Papagei als Haustier

Den Papagei gibt es in allen Farben, Formen und Größen. Der kleinste Papagei ist der Spechtpapagei und ist nur 8 cm groß, der größte Papagei ist der Hyazinth-Ara mit einer Größe von ca. einem Meter.
Zu den Papageienvögeln zählen vor allem Papageien, Loris, Kakadus und Sittiche. Mit mehr als 350 verschiedenen Arten stellen die Vögel eine eigene Ordnung im Vogelreich dar, die Psittaciformes.
Die meisten Papageien stammen jedoch heutzutage aus Nachzuchten, da die Bestände bedroht sind.
Papageien haben von allen Haustieren die höchste Lebenserwartung. Wenn Papageien richtig gehalten werden, können sie über 100 Jahre alt werden. Ein Fehler den Menschen oft machen ist, sich einen Papagei anzuschaffen, weil er schön aussieht oder die Sprachfähigkeit besitzt.
Doch die Haltung der gefiederten Lebewesen erweist sich doch oft als sehr kompliziert und anstrengend. Papageien sind sehr sensible Vögel.

Was du vor dem Kauf beachten solltest

Wenn du dir einen Papagei als Haustier anschaffen willst, erwarten dich viel Jahrzehnte voller Verantwortung. Dir sollte auch vorher bewusst sein, dass du mindestens zwei der gefiederten Lebewesen anschaffen solltest.
Papageien sind oftmals sehr eigenwillig und dickköpfig und nicht immer nur die lieben verspielten Vögel. Außerdem brauchen sie eine Menge an Platz, um sich austoben zu können. Obst und Gemüse muss mit viel Mühe geschnitten werden und Essensreste müssen aus und vor dem Käfig entfernt werden. Papageien verursachen gerne Schmutz und richten damit ein großes Chaos an. Für Langschläfer können Papageien nervend wirken da sie gerne am frühen Morgen ein Pfeifkonzert veranstalten. Auch das TV-Programm begleiten sie gerne mit pfeifen.
Wenn du dir diese Sachen vor der Anschaffung vor Augen führst und all das für dich kein Problem ist, erwartet dich mit dem Papagei ein treuer Begleiter. Der Papagei weiß deine Gegenwart zu schätzen und bereichert dein Leben in jeglicher Hinsicht.

Merkmale

Von anderen Vögeln sind die Papageien leicht zu unterscheiden. Das auffälligste für Laien ist wohl das bunte Gefieder und die gut ausgeprägte Sprachfähigkeit. Von Experten werden Papageien jedoch durch andere Merkmale unterschieden.

Das markanteste Merkmal ist wohl der sehr kräftig gekrümmte Schnabel. Er sorgt für eine sehr große Beißkraft, da er mit einem Gelenk mit dem Vorderkopf verbunden ist.
Der Schnabel dient dem Papageien in vielen Dingen. Beim klettern dient er als „dritte Hand“. Außerdem hilft er bei der Gefiederpflege, beim Aushöhlen von Nistlöchern oder beim Knacken von Nüssen.

Papagei

Papagei

Ein weiteres auffälliges Merkmal ist die sehr bewegliche Zunge, mit der der Papagei die Beschaffenheit der Nahrung ertastet.
Arten, die ihr Futter vom Boden fressen, nutzen ihre Füße um zum Beispiel Samentragende Gräser runter zu drücken.
Das Gefieder unterscheidet Papageien auch von anderen Vogelarten, sie haben wenig aber dafür sehr viel kräftigere Federn.

Lebensraum in der Natur

Die Papageien sind in sehr unterschiedlichen Lebensräumen zu Hause. – vom tropischen Regenwald bis hin zur antarktischen Klimazone, von Küstenregionen bis zu hohen Gebirgen oder abgelegenen Inseln.
Die meisten Papageienarten leben jedoch in tropischen Regenwäldern. Arten die eher in trockenen Gebieten leben, halten sich oft in der Nähe von Flüssen auf.
Auf dem Amerikanischen Kontinent wohnen die Papageien von Mexiko bis Chile. Die meisten Arten leben in den Amazonas-Regenwäldern.
In Asien leben die Papageien von Indien bis Süd-China. Ein sehr großer Teil lebt auf dem Afrikanischen Kontinent, südlich der Sahara. Auch auf den Südseeinseln, in Australien oder Indonesien sind die Papageien zu Hause.
Die Arten sind meist sehr auf die Gebiete spezialisiert, in denen sie Leben. Es gibt aber auch Arten, die sich sehr leicht an neue Umwelten gewöhnen und dort überleben können.
Amazonen und Alexandersittiche, die freigelassen wurden oder aus Gefangenschaft entkommen konnten, haben sich mittlerweile auch in amerikanischen und europäischen Großstädten angesiedelt.

