Flinke Renner aus der Wüste

Wüstenrennmäuse – auch bekannt als Mongolische Rennmäuse – kommen ursprünglich aus den Steppen der Mongolei und aus China.

1935 begann man in Japan die gezielte Zucht mit 20 Mäusepaaren, von denen alle heutigen Haus-Rennmäuse abstammen.

Mitte der 50er Jahre gelangten die ersten Exemplare dann in die USA und dann auch nach Europa.

Wie viele Nager ist auch die Wüstenrennmaus sehr sozial veranlagt und sollte daher mindestens paarweise gehalten werden.

Anschaffung von Wüstenrennmäusen

Wüstenrennmäuse sind mittlerweile recht beliebte Haustiere und daher relativ leicht zu bekommen. Wie schon erwähnt, sollten die kleinen Renner aber unbedingt immer zumindest paarweise gehalten werden. Aber auch kleinere Gruppen sind interessant zu Beobachten und leben friedlich zusammen.

Über folgende Quellen können Sie Wüstenrennmäuse beziehen:

Zoogeschäft

Für den Anfänger die erste Anlaufstelle. Wie überall gibt es hier auch Gute und Schlechte. Achten Sie bitte auf folgende Punkte, damit Sie gesunde Tiere erhalten:

– Die Käfige sollten ausreichend groß sein. Es sollten nicht zu viele Tiere in einem Käfig sein. Männchen und Weibchen sollten getrennt sein, um unerwünschten Nachwuchs zu verhindern.

– Im Käfig sollte es Rückzugsmöglichkeiten geben, der Käfig sollte sauber wirken. Futter und Wasser sollten frisch sein.

– Die Wüstenrennmäuse selbst sollten einen lebendigen Eindruck machen und nicht zu ängstlich, aber auch nicht apathisch wirken. Sie sollten saubere Augen, Nasen und After haben.

– Das Personal der Zoohandlung sollte Ihnen geduldig und kompetent Auskunft geben können.

Züchter

Der Weg zum Züchter ist bei Wüstenrennmäusen eher selten. Wenn, dann werden diese Tiere meist als Hobby gezüchtet -> siehe auch privat

Der Bezug über den Züchter empfiehlt sich dann, wenn man eine seltene Rennmausart haben möchte, die man im Zoofachhandel nicht erhält.

Tierschutz

Sehr viele Nager warten in Tierheimen auf neue Besitzer. Auch Wüstenrennmäuse sind darunter. Sie sollten also auf jeden Fall mal bei Ihrem örtlichen Tierheim oder bei den Links auf unseren Tierschutzseiten vorbeischauen. Die Tiere dort sind häufig schon zutraulich und wurden tierärztlich betreut.

Von Privatleuten

Es kommt immer wieder zu unerwünschtem Rennmaus-Nachwuchs. Diese Tiere werden häufig in Kleinanzeigen in regionalen Anzeigenblättern angeboten. Häufig umsonst oder gegen ein geringes Entgelt. Dagegen ist im Grunde nichts einzuwenden. Sie sollten nur ebenfalls auf die oben genannten Punkte achten, um auch gesunde Tiere zu erhalten.

 

© 123RF / Michael Lane

Das Gehege der Wüstenrennmäuse

Wüstenrennmäuse bewegen sich gerne und viel. Sie sollten daher ein großzügiges Gehege zur Verfügung gestellt bekommen. Handelsübliche Nagerkäfige sind leider meist deutlich zu klein. Mit etwas handwerklichem Geschick bietet es sich daher an, selbst ein Gehege zu bauen. Auch das Aus- und Umbauen von fertigen Nagerkäfigen ist möglich und selbst für ungeübte Handwerker zu schaffen. Anleitungen für Wüstenrennmaus-Käfige finden sich im Internet. Oberste Regel ist natürlich, dass es keine scharfen Ecken und Kanten gibt, an denen die Tiere sich verletzen könnten und dass es keine Fluchtmöglichkeiten gibt.

Zur Orientierung: Für 2 – 3 Wüstenrennmäuse empfiehlt sich eine Fläche von mindestens 80 cm Länge x 60 cm Breite und 30 cm Höhe. Bei einer größeren Gruppe entsprechend geräumiger.

Aquarien sind übrigens keine geeignete Behausung für Wüstenrennmäuse. Die Luft darin wird schnell stickig und Hitze kann sich stauen.

Die Inneneinrichtung

Damit die Wüstenrennmäuse ausreichend ihrem Buddel-Trieb nachgehen können, brauchen sie eine hohe Einstreu (ca. 20 cm hoch). Die Einstreu sollte handelsübliche Kleintierstreu sein. (bitte kein Katzenstreu, dieses kann von den Tieren gefressen werden und im Magen verklumpen!) Darüber kommt eine dünne Schicht Heu (bitte auch aus der Zoohandlung).

Ganz besonders freuen sich die kleinen Wähl-Fans über eine Schale mit Vogel- oder Chinchilla-Sand, in der sie ausgiebig graben können. Bitte keine Hamsterwatte anbieten, da diese, wenn sie verschluckt wird, zu schwersten Darmproblemen führen kann.

Beim Einrichten des Käfigs sind der Fantasie (fast) keine Grenzen gesetzt. Es ist schön, wenn die Mäuse außer des Schlafhäuschens noch einige Versteckmöglichkeiten haben, die auch gleichzeitig zum Beklettern dienen können. Große, unbehandelte Wurzeln aus dem Zoogeschäft sind zum Beispiel geeignet. Oder einige Plattformen (aber bitte nicht höher als höchstens 10 cm hoch, damit die Wüstenrennmäuse sich beim Runterspringen nicht verletzen können). Auch größere Steine eignen sich zum Klettern.

