Mit ihren kleinen Knopfaugen und dem niedlichen Aussehen begeistern Hamster als Haustiere Groß und Klein. Goldhamster, Zwerghamster und Co. sind aber gegen aller Erwartungen keine anspruchslosen Haustiere.

 

Der Hamster als Haustier

Unterschieden wird meist in Größen: Der Feldhamster ist absolut nicht für die Haustierhaltung gedacht und ist der größte seiner Art. Der etwa 15cm große Goldhamster (mittlere Größe) ist das beliebteste Haustier unter den Hamstern. Dicht gefolgt vom Zwerghamster.

 

Ursprung und Wildnis

Der syrische Goldhamster ist in der Regel der Ursprung unseres Haustieres hier. Seine natürliche Umgebung ist die Hochebene von Aleppo in Nord-Syrien. Er gehört zur Familie der Wühler. Mit starken Vorderbeinen und schwachen Hinterläufen sind sie eher schlechte Kletterer. Der Hamster hat sich den Bedingungen komplett angepasst. Im Sommer ist es in seiner Heimat unheimlich warm, nachts kühlt es sich aber ab und im Winter ist es sogar sehr kalt. Somit kann der kleine Nager vielen Temperaturen standhalten. Meist verschläft er den Tag in seinem Bau. Nur nachts kommt er hervor und sucht Futter.

Die Wintermonate verschläft der wildlebende Hamster komplett. Werden die Tage kürzer und die Temperaturen niedriger, zieht er sich in seinen Bau zurück. Während des Winterschlafes fallen alle Körperfunktionen auf ein Minimum. Dabei schläft er aber nicht den ganzen Winter über. Manchmal wacht er auf, um von seinen Vorräten zu fressen.

 

Aktivitäten

Hamster sind Einzelgänger und Nachtaktive! Oft stehen sie erst gegen 22.00 Uhr oder später auf und gehen gegen 04 Uhr wieder schlafen. So kann es vorkommen, dass ihr euer Haustier nur selten zu Gesicht bekommt. An sich, ist es ein sehr gutes Zeichen, wenn euer Tier diesen Rhythmus in sich hat. Dies zeigt, dass er sich in seinem neuen Revier wohlfühlt. Wäre der Hamster ständig aktiv und würde versuchen sich durch Gitterstäbe hindurchzupressen oder hinaufzuklettern, fühlen sich die kleinen Fellknäule nicht wohl.

Hamster sind kleine Energiebündel. Damit sie nachts genug Bewegung haben und sich nicht langweilen, sollte der Käfig mit ausreichend Spielzeug ausgestattet sein.

 

Anschaffung eines Hamsters

Vor dem Kauf muss euch klar sein, dass Hamster keine Tiere zum Kuscheln oder Spielgefährten für Kinder sind. Sie haben einen zerbrechlichen Körperbau und sind eher nachtaktiv. Werden sie tagsüber zum Spielen geweckt, können sie auch schon mal zubeißen.

Daher eignen sich Hamster eher für Kinder ab 12 Jahren und Erwachsene.

 

Aus dem Tierheim

In Tierheimen findet ihr oft liebe Tiere. Sie sind nur in Ausnahmefällen krank oder alt. Hier werden oft Babys ungewollter Schwangerschaften oder auch Rassetiere hingebracht. In den Tierheimen bekommt ihr eine umfangreiche Beratung über alle Bedürfnisse der Tierart und oftmals bereits Infos über den Charakter des Tiers.

 

Hamstervermittlungsstellen & Züchter

Gute Züchter beraten euch umfangreich und gerne. Sie sollten nur wenige Rassen haben und den Tieren große, saubere Gehege bieten. Die Tiere werden nach Geschlechtern getrennt und wirken gesund.

Meist findet ihr im Internet oder in Zeitungen regionale Anbieter.

