Streifenhörnchen – Niedliche Energiebündel

Seit einigen Jahren erfreuen sich Streifenhörnchen zunehmender Beliebtheit als Haustiere. Kein Wunder: Die kleinen Nager sehen niedlich aus und durch ihre Bewegungsfreude wird es nie langweilig, sie zu beobachten.

Die bei uns am meisten vertretenen Streifenhörnchenarten sind das asiatische Streifenhörnchen und das Chipmunk. Beide unterscheiden sich lediglich durch einige feine äußerliche Merkmale.

Wer ein Streifenhörnchen zu sich nimmt, sollte sich darüber klar sein, dass aus einem Hörnchen nie ein „klassisches Schmusetier“ werden wird. Zudem benötigt ein Streifenhörnchen einen sehr großen Käfig und bringt durch das viele Klettern und Springen einige Geräusche und natürlich Schmutz mit sich.

Anschaffung eines Streifenhörnchens

Zunächst einmal sollte man wissen, dass Streifenhörnchen in der Regel absolute Einzelgänger sind. Selbst bei Geschwisterpaaren kommt es spätestens ab der Geschlechtsreife zu bösen Kämpfen. In der Natur kommen die Hörnchen nur zur Paarung zusammen und gehen dann wieder getrennter Wege. Nur wenn man einen extrem großen Käfig hat, kann man unter Umständen zwei Tiere halten. Als Anfänger jedoch sollte man sich auf jeden Fall auf ein Tier beschränken.

Streifenhörnchen werden normalerweise ca. 20 cm – 25 cm lang (mit Schwanz) und ca. 80 g bis 130 g schwer.

Die Lebenserwartung eines Streifenhörnchens liegt bei ca. 8 Jahren.

Bitte denken Sie vor der Anschaffung über eine geeignete Urlaubsbetreuung für das Streifenhörnchen nach. Denn in seinem großen Käfig kann man es nicht einfach irgendwo zur Pflege geben. Also muss jemand ins Haus kommen. Am Besten jemand, der mit der Pflege des Tieres vertraut ist.

Nun aber zur Anschaffung eines Streifenhörnchens. Sie können es über folgende Bezugsquellen bekommen:

Aus dem Zooladen

Streifenhörnchen sind noch längst nicht so verbreitet wie z. B. Hamster und Meerschweinchen. Trotzdem bieten mittlerweile einige Zoogeschäfte Streifenhörnchen an.

Da diese Tiere, wie gesagt, noch nicht so bekannt sind, läßt in Zoogeschäften leider häufig die Fachkenntnis und die Haltungsbedingungen zu wünschen übrig. Idealerweise sollten die Streifenhörnchen folgendermaßen untergebracht sein:

– Wenige Tiere in großen Käfigen mit Klettermöglichkeiten und mehreren Häuschen. Die Käfige sollten einen sauberen Eindruck machen. Es sollte weder angegammeltes Futter noch größere Mengen Kot herumliegen.

– Die Streifenhörnchen selbst sollten einen aufgeweckten, munteren Eindruck machen, evtl. auch mal neugierig ans Gitter springen. Ängstlich herumsitzende und sich versteckende Tiere sind ein schlechtes Zeichen. Zudem sollten die Streifenhörnchen klare Augen, ein glänzendes Fell und ein sauberes Hinterteil haben.

– Das Personal sollte Ihnen ausführlich und fachkundig Ihre Fragen zu den Streifenhörnchen beantworten.

– Die Geschlechter sollten getrennt gehalten werden. Erstens, damit sie auch wirklich das Geschlecht bekommen, dass Sie möchten, zweitens, damit sie nicht mit einem trächtigen Weibchen nach Hause kommen.

Vom Züchter

Dies ist bei etwas exotischeren Tieren wie dem Streifenhörnchen häufig immer noch der beste Weg. Züchter finden Sie in Fachzeitschriften oder im Internet. Selbstverständlich gibt es auch hier ein paar schwarze Schafe und Sie sollten auch dort auf die oben angeführten Punkte achten. In der Regel jedoch beschäftigt sich ein Züchter jedoch schon jahrelang mit seinen Tieren und kann Ihnen bestens über die Haltung Auskunft geben. Ein guter Züchter sollte Ihnen auch die negativen Seiten der Hörnchenhaltung aufzeigen.

