Wellensittich-Krankheiten frühzeitig erkennen

Du befürchtest, dass dein
Wellensittich eine Krankheit hat? Es ist nicht einfach zu erkennen, ob ein
Wellensittich krank ist. Die Vögel verbergen ihre Krankheit so lange wie
möglich. Daher ist es wichtig, erste Anzeichen richtig zu deuten. Wir erklären
Dir, wie Du frühzeitig erkennst, ob Dein Stubenvogel gesundheitliche Probleme
hat.

Leider bleibt eine Wellensittich-Krankheit sehr lange unbemerkt, wenn die ersten Anzeichen nicht frühzeitig erkannt werden. Das ist meistens aber gar nicht so einfach, da Wellensittiche versuchen, ihr Unwohlsein zu verbergen und verschiedene Symptome falsch gedeutet werden. Wir zeigen dir, welche Symptome für eine Wellensittich-Krankheit sprechen und welche Krankheiten am häufigsten vorkommen.

Darum verbergen Wellensittiche
ihre Krankheit

Es gehört zum natürlichen Verhalten der Wellensittiche, ihre Krankheit so lange wie möglich zu verbergen. In der Natur stellen kranke Vögel leichte Opfer dar. Deshalb kann es für Wellensittiche überlebenswichtig sein, sich ihr Unwohlsein nicht anmerken zu lassen.

Diese Symptome kann ein kranker
Wellensittich zeigen

Bei einer Wellensittich-Krankheit zeigt nicht jeder Vogel die gleichen Krankheitssymptome. Folgende Anzeichen sind jedoch typisch für eine Wellensittich-Krankheit und sollten abgeklärt werden:

  • Durchfall
  • Würgen oder Erbrechen
  • Apathie
  • Erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Gewichtsabnahme
  • Futterverweigerung
  • Zurückgezogenheit
  • Abgeknickter Schwanz
  • Schwanzwippen
  • Unrundes Aufplustern
  • Verklebte Nasenlöcher
  • Atemgeräusche
  • Schonhaltung von Beinen und Flügeln
  • Niesen
  • Hängende oder abgespreizte Flügel
  • Hecheln

Innere Krankheiten und
Verletzungen

Innere Krankheiten, Verletzungen und Parasiten können oft an körperlichen Veränderungen erkannt werden. Vor allem die Kloake, der Schnabel, die Beine, das Gefieder und die Nase weisen Anzeichen für eine Wellensittich-Krankheit auf.

  • Kloake: Bei gesunden Wellensittichen ist die Kloake fleischfarben, trocken und sauber. Wenn die Kloake geschwollen, mit Kot/Urin verschmiert, dunkelgefärbt oder nach außen gewölbt ist, spricht das für eine Krankheit.
  • Schnabel: Bei gesunden Wellensittichen ist der Schnabel glatt, glänzend und gelblich. Der genaue Farbton unterscheidet sich von Vogel zu Vogel, verändert sich aber im Normalfall nicht. Eine veränderte Schnabelfarbe, Absplitterungen, Blutergüsse, ein poröser Schnabel oder abgebrochene Schnabelstücke sprechen für eine Wellensittich-Krankheit.
  • Wachshaut: So wird der ungefiederte Bereich in der Nasengegend von Vögeln oberhalb des Schnabels genannt. In der Mitte der Wachshaut befinden sich die zwei Nasenlöcher. Normalweise ist sie bei Weibchen braun und bei Männchen blau. Wenn die Nasenlöcher verändert aussehen, verstopft sind oder zuwachsen, kann das auf eine Wellensittich-Krankheit hindeuten. Helle Beläge oder Wölbungen auf der Wachshaut sprechen ebenso wie Nasenbluten für gesundheitliche Probleme.
  • Beine und Füße sind bei gesunden Wellensittichen körperwarm und haben eine rosa bis graue Farbe. Veränderungen können auf eine Krankheit hindeuten. Das sind zum Beispiel Verletzungen, Schonhaltung eines Beines, zu heiße oder zu kalte Füße, wunde Stellen und Abdrücke, helle Beläge an den Beinen oder Knoten.
  • Gefieder: Normalerweise ist das Gefieder glatt und glänzend. Kahle Stellen im Gefieder deuten auf eine Krankheit oder zu viel Stress hin. Typische Auffälligkeiten sind außerdem brüchige oder zu kurze Federn, farblich verändertes, ausgefranstes oder stumpfes Gefieder.

Damit Du Änderungen im Verhalten oder Aussehen deines Wellensittichs erkennst, solltest Du dir täglich ein bisschen Zeit nehmen, um Ihn in seinem Käfig genau zu beobachten. Zeigt Dein Stubenvogel auffälliges oder ungewohntes Verhalten, ist das oft ein Alarmsignal. Dann ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam.

