Die Haltung von Wasserschildkröten – das solltest Du dabei beachten

Wasserschildkröten sind sehr spannende und interessante Tiere. Auch für Anfänger ist die Haltung einer Wasserschildkröte möglich.

Doch im Hinblick auf das Aquarium, die Winterruhe und die Ernährung gibt es einiges zu beachten.

Wasserschildkröte Haltung – geeignete Arten mit empfohlener Haltung

Im folgenden werden einige typische Wasserschildkröten Arten genannt. Auch die empfohlene Unterbringung wird noch mit angegeben.

Manchmal ist die Frage Gartenteich oder Terrarium? Die Schildkröte nicht einfach zu halten, so wie es bei Reptilien prinzipiell der Fall ist.

  • Europäische Sumpfschildkröte (Gartenteich)
  • Tropfenschildkröte (Aquaterrarium, Paludarium)
  • Gelbwangen-Schmuckschildkröte (Aquaterrarium, Gartenteich)
  • Rotwangen-Schmuckschildkröte (Aquaterrarium, Gartenteich(
  • Cumberland-Schmuckschildkröte (Aquaterrarium, Gartenteich)
  • Dach-Moschusschildkröte (Aquaterrarium)
  • Rotbauch-Spitzkochschildkröte (Aquaterrarium)
  • Amoina-Scharnierschildkröte (Aquaterrarium, Paludarium)

Haltung von Wasserschildkröten im Gartenteich

Wasserschildkröten Haltung

Gerade für größere Wasserschildkröten könnte die Haltung im Gartenteich eine optimale Lösung sein. Gerade beim Besitz mehrerer ausgewachsener Wasserschildkröten ist ein Aquaterrarium oft zu klein oder ein größeres schlichtweg zu teuer.

Natürlich sollte der Teich groß genug sein und artgerechte Temperaturen sind eine Grundvoraussetzung.

Nach Vorschriften des Tier- und Naturschutzes muss der Teich umzäunt sein. Das ist wichtig, denn Wasserschildkröten stehen unter Artenschutz.

Geeignet wären zum Beispiel Palisaden mit einer Höhe von mindestens 50 cm, da sie sonst überklettert werden könnten.

An einigen Stellen sollte der Teich mindestens einen Meter tief sein, es muss aber auch Flachwasserbereiche geben. Weitere Hinweise zur Haltung im Gartenteich gibt es bei Zierschildkroete.de.

Das Aqua-Terrarium – Schildkröte Haltung

Das Aquaterrarium ist eine Mischung aus Aquarium und Terrarium. Sumpf- und Wasserschildkröten benötigen in erster Linie einen großzügigen Wasserbereich, denn im Wasser verbringen sie den Großteil ihrer Zeit.

Der Boden sollte dabei bei einer ausgewachsenen Wasserschildkröte eine Fläche von mindestens 50×120 cm haben.

Je mehr Schildkröten Sie halten, desto größer sollte das Aquaterrarium sein. Das Wasser sollte mindestens eine Tiefe von 40 bis 50 cm haben. Auch ein leistungsstarker Filter und eine Heizung werden benötigt.

Auch ein Landteil wird benötigt, denn auch Wasserschildkröten sonnen sich gern. Diese sollte für die Schildkröten möglichst leicht zu erreichen sein, da außerhalb des Wassers der Auftrieb fehlt.

Fertigaquarien besitzen in der Regeln eine Plattform mit schrägen Aufgang, das ist so auch zu empfehlen.

Der Landteil im Aquaterrarium sollte so groß sein, dass alle Wasserschildkröten zum gleichen Zeitpunkt dort Platz nehmen könnten. Weitere Tipps für die Auswahl eines Terrariums gibt es hier.

Ausrüstung für das Aqua-Terrarium

Für das Aquaterrarium werden ein leistungsstarker Filter, eine Heizung, Aquarium-Deko, ein Bodenbelag und auch die richtige Beleuchtung benötigt.

Auch Pflanzen können in das Aquaterrarium aufgenommen werden. Da es häufig gereinigt werden muss, sollte die ausgewählte Pflanze pflegeleicht und unempfindlich sein.

Schwertpflanzen lassen sich zum Beispiel empfehlen, da sie auch die Wasserqualität erhöhen. Eine andere Möglichkeit sind Bambusstäbe, sie nehmen wenig Platz in Anspruch.

Beachtet werden solle auch, dass ein Aquarium festen Halt haben sollte. Als Unterlage ist auch ein Aquarium-Schrank zu empfehlen.

