Grauer Nymphensittich / © 123 RF tobkatrina

Grauer Nymphensittich / © 123 RF tobkatrina

Größe:                                    28 – 32 cm

Gewicht:                                80 – 120 g

Farben:

Von Natur aus Grau mit weißen Flügeldecken

und mit orangefarbenen Wangenflecken

Züchtungen in verschiedenen Farbschlägen wie:

  • Weißköpfe
  • Albinos
  • Geperlte
  • Lutinos
  • Perlschecken
  • Schecken
  • Zimtfarbene

Herkunftsland:                       Australien

Lebensdauer:                         15 – 20 Jahre

Lateinischer Name:               Nymphicus Hollandicus

Gehörend zur Familie der:    Kakadu

 

Käfig

Nymphensittiche benötigen viel Platz. Sie klettern gerne und wollen die Flügel ausstrecken, ohne anzuecken. Letztendlich bedeutet es, je größer der Käfig für die gefiederten Freunde ist, umso besser ist es für die Tiere. Die Mindestanforderung für ein Pärchen liegt bei 200 cm Breite, 100 cm Tiefe und 100 cm Höhe. Werden zwei Paar gehalten, so sollte die Grundfläche des Käfigs oder der Voliere um mindestens 50 Prozent größer sein. Bei dem Käfigkauf sollte keinesfalls gespart werden. Ein absolutes No Go ist ein runder Käfig. Nymphys benötigen eckige Käfige, um auch einmal ein ruhiges Eckchen für sich zu haben oder sich kopfüber hängen zu lassen. Es hat sich bereits herausgestellt, dass die Tiere in einem runden Käfig an Nervosität und psychischen Erkrankungen leiden. Ein Käfig für Nymphensittiche sollte breiter als hoch sein. Sie bevorzugen es,

  • sich auf dem Käfigboden aufzuhalten
  • sich im Sand Körnchen herauszupicken
Grauer Nymphensittich / © 123 RF Ameng Wu

Grauer Nymphensittich / © 123 RF Ameng Wu

Die Käfige, die im Einzelhandel als Großsittichkäfige angepriesen werden, sind bei Weitem nicht ausreichend für die Haltung der Flugkünstler. Diese Großsittichkäfige dienen nur als Futterplatz oder Schlafplatz. Wer einen kranken Vogel zuhause hat, kann einen solchen Käfig auch vorübergehend als Krankendomizil verwenden. Damit sich die Nymphensittiche einigermaßen wohlfühlen können, bietet sich die Marke Eigenbau an. So kann ein ausreichend großer Käfig beziehungsweise eine Voliere errichtet werden. Zu beachten ist außerdem, dass der Nymphensittich-Käfig mit folgendem Gitter versehen ist:

  • an mindestens zwei Seiten mit waagerechten Stäben versehen
  • Gitterabstände sollten unter 2 cm liegen
  • Käfiggitter darf nicht lackiert, verzinkt und anderweitig behandelt oder ummantelt sein

Nymphensittiche sind vortreffliche Kletterer. Deshalb sollten unbedingt waagerechte Gitterstäbe vorhanden sein, damit die gefiederten Freunde ihrer Leidenschaft nachgehen können. Bei den Gitterstäben ist darauf zu achten, dass die Abstände so klein gehalten werden, dass die Nymphys ihren Kopf nicht durchstecken können. Schlimmstenfalls bleiben sie stecken. Nicht auszudenken was passiert, wenn Sie gerade nicht daheim sind und helfen können. Bei den Käfigen, die im Handel erhältlich sind, liegt der Gitterabstand meistens bei 1,2 bis 1,5 cm. Bauen Sie selber einen Käfig, so achten Sie auf die Abstände. Ganz wichtig ist der Punkt, dass das Käfiggitter unbehandelt sein sollte. Es darf also weder lackiert noch verzinkt oder auf eine andere Art und Weise behandelt oder ummantelt sein. Die Gefiederten knabbern für ihr Leben gerne. Schnell kann es zu Vergiftungen kommen, wenn derartige Gitterstäbe angebracht sind. Auch die Innenausstattung ist wichtig. Nymphys benötigen:

  • Schaukeln
  • Sitzbretter
  • Naturäste mit verschiedenen Durchmessern

Ebenfalls wie bei Wellensittichen ist es bei Nymphensittichen so, dass unbedingt Plastikstangen ausgetauscht werden sollten. Natürliche Zweige, die verschiedene Durchmesser zu bieten haben, sind empfehlenswert. So werden die Füße nicht einseitig belastet. Wie bereits erwähnt, knabbern Nymphensittiche sehr gerne. Giftiges Gehölz hat in der Voliere nichts zu suchen.