Vom Tierschutz

Ab und zu findet man auch in Tierheimen und bei Tierschützern abgegebene Streifenhörnchen. Diese Tiere sind häufig nicht „schlechter“ als die vom Zoofachhandel. Manchmal sind sie sogar schon richtig zahm und zutraulich. Und da Streifenhörnchen ja doch bis zu 8 Jahre alt werden können, kann ein Tier ruhig auch schon ein paar Jährchen älter sein.

Von Privatleuten

Streifenhörnchen wird man von Privatleuten wohl eher schwierig bekommen. Wie schon gesagt, sind Streifenhörnchen Einzelgänger, daher kommt es ziemlich selten zu unerwünschtem Nachwuchs. Und an die gezielte Vermehrung wagen sich auch nur Wenige. Es kann höchstens sein, dass ein älteres Streifenhörnchen abgegeben wird. In diesem Fall können Sie sich das Tier ja mal ansehen. Ist die Haltung okay, spricht hier nichts gegen einen Kauf.

Streifenhörnchen – Käfigeinrichtung

Im Gegensatz zu anderen Kleintieren benötigt das Streifenhörnchen wirklich einen extrem großen Käfig. Der Standort dafür sollte auf jeden Fall bereits vor dem Kauf feststehen. Geeignet große Käfige sind im Handel nur sehr schwer zu bekommen und dann auch ziemlich teuer. Daher ist der Selbstbau die günstigste und sinnvollste Variante.

Der Standort

Der Streifenhörnchenkäfig sollte weder in Zugluft noch in zu großer Hitze (z. B. vor der Heizung) noch in direkter Sonneneinstrahlung stehen. Da Streifenhörnchen tagaktiv sind, macht Ihnen Trubel um sie herum nicht so viel aus. Der Käfig kann also auch im Wohn- oder Kinderzimmer stehen. Nur allzu laute Geräusche wie z. B. sehr laute Musik und Zigarettenrauch mögen sie gar nicht.

Streiefenhörnchen

Streifenhörnchen mit Nuss. © 123RF, zzvet

Der Käfig

Wie schon gesagt, kann ein Streifenhörnchenkäfig nie zu groß sein. Die Mindestgröße ist allerdings 1 m breit, 1 m tief und 2 m hoch. Gerne auch größer. Für die Rückseite und die Seitenwände können Sie normale Holzplatten (natürlich unbehandelte) verwenden. Am Besten sollte es etwas raueres Holz sein, damit sich das Streifenhörnchen gut festkrallen kann. Für die Frontseite eignet sich feinmaschiges Gitter.

Der Unterboden sollte in Form einer Schublade gebaut werden, die man zur Säuberung einfach herausziehen kann. Auch diese kann aus Holzplatten gebaut werden. Achten Sie darauf, dass nirgends irgendwelche scharfen oder spitzen Kanten oder Ecken herausstehen, an denen sich das Streifenhörnchen beim Herumtoben verletzen kann.

Die Käfigeinrichtung

Ganz wichtig für Streifenhörnchen sind viele und sichere Klettermöglichkeiten. Als Grundstock eignet sich sich gut ein unbehandelter, verzweigter und stabiler Ast, der sich durch den ganzen Käfig zieht. Ferner mag das Streifenhörnchen gerne kleine Plattformen, auf denen es sitzen kann. Sie können z. B. auch ein Tau an die Decke hängen, an dem das Streifenhörnchen raufklettern kann. In diesem Fall sind Ihrer Phantasie keine Grenzen gesetzt. Achten Sie nur darauf, dass Sie z. B. keine zu engen Röhren in den Käfig legen, in denen das Hörnchen stecken bleiben kann oder es irgendwelche Dinge gibt, an denen es sich verletzen könnte.

Der Boden des Käfigs sollte dick mit Kleintierstreu ausgelegt sein. Als Unterlage eignet sich ganz gut Zeitungspapier, welches beim Säubern dann einfach nur zusammengerollt wird. Sie können unter das Streu auch noch feinen Sand oder unbehandelte Pflanzenerde geben.