 

Zoofachhandel

Nur selten bieten Zoofachhandel den Tieren eine artgerechte Haltung. Achtet darauf, dass die Gehege groß sind und die Tiere nach Geschlechtern getrennt sind. Außerdem sollten sie viel Platz, Wasser und Heu mit Versteckmöglichkeiten haben. Die Kriterien werden in Zoohandlungen leider häufig nicht erfüllt. Oftmals ist es leider so, dass es in den Geschäften zu Massenvermehrungen kommt. Daher sind die Tiere häufig krank.

 

Transport

Beim Transport in das neue Heim verwendet ihr bestenfalls eine geeignete Transportbox aus Kunststoff. Diese ist idealerweise groß genug für Hamster, Haus und Nest. Achtet auf eine gute Belüftung. Um den Hamster zu beruhigen könnt ihr die Box abdunkeln. Sein Nest, ein Häuschen und Streu verschaffen dem Hamster eine wohlige und sicherer Atmosphäre.

Abzuraten sind von durchsichtigen Behältern. Hier sind die Tiere schnell gestresst. Auch sind Pappschachteln ungeeignet, da sich Hamster sehr schnell herausnagen. Auch aus offenen Behältern kann das Tier problemlos herausspringen. In verschlossenen Plastikbehältern bekommt der Hamster natürlich nicht genug Atemluft, also auch davon ist abzuraten.

Bring den Hamster direkt in sein neues zu Hause – ohne Umwege. Lasse niemals das Tier alleine im Auto, auch nicht für wenige Minuten. Tiere überhitzen wesentlich schneller als Menschen und im Winter wird dem Hamster schnell zu kalt.

Hamster

Artgerechte Haltung im Käfig

Standort

Wählt den richtigen Standort für den Käfig eures neuen Haustiers. Im Schlafzimmer ist der Käfig ungeeignet, da sie nachts gerne mal Radau machen. Tagsüber hingegen brauchen die Tiere ihre Ruhe.

Habt ihr den richtigen Standort für euren Fellfreund gefunden, könnt ihr euch über den geeigneten Käfig informieren.

 

Käfig

Da Hamster sehr bewegungsfreudige Tiere sind, brauchen sie einen dementsprechend großen Käfig. In der Natur legen sie nachts mehrere Kilometer zurück. Dabei bauen sie unterirdische Nistkammern, die mit Gängen verbunden sind. Leider bieten handelsübliche Käfige meist keine geeignete Möglichkeit, ihren Bewegungsdrang zu stillen. Oft wird dann der eh schon zu kleine Käfig mit einem Laufrad und der Futterstelle zugestellt, sodass der Hamster sehr eingeengt wohnen muss.

Daher ist ein großer Käfig mit einer Bodenfläche von mindestens 1m² und zusätzlichen Etagen empfehlenswert. So können mehrere Häuser und Höhlen im Gehege gebaut werden. Hohe Einstreu ermöglicht eurem Tier Gangsysteme zu bauen und sich auszuleben. Wie bei fast jedem Tier gilt auch hier: Umso größer der Käfig, desto glücklicher ist euer Schützling!

 

Gitternagen/ Gitterklettern

Wenn der Käfig zu klein ist oder sich das Tier nicht wohl fühlt, wird der Hamster am Gitter nagen und auffällige Verhaltensweisen an den Tag legen. Der Gitterabstand sollte daher zwischen 0,8 und 1,2cm liegen. Bei fast allen Käfigen sind allerdings Stellen an Tür oder Ecken, an denen das Gitter weiter auseinanderliegt. Kleinere Hamster könnten versuchen, sich zwischen den Stäben durchzuquetschen. Dadurch kann eine Verletzungsgefahr für die Tiere entstehen.

 

Käfig bei Jungtieren

Für die Jungzucht eignen sich keine Gitterkäfige, da die kleinen Hamster leicht zwischen ihnen hindurch schlüpfen können. Hier können auch Aquarien aushelfen. Dort können die Tiere nicht an den Scheiben hochklettern. Handelt es sich aber um ein recht niedriges Becken, empfiehlt es sich einen luftdurchlässigen Deckel zu befestigen.