Tunnel sind ebenfalls bei Wüstenrennmäusen sehr beliebt. Dafür eignen sich zum Beispiel Tonröhren, die einen Mindestdurchmesser von ca. 7 cm haben sollten.

Unnötig sind dagegen Spielzeuge wie Laufräder oder sonstige bunte Plastiksachen. Diese sind häufig sogar gefährlich, weil sie angeknabbert werden oder die Tiere sich daran verletzen können.

Sonstiges Zubehör

Des weiteren benötigen Sie natürlich noch einen oder mehrere Futternäpfe (möglichst aus Keramik oder Ton) und/oder eine Wasserflasche, die außen am Gehege angebracht wird.

Der Standort

Das Gehege der Wüstenrennmäuse sollte in einem ruhigen Raum stehen, wobei hin und wieder etwas Leben um den Käfig herum auch nichts schadet. Das Schlaf- und Kinderzimmer ist ungeeignet, da die Wüstenrennmäuse gerne auch in der Nacht Radau machen und das sehr störend sein kann. Im Wohnzimmer, Eßzimmer, Arbeitszimmer oder der Diele wäre zum Beispiel ein guter Platz.

Bitte den Käfig weder ans Fenster noch vor die Heizung stellen und darauf achten, dass es nicht zieht.

Die Geräuschkulisse sollte nicht zu laut sein. Sehr laute Musik oder andere laute Geräusche mögen die Wüstenrennmäuse nicht. Auch Zigarettenrauch sollte tunlichst vermieden werden, da so kleine Tiere damit wirklich schnell vergiftet werden.

© 123RF / Mark Hayes

Was kosten Wüstenrennmäuse?

Anschaffungskosten

– Ein Wüstenrennmaus-Pärchen ist nicht sehr teuer. Ca. € 10,- pro Tier können Sie rechnen.

– Das Teuerste ist das Gehege. Je nachdem, ob es fertig gekauft oder selbst gebaut wird, sollten zwischen 50 und 100 Euro veranschlagt werden.

– Dazu kommt noch die Käfigeinrichtung wie Schlafhäuschen, Futternäpfe, Wasserflasche, Kletterwurzeln usw. Hier sollten Sie mit mindestens € 25,- kalkulieren.

Regelmäßige Kosten

Die regelmäßigen Unterhaltskosten pro Monat für Wüstenrennmäuse halten sich in Grenzen.

– Das ist einmal die Einstreu, je nach Gehegegröße kostet diese ca. € 10,- bis € 15,-. Wenn Sie den Tieren auch eine Wühlecke mit Chinchilla-Sand anbieten, kommen dazu noch ca. noch € 5,-.

–  Die Futterkosten liegen für zwei Tiere bei ca. € 5,- bis € 10,-, welche für Körnerfutter aufgewendet werden müssen. Grünfutter kann in der Regel von Ihrem normalen Obst- und Gemüsebedarf abgezweigt werden.

Unregelmäßige Kosten

– Tierarztkosten sind immer sehr schwer einzuschätzen und können schnell mal teuer werden. Auch so kleine Patienten wie Wüstenrennmäuse können ab und zu mal eine Behandlung benötigen. Je nach Tierarzt und Behandlung beginnen die Kosten bei ca. € 25,-.

– Urlaubsbetreuung. Wüstenrennmäuse kann man innerhalb ihres Käfigs gut zu einem lieben Bekannten oder zu einem Tiersitter transportieren. Professionelle Tiersitter nehmen in der Regel für die Betreuung von Kleintieren ca. € 15,- bis € 20,- pro Woche.

– Ab und zu muss dann auch mal ein Teil der Ausstattung erneuert werden wie zernagte Schlafhäuschen oder zu stark verschmutzte Näpfe..

Wie zeitaufwendig sind Wüstenrennmäuse?

Werden die Wüstenrennmäuse zu mehreren in einem großzügigen Gehege mit einer artgerechten Ausstattung gehalten, beschäftigen sie sich die meiste Zeit miteinander. Aus dem Käfig herausgenommen zu werden bedeutet meist mehr Stress als Vergnügen für die kleinen Nager. Möchte man die Rennmäuse handzahm bekommen, muss man schon täglich einige Minuten einplanen.

Ca. 10 Minuten täglich sollten Sie zur oberflächlichen Reinigung des Käfigs (also Kot und Futterreste beseitigen) und Verpflegung (Futter bereitstellen und frisches Wasser geben) einplanen.

1 x pro Woche sollte das Gehege intensiver gereinigt werden. Die Einstreu sollte gewechselt werden, Verschmutzungen beseitigt (bitte keine Putzmittel verwenden) und das Inventar auf Beschädigungen inspiziert werden. Auch das Schlafhäuschen sollte gereinigt werden, das Nistmaterial sollten sie aber zum Teil wieder hineingeben, damit die Wüstenrennmäuse ihre gewohnte Umgebung behalten. Die Voll-Reinigung des Geheges beansprucht ca. eine halbe Stunde.

Wüstenrennmäuse und Kind

Rennmäuse sind klein, flink und neugierig. Dies macht sie als Schmusetier ungeeignet. Wüstenrennmäuse sind eher Tiere zum Beobachten. Älteren Kindern kann aber gerade dies viel Spaß machen und auch das Einrichten des Geheges kann interessant sein.

Viele Wüstenrennmäuse werden mit etwas Geduld auch so zahm, dass sie auf die Hand kommen. Um die Bedürfnisse der Tiere zu verstehen und an Ihnen Freude zu haben, sollte das Kind schon ca. 10 Jahre alt sein.

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