Deine alte Katze hat eingefallene Flanken oder wirkt plötzlich deutlich dünner? Dahinter kann ein altersbedingter Abbau von Muskelmasse stecken, doch sichtbarer Gewichts- oder Muskelverlust sollte bei einer älteren Katze nicht einfach als normale Alterserscheinung abgetan werden. Auch Schmerzen, Zahnprobleme oder Erkrankungen wie eine chronische Nierenerkrankung, Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes können eine Rolle spielen. Besonders wenn sich Körpergewicht, Appetit, Trinkverhalten oder Aktivität verändern, ist eine tierärztliche Untersuchung sinnvoll.
Warum Deine Katze eingefallene Flanken hat
Mit zunehmendem Alter verändert sich die Körperzusammensetzung einer Katze. Bei Senioren kann Muskelmasse abnehmen, sodass Rücken, Hüften und Flanken knochiger beziehungsweise eingefallener erscheinen. Gleichzeitig können Erkrankungen zu einer ungewollten Gewichtsabnahme führen. Deshalb ist es wichtig, nicht nur das Gewicht, sondern auch den Muskelzustand Deiner Katze im Blick zu behalten.
Deine Katze wird alt
Mit zunehmendem Alter können sich Beweglichkeit, Seh- und Hörvermögen sowie das Verhalten einer Katze verändern. Manche Senioren springen nicht mehr so hoch wie früher, schlafen mehr oder benötigen länger für die Fellpflege. Solche Veränderungen müssen allerdings nicht zwangsläufig allein durch das Alter verursacht werden: Schmerzen, Arthrose und andere Erkrankungen können ähnliche Symptome hervorrufen.
Auch die Körperzusammensetzung kann sich verändern. Muskelabbau kommt bei älteren Katzen häufiger vor und kann beispielsweise an Wirbelsäule, Schulterblättern, Hüften und Flanken sichtbar werden. Wichtig: Eine Katze kann Muskelmasse verlieren, obwohl ihr Körpergewicht noch normal oder sogar zu hoch ist. Deshalb sollte eine ältere Katze nicht pauschal weniger Futter bekommen. Futtermenge und Ernährung sollten vielmehr an Körperzustand, Aktivität und mögliche Erkrankungen angepasst werden.
Dass Deine Katze Schmerzen hat, kannst Du unter anderem an Veränderungen ihres Verhaltens erkennen. Sie …
- … möchte plötzlich weniger berührt werden.
- … beißt oder kratzt häufiger als sonst.
- … bewegt sich anders oder weniger als gewohnt.
- … springt seltener oder vermeidet bestimmte Bewegungen.
- … frisst weniger als sonst.
- … versteckt sich häufiger.
- … vernachlässigt bestimmte Bereiche bei der Fellpflege oder putzt einzelne Stellen auffällig häufig.
- … wirkt gereizt oder verhält sich anders als gewohnt.
- … verändert ihre Körperhaltung oder ihren Gesichtsausdruck.
Tierärzte können zur Einschätzung von Schmerzen unter anderem standardisierte Schmerzskalen verwenden. Als Halter solltest Du Veränderungen im Verhalten Deiner Katze ernst nehmen und bei Verdacht auf Schmerzen tierärztlichen Rat einholen.
Körperbau der Rasse
Wie deutlich die Flanken einer Katze sichtbar sind, hängt teilweise auch von ihrem individuellen Körperbau, ihrer Fellstruktur und ihrer genetischen Veranlagung ab. Schlanke Katzen können beispielsweise eine stärker ausgeprägte Taille besitzen als kompakter gebaute Tiere.
Entscheidend ist deshalb vor allem die Veränderung: Sah Deine Katze schon immer so aus und hält sie ihr Gewicht, kann ihr Körperbau eine Erklärung sein. Werden die Flanken dagegen zunehmend eingefallen, treten Knochen deutlicher hervor oder verliert die Katze Gewicht beziehungsweise Muskelmasse, sollte die Ursache tierärztlich abgeklärt werden.
Deine Katze frisst nicht mehr
Wenn Deine Katze nicht mehr frisst oder deutlich weniger frisst, kann das verschiedene Gründe haben:
- Zahn- oder Maulprobleme
- Schmerzen
- Stress oder Veränderungen in der Umgebung
- eine ungewohnte oder nicht akzeptierte Futterumstellung
- Nieren-, Leber- oder andere Organerkrankungen
- Magen-Darm-Erkrankungen
- Übelkeit
- Infektionen und andere Erkrankungen
Eine länger anhaltende Futterverweigerung ist bei Katzen nicht harmlos. Frisst Deine Katze nicht oder deutlich weniger als üblich, insbesondere wenn sie zusätzlich erbricht, apathisch wirkt, Schmerzen zeigt oder bereits Gewicht verliert, solltest Du zeitnah tierärztlichen Rat einholen.