Dann benötigt das Streifenhörnchen unbedingt noch zwei bis drei Schlafhäuschen. Am Besten nehmen Sie welche aus stabilem Holz. Die Plastikhäuschen sind erstens häufig zu klein und außerdem schädlich, wenn sie angenagt werden. Auch so ein Häuschen läßt sich ganz leicht selbst bauen. Wer das nicht möchte, kann sich auch einen flachen Vogelnistkasten zulegen. Wichtig ist, dass man das Häuschen zum Säubern öffnen kann.

Des weiteren benötigt das Streifenhörnchen täglich frisches Wasser. Dies erhält es am Besten über eine Trinkflasche, die man außen am Gitter befestigt.

Sonstiges Spielzeug ist nicht nötig. Besonders die im Handel angebotenen bunten Plastikspielzeuge sind eher schädlich für die Tiere. Hat ein Streifenhörnchen genügend Klettermöglichkeiten, benötigt es so etwas nicht.

Was kostet ein Streifenhörnchen?

Anschaffungskosten

– Das Streifenhörnchen selbst kostet ab ca. € 60,- aufwärts. Werden Tiere deutlich günstiger angeboten, stimmt irgendetwas nicht und Sie sollten vom Kauf absehen.

– Am Teuersten wird wohl der Käfig. Hier sind die Preise sehr schlecht kalkulierbar. Einen neuen fertigen Käfig mit Inventar im Handel bekommen Sie ab ca. € 100,-.

Einen selbstgebauten mit Inventar würde ich mit ca. € 70,- veranschlagen. Wie gesagt, sind dies aber nur Schätzpreise. Erkundigen Sie sich am Besten vorher, wieviel Sie das Material kosten wird. Bitte sparen Sie aber nicht am Käfig. Das Streifenhörnchen wird vorraussichtlich sein ganzes Leben darin verbringen und es wird schrecklich unter einem zu kleinen oder lieblos eingerichtetem Heim leiden.

Regelmäßige Kosten

Die Unterhaltskosten für ein Streifenhörnchen sind nicht besonders hoch.

– Für die Einstreu müssten Sie mit ca. € 10,- bis € 15,- pro Monat rechnen.

– Die Kosten für spezielles Streifenhörnchenfutter liegen bei ca. € 7,- im Monat. Grünfutter nochmal so ca. € 5,-, dies kann aber natürlich auch von Ihrem normalen Obst- und Gemüsebedarf abgezweigt werden.

Unregelmäßige Kosten

– Tierarztkosten. Sind sehr schwer kalkulierbar, je nachdem was das Streifenhörnchen hat. Für eine langwierige Behandlung, z. B. wenn das Hörnchen sich bei einem Sturz verletzt hat, sollten Sie auf jeden Fall ca. € 150,- auf der Seite haben.

– Urlaubsbetreuung. Am Besten bei Ihnen zuhause. Bei privatem Tiersitter ca. € 3,- pro Tag.

Streifenhörnchen und Kind

Kinder sind oft fasziniert von den kleinen niedlichen Streifenhörnchen. Als typische „Kindertiere“ sind sie jedoch nicht zu empfehlen. Streifenhörnchen sind sehr temperamentvoll und wuselig und daher schwer für kleinere Kinder zu halten. Zudem ist der Schwanz des Streifenhörnchens enorm empfindlich. Zieht man zu kräftig daran, kann er im schlimmsten Fall abfallen und wächst auch nie mehr nach.

Außerdem benötigt es meistens einige Zeit und Geduld, ein Streifenhörnchen erstmal zu zähmen und handzahm zu machen. Diese Geduld bringen die meisten Kinder nicht auf.

Streifenhörnchen sind eher Tiere zum Beobachten und eignen sich daher eher für ältere Kinder. Ca. 12 Jahre alt sollten sie auf jeden Fall sein. Für kleinere Kinder eignen sich dann besser gutmütige Tiere wie z. B. ein Meerschweinchen oder Kaninchen.

Bewertung:
Bewertungen: 246 Ihre Bewertung: {{rating}}