Nymphensittich / © 123 RF farinosa

Nymphensittich / © 123 RF farinosa

Ernährung

Gesund, ausgewogen und abwechslungsreich sollte die Nahrung für Nymphensittiche sein. Das Futter der Tiere besteht aus der Grundmischung (verschiedene Saaten) und weiteren Zugaben wie Gräser, Kolbenhirse und frischen Zweigen. Mit Obst und Gemüse kann es unter Umständen etwas schwierig werden. Einige Sorten werden komplett ausgeschlagen. Dabei ist es wichtig, die Flugakrobaten mit genügenden Vitaminen zu versorgen. Ebenfalls sollten Mineralien zugeführt werden, damit die Nymphensittiche alle wichtigen Bestandteile erhalten. Neben der Grundmischung gehören beispielsweise folgende Zutaten auf den Speiseplan

Obst und Gemüse (wird oft angenommen) Futterzusätze
Blattsalat Sepiaschalen
Maiskolben (halbreif) Kieselerde
Äpfel Bierhefe
Möhren mit Kraut Lehm

Hinsichtlich Obst und Gemüse haben Sie erfahrungsgemäß mit den aufgelisteten Sorten am meisten Glück. Anderes Obst oder Gemüse wird oft von den Tieren ignoriert. Im Bereich der Futterzusätze gibt es noch Weitere wie Jodsteine, Vogelkohle und mehr. Bei geschwächten Nymphensittichen bietet sich die Gabe von Traubenzucker an. Eventuell können zusätzlich künstliche Vitamine nötig werden. Vorzugsweise sollte der Tierarzt um Rat gefragt werden, falls Ihnen an dem Tier etwas auffällt. Frisches Wasser gehört ebenfalls in jede Voliere. Die Wasser- und Futternäpfe sollten so platziert werden, dass sie vor Kot geschützt sind und die Tiere trotzdem gut herankommen.

 

Haltung

Eine Einzelhaltung kommt bei Nymphensittichen überhaupt nicht infrage. Eine Schwarmhaltung wäre das Optimale. Doch meistens geht das nicht. Die Tiere müssen zumindest paarweise gehalten werden. Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass es sich um gegengeschlechtliche Nymphensittiche handelt. Bei gleichgeschlechtlichen Sittichen kommt es immer wieder zu großen Problemen. Sie brauchen den passenden Sexualpartner. Ansonsten kann es dazu kommen, dass die Tiere anfangen, sich zu rupfen oder ständig zu schreien. Wichtig ist es:

  • Tiere einer Altersklasse zusammenzusetzen
  • Jungtiere sollte nie zu Alttieren gesetzt werden
  • 12 Wochen alt sollte ein Jungtier mindestens sein, bevor es von den Elterntieren getrennt wird

Werden Jungtiere zu früh von den Elterntieren getrennt, können Vergesellschaftungsprobleme auftreten und reagieren oft auf andere Nymphensittiche aggressiver.

Auch wenn Nymphensittiche einen großen Käfig zur Verfügung haben, ist es wichtig, ihnen genügend Freiflug zu bieten. Es ist sogar ein mehrstündiger Freiflug wichtig, damit die Tiere agil und gesund bleiben. Bei einem Bewegungsmangel tendieren sie zu Übergewicht, zum Schreien und Rupfen.

Nymphensittic / © 123 RF Thawat Tanhai

Nymphensittich / © 123 RF Thawat Tanhai

Werden Vögel im Innenraum gehalten, so ist UV-Licht sehr wichtig. Fehlt das UV-Licht, das durch die Scheiben absorbiert wird, so können die gefiederten Freunde die Farben nicht richtig wahrnehmen. Zusätzlich ist das UV-Licht dafür notwendig, dass die Flugakrobaten Vitamin D3 bilden können. Für die Nacht sollte ein Nachtlicht angebracht werden. Erschrecken sich die Tiere bei Dunkelheit, könnten sie unkontrollierte umherflattern und sich möglicherweise verletzen.

Nymphensittiche sind sehr intelligente Tiere. Sie benötigen Abwechslung und immer wieder Neues. Von daher sollte auch die Einrichtung gelegentlich geändert werden, um den Nymphys die gewisse Abwechslung bieten zu können. Vogelhalter müssen sich außerdem mit den Tieren beschäftigen. Es können kleine Spielchen gespielt werden, damit es dem Tier nicht langweilig wird.

Die gefiederten Freunde zu zähmen, das kann sich unter Umständen als schwierig herausstellen. Es bedarf jeder Menge Zeit und Einfühlungsvermögen. Sie sollten die Tiere nie versuchen zu fangen, zu stressen oder unter Druck setzen. Einige gefiederte Freunde bevorzugen es, auf Distanz zu gehen. Doch wenn Sie sich mit den Tieren intensiv auseinandersetzen, kann durchaus ein Erfolg erzielt werden. Letztendlich liegt es auch an jedem Tier, ob es schnell aus der Hand frisst oder lieber auf Abstand geht.

Nymphensittiche können zusammen mit anderen Papageien gehalten werden. Allerdings sollte beachtet werden, dass die Nymphys in der Überzahl sind. Vorzugsweise bieten sich Wellensittiche und Katharinasittiche an. Großpapageien und die Unzertrennlichen hingegen eignen sich nicht für die Vergesellschaftung der Tiere.

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