 

Andere Käfigarten für Hamster

Aquarien bieten sich nicht nur für die Jungzucht an. Wenn man auf eine ausreichende Luftzirkulation achtet, bieten die Becken wesentlich mehr Platz als handelsübliche Käfige. Auch kann die Einstreu höher ausfallen und an die Bedürfnisse des Hamsters angepasst werden.

Bei allen Gitterkäfigen oder -Volieren muss darauf geachtet werden, dass die Tiere unter keinen Umständen tiefer als 25cm fallen können. So müssten Zwischenetagen eingebaut werden.

Mit Spanplatte als Boden und einem darauf geschraubten Gerüst kann man auch leicht den passenden Käfig selbst bauen. Dazu müssen dann nur noch Plexiglasscheiben, Rückwand und ggf. Deckel angebracht werden.

 

Einrichtung

Hast du nun die perfekte Unterkunft, kannst du dich an die Einrichtung machen. Was viele nicht wissen: Die meisten Einrichtungsgegenstände aus dem Zooladen sind gar nicht für die Hamsterhaltung geeignet.

Grundsätzlich solltest du auf Plastik verzichten. Da die Dinge von Hamstern gerne mal angenagt werden, können leicht Splitter verschluckt werden, die im Darm zu schweren Verletzungen oder Vergiftungen führen können. Außerdem ist in Plastikhäusern oder -röhren keine ausreichende Luftzirkulation gewährleistet. Feuchtigkeit kann nicht entweichen, sodass sich Schimmel und Pilze ansiedeln können.

Durchsichtige Gegenstände, wie Röhren und Häuser zum Beispiel, sollten ebenfalls vermieden werden. Sie bieten keine Rückzugsmöglichkeiten und ähneln nicht dem natürlichen Hamsternest.

Kein Hamster läuft gerne über Gitter. Hier können die kleinen Tiere mit Gliedmaßen stecken bleiben, sie einquetschen oder brechen. Vermeidet also Gitteretagen und verwendet für einen weiteren Boden Holz- oder Hartfaserplatten.

Einer der wichtigsten Einrichtungsgegenstände ist das Haus! Da der natürliche Rückzugsort aus mehreren Kammern bestehen würde, eignen sich besonders Häuser mit mehreren Zimmern. Das Äußere ist dem Hamster dabei völlig egal. Die Tiere buddeln sich gerne durch, daher gehört eine dicke Lage Einstreu unter das Haus, welches keinen Boden haben sollte.

Schaut euch hier perfekte Hamster-Häuser an:

Getzoo : Wohnlabyrinth

Rodipet: Mehrkammernhaus

Als Zweithaus dienen auch wunderbar Keramikgefäße. Diese sind leicht sauber zu halten und bieten dem Hamster eine natürliche Umgebung.  Auch Tontöpfe mit entsprechenden Öffnungen (mind. 7cm) können verwendet werden.

Lasst bei allen Gehegen die Wände frei. So kann der Hamster problemlos ihr Revier ablaufen. Da Hamster Umwege vermeiden würden, achtet auf die Platzierungen der Röhren und Einrichtungsgegenstände. Eine Buddelecke mit Sand ist ideal für die Freizeitgestaltung. Sonstige Durchwühlmöglichkeiten wären gereinigte Erde, Laub und Blätterberge, sowie verschiedener Einstreu. Damit der Hamster problemlos aus den Buddelvorrichtungen hinein und hinaus gelangen kann, bieten sich lange, biegsame Weidenbrücken sehr gut an.

 

Laufräder

Laufräder gehören zu den umstrittenen Themen in der Hamsterhaltung. Bei einer Käfiggrundfläche ab 2m² ist ein Laufrad nicht mehr unbedingt notwendig. Allerdings bietet das Rad dem Hamster eine gute Möglichkeit überschüssige Energie und Stress abzubauen.