Wasserschildkröte Haltung – die Beleuchtung

Bei einem Aquaterrarium ist die Beleuchtung für die Schildkröten Haltung von zentraler Bedeutung. Durch die Beleuchtung wird die artgerechte Simulation von Tag und Nacht gewährleistet, außerdem benötigen Wasserschildkröten hin und wieder ein Sonnenbad.

Die Dauer der Beleuchtung sollte dem Jahresrhythmus angepasst werden.

Durch die Beleuchtung werden der Landplatz (Sonnenplatz) und die Sonneninsel im Aquaterrarium bestrahlt.

Auf den Landplatz sollte die Temperatur der UV-B Strahlen 40-45°C betragen, damit die Körperfunktion aufrecht erhalten werden kann.

Schildkröten Haltung – welches Futter benötigen Wasserschildkröten eigentlich

Die Ernährung ist besonders wichtig bei einer Schildkröte. Die Haltung ist sonst problematisch. Häufig wird angenommen, dass Wasserschildkröten reine Fleischfresser sind.

Tatsächlich aber ernähren sich Wasserschildkröten in erster Linie pflanzlich, auch wenn Fleisch (Fisch, Insekten) ein wichtiger Bestandteil ihrer Nahrung ist.

Viele typische Krankheiten für Wasserschildkröten gehen aus einer falschen Ernährungsweise hervor, deswegen ist ein ausgewogenes Futter sehr wichtig.

Der ideale Anteil pflanzlicher und tierischer Nahrungsmittel ist je nach Art der Wasserschildkröte unterschiedlich. Es lohnt sich, da genauere Erkundigungen einzuholen.

Die Fütterung mit Fertignahrung sollte nur im begrenzten Umfang erfolgen.

Schildkröte Haltung – empfohlenes Futter für Wasserschildkröten

Für Wasserschildkröten sind Calcium und Vitamin D3 lebensnotwendig. Beliebte Pflanzen für die Ernährung sind Wassersalat, Wasserlinsen, Seerosen, Froschbiss, Löwenzahn und Teichlebermoos.

In der pflanzlichen Nahrung ist häufig kein Vitamin D3 enthalten, dies kann durch UV-B Strahlung ausgeglichen werden.

Als tierische Nahrung sind Garnelen, Schnecken, Regenwürmer und auch Bachflohkrebse zum empfehlen. Gerade junge Wasserschildkröten jagen noch sehr gern.

Du kannst sie durch Eintagsfliegenlarven, Mückenlarven oder Wasserflöhe geradezu zu einer artgerechten Ernährungsweise animieren.

Was eine Wasserschildkröte nicht fressen sollte

Die falsche Ernährungsweise kann zur Erkrankung oder gar zum Tod der Wasserschildkröte führen. Gänzlich verzichtet werden sollte auf Obst und Gemüse, sonst kann es zu Verdauungsproblemen kommen.

Wasserschildkröte Haltung – der Winterschlaf

Wasserschildkröten Haltung

Nicht alle Wasserschildkröten halten Winterruhe, das sollte jedem Halter klar sein.

Es ist von der geographischen Herkunft der Art der Wasserschildkröte abhängig, ob Winterruhe abgehalten wird oder nicht. Deswegen ist es sehr wichtig, dass die Schildkrötenart korrekt bestimmt ist.

Grundsätzlich wird unterschieden zwischen:

  • Wasserschildkröten mit Winterstarre
  • Wasserschildkröten mit einer verminderten Aktivitätsphase und
  • Wasserschildkröten aus warmen Regionen, die weder eine Winterstarre noch eine verminderte Aktivitätsphase haben

Die Wasserschildkröten mit Winterstarre

Einige Wasserschildkröten Arten aus in aus den gemäßigten Breiten halten Winterstarre, die in einem Aquaterrarium künstlich herbei geführt werden sollte.

Durch die Einstellungen der Heizung und Beleuchtung nehmen die Wassertemperatur und auch die Beleuchtung im November stark ab.

Die Wasserschildkröte fährt ihren Stoffwechsel herunter, wird allmählich träge und schließlich stellt sie die Nahrungsmittelaufnahme gänzlich ein.

Bei einer Wassertemperatur von rund 10°C fällt die Wasserschildkröte in Winterstarre. Der Stoffwechsel sinkt auf das Minimum, es kommt zur Verringerung der Herz- und Atemfrequenz.

Die Wasserschildkröte kann nun in den Kühlschrank oder Keller überführt werden, die Temperatur sollte 4-7°C betragen.

Während der Winterruhe befindet sich die Schildkröte in einer Kunststoffwanne, der Wasserstand sollte bis knapp über den Panzer reichen.

