Jemenchamäleon – Haltung, Ernährung und Pflege

Du möchtest Dir ein Jemenchamäleon zulegen, bist Dir aber
nicht sicher, worauf es bei der Haltung genau ankommt? Um einen idealen
Lebensraum für dieses faszinierende Tier zu schaffen, gilt es einige
Vorkehrungen zu treffen. Denn es nicht nur schön anzusehen, sondern bedarf auch
einer speziellen Haltung, Pflege und Ernährung. Alle notwendigen Informationen
dazu findest du hier.

Bevor Du Dir ein Jemenchamäleon kaufst,
solltest Du Dich genauestens informieren, was Du bei der Haltung beachten musst.
Es ist besonders wichtig, ein geeignetes Terrarium für Dein Chamäleon einzurichten,
damit es sich wohlfühlt und artgerecht leben kann. Die richtige Haltung ist
lebenswichtig für Chamäleons. Gleiches gilt für die Ernährung und Pflege deines
Tieres. Worauf es dabei genau ankommt, erfährst Du hier.

Aussehen und Herkunft

Wie der Name schon sagt, kommt das Jemenchamäleon im Jemen
und auch in Saudi-Arabien vor. Dort herrscht tropisches bis subtropisches
Klima. Sein lateinischer Name ist Chamaeleo calyptratus calcalifer. Das
Chamäleon ist tagsüber aktiv und lebt hauptsächlich in Büschen und Bäumen. Es
gehört zu den beliebtesten Chamäleonarten und ist auch für Anfänger geeignet.
Allgemein ist jedoch eine gewisse Vorerfahrung von Vorteil, wenn Du dir ein
Chamäleon anschaffen willst.

Männchen können in der freien Natur bis zu 60 cm und
Weibchen bis zu 45 cm lang werden, in einem Terrarium um die 50 cm. Jungtiere
sind nach circa 12 Monaten ausgewachsen. Entscheidendes Merkmal ist bei
Männchen der hohe Helm, bei Weibchen fällt dieser sehr viel kleiner aus. An den
Hinterbeinen befindet sich bei Männchen eine Art Sporn, an dem sie sich von den
Weibchen unterscheiden lassen. Je nach Stimmung variiert die Farbe des
Jemenchamäleons. Sie reicht von Grün- und Blautönen bis zu Gelb und Orange mit
grauen, weißen oder Schwarzen Elementen. Chamäleons wechseln ihre Farbe, um
sich vor Futtertieren und Fressfeinden zu tarnen.

Die richtige Haltung eines Jemenchamäleons

Terrarium: Größe und Temperatur

Ein Jemenchamäleon wird relativ groß, daher solltest Du eine
Mindestgröße von 60 x 60 x 90 einhalten. Für ein erwachsenes Männchen empfiehlt
sich ein Hochterrarium mit den Maßen 100 x 75 x 150. Da die Tiere gerne
klettern, sollte das Terrarium höher als breiter gebaut werden. Außerdem ist
eine gute Belüftung wichtig, die Du durch einen Ventilator oder durch
gespannten Gazestoff erreichen kannst. Der Ventilator sollte zum Schutz des
Tieres gesichert sein.

Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 60 bis 70 % liegen. Deshalb
solltest Du in Dein Terrarium eine Beregnungsanlage einbauen oder zweimal
täglich mit Wasser sprühen. So hat Dein Jemenchamäleon auch die Möglichkeit
Flüssigkeit zu sich zu nehmen.

Als Bodengrund kannst Du ein Gemisch aus Sand und Erde
verwenden, da dadurch die Luftfeuchtigkeit gut hält. Echte Pflanzen
unterstützen eine gute Luftfeuchtigkeit, dafür eignen sich zum Beispiel Farne
und Bromelien. Du kannst diese auch mit künstlichen Pflanzen kombinieren. Im
Terrarium sollten Klettermöglichkeiten auf keinen Fall fehlen. Äste und Zweige,
die das Gewicht Deines Lieblings tragen, sind ideal. Flache Steine oder
Holzplattformen dienen als Liegemöglichkeit und Sonnen Die Temperaturen sollten
tagsüber bei 25 bis 30 Grad liegen. Nachts kannst Du auf 20 bis 23 Grad
abkühlen lassen.

Beleuchtung des Terrariums

Damit die Haltung deines Jemenchamäleons optimal ist, spielt
die Beleuchtung eine große Rolle. Es benötigt mehrere Arten von Licht, um
artgerecht leben zu können. Daher ist die Installation verschiedener Lampen
notwendig. Du benötigst einen HQI-Strahler, der Grundlicht spendet und einen
UV-Strahler, denn UV-B-Licht ist für Jemenchamäleons lebenswichtig. Dadurch
wird das Vitamin D3 im Körper gebildet und sorgt so für ausreichend Kalzium und
gesunde Knochen. UV-A-Licht sorgt hingegen für mehr Aktivität und Appetit. Du
solltest die UV-Lampe drei- bis viermal die Woche für je eine Stunde
einschalten.