Die häufigsten
Wellensittich-Krankheiten

Tumore

Zu den häufigsten
Wellensittich-Krankheiten zählen Tumore. Wie beim Menschen gibt es gutartige
und bösartige Tumore. Gutartige Tumore breiten sich nicht im Körper aus.
Bösartige Tumore können dagegen Metastasen bilden und im ganzen Körper streuen.
Sie können sich innerhalb des Körpers befinden oder außen dran. Je früher ein
Tumor entdeckt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Der Vogel
wieder gesund wird.

Äußere Tumore sind meist leichter
zu erkennen. Sie sind zum Beispiel als Knubbel am Bein oder Hinterteil des
Tieres zu erkennen. Aber auch abstehende Federn oder häufiges Kratzen können
ein subtiler Hinweis auf einen Tumor sein. Ein Besuch beim Tierarzt ist auf
jeden Fall angebracht, wenn Du eine äußerliche Veränderung an Deinem
Wellensittich wahrnimmst.

Innere Tumore sind dagegen mit
dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Daher ist es wichtig regelmäßig zur
Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Dabei ist die Wahrscheinlichkeit am größten,
einen inneren Tumor rechtzeitig zu bemerken. Ohne Vorsorgeuntersuchung wird ein
innerer Tumor meistens erst festgestellt, wenn sich Symptome bemerkbar machen.
Doch dann ist es oft schon zu spät. Deshalb ist es wichtig, Dass du Deinen
Wellensittich zur jährlichen Vorsorge bringst, damit die Krankheit rechtzeitig
erkannt werden kann.

Megabakterien

Eine weit verbreitete
Wellensittich-Krankheit sind Megabakterien. Es handelt sich trotz des Namens um
einen Hefepilz, der eine chronische Erkrankung des Magen-Darm-Traktes verursacht.
Diese Wellensittich-Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber gut behandelbar.
Wenn Dein Wellensittich Symptome hat wie Durchfall, unverdaute Körner im Kot
oder Hochwürgen von Schleim, solltest Du ihn beim Tierarzt auf Megabakterien untersuchen
lassen.

Milben

Milben treten bei Wellensittichen
sehr oft auf. Viele Besitzer versuchen diese Wellensittich-Krankheit selbst mit
Hausmitteln zu bekämpfen. Das führt jedoch oft zu schweren Krankheitsverläufen.
Wenn Du feststellst, dass dein Stubenvogel Milben hat, solltest Du deshalb
besser einen Tierarzt aufsuchen, um Schlimmeres zu vermeiden.

Trichomonaden

Trichomonaden sind Parasiten, die
die Wellensittich-Krankheit Trichomoniasis verursachen. Die Krankheit verläuft
weitestgehend symptomlos und wird meistens erst bemerkt, wenn sie weit
fortgeschritten ist. Wer aufmerksam ist, bemerkt einen fischigen Geruch aus dem
Schnabel des Tieres. Daher ist die Prognose sehr schlecht. Viele Wellensittiche
sterben an dieser Krankheit. Trichomonaden werden häufig durch frische Äste
übertragen, die die Halter für ihre Lieblinge von draußen mitbringen. 

Aspergillose

Aspergillose ist eine Infektion
durch Schimmelpilze. Die Haut, Ohren, Nasennebenhöhlen und Lungen können davon
befallen werden. Zunächst zeigt der Vogel leider keine Symptome. Wenn diese
Wellensittich-Krankheit aber nicht rechtzeitig erkannt wird, kann sie tödlich
sein. Symptome wie Atemnot, Stimmveränderungen, Atemgeräusche oder Stimmverlust
deuten auf eine Erkrankung hin. Eine gründliche Vorsorgeuntersuchung kann auch
hier lebensrettend sein.

Schnelles Handeln bei Auffälligkeiten

Obwohl es nicht einfach ist, Wellensittich-Krankheiten festzustellen, können genaues Beobachten und ideale Haltungsbedingungen sehr hilfreich sein. Behalte die genannten Symtome am besten immer im Hinterkopf und beobachte Deinen Vogel regelmäßig. Das Lesen dieses Artikels kann einen Tierarzt trotzdem nicht ersetzen. Sobald Du Auffälligkeiten am Verhalten oder Aussehen Deines Wellensittichs feststellst, geh lieber gleich zum Tierarzt. Schnelles Handeln kann lebensrettend sein.

Quellen

  • Immanuel Birmelin: Mein Wellensittich. GU, 2008.
  • Krankheiten der Heimtiere. Hrsg. Michael Fehr, Lutz Sassenburg, Peernel Zwart. schlütersche, 2015.

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