Die Schildkröte sollte in der Lage sein, den Kopf aus dem Wasser zu strecken. Die Auswinterung beginnt nach 10-12 Wochen. Die Tiere werden wieder einer höheren Temperatur ausgesetzt und gewöhnen sich an längere „Sonnentage“.

Mit den steigenden Temperaturen fährt der Kreislauf der Wasserschildkröte wieder hoch und die Futtermenge kann zunehmend erhöht werden.

Schildkröten Haltung – Wasserschildkröten mit einer verminderten Aktivitätsphase

Auch die verminderte Aktivitätsphase ist bei einigen Wasserschildkröten aus gemäßigten Breiten typisch.

Ebenso wie bei der Winterruhe werden die Beleuchtung und auch die Temperaturen im Aquaterrarium allmählich herunter gefahren. Die Temperatur sollte 15-17°C betragen, die Beleuchtung wird ausgeschalten.

Die Schildkröten werden träge und nehmen kaum noch Futter zu sich. Es ist jedoch wichtig, die Wasserschildkröte weiterhin zu füttern.

Die Auswinterung erfolgt durch allmähliche Erhöhung von Temperatur, Beleuchtung und Futterzugabe.

Wasserschildkröten aus warmen Regionen

Wasserschildkröten aus warmen Regionen halten weder Winterschlaf, noch gibt es eine verringerte Aktivitätsphase.

Es sollten lediglich die Wassertemperaturen und auch die Beleuchtung dem jeweiligen Jahresrhythmus der Art der Wasserschildkröte angepasst werden.

Schildkröten Haltung – was ist bei der Winterruhe von Wasserschildkröten generell zu beachten?

Im folgenden wird noch erläutert, was bei der Winterstarre/ Winterruhe von Wasserschildkröten prinzipiell zu beachten ist.

Vor der Überwinterung:

  • Umfangreiche Untersuchung beim auf Infektionen und Parasiten
  • Behandlung gegen Würmer
  • Gründliche Darmentleerung
  • Die Wasserschildkröte wiegen
  • Vor der Winterruhe muss die Wasserschildkröte gesund sein (klare Augen, freie Nase)

Während der Überwinterung:

  • Die Temperatur konstant halten
  • Wasserschildkröten sollten nicht gestört werden
  • Schildkröten auf Krankheiten und Auffälligkeiten regelmäßig überprüfen

Bei folgenden Fällen Winterruhe sofort beenden:

  • Schildkröte ist erwacht, erkennbare Erkrankungen an Panzer oder Haut
  • Schimmelbildung im Wasser, sonstige Erkrankungen

Nach der Überwinterung:

  • Die Schildkröte wiegen. Die Differenz sollte rund 10% betragen
  • Die Schildkröte untersuchen: Gesundheit, Verhaltensauffälligkeiten
  • Temperatur und Beleuchtung LANGSAM erhören
  • Anfangs empfiehlt sich ein niedriger Wasserstand, damit die Schildkröte nicht ertrinken kann

Schildkröten Haltung – was kostet eigentlich eine Wasserschildkröte?

Wasserschildkröten sind keine preiswerten Haustiere. Die primäre Anschaffung einer Wasserschildkröte kostet – je nach Art – ungefähr 30 bis 120 EUR.

Der größte Posten sind die Kosten für das Aquaterrarium und die zugehörige Ausrüstung. Da können sich die Ausgaben schnell auf 1000 EUR summieren.

Es ist zu empfehlen, auch bei einer noch sehr kleinen Wasserschildkröte ein größeres Becken zu wählen, da es sonst mit zunehmenden Wachstum ohnehin vergrößert werden müsste.

Dazu kommen noch die laufenden Kosten für Tierarzt und evt. Schildkrötenfutter. Hier sollte mit 20-40 EUR pro Monat kalkuliert werden.

Gesetzliche Regelungen bei Wasserschildkröten Haltung

Bei einigen Schildkröten Arten ist die EU Artenschutzverordnung zu beachten, das betrifft vor allem Landschildkröten.

Schildkröten im Anhang A des Washingtoner Artenschutzabkommens müssen zum Beispiel gemeldet werden und es besteht eine Kennzeichnungspflicht.

Das trifft zum Beispiel auf die Griechische Landschildkröte und die Pantherschildkröte zu.

Beispielsweise die Rotwangen-Schmuckschildkröte und auch alle Unterarten der Zierschildkröten zählen mit zum Anhang B des Artenschutzabkommens.

Für diese Arten besteht deswegen Meldepflicht und es wird ein Herkunftsnachweis benötigt.

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