Die Liegeflächen können als Sonnenterrassen dienen, die
Temperatur kann dort bis zu 40 Grad betragen und sollte zum Tier einen
Mindestabstand von circa 40 cm haben.  

Die Beleuchtung sollte täglich etwa 10 bis 12 Stunden andauern und immer zur
gleichen Uhrzeit ein- und ausgeschaltet werden. Am besten benutzt Du dazu eine
Zeitschaltuhr. Du kannst außerdem auch die die Jahreszeiten simulieren, indem
Du im Winter die Beleuchtung eine Stunde früher ausstellst.

Haltung mehrerer Jemenchamäleons

Jemenchamäleons sollten am besten einzeln gehalten werden.
Mehrere Männchen sollten auf keinen Fall zusammen gehalten werden, da sie das
Territorium jeweils für sich beanspruchen würden. Paare oder zwei Weibchen
können eventuell in einem großen Terrarium mit ausreichend Platz zusammen
leben. Oft verstehen sie sich aber trotzdem nicht. Es ist völlig in Ordnung,
Chamäleons alleine zu halten.

Ernährung

Wie alle Chamäleons ernährt sich das Jemenchamäleon von
Lebendfutter und benötigt viel Abwechslung. Insekten wie Heimchen, Mehlwürmer,  Grillen oder Heuschrecken sind perfekt
geeignet als Nahrungsmittel. Als Ergänzung kannst Du Deinem Jemenchamäleon pflanzliche
Nahrung wie Löwenzahn, Sukkulente oder Früchte und Blüten geben. Achte aber
darauf, dass Du diese nur in Maßen fütterst. Zu oft solltest Du allerdings
nicht Futter geben. Alle zwei bis drei Tage bis zu vier Insekten sind völlig
ausreichend. Das passende Futter erhältst Du im Fachhandel. Im Sommer kannst Du
aber auch selbst im Garten oder auf Wiesen geeigneten Insekten suchen. Probiere
einfach aus, was deinem Jemenchamäleon am besten schmeckt.

Damit Dein Liebling auch genügend Vitamine zu sich nimmt, kannst
Du ganz einfach  Ergänzungspräparate in
Form von Pulver auf die Futtertiere geben.

In freier Natur nehmen Chamäleons Wasser durch Tau- oder
Regentropfen auf. Durch eine Beregnungsanlage oder regelmäßiges Sprühen,
bekommt dein Tier genügend Flüssigkeit. Du kannst auch Tropftränke oder eine
Wasserstelle im Terrarium anbauen. Die meisten Chamäleons verstehen aber nicht,
dass man daraus trinken kann. Chamäleons reagieren außerdem sehr sensibel auf
Pseudomona Bakterien, welche innerhalb von 24h Stunden bei Zimmertemperatur im
Wasser entstehen.

Wie verhalten sich Jemenchamäleons?

Das Jemenchamäleon ist ein idealer Kandidat für die Haltung
im Terrarium. Im Gegensatz zu anderen Arten ist es sehr anpassungsfähig. Er ist
Einzelgänger und sehr stressanfällig. Deshalb solltest Du es vor den Blicken
anderer Artgenossen oder Haustiere schützen, damit es in Ruhe leben kann. Fühlt
es sich bedroht, fängt es an zu fauchen oder zu zischen.

Das Jemenchamäleon ist ideal an das Leben auf Bäumen und
Sträuchern angepasst und kann aufgrund seiner Greifzehen und seines langen
Schwanzes sehr gut klettern.

Die Augen des Chamäleons treten aus den Höhlen hervor und
können unabhängig voneinander bewegt werden. Damit kann es seine Beute aus
jedem Blickwinkel beobachten und mit seiner langen Schleuderzunge einfangen.

Der Aufwand lohnt sich

Wie Du siehst, solltest Du dir gut überlegen, ob Du ein Jemenchamäleon als Haustier halten möchtest. Wenn Dir der Aufwand aber nicht zu groß ist, wirst du viel Freude mit diesem faszinierenden Tier haben. Lass Dich am besten zuvor nochmal in einer Tierfachhandlung beraten, damit Du den Ansprüchen deines Jemenchamäleons gerecht werden kannst.

Quellen

Wolfgang Schmidt: Chamaeleo calyptratus: Das Jemenchamäleon. Natur und Tier – Verlag, 2016.

Sascha Esser, Oliver Drewes: Das Jemenchamäleon. Chamaeleo calyptratus; . Vivaria, 2009.

Ingo Kober, Andreas Ochsenbein: Jemenchamäleon und Pantherchamäleon: Pflege, Zucht und Lebensweise. Kirschner & Seufer Verlag, 2009.

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