, menschenbezogener Hund, der bei guter Erziehung und früher Sozialisation zu einem zuverlässigen Familienbegleiter werden kann. Sie braucht klare Regeln, ausreichend Bewegung und Halter, die mit ihrer körperlichen Stärke verantwortungsvoll umgehen.
Obwohl sie funktionaler gezüchtet wurde als die Englische Bulldogge, können weiterhin Atemwegs-, Gelenk- und Hautprobleme auftreten. Besonders wichtig sind deshalb ein moderater Körperbau, nachweislich untersuchte Elterntiere und eine seriöse Zucht. Vor der Anschaffung sollte außerdem die rechtliche Einstufung am eigenen Wohnort geklärt werden.
Wer einen ruhigen, konsequenten Umgang pflegt und Gesundheit wichtiger findet als ein möglichst massiges Erscheinungsbild oder seltene Farben, kann in der Olde English Bulldogge einen loyalen und alltagstauglichen Begleiter finden.
Olde English Bulldogge – FAQ
Olde English Bulldoggen sind intelligente Hunde und lernen schnell, aber sie haben auch eine starke Persönlichkeit und können manchmal stur sein, weshalb sie eine konsequente Erziehung benötigen. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen und die Zeit und Mühe in die Erziehung des Hundes zu investieren, kann eine Olde English Bulldogge auch ohne viel Hundeerfahrung halten.
Olde English Bulldoggen sind intelligente Hunde und lernen schnell, aber sie haben auch eine starke Persönlichkeit und können manchmal stur sein, weshalb sie eine konsequente Erziehung benötigen. Wer bereit ist, sich darauf einzulassen und die Zeit und Mühe in die Erziehung des Hundes zu investieren, kann eine Olde English Bulldogge auch ohne viel Hundeerfahrung halten.
Die Olde English Bulldogge ist eine kräftige und muskulöse Rasse, die für ihre Stärke und ihren Mut bekannt ist. Sie wurde ursprünglich als Arbeitshund gezüchtet und war bekannt für ihre Ausdauer und ihre Fähigkeit, schwere Lasten zu ziehen. Ihre Kraft kann sie beim Spazierengehen zu einer besonderen Herausforderung machen.
Die Olde English Bulldogge braucht täglich Bewegung und geistige Beschäftigung. Mehrere Spaziergänge, Suchspiele und kontrolliertes Training sind gut geeignet. Bei Hitze und starker körperlicher Belastung ist wegen der verkürzten Schnauze Vorsicht geboten.
Die Lebenserwartung liegt meist bei etwa 9 bis 12 Jahren. Eine verantwortungsvolle Zucht, ein gesundes Gewicht, ausreichend Bewegung und regelmäßige tierärztliche Kontrollen können die Gesundheit positiv beeinflussen.
Mit langsamem Training kann sie einige Stunden allein bleiben. Da die Rasse meist stark auf ihre Bezugspersonen fixiert ist, sollte sie jedoch nicht regelmäßig einen ganzen Arbeitstag ohne Gesellschaft verbringen.
Die rechtliche Einstufung ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Je nach Bundesland, Abstammung und Erscheinungsbild kann die Olde English Bulldogge als Kreuzung einer gelisteten Rasse gelten. Vor dem Kauf sollte deshalb die zuständige Behörde befragt werden.
Die Olde English Bulldogge ist meist größer, athletischer und weniger extrem kurzköpfig als die Englische Bulldogge. Sie wurde mit dem Ziel gezüchtet, beweglicher und belastbarer zu sein. Dennoch können weiterhin typische gesundheitliche Probleme kurzköpfiger Hunde auftreten.
Quellen
- Rasseinfo beim Olde Bulldoge Club
- Übersicht beim Club for Olde Bulldogs e. V.
- Verwaltungsgericht Potsdam Beschluss VG 3L 76/13