Papageienarten

Der Papagei gehört zu der Gattung der Psittaciformes (Handfüßler). Die gefiederten Tiere lassen sich in zwei Kategorien unterteilen.

  • Kakadus
  • Papageien

Die Kakadus besitzen eine aufstellbare Federhaube. Sie besitzen aber nicht die sogenannte Dyck-Struktur der Federäste, an der sich das einfallende Licht bricht. Die eigentlichen Papageien besitzen diese Federhaube nicht. Beide Arten haben jedoch die aufrechte Körperhaltung und den Kräftigen Schnabel gemeinsam. Außerdem besitzt der Kakadu wie auch der Papagei einen Kletterfuß, bei dem zwei Krallen nach vorne zeigen und zwei Krallen nach hinten.

Gruppenhaltung oder Einzelhaltung?

Papageien sind sehr gesellige Tiere. Deshalb leben sie in der freien Natur oft in großen Verbänden zusammen. Dies solltest Du bei der Haltung berücksichtigen. Empfohlen wird, dass ein Papagei in Menschlicher Haltung ein oder zwei Artgenossen an der Seite hat. Wenn die Vögel alleine sind neigen sie dazu zu vereinsamen. Oft werden sie dann Krank oder zeigen Verhaltensstörungen. Die Einzelhaltung von Papageien ist laut dem bundeseinheitliche Tierschutzgesetz seit 2005 verboten.
Es dürfen allerding nur Arten unter einem Dach zusammenleben, die dieselben Bedürfnisse und Ansprüche teilen und miteinander harmonieren. Besonders beliebte Papageien sind die Graupapageien. Die Graupapageien gelten als sehr intelligent und sprachbegabt. Einen enormen Verlust für Graupapageien stellt der Tod eines Partners oder Bezugsperson dar. Häufig tritt dann das Rupfen als Folge auf.

Graupapagei

Graupapagei

Papageienkäfig und Haltung in der Voliere

Die erste Aufgabe ist es, einen geeigneten Platz für die Voliere zu finden. Der Papageienkäfig sollte eine Höhe von mindestens 80 cm haben. Der Käfig sollte möglichst an einem hellen, ruhigen und zugluftfreien Platz aufgestellt werden. Rundkäfige, deren Durchmesser weniger als 2 Meter beträgt, sind verboten.
Eine Papageien-Voliere kann nie groß genug sein. Die Papageienart Aras benötigen zum Beispiel eine Grundfläche von mindestens 4 x 2 x 2 m. Hier muss zusätzlich noch ein Schutzraum geboten werden, in den die Vögel sich zurückziehen können. In Räumen ist allgemein dafür zu sorgen, dass ausreichend Tageslicht einfällt. Die Beleuchtungsdauer hängt von der Papageienart und den Bedürfnissen der Tiere ab. In der Regel beträgt die Beleuchtungsdauer 8 bis 14 Stunden. Für die gefiederten Tiere hat der Tag – Nacht – Rhythmus einen hohen Stellenwert. Das gleiche gilt auch für die richtige Raumtemperatur. In dem Käfig des Papageis sollten ausreichend Sitzstangen in Form von echten Baumzweigen enthalten sein, die regelmäßig gewechselt werden müssen. Für den Bodenbelag ist ein spezieller Papageiensand zu empfehlen. Der Papageiensand kann mit Rindenmulch und Holzspänen kombiniert werden.

Die Pflege

Da Papageien es mögen, hin und wieder mal ein kleines Bad zu nehmen, solltest du dafür sorgen, dass immer ein kleines Becken mit frischem Wasser vorhanden ist. Nach einer Kurzen Eingewöhnung, kannst Du deine Vögel regelmäßig frei im Zimmer fliegen lassen, achte aber darauf, dass alle Türen und Fenster geschlossen sind. Es kommt häufig vor, dass die Krallen der Vögel schneller nachwachsen als sie abgenutzt werden, dann solltest du zum Tierarzt gehen oder sie selber stutzen. Ein häufiger Grund für die schnell wachsenden Krallen ist eine Überfütterung mit diversen Nährstoffen.

Die Ernährung

Ein täglich unterschiedliches und frisches Futter ist sehr wichtig für die Ernährung der Papageien. Die gefiederten Tiere haben einen sehr hohen Vitaminbedarf. Daher solltest Du deinen Papageien immer frische Obst- und Gemüsesorten zum Beispiel entkernte Äpfel, Bananen oder Maiskolben geben. Achte darauf, dass diese unbehandelt und nicht gespritzt sind. Wenn Dein Papagei unter einer Nierenkrankheit leidet, solltest du an ihn keine Orangen, Mandarinen, Grapefruits und Clementinen verfüttern. Als sehr giftig für deinen geliebten Federfreund gelten vor allem unreife Holunderbeeren, Apfel- und Kirschkerne wie auch Avocados. In deinem Zoohandel findest du außerdem das passende Papageien-Futter für deinen Papagei.

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