Ein Hamster ist ein Wühler. Sie würden in der Natur nicht stundenlang geradeaus laufen. Eigentlich legen sie nur kleine Strecken zwischen ihrem Bau und den Futterquellen zurück. Sie legen zwar insgesamt viele Kilometer zurück, nicht aber am Stück. Am besten habt ihr ein Laufrad zur Hand, wechselt es aber mit einem anderen Einrichtungsgegenstand wöchentlich oder täglich ab. So hat der Hamster die Möglichkeit, sich unterschiedlich zu beschäftigen und verfällt nicht in monotone Verhaltensweisen.

Das ideale Rad für einen Goldhamster hat einen 30cm Durchmesser. Gern auch etwas größer. Das Laufrad ist an einer Seite geschlossen und besteht nicht aus Gitter (darin könnten sich die Füße verhaken). Die Lauffläche ist völlig geschlossen und weist eine Struktur auf. Diese kann zum Beispiel aus Rillen bestehen. Bei Kork reicht die Naturstruktur.

Achtet auf einen soliden Stand mit schweren Holzstandbeinen und einem hochwertigen Kugellager für leichtes Rundlaufen.

 

Spielzeug

Bitte verzichtet auf Laufkugeln aus Plastik (Joggingbälle) und ähnliche Spielzeuge. Hier soll das Tier in unsichtbare Vorrichtungen gesteckt werden, um damit durch die Wohnung rollen zu können. Die Tierärztliche Vereinigung hat diese Dinge als tierschutzwidrig und gesundheitsschädlich eingestuft. Die Tiere können in den Gefährten nicht manövrieren und auch keine Vollbremsung hinlegen, wenn sie auf eine Wand zu rasen. Die Hamster können sich dabei Traumata, Verstauchungen und Verletzungen zufügen. Da die Tiere in der Regel kurzsichtig sind und die Kugeln die Sicht noch verschlechtern, nehmen sie ihre Umgebung kaum war.

Die bessere Alternative zu den Kugeln ist ein großes Gehege mit viel Auslauf!

 

Hamster & Kind

Zunächst scheint ein Hamster das perfekte Haustier für Kinder. Klein, leichte Pflege, kostengünstig und noch dazu niedlich. Doch eignen sich die goldigen Fellknäule wirklich für Kinder?

Wenn ein Kind eher ein „Beobachter“ ist, eignet sich ein Hamster als Haustier. Während das Tier friedlich im Laufrad läuft oder sein Futter zur Seite schafft und das Kind geduldig zuschaut, ist es kein Problem. Allerdings ist ein Hamster nicht zum kuscheln oder streicheln geeignet. Dies versetzt die Tiere eher in Panik und Stress. Oft fällt es Kindern schwer ein gesundes Streichelmaß einzuhalten, wodurch Bisse durch den Nager nicht zu vermeiden sind. Bei Kleinkindern kann es außerdem noch dazu kommen, dass die Motorik nicht ausgereift ist, sodass der Hamster entwischen oder verletzt werden kann.

Außerdem sind Hamster eher nachtaktiv und sollten tagsüber nicht gestört werden. Wenn das Kind dann ein paar Tage keine Lust aufs Hamsterbeobachten hat, ist das absolut kein Problem. Der Hamster ist und bleibt ein Einzelgänger. Allerdings veranstaltet das kleine Tier nachts eine ordentliche Geräuschkulisse. Daher sollte der Käfig nicht unbedingt im Kinderzimmer stehen.

Die geringe Lebenserwartung von 1-3 Jahren entscheidet maßgeblich die Bindung zum Kind. Es kann also eine frühzeitige, unerwartete Trauer auftreten, obwohl Kind und Tier keine besonders lange Zeit miteinander verbringen konnten.

 

Ob sich ein Hamster für dein Kind eignet, variiert also von Persönlichkeit zu Persönlichkeit und muss individuell entschieden werden!

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