Demenz bei alten Katzen
Auch die geistigen Fähigkeiten können sich bei älteren Katzen verändern. Eine kognitive Dysfunktion kann unter anderem Orientierung, Schlaf-Wach-Rhythmus, Aktivität, Sozialverhalten und erlernte Gewohnheiten beeinträchtigen. Die Veränderungen ähneln in einigen Aspekten einer menschlichen Demenz. Auch verändertes Fressverhalten kann auftreten. Bevor eine kognitive Dysfunktion angenommen wird, sollten jedoch andere körperliche Erkrankungen ausgeschlossen werden.
Deine Katze hat Arthrose
Je älter Deine Katze wird, desto wahrscheinlicher werden degenerative Gelenkveränderungen wie eine Arthrose. Dabei verändert beziehungsweise schädigt sich der Gelenkknorpel, wodurch Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit entstehen können. Katzen zeigen Schmerzen häufig nur dezent. Sie springen beispielsweise weniger, bewegen sich vorsichtiger, nutzen Treppen oder Kratzbäume seltener oder vernachlässigen ihre Fellpflege.
Arthrose verursacht eingefallene Flanken nicht unmittelbar. Bewegt sich eine Katze aufgrund von Schmerzen jedoch deutlich weniger oder verändert sich ihr Fressverhalten, können Muskelabbau und Gewichtsverlust begünstigt werden.
Deine Katze ist krank
Unbeabsichtigter Gewichts- oder Muskelverlust bei einer älteren Katze kann auf eine Erkrankung hinweisen. Einige Krankheiten gehen mit vermindertem Appetit einher, während Katzen bei anderen Erkrankungen trotz gutem oder sogar gesteigertem Appetit abnehmen können. Mögliche Ursachen sind unter anderem:
- chronische Nierenerkrankungen
- Schilddrüsenüberfunktion
- Diabetes mellitus
- Zahn- und Maulerkrankungen
- Parasiten
- Erkrankungen von Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse
- Magen-Darm-Erkrankungen und chronische Entzündungen des Verdauungstrakts
- Erkrankungen, die die Aufnahme oder Verwertung von Nährstoffen beeinträchtigen
- chronische Schmerzen
- Tumorerkrankungen
Welche Untersuchung sinnvoll ist, hängt von den Beschwerden und dem Zustand Deiner Katze ab. Neben der körperlichen Untersuchung können beispielsweise Blut- und Urinuntersuchungen, eine Kotuntersuchung, Blutdruckmessung oder bildgebende Verfahren wie Röntgen und Ultraschall erforderlich sein. Die Auswahl der Untersuchungen sollte der Tierarzt anhand des individuellen Befundes treffen.
Auch bei gutem Appetit kann Deine Katze abnehmen
Frisst Deine alte Katze normal oder sogar besonders viel und wird trotzdem dünner, solltest Du ebenfalls aufmerksam werden. Ein solcher Gewichtsverlust kann beispielsweise bei einer Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes mellitus auftreten. Auch Erkrankungen des Verdauungssystems können dazu führen, dass Nährstoffe nicht ausreichend aufgenommen oder verwertet werden. Ein guter Appetit schließt eine Erkrankung daher nicht aus.
Wann solltest Du mit Deiner alten Katze zum Tierarzt?
Ein langsamer Verlust von Muskelmasse kann im höheren Alter vorkommen. Trotzdem sollte neu auftretender oder fortschreitender Gewichtsverlust tierärztlich abgeklärt werden. Das gilt besonders, wenn zusätzlich Veränderungen beim Fressen, Trinken, Urinieren oder Kotabsatz, Erbrechen, Durchfall, Schmerzen, Schwäche oder Verhaltensänderungen auftreten.
Hilfreich ist es, Deine Katze regelmäßig unter vergleichbaren Bedingungen zu wiegen. So fallen schleichende Veränderungen oft früher auf. Bei älteren Katzen sind außerdem regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sinnvoll, weil manche chronischen Erkrankungen zunächst nur wenige sichtbare Symptome verursachen.
Stelle das Futter Deiner Katze um
Du warst mit Deiner Katze beim Tierarzt und ernsthafte Ursachen für den Gewichts- beziehungsweise Muskelverlust wurden abgeklärt? Dann kann es sinnvoll sein, gemeinsam mit dem Tierarzt zu prüfen, ob die bisherige Ernährung noch zu Alter, Gesundheitszustand und Energiebedarf Deiner Katze passt.
Gerade bei älteren Katzen ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit Energie, hochwertigem Protein und weiteren Nährstoffen wichtig. Ob ein bestimmtes Nass-, Trocken- oder Spezialfutter sinnvoll ist, hängt von der individuellen Situation ab. Bei Erkrankungen wie einer chronischen Nierenerkrankung können außerdem besondere Anforderungen an die Ernährung bestehen. Stelle das Futter deshalb nicht allein aufgrund eingefallener Flanken auf eine besonders proteinreiche Ernährung um, sondern besprich größere Ernährungsänderungen mit Deinem Tierarzt.
